Wenn schon nicht ... von S MacRabb

#1 von Petra , 19.05.2007 18:35

Wenn schon nicht ...


S MacRabb


Wenn schon nicht ...

Diese Geschichte spielt nach der FWaFS.

Ja, die Münze ist gefallen. *nicht nur bei jag. nein, um das alles ganz realistisch zu machen auch bei mir.*


Mc Murphy’s Tavern

Bud fing die JAG-Münze von seinem alten CO A.J. Chegwidden auf seinem linken Handrücken auf. Die Spannung war unerträglich. Langsam hob er die rechte Hand. Ja, die Entscheidung war gefallen. Die Münze zeigte Kopf. Harm und Mac sollten nach London. Es entstand eine nicht endende Stille.

Harm beobachte seine Prinzessin. Sah er da etwa Angst!! Das kann doch nicht sein!
Ihm würde die Umstellung mit Sicherheit am Anfang auch sehr schwer fallen, aber man gewöhnt sich an alles. Wenn dann auch noch sein Marine diesen großen Schritt mit ihm über den Teich macht, kann es doch nicht so schlimm werden.

Mac musste schlucken und die aufsteigenden Tränen unterdrücken. Ein Marine weint ja nicht. Der Gedanke, dass sie die USA für längere Zeit verlassen muss, fiel ihr schwer. Aber für ihren Sailor würde sie alles tun. Nach neun langen Jahren des Wartens, wird sie das Opfer bringen und den Dienst quittieren und mit ihm nach London ziehen. Mac spürten den Blick von Harm auf sich ruhen und lächelte ihn an.

Bud und Harriet sahen sich traurig an, sie hatten die Hoffnung gehabt, das Harm und Mac nach San Diego gehen würden. Nun war es leider nicht so, aber es gibt ja Telefon, E-Mail und natürlich die Möglichkeit eines Besuches in Washington D.C. von den zwei JAG-Staranwälten.

Jen Coates wollte ja mit Mac nach San Diego. Aber wenn Captain Rabb sie fragen würde, ob sie mit nach London geht, würde sie sich nicht nein sagen hören.

Harm unterbrach die Stille. „Na, jetzt ist es Europa geworden. Dort soll es ja auch nicht so schlecht sein. In London arbeiten und in unserem Urlaub können wir Europa unsicher machen.“ <Ich glaube, das war nicht so überzeugend für meine Prinzessin>, dachte sich Harm.

Bud nickte, er wäre ja sofort mit Captain Rabb nach London gegangen. Aber er hat ja eine Familie, ja eine wundervolle Ehefrau und vier Kinder, was will ein Mann mehr. *während ich dieses geschrieben habe, hatten gerade meine zwei Nichten einen kleinen Disput (wegen einem Kabel!!). armer Bud, wie ist das nur mit vier Kindern.*
„Captain Rabb, sie wissen ja, ich wäre gleich mitgegangen, für die Ausbildung für die Kinder wäre es eine einmalige Chance gewesen. Doch wir haben hier unser Haus und unsere Freunde. Wobei uns zwei unserer besten Freunde ja Richtung London verlassen werden.“ Ein breites Grinsen machte sich auf Bud’s Gesicht breit, doch gleich wurde er wieder ernst. „Harriet und ich müssen A.J. noch die traurige Nachricht überbringen, dass seine Paten Washington verlassen werden. Glauben sie mir, da werden mit Sicherheit viele Tränen fließen. Lieber würde ich zwei Schlussplädoyers halten, als dieses Gespräch mit meinem Sohn führen.“

General Cresswell meinte nur ganz trocken: „Glücklicherweise ist es nicht San Diego geworden. So habe ich weiterhin meine Vorzimmerdame. Coates, ich hoffe, sie wollen doch nicht mit in dieses verregnete London. Was kann ihnen dieses Großbritannien schon bieten. Für San Diego hätte ich ja noch Verständnis gehabt, aber dieses Land, wo es noch eine Monarchie gibt, nein, im Leben nicht.“

Coates schluckte nur kurz: „Admiral, wollen sie mich wirklich behalten? Ich habe immer das Gefühl, sie wollen mich so schnell wie Möglich loswerden.“
Cresswell antwortete mit einem Lächeln auf den Lippen: „Denken sie wirklich, ich lasse sie so einfach ziehen. Wenn es nach mir geht, können sie bis zu meiner Pensionierung noch bei mir arbeiten.“
„PO Coates, ich glaube, dass war jetzt ein Kompliment von unserem Chef,“ meinte Mac, die sich in der Zwischenzeit aus Harm’s Umarmung gelöst hatte.

Allen war der traurige Gesichtsausdruck von Mac aufgefallen. Sie hatte sich bis jetzt auch nicht mehr an diesem Gespräch beteiligt.

Harriet schaute auf ihre Uhr und meinte zu ihrem Ehemann: „Wir müssen langsam los, da der Babysitter heim muss.“ Daher verabschiedeten sich die Beiden von der kleinen JAG-Gruppe.
Sturgis und Cresswell schlossen sich den Roberts an.

Nun waren nur noch Harm, Mac und Coates in der Bar.
Sogleich fing Jen an über das Thema zureden, dass sie schon den ganzen Abend beschäftigte.
„Captain Rabb, wie sieht es mit Mattie aus? Ihr Vater trinkt wieder. Sie können es doch nicht zu lassen, dass Mattie wieder mit der Schnapsnase unter einem Dach leben muss. Stehen sie nicht nur so untätig rum, kommen sie endlich in die Gänge.“
Harm stand da wie ein begossener Pudel. So langsam fand er wieder die Sprache. „Ähm, Coates wie reden sie mit mir?“
„Vielleicht hätten die ein oder anderen Personen auch schon so mit ihnen reden sollen. Oder hätten sie mal den Mund aufgemacht und wären nicht nur so dagestanden. Haben Sie sich darüber einmal Gedanken gemacht, wie ihr Leben hätte verlaufen können. Sie wären vielleicht schon längst verheiratet und hätten unter Umständen schon das ein oder andere Kind. Aber warum soll ich mich aufregen. Das ist ja ihr Leben.“, Coates holte Luft und dann verabschiedete sie sich schnellstens.

Nun waren Harm und Mac alleine.

Harm sah die Traurigkeit in Mac’s rehbraunen Augen. „Was ist los meine Prinzessin?“, fragte Harm besorgt.
Mac wendete ihr Gesicht von Harm weg. Sie wollte und konnte hier nicht mit ihm reden.
„Harm, lass uns bitte nach Hause gehen. Wir müssen reden.“
„Ist OK“, meinte Harm kurz. Er bezahlte noch die Rechnung und schon waren sie auf dem Weg zum Auto.

Auf der Heimfahrt wurde nichts gesprochen. Jeder hing seinen Gedanken nach.
Sie erreichten Mac’s Apartment und gingen gemeinsam hinauf.

Mac schloss die Tür auf und fragte über die Schulter hinweg Harm, ob er eine Tasse Kaffee noch haben wollte. Er bejahte und schlürfte Richtung Wohnzimmer um sich auf den Sofa zu setzen.
Kaum saß er, kam Mac auch schon um die Ecke.

„Harm, ich habe mir alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Ich muss General Cresswell zustimmen, in London regnet es die meiste Zeit. Harriet und Bud haben auch recht, wir werden unsere Freunde vermissen. Ich muss meinen Dienst quittieren und am Anfang werde ich in London nicht arbeiten. Und die Chance schwanger zu werden ist auch schwindend gering. Du wirst als Captain ziemlich lange arbeiten müssen und ich sitze alleine zu Hause. Kannst du meine Angst verstehen?“

In der Zwischenzeit war der Kaffee durchgelaufen und Mac machte sich auf den Weg Richtung Küche.

Bis jetzt hatte sich Harm zurückgehalten. Er folgte seinem Marine in die Küche.
„Soll das jetzt eine Abfuhr werden? Nur weil so ein oder zwei Argumente gegen unsere neue Heimat sprechen, willst du gleich den Kopf in den Sand stecken.“, bei diesen Sätzen wurde Harm etwas lauter, das war sehr ungewöhnlich. Doch er konnte die Reaktion von Mac nicht verstehen. Mac hatte sich bei seiner kleinen Rede weggedreht. „Mac, das kann doch nicht wahr sein. Was willst du jetzt tun? Schau mich gefällst an, wenn ich mit dir rede.“ Harm war nun auf 180.

Mac sagte nur leise: „Hier ist deine Tasse Kaffee. Wenn du dich beruhigt hast, können wir wieder miteinander reden.“
Doch Harm hatte sich schon Richtung Wohnungstür bewegt, drehte sich nicht einmal um sondern verließ die Wohnung ohne ein weiteres Wort.

Nun stand Mac in ihrer Wohnung mit den gepackten Umzugskartons, zwei Tassen Kaffee und Tränen in ihren Augen. Sie lief an die Wohnungstür und machte die Schlösser zu. <Nicht das dieser Sailor auf die Idee kommt und nachher noch herein will. Ich will ihn heute nicht mehr sehen, ach am besten nie wieder.>, dachte Mac bei sich. Sie lief ins Wohnzimmer und legte sich hin und ließ ihren Tränen freien Lauf. Nach zehn Minuten war die erste Packung Papiertaschentücher verbraucht. Das Telefon läutete, der Anrufbeantworter sprang an. Doch der Anrufer legte schon wieder auf. Mac trapste barfuss zum Telefon und zog den Stecke raus. Sie wollte nicht in ihrer Trauer gestört werden, von niemanden.
Mac trottete mit hängendem Kopf Richtung Bad um sich bettfertig zu machen. Sie schaute in den Spiegel und sagte laut „He, du Fremde, was machst du in meinem Badezimmer?“, kopfschüttelnd lief sie ins Schlafzimmer. „Oh, Mac jetzt ist es so weit, du sprichst schon mit deinem Spiegelbild. Wo soll das noch hinführen?“

Sie ließ sich in ihr Bett fallen. Und da kamen die Tränen wieder hervor. Sie sehnte sich so sehr nach der starken Schulter von ihrem langjährigen Arbeitskollegen und jetzigen Freund.
<Wie soll diese Beziehung aussehen? Ich die brave Hausfrau? Nein, für so ein Leben hat sie nicht die harte Ausbildung absolviert. Wäre ein Kind in Sicht, könnte man sich dieses noch einmal überlegen. Doch durch die Krankheit hat sie ja nur eine vierprozentige Chance schwanger zu werden. Vielleicht ist es besser, wenn wir getrennte Wege gehen. Den Babydeal kann ich ja sowieso nicht erfüllen. Mein Sailor wünscht sich doch nichts mehr als ein eigenes Kind. Mac lass ihn los, lass ihn nach London gehen.> Mit diesem Gedanken und einer Träne die an ihrer Wange runterlief, schlief sie ein.
In dieser Nacht schlief Mac sehr unruhig. Sie wachte jede Stunde auf und wurde jedes Mal von einem neuen Heulkrampf geschüttelt. Um 5:00 Uhr stand sie dann auf und zog ihre Joggingsachen an.
Wie jeden Tag lief sie 10 Meilen. An diesem Tag joggte sie die Strecke in Rekordzeit.

Als sie nun zu Hause an kam, führte ihr erster Weg unter die Dusche. Danach machte sie sich noch einen Kaffee, trank diesen und dann ging es mit dem Auto Richtung Union Station. Dort angekommen atmete sie noch einmal kräftig durch und stieg aus ihrem Wagen.

Nun stand sie vor der Wohnungstür von Harm, es war schon 7 Uhr. Hinter der Tür hörte sie ein leises klappern. Sie musste lächeln. Mac stellte sich Harm vor, wie er gerade seine Kartons mit seinem Hab und Gut füllte. <Mac, du kannst nicht nur vor der Türe stehen bleiben. Gehe mutig voran, er wird dir schon nicht den Kopf abreißen.> Gedacht, getan. Mac klingelte und keine Sekunde später hörte sie ein klirren in der Wohnung. <Was war das? Ist ihrem Sailor etwas passiert?>

Mac klopfte an die Tür und schrie aufgeregt: „Harm, ist dir etwas passiert? Mach bitte die Türe auf.“
Sie hörte Schritte in Richtung Wohnungstür. Harm öffnete die Tür einen Spalt.
„Mac, was willst du hier. Ich muss noch meine ganzen Sachen in die Kartons verstauen und danach noch kurz ins Hauptquartier. Halt mich also bitte nicht auf.“ Bevor Sarah MacKenzie irgendetwas sagen konnte war der Türspalt wieder geschlossen.
„Gut OK, wenn du es nicht anders willst, sind deine Nachbarn einfach Zeugen unserer Unterhaltung oder besser gesagt meinem Monolog. Harm, ich denke, gestern ist einiges ziemlich in die Hose gegangen. Vielleicht hätten wir uns noch ein bisschen Zeit lassen sollen. Wir haben neun Jahre gebraucht um uns unsere Liebe zu gestehen. Vermutlich waren wir einfach zu euphorisch und haben uns über die Zukunft keinen Gedanken gemacht. Es ist eine große...“ Harmon Rabb jr. öffnete die Wohnungstür und ließ Mac eintreten.
Harm baute sich vor Mac mit verschränkten Arm auf. „Was soll das? Ich bin davon ausgegangen, dass wir eine gemeinsame Zukunft haben, doch du stellst dich quer.“
„Wie hättest du reagiert?“, Mac wurde etwas lauter. „Du musst den Dienst ja nicht quittieren. Du arbeitest in London vermutlich Tag und Nacht. Ich werde dich nicht zu Gesicht bekommen. Harm, ich bin kein Hausmütterchen.“ Sie schaute in zwei müde Augen. Leise fügte sie noch hinzu: „Zum jetzigen Zeitpunkt kann und möchte ich den Dienst noch nicht quittieren. Versteh das bitte.“

Harm sah Mac an. Ihm blieb immer der Atem weg, bei der Schönheit von Mac. Dieses wird sich mit Sicherheit auch bis in alle Ewigkeit nicht ändern. Er hatte gehofft, dass endlich nach dem Jahrelangen warten das Glück auf seiner Seite ist. Möglicherweise wäre alles anders gekommen, wenn da nicht die Versetzungen wären.
Harm räusperte sich: „Mac, ich denke, es ist am Besten, wenn wir erst mal unseren Dienst an unseren neuen Dienststellen annehmen. Es kommt sicher die Zeit, wo wir über alles reden können. Doch hier und jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt. Wir würden uns sicher mit unseren Worten verletzen. Das will ich auf keinen Fall. Ich werde nachher nach Falls Church fahren und meine letzten persönlichen Dinge aus dem Büro holen. Heute Abend werde ich in den Flieger steigen und morgen früh werde ich mein neues Leben in London starten.“ Während seiner Rede ging Harm zum Fenster. Er stand mit herunterhängenden Schultern da und schaute starr auf den Hinterhof hinaus. „Mac, ich glaube, es ist besser du gehst jetzt.“
In Harms Augen bildeten sich schon die ersten Tränen. <Junge, dreh dich jetzt nur nicht um, sonst kannst du dich nicht mehr beherrschen. Du hast schon die ganze Nacht nach dem Warum gefragt. Tränen vergossen wegen deinem Marine.> Harm war in seinen Gedanken vertieft und nahm Mac gar nicht mehr richtig wahr.
Bei diesem Anblick von Harm zerriss es Mac fasst das Herz. Doch er hatte recht, es macht jetzt keinen Sinn zu reden. Mit zittriger Stimme meinte Mac: „Gut, ich werde jetzt ein letztes Mal ins Hauptquartier fahren. General Cresswell wird von mir informiert, dass ich doch meinen Dienst in San Diego antreten werde. Harm...“, sie musste die Tränen verdrängen, „du hast ja meine E-Mail-Adresse. Ich wünsche dir alles Gute.“ Mit diesen Worten verließ Mac die Wohnung von Harm.

Rabb jr. schreckte erst bei dem klicken des Schlosses auf. Er drehte sich um und sah, dass er alleine in seiner Wohnung stand.


JAG-Hauptquartier
Falls Church

Mac ging durch das Bullpen direkt zu ihrem Büro. Sie wollte noch die letzten Sachen zusammen räumen. Der Karton war gepackt. Mac lief zu PO Coates. Diese lächelte sie an, doch das Lächeln verging Coates als sie in die verweinten Augen von Mac blickte. „Ähm, Colonel was ist passiert?“
Doch Mac antwortete nicht. Sie fragte nur, ob sie zum Admiral rein kann. Coates ging an die Sprechanlage um Colonel MacKenzie bei ihrem CO anzumelden. Dieser ließ Mac eintreten.

Mac trat in das Büro ein. Begrüßte ihren ’noch’ CO vorschriftgemäß und suchte sich über der rechten Schulter einen Punkt, denn sie anstarrte.
General Cresswell befahl MacKenzie bequem zu stehen. „Was kann ich für sie tun Colonel?“
„Admiral, ich möchte meinen Dienst in San Diego antreten. Ich werde nicht mit Captain Rabb nach London gehen.“
Cresswell stand mit offenen Mund vor Mac. „Oh, Colonel, darf ich ihnen eine private Frage stellen?“
„Kann ich die Aussage verweigern?“, kam eine Gegenfrage von Mac.
Der Admiral musste ein wenig schmunzeln. „Ich verstehe. Nun gut, da es noch nicht offiziell war, bin ich, als General, davon ausgegangen, dass sie nach San Diego gehen. Mr. Cresswell war der Überzeugung, dass Miss MacKenzie heute mit Captain Rabb nach London fliegt. Sie sehen, für mich als ihr CO hat sich nichts geändert. Haben sie ihre Kartons schon gepackt Colonel?“
„Ja, Sir, die Koffer und die Kartons sind alle gepackt. Morgen wird der Umzugswagen kommen. Ich werde morgen Mittag Richtung San Diego aufbrechen.“
„Das ist schön zu hören, dass sie bereit sind für ihre neue Aufgabe im Büro in San Diego. Für ihre Leitungsfunktion wünsche ich ihnen viel Erfolg, Kraft und viel Geduld.“
Mac stand wieder stramm: „Danke für die guten Wünsche. Ich hoffe, dass ich eine genauso gute Führungskraft werde wie meine letzten beiden COs.“
Der Admiral reichte zum Abschied Mac noch die Hand und dann entließ er seine Staranwältin Colonel MacKenzie.

Mac ging aus dem Büro ihres CO.
Bud kam ihr Freudestrahlend entgegen. „Na, Colonel, alles schon gepackt? Ich habe den Captain noch nicht gesehen. Hat er sich versteckt oder ist er noch beim Chef im Büro?“
Colonel MacKenzie antwortete nur kurz: „Der kommt später.“
Mac wollte schon weiterlaufen als sie noch eine Frage los werden wollte: „Ach, Bud, darf ich sie und Harriet heute Abend ein letztes Mal besuchen?“
Eine prompte Antwort kam von Bud: „Natürlich dürfen sie uns besuchen. Ich sage Harriet, dass sie um 19 Uhr kommen. Ist das OK?“ Mac nickte und war schon in ihrem Büro verschwunden.
Bud stand auf dem Flur und sagte leise zu sich: „Fliegt Captain Rabb nicht heute nach London?“ Kopfschüttelnd ging Bud Richtung Coates.

„Morgen PO Coates, können sie mir eine Frage beantworten? Ich verstehe es nämlich nicht. Colonel MacKenzie möchte heute Abend meine Frau und mich besuchen. Aber Captain Rabb fliegt doch heute schon nach London, oder bin ich da ganz falsch informiert.“
„Lieutenant Commander, sie sind richtig informiert. Ich weiß auch nicht, was mit den beiden los ist. Haben sie den Colonel mal angeschaut? Die sieht fertig aus, wie wenn sie die Nacht durchgemacht hätte. Bin gespannt wie der Captain aussieht.“
„Was macht ein verliebtes Paar? Coates, muss ich sie noch aufklären? Also, es gibt die Bienchen und die Blümchen oder für die Fortgeschrittenen unter uns Fahrräder mit und ohne Stange.“
„Ist OK, ich habe es schon kapiert. Aber ich muss sie enttäuschen. So einen glücklichen Eindruck hat der Colonel nicht auf mich gemacht. Gab es vielleicht schon den ersten vorehelichen Streit?“
„Das sind Fragen, die können sie beide in ihrer Mittagspause erörtern, aber nicht während der Arbeitszeit. Lieutenant Commander Roberts kommen sie sofort in mein Büro.“, General Cresswell war schon wieder in seinem Büro verschwunden.
Bud blickte Coates kurz an, zuckte mit den Schultern und verschwand im Büro seines COs.

Mac hatte nun alles. Sie nahm ihren Karton unter den Arm, drehte sich noch einmal in ihrem Büro. <Das war es nun. Neun Jahre war ich hier. Der Abschied fällt mir schon schwer. Wie wird das Arbeiten in San Diego sein? Aber die entscheidende Frage ist doch, wie wird mein Leben ohne Harm sein? Neun Jahre durch dick und dünn mit ’meinem’ Sailor. Die Welt steht nicht still, wir entwickeln uns immer weiter.> Ganz in ihren Gedanken versunken lief Mac durch das Bullpen, stieg in den Fahrstuhl ein.

Zur gleichen Zeit ging die Türe des Treppenhaus auf und Captain Rabb betrat das Großraumbüro.
Er ging mit einem mulmigen Gefühl auf das Büro von Mac zu. Die Türe stand auf, doch die Sachen von Colonel Sarah MacKenzie waren nicht mehr da. Harm lehnte wie immer am Türrahmen von Macs Büro. Er war in Gedanken <Wie werde ich das vermissen! Mac ist mit mir durch dick und dünn gegangen, keine andere Frau hätte das mit mir durchgemacht.> Er musste schmunzeln <Sie ist sicher gerade beim General. Das Auto stand noch auf dem Parkplatz. Dann werde ich mal meine letzten Dinge aus dem Büro zusammenpacken. Danach werde ich mich von General Cresswell verabschieden und das JAG-Hauptquartier so schnell wie möglich verlassen. In diesen Wänden kommen so viele schöne Erinnerungen hoch. Das verkrafte ich heute nicht.>
Gedacht getan. Harm packte seine Kiste und stellte sie auf seinem Schreibtisch ab. Er lief den Flur bis zu PO Coates vor. Coates telefonierte gerade, sie nickte ihm kurz zu und deutete auf die Bürotür von General Cresswell. Harm klopfte und wartete bis ein „Herein“ zu hören war.
Captain Rabb trat in das Arbeitszimmer von seinem CO ein. Salutierte vor General Cresswell.
Der General beobachtete Rabb einige Augenblicke. Bevor er ein „Rühren“ von sich gab.
„Captain Rabb, nun ist es so weit, sie werden Falls Church verlassen. Ich muss sagen, ich bedauere es sehr. Auf einen Schlag verliere ich die beiden besten JAG-Anwälte. Aber ich sage immer, man sieht sich im Leben stets ein zweites Mal. Wie geht es ihnen so?“
„Tja, mit großer Sicherheit ging es mir schon einmal besser. Aber bestimmt wissen sie schon, dass Colonel MacKenzie nicht mit nach London gehen wird. Doch das ist Privat und hier im Büro muss man diese Probleme vergessen.“
„Captain Rabb üben sie schon für ihre neue Funktion als Führungskraft. Ich bin ja schon der Meinung, dass Privates auch Privat bleiben soll. Doch wenn man sie und den Colonel sieht, spürt man das Knistern. Das ist mir sofort bei meinem Amtsantritt aufgefallen. Aber Captain Rabb, sagen sie mir, wie wollen sie nur in London ohne MacKenzie arbeiten? Sie beide sind ein eingespieltes Team, ich würde sagen das Dream Team schlechthin.“
„Sir, da haben sie recht. Wir sind ein eingespieltes Team, wir haben ja auch neun Jahre zusammengearbeitet. Diese Zeit möchte ich nicht missen. Doch irgendwann heißt es Abschiednehmen und jetzt ist die richtige Zeit.“
„Das hört sich aber nicht sehr überzeugend an Captain.“
„Naja, was soll ich noch sagen? Mac hat sich entschieden und ich kann nichts machen. Sir, mal ganz ehrlich. Können sie sich Colonel MacKenzie als Hausfrau vorstellen? In der ersten Zeit in London wäre sie nur zu Hause. Mein Arbeitstag wird in der Anfangszeit wahrscheinlich von morgens 6 Uhr bis abends 8 Uhr gehen. Ich würde also keine Zeit für meinen Marine haben.“
„Schauen wir mal. Kommt Zeit, kommt Rat. Auf jeden Fall wünsche ich ihnen für ihre neue Aufgabe viel Erfolg, Kraft und viel Geduld.“
Harm stand nun wieder stramm: „Danke für die guten Wünsche. Ich hoffe, dass ich eine genauso gute Führungskraft werde wie meine letzten beiden COs.“
Der General fing an zu schmunzeln. „Ich habe diese Sätze heute schon einmal gehört. Denke nicht, dass sie sich mit Colonel Sarah MacKenzie abgesprochen haben, oder?“
Zum Abschied reichte General Cresswell Harm die Hand und dann entließ er seinen Staranwalt Captain Rabb.
Rabb salutierte und drehte sich um und verließ das Büro seines CO.

Rabb wollte sich von Coates verabschieden. Doch diese konnte und wollte den Mund nicht halten.
„Captain Rabb, sie sehen heute aber sehr schlecht aus. Wohl ein bisschen wenig schlaf, oder?“, Coates lächelte und zwinkerte mit dem linken Auge.
„Ach, PO Coates, wenn sie wüssten. Dann würden sie nicht so einen schlechten Scherz machen. Ich wünsche ihnen auf alle Fälle alles Gute. Vielleicht kommen sie jetzt doch noch nach San Diego. Hat Mac sie nicht gefragt?“
Jen Coates saß mit offenem Mund auf ihrem Schreibtischstuhl. „Ähm, Sir, ich verstehe nur Bahnhof. Colonel MacKenzie geht doch mit ihnen nach London, oder habe ich da etwas falsch verstanden gestern Abend?“
„Oh, hat Mac nichts gesagt. Toll, jetzt muss ich wieder alles erklären.“
„Mac geht nicht mit ihnen nach London!!“, Coates schüttelte den Kopf, „Haben sie es sich mit ihr wieder verscherzt. Sie sind ein Held. Nach Mattie muss ich dann auch nicht fragen, oder?“
Der General öffnete leise seine Bürotür und beobachtete diese Szene, doch jetzt musste er einschreiten, auch wenn Jen Coates recht hatte. Mit einem scharfen Tonfall machte sich Cresswell bemerkbar: „PO Coates, ein bisschen mehr Respekt vor einem ranghöheren Offizier darf ich wohl erwarten, oder?“
Jen Coates zuckte zusammen und stand eine Sekunde später stramm vor ihrem CO. „Yes, Sir. Ich möchte mich in aller Form bei Captain Rabb für meine Worte entschuldigen.“
„Ist OK, PO Coates. Möglicherweise haben sie ja sogar recht. Ich werde jetzt noch ins Krankenhaus zu Mattie fahren. Muss mich ja von ihr verabschieden.“, Harm stand wie ein begossener Pudel vor Coates und Cresswell.
„Machen sie es gut. Hoffentlich sehen wir uns wieder.“, sprach es und lief zu seinem Büro und holte die Kiste.
Kurz bevor er in den Aufzug stieg, drehte er sich noch einmal um und sagte laut „Auf Wiedersehen.“


Bei Mattie im Krankenhaus

„Hallo Mattie, na, wie geht es dir?“, Harm nahm vorsichtig seine Ziehtochter in den Arm.
„Hey Harm. Schön dich zu sehen. Ich habe nach unserem Telefonat gedacht, wir sehen uns erst wieder in deinem Urlaub.“
Das war Harms Stichwort, er hob einen Briefumschlag hoch. „Ein kleines Abschiedsgeschenk.“
Er überreichte Mattie den Umschlag. Schwupp die wupp riss Mattie diesen auf. Zum Vorschein kam ein Gutschein für Hin- und Rückflug nach London. Da blieb Harms Ziehtochter die Spucke weg.
„Erde an Mattie, ist alles OK.“ Harm sprach es und schaute ihr in die Augen. „Mattie, he, kommen da die ersten Freudentränen?“
„Harm, ich dachte du machst am Telefon einen Scherz. Wirst du wirklich nach London versetzt?“
„Ja, schau doch mal meine Uniform genau an. Ich bin zum Captain befördert worden.“, Harm lächelte stolz.
„Und was ist mit Mac? Geht sie mit nach London?“, Mattie schaute Harm fragend an.
„Tja, das ist eine längere Geschichte. Wenn Du mich besuchst können wir darüber reden.“
„Gut, dann werde ich morgen in den Flieger steigen und übermorgen bin ich dann bei dir.“
„Also gut, Mac wird nach San Diego versetzt. Wir gehen ab heute getrennte Wege.“, Harm musste schwer schlucken. „Mattie vielleicht ist es einfach das Beste, wenn Mac und ich nicht mehr zusammen sind.“
„Harm, das hört sich aber nicht sehr überzeugend an.“
Dann brach alles aus Harm heraus Worte und Tränen: „Ich habe Mac gefragt, ob sie mich heiraten will. Am Anfang schien alles Friede, Freude, Eierkuchen, doch dann kam die alles entscheidende Frage. Wo werden wir arbeiten, bzw. wer wird den Dienst quittieren? Gestern Abend haben wir dann unsere Freunde ins Mc Murphy eingeladen. Mit einem Münzwurf haben wir dann entschieden, dass wir nach London gehen werden. Mac war am Anfang auch noch glücklich, doch dann kam ein Stimmungsumschwung. Ihr wurde klar, dass sie das Marine Corp verlassen muss. Das war zuviel für sie. Wir haben uns dann gezofft. Ich habe ihre Wohnung verlassen, man kann sagen, dass ich sie fluchtartig verlassen habe.“
Es folgte eine Stille, die nicht angenehm war.
„Mattie, kannst Du das verstehen. Ich habe meinen Marine verlassen.“, die Tränen flossen seine Wangen hinunter und tropften auf Matties Bettdecke.
„Harm, du bist ein kleiner, dummer Junge. Hätte dein General nicht noch einmal ein Harriet-Manöver einleiten können. Ich denke, der Marineminister hätte nichts dagegen, wenn seine zwei besten Anwälte heiraten und unter einem Kommando dienen.“
„Ach Mattie, wenn unser Ex-Admiral Cheggwidden noch da wäre, wäre es kein Problem. Doch unser neuer CO Cresswell kommt mit dem Marineminister noch nicht so gut aus.“
„Schauen wir mal, was Mattie machen kann.“, Mattie grinste spitzbübisch.
Harm schaute auf die Uhr. „Oh, wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät. Mattie, ich muss jetzt leider schon gehen. Heute Abend bin ich schon Richtung London unterwegs. Ich muss noch die ein oder anderen Sachen erledigen. Wir bleiben in Kontakt.“
Zum Abschied umarmte Harm Mattie noch einmal.
„Mach’s gut Sailor. Vergiss mich bitte nicht.“
„He, wie könnte ich dich vergessen. Du wirst immer einen Platz in meinem Herzen haben.“ Bei diesen Worten lösten sie sich aus ihrer Umarmung.
Harm stand von dem Bett auf, ging zur Tür und winkte noch einmal Mattie zu.


Am Flughafen Washington D.C.

Wie Harm das hasste mit einem Zivilflugzeug unterwegs zu sein.
Er stand zum Einchecken in einer langen Schlange.
Harm lächelte freundlich die junge Dame an. Diese grinste zurück.
„Ach übrigens mein Name ist Debbie Warren. Mit wem habe ich das Vergnügen.“
„Man hat mich auf den Namen Harmon Rabb jr. getauft.“
Debbie war nun neugierig geworden. „Bist du geschäftlich unterwegs?“ Sie ging gleich über auf die persönliche Schiene.
Rabb fiel das auf. Da er dieses geduzte nicht leiden konnte, war das schon ein Grund weniger mit ihr zu kommunizieren. Er wollte jetzt nur seinen Gedanken nachgehen.
Er bejahte die Frage nur kurz.
Glücklicherweise wurde nun ein weiterer Schalter geöffnet. So konnte er den gierigen Augen und der Ausfragerei der Frau entkommen.
Als er nun eingecheckt hatte, ging er noch kurz in den Kiosk um ein letztes Mal auf amerikanischen Boden Zeitschriften zu kaufen.
Was er nicht wusste, er wurde bei jeder Handlung die er durchführte beobachtet.
Er hatte nun alles. Nur noch durch den Zoll und dann startet sein neues Leben.
Bevor er zu seinem Gate ging, drehte er sich noch einmal um und sagte leise „Auf Wiedersehen“.
Harm rieb sich seine müden Augen.
Die beobachtende Person schaute Harm nach. Hob noch kurz die Hand zum Abschied und ging zurück zum Auto.


Im Flugzeug Richtung London

Es war keine Täuschung. Zwei Reihen vor ihm saß Admiral Chegwidden.
Harm wollte gleich zu seinem alten CO gehen. Doch die junge und dazu noch sehr attraktive Stewardess drückte ihn sanft in den Sitz zurück. „Aber, wo wollen wir den hin. Bitte schnallen sie sich an. Wir starten gleich. Nachher können sie hier rumspazieren so lange sie wollen.“ Mit einem Grinsen ging sie vor um mit ihren Einweisungen zu beginnen.

Das Flugzeug hob ab. Nach einigen Minuten ertönte der Gong, welcher es nun erlaubte die Gurte zu lösen.
Harm sprang auf und mit zwei Schritten war er an dem Sitzplatz von seinem Ex-Admiral.
„Hallo Admiral Chegwidden.”
A.J. drehte leicht den Kopf zu Harm: „Commander Rabb,“ erstaunt fragte der Ex-CO „Was machen sie hier?“
Chegwidden rutschte auf den mittleren Sitz, der noch frei war. Somit konnte sich Harm auf den Platz am Gang setzen.
„Naja, ich bin versetzt worden. Mein neuer Arbeitsplatz ist in London. Bin nun Captain, der First JAG Europe.“
„Oh, das freut mich für sie Harm. Nennen sie mich bitte A.J., ich bin ja nicht mehr ihr CO. Wie lief es die letzte Zeit im Headquarter?“ Und in Gedanken
„A.J. fragen sie lieber nicht. Wir haben da so einen jungen Anwalt bekommen. Sein Name ist Vukovic. Der hat gedacht, dass er die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Von mir hat der sich nichts sagen lassen. Aber diese Zeit habe ich jetzt hinter mir gelassen.“
Chegwidden musste schmunzeln. „Vielleicht haben sie auch nur sich wieder in diesem jungen, aufstrebenden Anwalt entdeckt. Ich kann mich noch gut an den jungen Harmon Rabb jr. erinnern als er bei JAG begann. Der ist auch mit dem Kopf durch die Wand. Keinen Rat hat er angenommen.“
„War ich wirklich so schlimm?“, fragend schaute Harm A.J. an.


„Hätte ich noch Haare, wären es graue. Und 70% davon würden von ihnen stammen, dank ihren gewagten Heldentaten und Ungehorsamkeiten. Sie sind ja jetzt noch so ein Draufgänger. Eigentlich habe ich gedacht, dass sie mit jedem Jahr, dass sie Älterwerden reifer werden. Aber diese Hoffnung muss ich wohl begraben. Als sie die Vormundschaft für Mattie übernahmen habe ich schon gedacht, jetzt wird er ruhiger. Doch dem war nicht so. Wie geht es eigentlich Mattie?“
Harm musst schwer schlucken, als er an seine Ziehtochter dachte.
„Der geht es den Umständen entsprechend.“
„Captain, muss ich ihnen alles aus der Nase ziehen? Jetzt reden sie endlich.“
„Naja, Mattie wollte den Flugschein machen. Leider hatte sie einen schweren Unfall mit ihrer Maschine auf der Rollbahn. Sie lag einige Zeit im Koma. Glücklicherweise ist sie wieder aufgewacht. In den nächsten Tagen wird sie in eine Reha-Klinik verlegt.“
„Wie hat es Tom aufgenommen?“, fragte A.J. neugierig.
„Mattie’s Vater hat wieder mit dem Trinken angefangen. Er konnte es nicht ertragen seine Tochter so auf der Intensivstation liegen zu sehen. Mir fiel es auch sehr schwer, aber ich habe mich zusammengerissen. Ich habe für Mattie alles mögliche in die Wege geleitet.“
„Harm, nun wo Mattie sie dringend benötigt gehen sie nach London. Muss ich das verstehen??“
„Ich möchte sie natürlich nach dem Reha-Aufenthalt zu mir nach England holen.“, Harm beendete seinen Satz. Er schaute seinen CO mit traurigen Augen an. „Aber jetzt erzählen sie doch mal. Was haben sie in den Staaten gemacht? Ich dachte, sie möchten die ein oder anderen Spiele der ersten italienischen Liga anschauen.“
„Sie wollen einem Thema aus dem Wege gehen? Stimmt’s oder habe ich recht!“ A.J. sah Harm mit einem väterlichen Blick an. „Ich war für einen wichtigen Termin kurz in Washington D.C.. Jetzt bin ich auf dem Weg nach England. Dort werden ich meine Tochter wieder treffen. Wir schauen uns noch einige Spiele der englischen Premier League an. Danach geht es glücklicherweise wieder in die Staaten und zu meinem geliebten Baseball. Harm, sie können sich nicht vorstellen, wie es ist endlich wieder nach Hause zu kommen.“
„Oh, A.J. wo ist eigentlich mein zu Hause? Ich bin immer noch ledig. Die Frau mit der ich für immer zusammen sein wollte, ist kurzerhand doch nach San Diego gegangen.“, Harm sprach es und schon kullerten die ersten Tränen die Wange des Ex-Navy-Piloten hinunter.
„Warum ist Mac nicht mit ihnen auf dem Weg nach London?“, erkundigte sich Chegwidden.
„Ähm, habe ich den Name von Mac erwähnt?“, Harm blickte seine alten CO verwundert an.
A.J. antwortete etwas entrüstet: „Harm, meinen sie eigentlich ich bin blind? Meine Augen lassen zwar etwas nach mit dem Alter, aber das zwischen ihnen und Colonel MacKenzie mehr ist als Freundschaft sieht ein Blinder mit Krückstock.“
Dann begann Harm die ganze Geschichte mit den Versetzungen zu erzählen. Dem denkwürdigen Abend in seiner Wohnung und einen Tag später die kleine Feier im Mc Murphy’s.
Als er geendet hatte standen nicht nur ihm Tränen in den Augen. Nein, selbst dem harten Ex-Seal A.J. Chegwidden waren die Tränen in die Augen gestiegen.
A.J. sprach nichts mehr. Er ging seinen Gedanken hinterher
Die nette Stewardess stand schon wieder am Sitz von Harm und legte die Hand auf seine Schulter. „Darf ich die beiden Herren bitten sich wieder anzuschnallen. Wir beginnen gleich mit dem Landeanflug.

Bei dem ganzen erzählen ist den Beiden nicht aufgefallen wie die Zeit verging. Zwischendurch haben sie zwar etwas zum Essen bekommen, aber das ein Langstreckenflug so schnell vorübergehen kann.

„Harm, wenn ich ihnen irgendwie helfen kann. Dann sagen sie es bitte.“
„Danke A.J. das sie mir zu gehört haben. Sie sind der erste, dem ich das alles erzählt habe. Vielleicht können wir uns in London noch einmal treffen.“


In der Zwischenzeit
Haus der Roberts
19 Uhr

Mac ging schweren Herzens die Stufen zur Haustür hoch. Diese Treppen ist sie sehr oft mit Harm hochgelaufen. Sie stand nun vor dem Hauseingang und klopfte. A.J., ihr Patensohn, öffnete freudestrahlend die Tür.
„Hallo Tante Sarah.”, A.J. streckte die Hände in die Höhe. Mac kniete sich zu ihrem Patenkind und nahm ihn in die Arme.
„Hallo mein Kleiner.“
A.J. löste sich aus der Umarmung. Nun stand er vor seiner Patentante, die Hände in die Hüften gestemmt. „Aber Tante Sarah, ich bin der Große. Meine Geschwister sind doch alle kleiner. Da kann ich doch nicht dein Kleiner sein.“
Mac musste lachen. „Oh, da hast du recht. Entschuldigung Großer.“
A.J.s Augen suchten den Garten ab. „Wo ist Onkel Harm? Du kommst doch immer mit ihm zusammen zu uns.“
Während Sarah aufstand, sprach sie in einem leisen Ton: „Onkel Harm ist auf dem Weg nach London. Da muss man ganz lange mit dem Flugzeug fliegen.“
In der Zwischenzeit stand Harriet an der Eingangstür. „Ach A.J., ich habe es dir doch schon erzählt, dass Onkel Harm für längere Zeit nicht bei uns vorbeischauen kann.“
Harriet lief auf Mac zu und nahm sie in den Arm. „Hallo Mac, schön, dass du heute noch bei uns hereinschaust. Komm doch erst mal rein.“
Sarah MacKenzie konnte zu diesem Zeitpunkt nichts sagen. Die ersten Tränen kullerten die Wange herunter.
Die Hausherrin sah das und streichelte ihrer Freundin mit der Hand den Rücken. „Oh, Sarah. Lass uns ins Wohnzimmer gehen. Bud bringt gerade die drei Kleinen in ihre Betten. Wir haben gedacht, dass wir zur viert Abendessen. Danach wird A.J. ins Bett gehen und wir haben alle Zeit der Welt zum Reden. Ist das für dich OK?“
„Ja, das ist gut so. Vielleicht kann ich ja meinem Patenkind noch eine Geschichte vorlesen.“, bei diesem Satz lächelte Mac A.J. an.
„Oh ja, so machen wir das.“, A.J. nahm Sarahs Hand und dann ging es ab ins Wohnzimmer. „Du, Tante Sarah, soll ich dir mein neues Lego-Flugzeug zeigen. Das lag heute vor der Haustüre. Leider weiß ich nicht von wem es ist. Es war nur ein Zettel mit A.J. drauf. Komisch, gell.“
„Klar, das muss ich mir doch gleich mal anschauen. Hast du es ganz alleine zusammengebaut?“, fragte Mac. Und bei sich dachte sie
„Natürlich habe ich das selber zusammengebaut. Bin ja schließlich kein kleines Kind mehr, oder?“
Es war ein Räuspern zu hören. Bud stand nun am Eingang zum Wohnzimmer. „Na junger Mann, ab und an habe ich dir noch etwas helfen müssen.“
„OK, aber wirklich nicht viel, dass kannst du mir glauben Tante Sarah.“
Mac begutachtete das Flugzeug. „Es sieht richtig schwierig aus. Da ist es doch nicht schlimm, wenn dein Papa dir ein wenig helfen musste. Und außerdem spielen die Papas doch auch ab und an gern mal wieder mit Legos.“


Bud begrüßte Mac. „Hallo Colonel MacKenzie.“
„Buuuuuud, wir sind nicht im Büro. Bitte nenn mich Mac oder Sarah, aber nicht Colonel.“
„Ähm, sorry. Aber das ist einfach so drin. Versuche mich zu bessern.“
Aus dem Esszimmer war Harriets Stimme zu hören. „Kommt ihr zum Essen!“
Die drei aus dem Wohnzimmer machten sich auf den Weg zum reichlich gedeckten Tisch.
„Harriet, wer soll das alles essen?“
„Naja, wir haben ein Marine am Tisch und die haben ja immer Hunger.“, sagte ein schmunzelnder Bud. Die Worte hatten gerade seinen Mund verlassen, schon hatte er den Ellenbogen seiner Frau im Magen.
„Bud, wie gehst du mit unserem Gast um?“, kam es von seiner Ehefrau, die mit einem hochroten Kopf dastand.
„Ach, Harriet, da hat dein Mann schon recht. Harm hat mich damit immer aufgezogen. Jetzt übernimmt das einfach Bud. Das ist schon OK.“
„Jetzt lasst uns mal mit dem Essen beginnen. A.J. muss heute noch ins Bett.“, sagte Harriet und reichte den Teller mit den panierten Schnitzeln rum.
Es herrschte eine Stille während dem Essen. Jeder ließ es sich richtig schmecken.
Harriet schaute ab und an zu Mac. Bei dem letzten Gedanken musste sie innerlich herzlich auflachen.
Nachdem fasst alle Schüsseln geleert waren, hieß es für den todmüden A.J. ab ins Bett.
Mac wollte ihm noch eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen, doch Bud sagte: „Ich denke ihr Zwei musst ein bisschen Tratschen, da würde ich nur stören. Und du besuchst uns ja mal wieder, San Diego ist ja nicht so weit weg. London ist da noch ein paar Meilen weiter.“
A.J. verabschiedete sich mit einer herzlichen Umarmung von seiner Patentante, gab ihr noch ein Küsschen auf die Wange. „Schön das du da warst Tante Sarah.“
„Mach’s gut mein Großer. Ich habe dich ganz arg lieb.“, Mac fuhr mit der rechten Hand durch sein Haar.
Harriet und Bud standen ganz gerührt da. Bei dieser Szene wurde es wieder sichtbar, wie sehr Mac Kinder liebt.
Bud nahm seinen großen Sohn mit nach oben.
Nun waren Mac und Harriet alleine im Esszimmer. Harriet ergriff Macs Hand und zog sie mit ins Wohnzimmer.
„Bud hat mir versprochen den Tisch abzuräumen und das Geschirr in die Spülmaschine zu stellen. Und eins kann ich dir sagen, einen Mann aufzuhalten, wenn er etwas im Haushalt machen will, wäre ein großer Fehler. Deshalb nimm einfach Platz.“
„Ein schlechtes Gefühl habe ich schon, wenn Bud alles machen muss.“
„Quatsch mit Soße. Setz dich endlich auf deine vier Buchstaben. Jetzt erzähl mal. Gestern noch himmelhochjauchzend und heute zu todesbetrübt. Was ist am vergangenen Abend noch passiert?“
„Ach, Harriet, wo soll ich da anfangen.“, fragte Mac mit einem tieftraurigen Ton.
„Na, vielleicht fängst du einfach beim Anfang an.“, Harriet wollte Sarah MacKenzie etwas aufmuntern. Sie konnte ihre Freundin nicht so traurig dasitzen sehen.


„Gut, dann werde ich mal beginnen. Könnte ich vielleicht noch ein Glas Wasser bekommen. Ich bekomme schon wieder einen trockenen Mund.“, Mac saß da wie ein Häufchen Elend.
Harriet reicht ihrer Freundin ein Glas kühles Wasser. Diese nahm es dankend an.
„Du möchtest wirklich alles Wissen?“, Mac fuhr fort, da Harriet kopfnickend ihr gegenüber saß.
„Vor zwei Tagen haben wir ja unsere Versetzungen erhalten. Es war für mich wie ein Faustschlag direkt ins Gesicht. Harm und ich getrennt. Kannst du dir vorstellen, wie es mir erging bei diesem Gedanken?“, Sarah blickte ihre Freundin an. Doch bevor Harriet irgendetwas sagen konnte, erzählte Mac weiter. „Nach Feierabend hat mich Harm zu Hause besucht. Wir haben nur über ganz belangloses geredet. Captain Rabb hat mich doch gefragt, warum ich Vukovic nicht mit nach San Diego nehmen will. Hat Bud dir schon etwas über diesen kleinen Schnösel erzählt.“ Harriet saß mit aufgerissenen Augen da und konnte nur noch nicken. „Ein richtiger Kotzbrocken. Diesen Typ könnte ich so wie eine Brezel schlingen, damit er sich nicht mehr bewegen kann. Naja, nach dem wir dieses Thema geklärt hatten. Machte sich Harm auch schon wieder aus dem Staub.“ Mac griff zu ihrem Wasserglas und nahm einen großen Schluck. „Aber weiter im Text. Nachdem ich einige Zeit in der Wohnung auf und ab getigert bin, habe ich mich dann noch auf den Weg zu Harms Apartment gemacht. Mein Sailor war gerade dabei seine Kartons zupacken. Wir haben dann auch gleich mit dem alles entscheidenden Thema begonnen. Er fragte mich, was ich von einem Mann erwarte. Ich konnte mich natürlich nicht zurück halten. Habe ihm sagen müssen, dass für eine Frau nur eines wichtig ist. Ein Mann muss der Frau doch sagen, dass sie wichtig für ihn ist. Harm meinte ich wüsste doch, was ich ihm bedeute. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich keine Gedankenleserin sein möchte. Ich möchte hören und fühlen, was ich für ihn bin. Nicht nur die Arbeitskollegin zu sein. Nein, es soll doch mehr sein. Und nach neun langen Jahren hat er mir dann seine Liebe gestanden. Doch leider sind uns dann gleich wieder die Versetzungen in den Sinn gekommen. Die unausweichliche Frage mussten wir uns aber dann stellen. Wo werden wir dienen? Was heißt wir. Es war von vorneherein klar, dass einer den Dienst quittieren muss. Aber für uns beide ist unser Job doch das ein und alles. Stell dir vor, Harm nicht mehr JAG-Anwalt. Nicht auszudenken. Für mich ist es aber auch schwer. Die erste Zeit in London wäre ich ohne Job gewesen. Durch meine Krankheit kann ich nur schwer ein eigenes Kind bekommen. Und allein der Gedanke, ich als Hausfrau. Nein, das kann nicht gut gehen. Dieses habe ich dann gestern Harm noch gesagt. Harriet, glaub mir, es fiel mir nicht leicht. Heute nacht habe ich viele Tränen vergossen, aber ich bin immer zur gleichen Entscheidung gekommen. Lass Harm nach London ziehen. Er soll dort eine Frau finden und eine Familie gründen. Das ist für uns beide das Beste.“ Wieder trank Mac ein Schluck aus ihrem Wasserglas, dass sie die ganze Zeit krampfhaft in ihren Händen hielt.
Harriet atmete erst einmal tief durch. Dann schaute sie Mac in die Augen, diese waren glasig. Harriet wunderte sich, dass keine Tränen geflossen sind.


Liebe Grüsse Petra

Kalorien sind kleine Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen.

 
Petra
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RE: Wenn schon nicht ... von S MacRabb

#2 von Petra , 19.05.2007 18:36

„Mac, kannst du wirklich ohne Harm arbeiten? Ihr seid ein so wunderbares Team, nicht nur beruflich nein, sonder auch Privat. Harm würde alles für dich tun. Weißt du noch, wie es war, als er für dich seinen Dienst quittierte. Er ist nach Paraguay geflogen um dich aus den Händen von Sadik zu befreien. Das macht man ja nicht nur so aus Spaß. Da muss doch mehr dahinter stecken. Du weißt selber, dass Harm in diesen Dingen etwas zögerlich ist. Ein richtig schüchterner Junge. Da hätte bei dir ja ein Licht aufgehen sollen. Entschuldigung für meine Worte, aber das hat nun mal gesagt werden müssen.“, Harriet rutschte zu ihr hinüber, nahm Macs Hände in die ihrigen.
„Aber Harriet, er hätte nur einmal seinen Gefühlen freien Lauf lassen sollen. Selbst Clayton Webb hat mir seine Liebe gezeigt. Du musst zugeben, dem kleine 007-Verschnitt hat es niemand zu getraut.“, bei dem Gedanken Webb als James Bond musste Mac grinsen. „Warum hat es dann Harm nicht geschafft. Er hat immer nur reagiert, wenn er sah, dass ihm die Felle davon schwammen. Davor hat er nie gehandelt.“
„Mac, du hast sicher Recht. Harm reagiert immer nur, aber bist du vielleicht nicht auch ein bisschen Schuld an dieser Situation? Wenn er einen Schritt auf dich zugemacht hat, hast du ihn abgewehrt und hast dich in dein Schneckenhaus verkrochen. Du warst immer der harte Marine. War er höflich, hätten deine Blicke ihn fast getötet. Hast du jemals seine Hilfe angenommen? Gut, in Paraguay blieb dir nichts anderes übrig. Aber hättest du die Kraft gehabt, hättest du ihn wieder weggestoßen. Wie vorher schon gesagt, in Paraguay hat er eigentlich den Liebesbeweis erbracht. Doch du warst so auf diesen wirklich widerlichen 007-Typen fixiert. Ich kann es bis heute nicht verstehen, was du an Clayton Webb gut gefunden hast. Sein Aussehen kann es ja nicht gewesen sein. Sein Charakter war es sicher auch nicht. Wenn ein Mann eine Frau liebt, spielt er ihr nicht seinen Tod vor. War es dann nur wegen der einen Sache?“, Harriet wurde ein bisschen rot im Gesicht.
Mac konnte es aber nicht richtig einschätzen, ob es wegen dem Thema war oder weil Harriet ohne Punkt und Komma geredet hat.
„Also Harriet, du unterschätzt Clayton wirklich. Vielleicht ist er nicht gerade der beste Agent, den die Firma hat. Aber im Bett ist er ein richtig wilder Tiger.“ *na ja, kann ich mir zwar nicht vorstellen, aber das musste ich einfach schreiben. hihi*
„Wir wollen aber auch nicht über meinen Ex-Freund reden. Da ist jedes Wort zuviel. Über Harm brauchen wir jetzt auch nicht mehr reden. Er ist schon auf dem Weg nach London.“ Bei diesen Worten fing Mac bitterlich an zu weinen.


„Oh Harriet, ich war vorher auf dem Flughafen. Ich ... ich musste ihn einfach noch einmal beobachten. Wie er am Kiosk einkaufte und sich noch einmal umdrehte. Er hat mich aber nicht gesehen.“ Mac schaute ihre langjährige Freundin an und fuhr fort. „Harriet, wie hättest du in meiner Situation reagiert? Ich kann doch nicht die Hausfrau spielen. Dafür bin ich nicht geschaffen. Fürs Kinderkriegen leider auch nicht.“
Harriet hielt immer noch die Hände von Mac. Sie löste nun ihre und wischte die Tränen aus Mac’s Gesicht.
„Hoffentlich werden eure Wege sich wieder kreuzen. Du wirst sonst noch zugrunde gehen.“, sprach Harriet und drehte den Kopf zur Wohnzimmertür. „Na, Bud hast du die Küche schon aufgeräumt?“
Bud stand kurz sprachlos da. „Harriet, wie machst du das? Ich bin ganz leise herangetreten und habe fast nicht geatmet.“
„Tja, das möchtest du gerne wissen. Aber ich sage dir immer; Du darfst alles essen, aber nicht alles wissen.“ Harriet grinste ihren Ehemann schelmisch an.
„Mac sag mir, was soll ich mit so einer Frau machen?“, fragte Bud die auf dem Sofa sitzende Mac.
Bei der Beantwortung dieser Frage stand Mac langsam auf. „Bud, lass diese Frau nie alleine und zeig ihr jeden Tag aufs Neue deine Liebe. Eine Frau möchte immer wieder hören, wie sehr sie von ihrem Mann geliebt und gebraucht wird.“
Nach einer kleinen Pause fuhr Mac fort: „Mach nicht die gleichen Fehler wie ein Navy-Pilot. Der hatte nie den Mut.“, mit einem Lächeln auf den Lippen fügte Mac noch hinzu „Aber du warst wenigsten schon so mutig und hast es Harriet gesagt, dass du sie über alles liebst. Und mit ihr für immer zusammenbleiben willst. Eure Liebe wurde auch mit vier wunderbaren Kindern gesegnet.“ Bei dem letzten Satz musste Mac sich zusammenreißen nicht los zu heulen.
„Ihr Lieben, jetzt muss ich mich leider von euch verabschieden. Ich werde jeden Tag an euch denken. Und glaubt ja nicht, dass ihr mich los seid. Ich werde euch besuchen komme.“
Um diese traurige Stimmung auf zu lockern meinte Bud: „Soll das eine Drohung werden? Du weißt, dass du immer ein gern gesehener Gast bist. Wir werden ja auf jeden Fall in Kontakt bleiben, sei es telefonisch, per Mail oder wirklich ein Besuch.“
Mac nahm Harriet in den Arm und drückte sie ganz fest. Das selbe machte sie auch noch mit Bud.
„Ich wünsche euch alles Gute. Werde mich melden sobald ich in San Diego bin.“
Mit diesen Worten verließ Mac die Roberts.

Nachdem Mac die Türe von außen geschlossen hatte. Standen sich Harriet und Bud sprachlos gegenüber. Harriet hatte Tränen in den Augen. Liebevoll nahm Bud seine Ehefrau in den Arm.
„Schatz, sei nicht traurig. Mac wird uns besuchen und vielleicht gibt es ja irgendwann eine Möglichkeit, dass Mac wieder einen Posten in Washington bekommt.“
„Ach Bud, du bist einfach süß. Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich liebe. Weißt du eigentlich könnte ich heulen wegen Mac und Harm. Die beiden Dickköpfe, da kann keiner nachgeben.“, bei dem Gedanken musste sie grinsen.
„Liebling, warum grinst du? Leidest du unter Stimmungsschwankungen. Bist du wieder schwanger?“
„Keine Panik Bud, du wirst nicht schon wieder Vater. Ich habe mir gerade nur vorgestellt, wie es wäre, wenn die beiden Dickschädel ein Kind bekommen würden. Ein Kind mit diesen Erbanlagen, oh, schon allein der Gedanke. Ein Doppel-Dickkopf!! Aber wenn dann das Aussehen von Mac vererbt wird. Tja, da muss sich die Welt auf etwas gefasst machen.“
Bud lachte auf. Sah seine Frau noch einmal an und gab ihr dann einen leidenschaftlichen Kuss.
„Komm Harriet ich hör unser Bett rufen. Außerdem ist die Nacht schnell vorüber.“
„Ich habe einen klugen Mann.“, antwortete Harriet lächelnd.
Bud löschte das Licht im Erdgeschoss und ging Händchenhalten mit seiner Frau nach oben.


Macs Apartment
Georgetown, Washington D.C.

Nun war Mac ganz alleine. Dieses Gefühl hatte sie schon lange nicht mehr. Früher bestand immer noch die Möglichkeit kurz bei Harm vorbeizuschauen oder einfach mal anzurufen.
Doch jetzt!!!
Mac setzte sich auf ihren Sofa. Ihre Hand streichelte sanft über den Sofastoff. Hier saß vor einigen Tagen noch ihr Sailor. Jetzt verkrampfte sich die Hand in dem Stoff.

Mac wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Danach stand sie auf und ging ins Badezimmer. Dort ließ sie heißes Wasser in die Badewanne.
Nachdem sie den Badezusatz hinzugegeben hatte, zog sie sich aus und stieg in die Wanne ein.
Als sie so darin lag, musste sie an die Szene in Paraguay denken.

Das Badewasser war nun kalt. Sarah erhob sich aus dem Wasser und zog den Bademantel über. Langsam ging sie in Richtung Küche um sich etwas zum Trinken zu holen. Beim Checken ihrer inneren Uhr merkte sie, dass es schon 1:00 Uhr war.
Sie schwankte hin und her. Mac setzte sich an ihren PC, gerade wollte sie den Computer anschalten. Als im Hintergrund der Radiosender von Roxette das Lied ’It must have been love’ spielte.

Mac fing nun an laut mitzusingen.
„... It must have been love, but it's over now,
it was all that I wanted, now I’m living without.
It must have been love, but it's over now,
it’s where the water flows, it’s where the wind blows.”
Als die letzten Worte verklungen waren, konnte sie sich nicht mehr halten und fing hemmungslos an zu heulen. Mac stand nun auf und wollte nur noch ins Bett.


London Docklands Premier Travel Inn
Im Hotelzimmer von Harm
E16 1SL London
*1. Tag im „neuen“ Leben von Harm*[/

Am Flughafen wurde er von einem Petty Officer namens Jonathan Ceb abgeholt. Und direkt in seine neue Unterkunft gebracht.
Jetzt stand er in seinem neuen Zuhause auf Zeit.
Ein schönes Zimmer in einem grünen Pastellton gestrichen. Rechts neben der Tür war die Garderobe und dann kam schon die Tür zum Badezimmer. Im Anschluss an die Tür kam schon der TV-Tisch und ein Eckschreibtisch. Eine große Fensterfront hellte den Raum auf. Harm ging gleich zum Fenster und schaute direkt auf die Docks.
Harm schaute auf seine Uhr. Diese zeigte noch die Ortszeit von Washington D.C. an. In Washington D.C. war es gerade 05:30 Uhr. Also stellte er seine Uhr auf Ortszeit London.
Was sollte er mit dem angebrochenen Tag machen? Heute am Freitag hatte er noch frei und morgen würde Petty Officer Ceb ihm sein neues Büro zeigen.
Seiner Mutter konnte er jetzt noch nicht anrufen. Er würde sie aus ihrer Tiefschlafphase wecken.
Bei diesem Gedanken musste Harm ein bisschen grinsen.

Er ging nun in das Badezimmer um zu duschen. Als er das Badezimmer betrat war er sprachlos. Das Bad war riesig. Es war mit blauen Mosaiksteinchen gefliest. Eine Eckbadewanne war der Blickfang.

Während er an seinen Patensohn dachte drehte er den Wasserhahn auf. Lief dann aus dem Badezimmer um seinen Koffer zu öffnen.
Mit der Badetasche bewaffnet ging es zurück ins Bad. Beim öffnen der Tasche fiel die gelbe Ente raus.
Harm zog sich jetzt langsam aus. Die Badewanne war nun auch schon fast voll, deshalb schloss er den Hahnen. Mit der Quietscheente in der Hand stieg Harm ins Wasser.
Es war richtig schön angenehm. Er ließ die Ente ein bisschen schwimmen. Langsam kam die Müdigkeit hoch. Harm döste ein bisschen vor sich hin. Er war in die Welt der Träume abgetaucht. *Vor ihm stand eine hübsche, junge Frau mit rehbraunen Augen. Sie lächelte ihn an. Er nahm sie in die Arme und drückte sie sanft an sich. Ein leidenschaftlicher Kuss folgte. Sie lösten sich und die Frau sagte: ‚Lass mich nicht alleine Harm. Wir gehören doch zusammen.’* Harm wurde es plötzlich ziemlich kalt. Er erwachte wieder. Das Badewasser war kalt geworden. Harm stieg aus Wasser, nahm das Badetuch und wickelte sich ein.

Harm zog sich nun an. Er wollte sich London ein bisschen an schauen.
Aus seiner Tasche zog er den Stadtplan, den er am Flughafen in Washington noch gekauft hatte.
Von seinem Hotel aus waren es ungefähr 5 Kilometer zu seinem Büro in ‚Legal London’, in diesem Teil von London sind wichtige juristische Gebäude, wie z.B. der Central Criminal Court (Strafgericht) und der Royal Court of Justice.
Harm überlegte, ob er mit den öffentlichen Verkehrsmittel ins ‚Legal London’ fahren sollte oder einfach laufen.
Er ging zu erst mal an die Rezeption und fragte nach einem guten Restaurant auf dem Weg zum JAG-HQ. Die freundliche Hotelangestellte nannte ihm ein paar Lokalitäten. Harm bedankte sich für diese Informationen und schenkte der jungen, sehr attraktiven Frau sein bekanntes Flyboy-Grinsen.

Harm war richtig angetan von London. Die Architektur hier in Europa ist doch eine ganz andere.
Er stand gerade vor dem Royal Court of Justice. Das Gebäude wurde im neugotischen Stil errichtet.
Rabb schaute sich den Aushang an. Es gab heute noch eine öffentliche Gerichtsverhandlung. Diese wollte er sich nicht entgehen lassen. Wollte er doch die Richter und Anwälte in der traditionellen Kleidung sehen. Er kannte diese ja nur aus Fernsehberichten. Für ihnen ist es unvorstellbar, in Robe und Perücke aufzutreten.

Da die Gerichtsverhandlung erst um 15 Uhr Ortszeit beginnen würde, hatte er noch Zeit etwas zu essen.


London Docklands Premier Travel Inn
Im Hotelzimmer von Harm
E16 1SL London
18 Uhr (GMT)

Harm war nun wieder in seinem Hotelzimmer angekommen. Die Verhandlung war nicht gerade der Hit. Als Anwalt war er ein bisschen von der Verteidigung enttäuscht. Aber das ganze Drumherum war einfach klasse.

Jetzt wollte Harm nur noch kurz mit seiner Mutter telefonieren.

Vor dem Telefonat mit seiner Mutter hatte Harm ein bisschen Angst. Hatte er doch Trish und Frank nicht mitgeteilt, dass er jetzt als Captain in London dienen wird.

Er nahm den Telefonhörer und wählte die Nummer seiner Mutter.

„Ja“
„Hey Mom, hier ist dein Lieblingssohn.“
„Wer?? Lieblingssohn? Naja, ein Lieblingssohn meldet sich etwas öfters. Schön Harmon das du dich auch mal wieder nach deiner alten Mutter erkundigst. Wie geht es dir, mein Sohn.“
„Tja, wie soll ich das sagen. Mir ging es sicher schon mal besser. Ich sitze hier ganz alleine in einem Hotelzimmer in London.“
Trish unterbrach ihren Sohn: „Wie du bist in London? Was machst du da?“
„Lass mich doch mal ausreden Mom. Ich bin versetzt worden. Du sprichst jetzt mit dem JAG Europe. Ach ja, eine Beförderung zum Captain war auch noch drin.“, Harm konnte sich gut vorstellen wie Trish nun da stand. „Mom, Mom. Sag doch etwas. Bist du etwa sprachlos?“
„Sprachlos bin ich und ein wenig enttäuscht, dass du uns nicht noch einmal besucht hast.“, sie antwortete mit zitternder Stimme. Einerseits war sie ja stolz auf ihren Sohn, aber andererseits hätte sie sich wirklich von Herzen ein Treffen gewünscht.
„Oh Mom, das ging alles so schnell.“, Harm überlegte kurz ob er die Sache mit Mac erwähnen sollte. Doch diesen Gedanken verwarf er sofort. Das hätte seine Mutter heute nicht verkraftet.
„Wie geht es eigentlich ’deinem’ Marine?“, wollte Trish wissen.
„Ich denke gut. Mac wurde nach San Diego versetzt. Vielleicht kannst du dich ja bei ihr melden?“, meinte Harm.
„Ist das jetzt ein Befehl, Captain Rabb?“
„Befehl würde ich nicht sagen, aber Mac würde sich sicher über einen Anruf freuen.“
„Sicher werde ich Kontakt mit Sarah aufnehmen. Ich muss dir ehrlich sagen, ich kann es bis heute noch nicht verstehen, dass du diese Frau nicht zu deiner Ehefrau gemacht hast. Aber ich bin mir sicher, dass sie hier in San Diego eine netten, nicht so schüchternen Mann kennen lernen wird.“
„Mom, ich möchte mit dir zum jetzigen Zeitpunkt nicht über dieses Thema reden. Ich bitte dich nur, dass du ein Auge auf Mac wirfst. Nun werde ich noch ein leichtes Abendessen zu mir nehmen und dann ins Bett gehen. Morgen sollte ich ausgeruht sein. Sag einen Gruß an Frank. Mom, ich drück dich. Schönen Tag noch.“, mit diesen Worten verabschiedete Harm sich.
„Tschüß mein Sohn.“, Trish merkte den Stimmungswandel bei ihrem Sohn.
Harm legte den Hörer auf.


Haus der Burnetts
La Jolla
10:30 Uhr (PST)

Trish stand noch mit dem Hörer in der Hand da, als Frank in das Wohnzimmer eintrat.
„Schatz, ist irgendetwas besonderes mit dem Telefonhörer?“
„Frank, das war gerade Harm. Er ist nach London versetzt worden. Unser Sohn ist jetzt Captain. Harmon Rabb jr. ist der JAG in Europa.“, Trish schaute ihren Ehemann an.
„Trish, ich wusste schon immer, dass dein Sohn Karriere macht.“, Frank sah Trish in die Augen, dort sammelten sich schon die ersten Tränen.
„Was heißt hier ’dein’ Sohn? Es ist unser Sohn. Ich sehe es doch immer in deinen Augen, wenn du über Harm sprichst. Ein gewisser Stolz ist da zu sehen.“, jetzt konnte Harm’s Mom die Tränen nicht mehr zurückhalten.
„Warum weinst du mein Goldstück?“, Frank legte seine Arm um Trish’s Schulter.
„Oh, das sind Freudentränen.“, antwortete Frank’s Ehefrau.
„Wie sieht es mit Harm’s Freundin aus? Das war doch Sarah MacKenzie, oder?“, wollte Frank wissen.
„Naja, wenn du Freundin im Sinne, ’der kann ich alles erzählen’, meinst, dann kann ich nur sagen; Mein Sohn möchte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu diesem Thema äußern. Wie ich meinen Sohn kenne hat es da mal wieder einen kleinen Zwist gegeben.“, Trish sah ihren Mann verzweifelt an. „Frank, was sollen wir da nur machen?“
„Meinst du nicht, dass Harm alt genug ist um mit diesem Problem klar zu kommen?“, fragend schaute Frank sie an.
„Du hast nicht mit Harm telefoniert. Er hat sich richtig verzweifelt angehört. Das ist doch sehr komisch, oder? Ich glaube, da müssen wir etwas unternehmen. Was meinst du dazu?“ Sie sah flehend ihren Ehemann an.
„Wenn du mich so anschaust Trish, kann ich nicht nein sagen. Was hast du dir überlegt?“
„Harm meint, ich soll bei Sarah anrufen. Vielleicht sollten wir sie einfach vom Flughafen abholen?“
„Weißt du wann sie landet?“, fragend sah Frank zu Trish.
„Nein.“
„Möchte Sarah uns überhaupt sehen?“
„Woher soll ich das den wissen? Und außerdem wäre ich froh, wenn ich in einer fremden Stadt ein bekanntes Gesicht sehe.“
„Trish, wie bekommen wir die Ankunftszeit von Mac raus?“
„Ganz einfach mein Bester. Wir rufen bei Harriet an. Die weiß doch Alles. Vielleicht kann die mir auch erzählen, was da vorgefallen ist.“, bei diesen Worten nahm Trish ihr persönliches Telefonbuch zur Hand.
Nach kurzem suchen hörte Frank wie seine Frau die Telefontasten drückte.

„Hallo Harriet, hier ist Trish Burnett, die Mutter von Harm.“
„...“
„Ja, mein Lieblingssohn hat sich heute auch mal gemeldet. Das muss ich gleich im Kalender Rotmarkieren.“, sagte sie mit einem Lächeln zu Harriet. „So etwas kommt sehr selten vor, eigentlich nur an unseren Geburtstagen.“
„....“
„Oh, wirklich. Über dieses Thema hat er sich natürlich wieder ausgeschwiegen. Wie immer halt. So sind die Männer. Deshalb rufe ich auch an. Harm hat erzählt, dass Mac nach San Diego versetzt wird. Er bat mich ein bisschen auf Sarah acht zugeben. Wir würden sie gerne vom Flughafen abholen.
Leider weiß ich nicht wann die Maschine landet. Hat Mac etwas gesagt, wann ihr Flieger in Washington startet.“
„...“
„Bud fährt sie um 15 Uhr an den Flughafen. Dann landet sie sicher um ca. 20:00 Uhr San Diego Ortszeit. Aber ich schau nachher noch im Internet nach.“
„...“
„Ach Harriet, dass wäre wirklich nett von dir. Es muss natürlich niemand vom Stützpunkt am Flughafen warten. Mac soll das Wochenende bei uns verbringen.“
„...“
„Ja, das hoffe ich auch.“
„...“
„Danke, dass wünsche ich dir auch. Hoffentlich sehen wir uns bald mal wieder. Einen schönen Tag wünsche ich dir und deiner Familie. Bye“
Trish legte den Hörer auf.

„Frank, Frank“, Trish bekam keine Antwort. „Wo steckst du schon wieder?“
Sie lief in die Küche, dort war ihr Gatte nicht. Dann lief sie zur Terrasse.
„Natürlich, das habe ich mir gedacht.“, mit einem Grinsen ging sie auf ihren Mann zu. Gab ihm einen Kuss auf die Wange.
„Heute hast du mal einen freien Tag und was machst du? Du arbeitest im Garten. Das kann doch ein Landschaftsgärtner machen.“
„Ach Trish, du weißt doch, ich pflege meine Rosen doch lieber selber.“
„Frank, wir müssen jetzt alles vorbereiten. Mac kommt heute schon in San Diego an. Bud fährt sie um 15 Uhr an den Dulles International. Könntest du bitte im Internet noch schauen, wann sie ungefähr auf dem International in Diego landet. Ich werde in der Zwischenzeit das Gästezimmer richten. Heute Abend werden wir mit Sarah die City von San Diego unsicher machen.“, Trish lächelte ihren Ehemann an.
Dieser schüttelte nur den Kopf. Machte sich aber auf den Weg ins Haus. Er wollte ja schließlich keinen Ärger mit seiner Liebsten.


Zur gleichen Zeit
bei Mattie im Krankenhaus
*Letzter Tag im „alten“ Leben von Mac*

„Guten Tag Mattie, na, wie geht es dir?“, Mac setzte sich vorsichtig auf das Bett und nahm sie in den Arm.
„Tag Mac. Schön dich zu sehen. Ich muss ehrlich sagen, mit dir hätte ich als letztes gerechnet.“
„Warum? Du denkst doch wohl nicht, dass ich dich vergessen habe.“, fragend schaute Mac Harm’s Ziehtochter an.
„Na ja, du hast mich noch nicht ein einziges Mal besucht. Und jetzt zieht es dich nach San Diego!“, Mattie schaute Sarah tief in die Augen.
Mac musste wohl da ein kleines Missverständnis aufklären: „Also Mattie, vielleicht sollte ich dir sagen, dass ich dich gerne besucht hätte. Doch Harm wollte das irgendwie nicht. Ich habe mich angeboten nachts bei dir zu sein, dass Harm sich einmal richtig ausruhen hätte können. Doch das durfte ich nicht. Lieber hat der große Harmon Rabb jr. im Büro geschlafen. Ich kann nur sagen er hatte Glück, dass immer nur ich ihn beim Schlafen erwischt habe.“, nun senkte Mac den Kopf. „Du fragst dich, warum ich dann nicht alleine gekommen bin. So lange du im Koma gelegen bist, konnte ich nicht kommen. Als du dann aufgewacht bist, war Harm immer da.“
„Mac, das ist jetzt auch nicht mehr schlimm. Jetzt bist du ja da. Darüber freu ich mich riesig.“
„Dann wird dich hoffentlich auch mein kleines Abschiedsgeschenk freuen.“
Mattie ließ Mac nicht ausreden: „Du gehst nach London!! Und ich bekomm von dir auch noch einen Gutschein für einen Flug nach London.“
„Na ja, ganz so ist es nicht. Aber mit Flug liegst du schon ganz richtig.“, Mac überreichte Mattie einen Umschlag.
Mattie starrte den Umschlag an.
„Ähm, Mattie, du darfst den Briefumschlag auch öffnen.“, sie schaute Mattie verwundert an.
„Oh Mac, ich habe auch einen Gutschein von Harm bekommen. Mir wäre es aber lieber, ich hätte nur einen Gutschein ohne Rückflug von euch beiden geschenkt bekommen. Mac, warum klappt das nicht mit euch beiden?“, Mattie schaute zu Sarah, drehte sich aber schnell wieder weg. Da nämlich die ersten Tränen schon die Wange runterkullerten.
„Tja, wenn ich wüsste, wie wir zusammen kommen können ohne größere Probleme. Dann würde ich nicht hier sitzen.“
„Kann das so schwer sein! Ihr liebt euch doch. Warum macht ihr alles immer so kompliziert? Das Leben kann so einfach sein.“
„Für alle anderen, nur nicht für Captain Harmon Rabb jr. und Colonel Sarah MacKenzie. Mattie, glaube mir, in den letzten beiden Nächten habe ich so viel geheult, dass hätte meine Badewanne gefüllt. Auch hat mich die Frage nach dem Warum fast zum Wahnsinn gebracht. Doch Mattie, sag mal ganz ehrlich. Könntest du dir vorstellen, dass ich Hausmütterchen spiele? Stell dir vor, ich koche für Harm immer das Essen.“
„Mac, das kann ich mir in meinen kühnsten Träumen wirklich nicht denken.“, mit einem Lächeln auf den Lippen meinte sie dann noch „Harm würde vermutlich jede Woche einmal mit einer Lebensmittelvergiftung in einem Londoner Krankenhaus liegen. Ruckzuck hättest du die britische Polizei bei dir. Die Staatsanwaltschaft würde dich voraussichtlich wegen versuchten Mordes anklagen.“
Bei diesem Gedanke musste Mac laut loslachen.
„Mattie, vielleicht ist es gut so. Ich kann höchstwahrscheinlich keine Kinder bekommen. Harm wünscht sich nichts mehr als ein eigenes Kind.“, erst jetzt merkte Mac was sie gesagt hat.
„Oh, Mattie, so habe ich das nicht gemeint. Du bist für Harm wie eine eigene Tochter.“
„Mac, ich weiß, dass sich Harm Kinder wünscht. Aber er wünscht sich nur mit dir die Kinder. Bin mir auch sicher, dass es nicht seine eigenen sein müssen. Hauptsache er ist mit dir zusammen. Ich weiß es, glaub mir. Wir haben mal in seiner Küche zusammen gesessen und da hat er mir gesagt, dass er dich liebt. Was ich nicht begreif, dass dieser Trottel dir gegenüber nicht den Mund aufbekommt. Das ist wirklich zum Mäuse melken.“
„Bitte. Er hat mit dir über mich geredet!“, fragend schaute Mac Mattie an.
„Natürlich, warum auch nicht. Jen und ich haben auch oft über euch beide geredet. Mac, dein und Harm’s Glück liegt uns allen am Herzen.“, Mattie blickte in Mac’s verdutztes Gesicht.
„Darf ich dich noch etwas fragen?“
„Aber klar, was möchtest du wissen Mattie?“

„Du hast vorher gesagt, dass du höchstwahrscheinlich keine Kinder bekommen kannst. Woher weißt du das so genau. Hast du mit Harm schon heimlich geübt und es hat nicht geklappt?“, Mattie grinste Mac schelmisch an.
Da musste selbst Mac ein bisschen lächeln. Aber gleich wurde sie wieder ernst.
„Nein Mattie, Harm und ich haben noch nicht geübt. Vielleicht hätten wir das ja mal tun sollen. Es gab schon die ein oder andere Möglichkeit. Aber wir sind immer anständig geblieben. Ein wenig kuscheln war angesagt, mehr auch nicht.“, Mac checkte ihre innere Uhr. „Gut, ich habe noch ein bisschen Zeit. Ich hatte vor einigen Monaten einen Eingriff. Vielleicht kannst du dich noch daran erinnern, dass ich öfters ziemliche Rückenbeschwerden hatte. Ich bin davon ausgegangen, dass diese Schmerzen von meiner Verletzung im Kampf mit Sadik kommen. Doch leider ist das nicht so.“
Instinktiv nahm Mattie die Hand von Mac, da sie schlimmes ahnte.
Sarah nahm dieses Angebot dankend an. Sie drückte die Hand von Mattie ziemlich fest.
„Meine Ärztin teilte mir nach einem kleinen operativen Eingriff mit, dass ich Endometriose habe.“
Mattie schaute Mac an und meinte: „Kannst du das auch für nicht medizinisches Personal erklären?“
„Ja, natürlich. Also Endometriose ist eine Erkrankung, an der ca. 10 % aller Frauen zwischen der Pubertät und den Wechseljahren daran erkranken. Es ist eine gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut. Im Übrigen ist es keine Krankheit, die es erst seit kurzem gibt. Auch schon auf alten ägyptischen Schriftrollen wird diese Krankheit beschrieben.“
„Mac, das ist ja nicht gerade aufbauend.“, meinte eine sichtlich geknickte Mattie.
„Meine Ärztin gibt mir nur eine vierprozentige Chance schwanger zu werden.“
Mattie nahm Mac in den Arm, sie fuhr mit der Hand den Rücken rauf und runter.
„Mac hast du das den Harm erzählt?“
„Er war der erste, der von dieser Krankheit erfahren hat. Am Tag der Abschiedsfeier vom Admiral Chegwidden fand der Eingriff statt. Ich bin ein bisschen zu spät zur Feier gekommen. Ich sah glaub ziemlich fertig aus. Harm hat sich rührend um mich gekümmert. Er hat zigmal gefragt wie es mir geht. Zum Schluss musste ich ihm alles erzählen.“, bei dem Gedanken an diesen Abend schossen dem sonst ganz coolen Marine, wie in den letzten Tagen sehr häufig, die Tränen in die Augen.
„Und was hat mein Vormund gesagt?“, fragend sah Mattie Mac an. Und in Gedanken <Der wird doch wohl nichts Falsches gesagt haben.> Sie wartet gespannt auf die Antwort.
„Oh, Harm ist ein einfühlsamer Mann.“, Mac musste schmunzeln beim Gedanken an den Ex-Piloten. „Er hat mich getröstet. Er weiß doch zu gut, dass ich mir nichts sehnlicher wünsche als ein Kind zu bekommen. Die Frau, die mit Harm zusammen sein wird, kann sich glücklich schätzen.“ Mac setzte noch in Gedanken dazu <Leider werde ich es nicht sein.>
„Hast du da nicht noch einen kleinen Zusatz in deinem Satz vergessen.“, Mattie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Was meinst du?“
„Na ja, du sagtest doch ’Er weiß doch zu gut, dass ich mir nichts sehnlicher wünsche als ein Kind zu bekommen.’ Da fehlt doch die Anmerkung ’mit ihm’, oder etwa nicht?“, Mattie wollte schon wieder zu einem Grinsen ansetzen, doch dazu kam sie nicht. Der Ellenbogen von Mac versetzte ihr einen leichten Stoss. Dies hatte zur Folge, dass ihr kurz die Luft wegblieb.
„Mattie, du dürftest nicht meine Tochter sein. Manchmal bist du wirklich etwas vorlaut.“, Mac sagte dies mit einem breiten Grinsen.
„Oh Mac, warum haben wir uns nicht öfters mal zusammengesetzt und einfach so geredet?“, Mattie merkte wie sehr ihr dieses Treffen gut tat.
„Dann komm schnell auf die Beine und besuch mich in San Diego.“
„Nach meiner Reha werde ich dich mit Sicherheit besuchen. Kommt Chloe auch?“
„Wenn du das willst werde ich sie zur gleichen Zeit einladen.“
„Natürlich möchte ich mit Chloe zusammen bei dir sein.“, ein spitzbübisches Grinsen machte sich auf dem Gesicht von Mattie breit.
„Oh nein. Ich kann mir schon denken über was wir dann die ganze Zeit reden werden. Mattie versteh doch, es ist besser für Harm, wenn wir nicht zusammen sind.“
„Mac, darüber reden wir jetzt nicht.“
„Ja, ich glaube das ist besser so. Jetzt muss ich mich leider von dir verabschieden. Werde jetzt nach Falls Church fahren. Bud hat sich bereit erklärt mich zum Flughafen zu fahren.“
Mac nahm Mattie in den Arm und sagte: „Tschüß meine Große. Werde bald gesund. Ich freue mich auf deinen Besuch.“ Mac lösten sie sich aus der Umarmung, stand von dem Bett auf, ging zur Tür und winkte noch einmal Mattie zu.
„Bye Mac.“


Dulles International Airport
Washington D.C.,
15:45 Uhr (EST)

Mac parkte gerade ihr Auto auf den Flughafenparkplatz ein.
Auf dem Beifahrersitz saß Bud. Er konnte es schon gar nicht mehr erwarten endlich die Corvette von Mac zu fahren.
„Bud, du musst das Auto spätestens morgen Abend nach Norfolk bringen. Von dort wird die Corvette mit dem Transportflugzeug nach San Diego geflogen.“, Mac schaute Bud scharf an. „Pass bloß auf, dass meinem Baby nichts passiert. Sonst bekommst du richtig Ärger.“
Bud schaute auf den Boden: „Klar Colonel.“
„Oh Herr Roberts, wie oft soll ich es dir noch sagen. Wenn wir nicht im Dienst sind heißt es Mac oder Sarah.“
„Entschuldigung. Mac, natürlich pass ich auf dein Auto auf.“
Während dieser Unterhaltung wurde der Koffer aus dem Auto geholt.
Nun waren Beide auf dem Weg zum Check-In-Schalter von US Airways.
Mac reihte sich brav in die Warteschlange ein. Bud stand sehr betrübt neben ihr.
„Ach Bud, schau doch nicht so bedrückt, San Diego ist ja nicht so weit. Ihr müsst hier nur ins Flugzeug einsteigen. 5 Stunden und 15 Minuten später steigt ihr in Kalifornien aus dem Flieger.
„Mac, das JAG-Hauptquartier ist nicht mehr der selbe Arbeitsplatz wie noch vor 2 Tagen.“, in den Augen von Bud sammelten sich Tränen.
„Warum musste das alles so kommen? Hätte nicht Harm der neue JAG werden können? Hättest du nicht Richterin werden können? Und …“, Bud hielt inne.
„Was und? Jetzt rede schon Bud.“, Mac wurde ein bisschen ungeduldig.
„Ach nichts.“, Bud drehte sich demonstrativ von Mac weg.
„Bud, wer A sagt, muss auch B sagen.“
„Gut, du wollest es ja nicht anders. Und außerdem warum heiratet ihr nicht?“
Mac stand sprachlos da.
Es verging einige Zeit bis sie ihre Gedanken wieder gesammelt hatte.
„Das geht dich überhaupt nichts an.“, sagte Mac trotzig.
„Klar, wir sind ja nur eure besten Freunde. Wir machen uns nur ein klein bisschen Sorgen.“, Bud’s Stimme wurde jetzt auch ein wenig gereizt.
„Ich muss jetzt zu Harriet. Wir müssen noch einkaufen gehen. Mac ich wünsche dir alles Gute für deine neue Aufgabe in San Diego. Melde dich bitte.“, die Stimme von Bud war nun wieder ganz normal.
„Auf wiedersehen Bud. Sag noch einmal ganz liebe Grüße an deine Familie.“
Nun war Mac auf sich alleine gestellt.


Um 17:45 Uhr durften die Fluggäste in die US Airways Maschine einsteigen.
Zehn Minuten später hatte das Flugzeug die Freigabe vom Tower.
Die Stewardessen erzählten das Übliche, doch Mac nahm das gar nicht wahr.
Sie hatte noch einen Fensterplatz bekommen. Von diesem Platz aus konnte sie die Tragflächen beobachten. <Ach wie wäre es, wenn neben mir Harm sitzen würde.>
Mac blickte traurig auf den Platz neben ihr.
Der Mann der dort saß, sah Mac mit großen blauen Augen an.
„Ma’am, ist ihnen nicht gut?“, fragte der Mann.
„Doch, mir geht es gut.“
„Fliegen sie zum ersten Mal? Oh, wie unhöflich, darf ich mich ihnen vorstellen. Mein Name ist Cameron Mac Cool. Ich bin ein United States Navy Commander.“
Mac musste lachen: „Nein, das ist nicht mein erster Flug.“
„Sie machten gerade so ein trauriges Gesicht. Das steht ihnen überhaupt nicht.“
Während der Unterhaltung rollte die Maschine auf das Rollfeld. Die Startphase begann nun.
<Das ist immer das schönste am Fliegen, wenn man beim Start in den Sitz gepresst wird.> Mac war mit ihren Gedanken weit weg.
Cameron Mac Cool sah dies und ließ seine Platznachbarin in Ruhe.
Wobei er gerne mit dieser attraktiven Frau ein Gespräch geführt hätte.

Nach 5 Stunden und 15 Minuten setzte die Maschine ziemlich hart auf.
Durch den Lautsprecher ertönte es „Hart, aber herzlich wollen wir sie hier in San Diego begrüßen. Wir wünschen ihnen einen schönen Aufenthalt hier in America's finest city.“

Das Flugzeug hatte nun seine Parkstellung erreicht. Cameron Mac Cool stand auf und gab Mac ihr Handgepäck.
Nach weiteren 20 Minuten, es war schon 20:30 hatte Mac ihr Gepäck zusammen. Sie hatte gar nicht mitbekommen, dass der Navy Commander immer noch neben ihr her lief.
Plötzlich wurde Mac von ihm angesprochen: „Vielleicht können wir uns ja mal am Imperial Beach Pier treffen. Dort gibt es eine gute Austern-Bar.“
Mac schaute den Commander an. „Lassen wir das Schicksal entscheiden. Wenn wir uns wieder sehen, werde ich mit ihnen zu dieser Bar gehen. Ansonsten war es sehr schön mit ihnen als Sitznachbar. Wünsche ihnen noch einen schönen Abend.“

Colonel Sarah MacKenzie hielt Ausschau nach einem Petty Officer. Doch leider war keiner in der Ankunftshalle. Das konnte doch nicht Wahrsein. Keine zehn Meter von ihr entfernt stand das Ehepaar Burnett.
Mac dachte so bei sich. <Was für ein Zufall!>
Da kam auch schon Trish auf Mac zu.
„Hallo Sarah. Ich darf dich doch so nennen. Bei unserem letzten Treffen haben wir uns ja auch das Du geeinigt.“, Trish nahm die verblüffte Mac in die Arme.
„Hallo Trish. Was macht ihr den hier?“
Trish konnte das Grinsen nicht unterdrücken: „Wir sind das Empfangskomitee hier in San Diego.“
Jetzt trat auch Frank hinzu: „Hallo Sarah.“
„Hallo Frank.“
Die allgemeine Begrüßungsrunde war nun beendet.
„Mac, wir haben uns gedacht, das Wochenende könntest du bei uns verbringen. Am Sonntagabend würde Frank dich dann an den Stützpunkt fahren.“
„Wer ist wir?“, Mac’ s Stimme hatte einen ziemlich scharfen Ton.
Harm’ s Mutter zuckte zusammen.
Frank sagte: „Wir beide dachten uns, es ist vielleicht schöner, wenn du dein erstes Wochenende hier in der fremden Stadt bei uns verbringen würdest. Keine Sorge, Harm hat mit dieser Aktion nichts zutun.“
Sarah’ s Gesichtszüge wurden wieder normal.
Trish dachte nur bei sich <Was hat mein Sohn schon wieder angestellt. Das wäre die ideale Schwiegertochter. Aber mein Sohn, dieser Trottel, denkt wahrscheinlich es könnte noch etwas Besseres kommen. Na warte Bursche, wenn du in deinem Urlaub hier herkommst, hast du nichts zu lachen.>
Frank und Mac waren schon mit dem Gepäck davon gelaufen.

Die Fahrt zum Haus der Burnett’s verlief ziemlich still. Da jeder der drei Personen mit den eigenen Gedanken beschäftigten war.


Haus der Burnett’s
La Jolla, CA
21:15 Uhr (PST)

Die Koffer von Mac waren nun im Gästezimmer verstaut.
Frank warte im Wohnzimmer bis Mac eintrat.
„Na, Marine, möchtest du noch einen kleinen Imbiss?“, fragte Harm’s Stiefvater. Eigentlich hätte er gar nicht fragen müssen, da Harm oft genug erzählt hatte, dass Sarah immer Hunger hat.
Lächelnd stand Mac vor ihm und meinte nur: „Frank, was soll die Frage? Marines haben immer Hunger.“
„Ok, dann koche ich noch kurz eine Kleinigkeit. Es muss ja nicht vegetarisch sein, oder?“
„Bloß nicht, ich habe Angst vor einem Vitaminschock.“
„Wo hat sich meine Frau den versteckt? Vielleicht kannst du mit Trish noch die gute Seeluft genießen. Du siehst nämlich ziemlich blass aus.“
„Gute Idee, Frank. Dann mach ich mich mal auf die Suche nach deiner Ehefrau. Bis nachher.“ Die Hand zum Abschied hebend ging Mac Richtung Terrasse.

Auf der Terrasse stand Trish mit dem Blick Richtung des Pazifischen Ozeans.
Sarah stellte sich neben Harm’s Mutter, tief einatmend schaute sie auf das Meer. <Das tut gut. Diese wohltuende Seeluft. Wie ich das vermisst habe. Das letzte Mal als ich in San Diego war, konnte ich es nicht richtig genießen. Da war doch der Schnösel von Vukovic dabei. Hat der Kleine nicht versucht mich an zu baggern, oder habe ich mir das nur eingebildet? Naja, ist ja auch egal. Ich werde jetzt erst mal dieses Wochenende mit Trish und Frank genießen.> Mac stand lächelnd da.
Trish beobachtete Sarah schon die ganze Zeit.
„An meinen Sohn kannst du sicher nicht denken.“
„Wie kommst du darauf, dass ich nicht an Harm denke?“, fragend schaute Mac Patricia an.
„Naja, du lächelst. Wenn du an Harmon jr. denken würdest, dann müsste sich deine Mine etwas verfinstern, oder? Warum, Mac? Warum ist mein Sohnemann ohne dich nach London?“
„Trish, können wir bitte an den Strand gehen? Ich möchte den Sand unter meine Füßen spüren.“, Mac schaute zu ihr rüber.
Harm’s Mom nickte kurz. Und schon waren sie auf dem Weg Richtung Strand.

„Du fragst nach dem Grund, warum wir nicht zusammen nach London sind.“, Sarah atmete noch einmal tief durch. „Es hätte bedeutet, dass ich meinen Job aufgeben hätte müssen. Dazu bin ich jetzt noch nicht bereit. Und außerdem kann ich dir keine Enkelkinder schenken. Du möchtest doch Großmutter werden. Ganz zuschweigen von Granny, die endlich Urgroßmutter werden will. Diesen Wunsch kann ich euch leider nicht erfüllen.“
Bei diesen Sätzen kam Trish auf sie zu und legte behutsam ihren Arm um die Schulter von Sarah.
„Ich weiß.“
Verblüfft schaute Mac in das Gesicht von Patricia.
„He, schau mich nicht so an, als ob ich das achte Weltwunder wäre.“ Jetzt war es an Trish mit dem erzählen.


„Mein Sohn mag ja nicht gerade der große Erzähler sein. Doch nach der Abschiedsfeier von Admiral Chegwidden hat er ganz aufgelöst bei mir angerufen. Er hat mir von deiner Krankheit berichtet und auch von eurem Baby-Deal. Das ist ja schon ein unmoralisches Angebot. Wer kam auf die Idee von diesem Baby-Deal? Nein, sag es bitte nicht. Harm hat nur Flausen im Kopf, der Junge wird nie erwachsen. Ihr zwei seid schon ein bisschen seltsam. Aber was soll es, ich mag euch trotzdem.“, ein Lächeln war im Gesicht von Trish zu sehen.
„Bitte, Harm spricht mit dir über diese Dinge?“, Mac stand kopfschüttelnd vor ihr. „Alles hätte ich von Captain Rabb erwartet. Nur nicht dieses.“
„Sarah, was erwartest du. Mit wem hätte er über diese Angelegenheiten reden sollen? Wäre es dir lieber gewesen, er wäre zu deinem alten CO Admiral Chegwidden gegangen?“
Beide Frauen liefen nun schweigend nebeneinander her.
Mac zog zwischenzeitlich ihre Schuhe aus.
<Oh, tut das gut diesen feinen Sand an den Füßen zu spüren. Ich freue mich richtig, wenn ich am Strand meine zehn Meilen joggen kann. Morgens die schönen Sonnenaufgänge zu bestaunen. Das war eine gute Entscheidung nach San Diego zu gehen.>

Nach endlosen Minuten des Schweigens begann Mac wieder das Gespräch.
„Nein, es ist schon in Ordnung, dass Harm mit dir gesprochen hat. Admiral Chegwidden wäre mir unangenehmer gewesen. Trish, versteh mich doch. Harm und ich hätten keine Zukunft. Deshalb habe ich deinen Sohn alleine nach London gehen lassen.“
Kopfschüttelnd stand Harm’s Mutter vor Sarah MacKenzie. „Wenn du mich so fragst, nein ich verstehe dich überhaupt nicht. Und da bin ich nicht die Einzige.“ [Tja, Trish, die Mädels im Forum verstehen Mac auch nicht. Aber ich versteh sie schon. *ggg*]
„Harm hat dir sicher von meinen Kochkünsten erzählt, oder? Warum frag ich eigentlich, er erzählt dir doch sowieso alles. Wie vorher schön erwähnt hätte ich meinen Job bei JAG aufgeben müssen. In London hätte ich am Anfang das Hausmütterchen spielen müssen.“ Mac schaute auf das Meer hinaus, wo in der Ferne ein Segelboot zusehen war. „Ich mag zwar eine gute Militäranwältin sein. Doch die Engländer warten nicht auf die unerfahrene Zivilanwältin Sarah MacKenzie. Und bis ich mir das alles angelesen hätte, wären Jahre ins Land gezogen. Weißt du Trish, ich bin seit neun Jahren bei JAG, es war harte Arbeit soweit zu kommen. Nun habe ich die Chance hier in San Diego erhalten. Ich konnte nicht anders. Ich möchte deinem Sohn auch nicht im Wege stehen. Er soll in London sich eine Frau suchen und mit ihr eine Familie gründen.“
„Hallo, spricht hier die Sarah MacKenzie?? Oder ist das jemand anders? Willst du mir weiß machen, dass du Harm mit einer anderen Frau glücklich erleben wirst? Kind, wie bist du drauf.“, Patricia Burnett stand geschockt vor Mac. „Vielleicht ist dir noch nicht die Möglichkeit in den Sinn gekommen, dass man Kinder adoptieren kann oder einfach mal eine In Vitro Fertilisation ins Auge fasst. Übrigens gibt es hier eine gute Klinik.“ [Und die Krankenkasse zahlt. ;-)]
„Trish, bitte lass die Belehrungen. Ich möchte mit dir nicht über dieses Thema und auch nicht mehr über deinen Sohn reden. Lass uns über erfreulichere Dinge sprechen.“
Ohne ein Wort zusagen drehten die Frauen um und liefen wieder Richtung Haus der Burnett.
„Weißt du auf was ich mich besonders freue?“, fragend schaute Mac Harm’s Mutter an.
„Vielleicht auf das Wetter. Es ist ja schon mal besser wie in Washington.“
Nickend und mit einem Lächeln auf den Lippen meinte Mac: „Ja, das Wetter ist ein Grund und dann der tolle Strand hier.“ Spontan nahm Mac Trish in den Arm.
Diese war etwas überrascht von dieser Geste von Sarah, da sie Mac als den harten Marine kannte.
„Danke Patricia, dass ich mein erstes Wochenende hier bei euch verbringen darf.“, sagte Mac.
Als sie so weiter liefen, machte sich Mac’s Magen mit einem lauten Knurren bemerkbar.
Trish konnte sich ein lautes Lachen nicht verkneifen. „Ich glaube wir sollten schleunigst meinen Ehemann aufsuchen.“
„Ja, das wäre keine schlechte Idee.“, meinte Mac.
Die Zwei legten nun einen schnelleren Schritt zu.


Liebe Grüsse Petra

Kalorien sind kleine Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen.

 
Petra
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RE: Wenn schon nicht ... von S MacRabb

#3 von Petra , 19.05.2007 18:37

In der Zwischenzeit
Haus der Burnett’s
La Jolla, CA

Frank hatte gerade die Tomatensoße auf den Herd gestellt, als das Telefon klingelte.
„Burnett“
„Hallo Frank, hier ist Harm.“
„Ähm, Junge bist du krank? Es ist ziemlich früh in London.“
„Tja, um genau zu sein haben wir 5:30 Uhr in der Früh.“
„Harm bist du zum Frühaufsteher geworden, oder rufst du eventuell wegen einer bestimmten Person an.“, Frank musste sich ein Lachen verkneifen.
„Um ehrlich zusein, wollte ich mich nach Mac erkundigen.“
„Das war mir natürlich klar. Nach dem hübschen Marine fragst du. Aber wie es deiner Mutter und mir ergeht interessiert dich mal wieder nicht die Bohne.“, Frank sprach mit einer beleidigten Stimme. „Aber ich kann es ja verstehen.“
„Nun, ist Mac gut angekommen? Lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen, Frank.“
„He, junger Mann, du redest mit einem älteren Herrn. Da kannst du nicht erwarten, dass er deine Gedanken lesen kann und gleich darauf los redet. Und außerdem....“
„Frank, jetzt komm endlich zur Sache.“, ungeduldig unterbrach Harm seinen Stiefvater.
„Die Jugend von heute. Also gut, bevor du mir noch einmal ins Wort fällst. Mac ist gut angekommen. Sie macht gerade mit deiner Mutter einen Spaziergang am Strand. Sie sieht etwas blass um die Nase aus, auch hat sie dunkle Augenränder. Von was das wohl kommt?? Kannst du mir da eine Antwort geben, Junge?“, Frank wollte seinen Stiefsohn etwas provozieren.
„Habe ich Medizin studiert?“, ärgerlich kam diese Frage aus Harm’s Mund.
„Naja, war ja nur mal so eine Frage.“
„Frank, willst du mich jetzt von der Seite anmachen?“
„Oh, das läge mir fern. Aber jetzt erzähl mal, was machst du eigentlich schon auf?“
„Heute ist Samstag und ich wollte mal ins Büro und mich ein bisschen eingewöhnen. Werde mich mit dem Gebäude vertraut machen und mein Büro einrichten.“
Frank musste schmunzeln: „Hast du dein Modell von der Stearman dabei? Von dieser Sarah kannst du dich nicht trennen, oder?“
„Von der anderen Sarah hätte ich mich auch nicht getrennt. Bin ich froh, dass das Modell nicht davon fliegen kann. Wahrscheinlich wäre die Stearman auch in den USA geblieben.“, mit einer ziemlich bedrückten Stimme antwortete Harm seinem Stiefvater. „Hat Mac nach mir gefragt?“
„Ähm, ....nein. Lass ihr etwas Zeit. Ich bin mir sicher in einigen Tagen könnt ihr wieder miteinander telefonieren und E-Mails schreiben. Gib Mac die Chance sich in San Diego einzugewöhnen. Vielleicht tut euch diese Auszeit gut in eurer Beziehung.“
„Welche Beziehung Frank. War das nicht ein deutliches Zeichen gegen eine Beziehung? Verstehe nur einer die Frauen.“
„Junge, das wird schon, da bin ich mir sicher. Möglicherweise war es einfach zu viel für Mac. Erst die Mitteilung von der Versetzung und dann gestehst du ihr nach zig von Jahren, dass du sie liebst.“
„Nach neun Jahren hatte ich endlich den Mut ihr meine Liebe zu bekennen. Schon komisch, oder? Wir sind durch dick und dünn gegangen. Wir hatten so viele Möglichkeiten uns die Liebe zu offenbaren, doch nie hatte einer die Courage.“, Harm wurde nachdenklich.
„Harm, ich bin ja auch nicht der große Frauenversteher, nur manchmal ist es besser Funkstille einzuhalten. Mach das bei Mac genauso. Und du wirst sehen, es renkt sich alles wieder ein.
„Vielleicht hast du ja recht. Sag mal schöne Grüße. Werde mal joggen gehen. Muss etwas für meine Figur tun.“ [Wegen mir nicht Harm, würde dich nicht von der Bettkante schupsen. Sorry GoGo *gg*]
„Ok, Harm. Wünsche dir einen guten Start. Mach’s gut.“
Somit legte Frank den Hörer auf die Gabel. [He, wenn jetzt noch einer sagt, dass Männer keine Quasselstrippen sind, dann verstehe ich die Welt nicht mehr. ;-))]

Frank widmete sich nun wieder seiner Tomatensoße. Danach mussten noch die Spaghetti gekocht werden und der Salat gemacht.
Nun war er mit Kochen fertig. Schaute auf die Uhr und stellte fest, dass die zwei Damen schon über eine Stunde am Strand waren.


Frank wollte gerade ins Wohnzimmer gehen, als die Frauen über die Terrasse liefen. Er kam den beiden entgegen. Umarmte seine Frau und gab ihr ein Kuss auf die Wange. <Den Gruß von ihrem Sohn werde ich ihr besser erst im Schlafzimmer ausrichten. Man muss Mac ja nicht gleich mit Harm’s Kontrollanruf schocken.>
„Na, habt ihr auch mal wieder den Weg nach Hause gefunden.“, lächelnd sah Frank von Trish zu Mac und dann wieder zu seiner Frau.
„Das Essen ist zubereitet. Wir können uns gleich an den Esstisch setzten.“
„Ich glaube der Marine-Magen wird es uns danken.“, schmunzelnd sah Patricia zu Mac hinüber.

Beim Essen wurde nicht viel gesprochen.
Nach dem der Marine-Hunger gestillt war, stand Mac auf und wollte den Tisch abräumen.
Doch Frank sagte nur: „Ihr zwei könnt euch ins Wohnzimmer verziehen. Ich mach das schon.“
„Das musst du aber nicht alleine machen, ich würde dir wirklich gerne helfen.“
„Mac, ich glaube dir ja. Aber lass mich doch etwas tun.“
„Wenn ihr nichts dagegen habt, würde ich gerne auf mein Zimmer gehen. Ich bin schon ziemlich lange auf den Beinen.“
„Klar, geh nur ins Bett. Ich wünsche dir eine gute Nacht.“, Trish sah Mac an und konnte in ihrem Gesicht sehen, dass es wirklich ein ziemlich anstrengender Tag für sie war.
„Gute Nacht, Mac.“, Frank hatte die Teller zusammen gestellt und ging Richtung Küche.
„Gute Nacht, ihr zwei. Danke für alles.“, Mac machte sich nun auf den Weg zu ihrem Zimmer.


Haus der Burnett’s (Küche)
La Jolla, CA
22:55 Uhr (PST)

Nachdem sich Mac von Frank und Trish verabschiedet hatte, machten die Beiden sich an das Aufräumen.
„Schatz, als ihr am Strand spazieren ward, hat ein Freund von Mac angerufen.“, Frank lachte innerlich auf. Das Gesicht von seiner Frau war auch wirklich zum Totlachen.
Trish stand mit weit aufgerissenen Augen und mit einer ziemlich tiefliegenden Kinnlade vor ihrem angetrauten Manne. „Wie?? Wiederhol das bitte noch mal. Ich habe mich sicher verhört, oder?? Ein Freund? Mein Sohn ist so ein Trottel. So eine Schwiegertochter bekomme ich nie wieder. Kannst du dich noch an die Tussie erinnern? Wenn ich an Die denke bekomme ich immer noch eine Gänsehaut. Die war gefühlskalt und...“, jetzt schaute Harm’s Mutter ihren Mann an. „Frank, warum lachst du? Ich finde das eher zum Heulen. Findest du Mac nicht nett?“
„Reneé war ihr Name, so viel Zeit muss sein. Diese Ex-Freundin von Harm wirst du wohl dein ganzes Leben nicht vergessen. Naja, ist ja auch egal. Auf jeden Fall soll ich dich auch von Mac’s Freund grüßen.“, Frank konnte sich jetzt nicht mehr zurück halten. Er fing lauthals an zu Lachen.
Und plötzlich wurde es heller in der Küche von den Burnett’s. Trish schlug sich mit der Hand gegen ihre Stirn.
„Oh Frank, du bist so gemein. Ich hatte wirklich schon die Befürchtung, dass ein fremder Mann sich nach Mac erkundigte. Aber solange es mein Sohnemann ist, stört es mich nicht. Eigentlich könnte er jetzt jede Stunde anrufen und nach Mac fragen.“
„Tja, dann habe ich dem Captain einen falschen Rat gegeben. Ich habe gemeint, dass er ihr etwas Zeit lassen soll. In einigen Tagen kann er ihr wieder anrufen und E-Mails schreiben. Aber sie brauch einfach auch die Möglichkeit sich in San Diego einzugewöhnen.“ Während Frank dieses sprach befüllte er die Spülmaschine. *Junge, schau bloß nicht zu deiner Frau, die würde dich mit Blicken töten.*
„Mein Mann als Psychologe. Dann bin ich mal gespannt, wie Mac sich hier einlebt.“ Trish machte einen Schritt auf ihren Ehemann. „Liebster du entziehst dich meinem Blick. Ich habe das ganz genau gesehen.“, sie streichelte zart mit der Hand über die Wange von ihrem Mann.
Dieser richtet sich nun zu seiner ganzen Größe auf, schlang die Arme um seine Frau und küsste sie gefühlvoll auf die Lippen.
„So, nun ist der gröbste Dreck weg. Lass uns mal ins Bett gehen. Wir wollen ja schließlich Mac morgen noch ein bisschen unsere Stadt zeigen.“, meinte Frank und zog seine Frau mit sich in das Obergeschoss.


Haus der Burnett’s
Gästezimmer
La Jolla, CA
08:30 Uhr (PST)

Mac erwachte langsam.
Sie suchte in dem Zimmer eine Uhr. Sie konnte nicht glauben, was ihre innere Uhr sagte.
<Marine, so lange hast du doch schon seit Wochen nicht mehr geschlafen. Das macht sicher die Seeluft.>
Langsam schälte sie sich aus der Bettdecke und ging Richtung Badezimmer.
Als sie plötzlich ein lautes Lachen aus dem Garten hörte. Sarah ging zum Fenster und beobachtete wie Frank gerade seine Frau innig küsste. Sie spürte die Stiche in ihrem Herzen. <Tja Mac, dass wird dir wahrscheinlich für immer verwehrt bleiben. Diese Chance auf ein Leben mit der Liebe deines Lebens wird es nicht geben. Sei jetzt nicht betrübt, genieße diesen Tag mit Trish und Frank.> Bei diesen Gedanken war sie schon auf dem Weg zur Dusche.

Nachdem sie frisch geduscht und mit einem Jogginganzug gekleidet war, ging sie noch einmal an das Fenster und schaute zu dem Ehepaar Burnett hinunter. Die Vertrautheit, die Geborgenheit und die Liebe, die sie bei den Beiden beobachten konnte ließ ihre Gedanken in ihre Kindheit wandern. <Vertrautheit, Geborgenheit und Liebe habe ich eigentlich nie richtig kennen gelernt. Erst als ich zu JAG kam und mit Harm begonnen habe zusammenzuarbeiten, da begann ich eigentlich erst richtig mit diesen Worten in Berührung zu kommen. Gut, dank Onkel Matt bin ich aus dem Alkoholsumpf entflohen. Ohne ihn wäre ich nie aus dem Strudel gekommen und hätte nie meine Ausbildung bei den Marines beginnen können. Vielleicht wäre ich schon längst nicht mehr auf dieser Erde.> Mac bewegte den Kopf hin und her, als wolle sie den letzten Gedanken an den Tod aus Gehirn rausschütteln.
Dann begab sie sich Richtung Küche.


Haus der Burnett’s (Küche)
La Jolla, CA
09:10 Uhr (PST)

In der Zwischenzeit waren die Eltern von Harm auch wieder im Haus.
Trish bemerkte Mac als erste. Grinsend stand sie an der Kaffeemaschine.
Dieses Schmunzeln entging dem Marine natürlich nicht. „Trish, warum lächelst du so?“, wollte sie neugierig wissen.
„Naja, ich muss an die Worte von einer gewissen Person denken. Die hat mir immer gesagt, das eine bestimmte Sarah mit den Hühner aufsteht. Du kannst diese Sarah nicht sein. Also hat Harm seine Granny gemeint.“,[UPS] Harm’s Mutter hätte sich am liebsten die Zunge abgebissen, als sie Harm erwähnte. Doch dieser Satz hatte ihren Mund schon verlassen. Etwas bedrückt stand sie nun da.
Mac entging auch diese Veränderung im Gesicht von Trish nicht.
„Du musst dir jetzt keinen Vorwurf machen, dass du Harm ins Spiel gebracht hast. Schließlich bist du seine Mutter. Auch habe ich ja diese Nacht in seinem Bett verbracht. [will ich auch *sfg*] Alles hier erinnert mich an Harm. Doch ich muss damit fertig werden. Und ich schaff das schon.“
Ein lautes Geräusch brachte die drei Personen in der Küche zum Lachen. Mac’s Magen meldete sich.
Schnell wurde der Frühstückstisch gedeckt und viele leckere Sachen wurden aufgetischt.
<Harm würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn er sehen würde wie viel totes Tier auf diesem Tisch in Form von zig verschiedenen Wurstsorten zufinden war. Und kein gesundes Müsli war zu entdecken.> [na zum Glück war es kein Haferschleim Igitt] Dachte Mac und grinste ein wenig.
Beim Frühstück wurde sehr wenig und dann nur über belanglose Sachen geredet.

Als der Marine-Magen gefüllt war, konnte Mac sich über das anstehende Tagesprogramm erkundigen.
„Na ihr zwei, was hat ihr mit mir heute vor?“
Frank fing gleich an zu reden: „Wenn es nach mir ginge, könnten wir auf die Halbinsel Coronado fahren und bei diesen Temperaturen baden, Bootfahren oder einfach nur Angeln. Doch wie ich meine allerliebste Ehefrau kenne, wird es zum Einkaufen gehen. Nur weiß ich noch nicht, ob es ins Stadtzentrum oder in die Vorstädte geht. Da hat man einige Shopping Centren zur Auswahl.“
„Bin ich so leicht zu durchschauen?“, Patricia saß mit einem gespielten traurigen Blick da.
„Oh, Schatz, wenn ich dich als dein Ehemann nicht kenne, wer dann?“, Frank bewegt sich zu seiner Frau und legte sanft seine rechte Hand auf die Schulter von seiner Frau.
Mac schluckte einmal „Ich möchte auch mal so eine Ehe führen wie ihr. Bei Euch merkt man die Vertrautheit, die Geborgenheit und die Liebe. Ups, habe ich das jetzt wirklich laut gesagt?“ [ja hast du Mac]
Trish sah Sarah mit einer Liebe an, die eigentlich nur von einer Mutter kommen kann.
„Ja, du hast das eben laut ausgesprochen.“ Bei diesen Worten legte Harm’s Mutter die Hand auf Mac’s Hand.
„Ich bin mir sicher auch für dich wird es so einen Mann geben.“ Und in Gedanken sagte sie noch <Und wenn ich diesen Mann, welchen ich zur Welt gebracht habe, mit einem Baseballschläger zu seinem Glück schlagen muss.> [darf ich mit schlagen?]
Es entstand ein kurzes Schweigen.
Mac hing ihren Gedanken nach. <Tja, mir würde gleich ein Mann einfallen, bei dem eine gewisse Vertrautheit in neun Jahren gewachsen ist. Auch fühle ich mich in diesen Armen sehr gut aufgehoben.
Und diese Liebe, die ich an unserem letzten Abend gespürt habe kann mir sicher keiner mehr geben als dieser Ex-Navy-Pilot. Warum ist das Leben immer so kompliziert? Warum machen wir unser Leben immer so kompliziert? Aber wäre das Leben so einfach, dann hätte ich diese Ehe mit Mic Brumby geschlossen und wäre in Australien. Vielleicht hätten wir schon Kinder?[daran will ich gar nicht denken, Mac und Kängurufresse mit Kinder *schauder*]Nur die Liebe hätte ich einfach nicht gehabt. Das ist schon alles so richtig gewesen. Jetzt werde ich ein neues Leben hier in San Diego beginnen.>
Laut sagte Mac: „Dann lasst uns doch mal die Shopping-Tour beginnen.“
Während die beiden Damen sich unterhalten haben, hat Frank als guter Ehemann den Frühstückstisch abgeräumt und in der Küche etwas Ordnung geschaffen.
Also machten sich die drei auf ihren Weg durch die Einkaufszentren.


Haus der Burnett’s
La Jolla, CA
19:30 Uhr (PST)

Vollbepackt kamen die drei am Haus des Ehepaars an.
Frank konnte nur den Kopf schütteln. „Bin ich froh, dass ich mitgegangen bin. Ihr hättet sicher einen LKW voll bekommen.“ [als wäre das ein Problem, lol]
„Aber Schatz, du musst schon zugeben, dass die Kleider, die wir gekauft haben echt schön sind.
Ich finde besonders das rote Abendkleid von Mac einfach pure Eleganz. Aus dem weich fließendem, zart glänzendem Satin und dem verführerischen tiefem Ausschnitt betont es das tolle Dekolleté.
Auch das zweite Kleid aus dem fließenden, leicht transparenten Stoff, lässt die Figur von Mac richtig zur Geltung kommen. Dann noch die passenden Slingpumps, Frauenherz was willst du mehr. Eigentlich müsstest du uns noch in ein feines Restaurant ausführen.“, Trish hatte sich richtig eingeschossen, der Redeschwall nahm kein Ende. „Ich kann mir die Blicke der Männer schon richtig vorstellen, wie sie Sarah anschauen und wahrscheinlich schon ihren Siedepunkt erreichen, bevor sie an ihnen vorbei ist.“ [nah wenn wir Harm einladen, wird das wohl kein Problem sein, einen sabberten Harm hatten wir schon lange nicht mehr]
Mac und Frank mussten sich das Lachen verkneifen. Bei ihrer Rede lief Trish im Wohnzimmer auf und ab. Sie stellte sich schon vor, wie Mac die Straße entlang lief.
Es war ein ganz entspannte Atmosphäre.

„Gut, meine Frau hat ja schon ihren Wunsch geäußert. Wie sieht es mit dir aus Sarah? Möchtest du eines deiner neuen Kleider der Männerwelt von San Diego zeigen?“, Frank musste immer noch an die graziösen Bewegungen seiner Frau denken und grinste sie einfach kurz an.
„Essen??“, Mac bekam ganz große Augen bei der Vorstellung an einen Teller voll mit totem Tier. „Ich würde jetzt nicht Nein sagen zu einem Essen.“
„Schön, dann macht euch mal hübsch. Ich frag mal bei einem unserer Lieblingsrestaurants nach, ob wir noch einen Platz bekommen.“

Frank hatte seinen Satz noch nicht richtig beendet, da waren die beiden Frauen auch schon aus dem Wohnzimmer verschwunden.

Nach 20 Minuten waren Trish und Mac fertig angezogen. Jetzt fehlte nur noch Frank.
Dieser stand fünf Minuten später an der obersten Stufe der Treppe vom Obergeschoss und starrte auf die beiden Damen herunter.
„Frank, jetzt komm endlich!“, kam es ungeduldig von seiner Gattin.
Langsam kam er die Stufen runter. „Ihr... ihr seht einfach umwerfend aus. Für diese Kleider braucht ihr einen Waffenschein.“, Frank ging auf seine Gemahlin zu und umarmte sie, dann gab es noch ein Küsschen auf jede Wangenseite.
Als sie das Haus verließen, reichte der Herr den Damen jeweils einen Arm zum Einhaken.


Fleming's - La Jolla
8970 University Cntr. Ln.,
La Jolla CA,
21:00 Uhr (PST)

Frank war stolz mit seinen zwei Frauen am Arm die Straße entlang gelaufen. Die Männer schauten den Damen nach.
Jetzt saßen sie in dem Restaurant und Mac las mit Freuden die Speisekarte.
Das Ehepaar Burnett hatte sie in ein Steakhouse ausgeführt.
Mac fühlte sich irgendwie beobachtet. Sie sah auf von ihrer Speisekarte und ließ ihren Blick durch das ganze Restaurant wandern. <Dieser Mann kommt mir doch irgendwie bekannt vor!> Sarah lächelte in die Richtung des sehr attraktiven Mann. Wendete sich aber dann wieder der Karte mit den Speisen zu. {Ihr wisst ja, dieser Marine hat immer Hunger}


Trish entging dieser Blick in Richtung des Mannes natürlich nicht. <Der Typ, der schaut die ganze Zeit zur Sarah rüber. Was will der von ihr? Gut, sie sieht umwerfend aus in diesem Kleid. Da schlagen die Männerherzen schon etwas höher, aber so auffällig muss er sie ja nicht anstarren.>
Der Kellner kam und nahm die Bestellung auf. Die drei unterhielten sich über Gott und die Welt.
Man merkte wie Mac sich hier wohlfühlte.
Als das Essen kam wurde es ganz still an dem Tisch. Es war nur noch ein klappern des Bestecks zu hören.
Ab und an hob die Frau mit den rehbraunen Augen den Kopf und schaute in die eine Richtung. Lächelte kurz und widmete sich ihrem Teller wieder.
Nachdem der Teller leer war, lehnte sich Mac zufrieden in ihren Stuhl und legte ihre Hände auf den vollen Bauch.
„Bin ich aber voll. Soviel habe ich ja schon lange nicht mehr gegessen, aber es war vorzüglich. Einen Haufen Fleisch, da hätte jemand sicher die Krise bekommen.“, sagte Mac mit einem Lächeln auf den Lippen.
Frank wollte noch wissen, ob die Damen noch ein Dessert zu sich nehmen wollten, doch beide lehnten dankend ab. Also wurde die Rechnung verlangt, da ein allgemeines Gähnen anfing.
Als die drei am Hinausgehen waren, liefen sie an dem Tisch vorbei, an dem der Mann saß, der öfters in Macs Richtung geschaut hatte und ihr immer wieder ein Lächeln abgewinnen konnte. Beim Vorbeilaufen sah Mac in die wunderschönen blauen Augen von diesem Herrn. {andere mütter haben auch noch attraktive söhne.}
Die drei Personen schlenderten zu Frank’s Auto. Und ruckzuck waren sie wieder am Haus der Burnett’s.


Haus der Burnett’s
La Jolla, CA
23:45 Uhr (PST)

Frank öffnete die Haustür und ließ den beiden Damen den Vortritt.
Mac bedankte sich noch einmal für diesen wunderschönen Abend und machte sich sogleich auf in ihr Zimmer.
Frank war schon auf dem Weg zur Bar und fragte über die Schulter, ob seine Frau auch noch einen Absacker haben möchte. Trish wollte auch noch einen kleinen, aber sehr feinen Schlehenlikör zu sich nehmen.
Mit zwei Likörgläsern und der Flasche Schlehenlikör setzte sich Frank auf die Couch im Wohnzimmer, wo seine Ehefrau schon Platz genommen hatte.
„Frank hast du gesehen, wie der Mann unsere Mac angeschaut hat?“, fragte Trish ganz entrüstet ihren Ehemann.
Dieser musste sich ein Lachen verkneifen, da er mit großer Sicherheit sonst die Nacht im Wohnzimmer verbringen dürfte.
„Oh Schatz, was erwartest du? Sarah ist eine charmante und sehr intelligente Frau. Das entgeht der Männerwelt nicht.“, antwortete Frank seiner Frau.
Diese saß nun mit offenem Mund da. „Auf diesen Schreck muss ich mir einen Likör einschenken.“
Gesagt, getan und mit einem Zug war das Gläschen leer. „Und da man bekanntlich auf einem Bein nicht gut stehen kann, werde ich mir noch einen gönnen.“
Nun war es Frank, der mit offenem Mund seine Ehefrau anstarrte. „Ähm, du musst die Flasche nicht an einem Abend leeren und schon gar nicht alleine.“ Bei diesen Worten nahm er die Flasche seiner Frau aus der Hand und schenkte sich selber etwas ein.
„Wie kannst du so etwas nur auf die leichte Schulter nehmen? Wir werden unsere Mac noch an so einen daher gelaufenen Sonnyboy verlieren.“
„Schatz, erstens ist es nicht ’unsere’ Mac und zweitens, warum sollte sie Trübsal blasen? Sie soll ihr Leben genießen. Du weißt selber, dass sie es in ihrem Leben nicht immer leicht hatte. Und die neun Jahre mit Harm waren sicher auch nicht immer ein Zuckerschlecken!“


„Frank, das ist jetzt aber nicht dein Ernst. Sarah hat sicher eine schwere Kindheit und auch ihre vorherigen Lover waren nicht immer die besten Männer. Aber so einen California Dreamboy muss es ja wirklich nicht sein. Sag jetzt lieber nichts mehr mein Liebster. Sonst musst du heute Nacht noch in der Badewanne übernachten. Und das willst du sicher nicht. Bist ja auch nicht mehr der Jüngste!“, mit einem Grinsen auf den Lippen erhob sich Trish und ging langsam Richtung Treppen.
Ein verblüffter Frank blieb noch kurze Zeit auf dem Sofa sitzen. Danach begab er sich aber auch auf den Weg in das gemeinsame Schlafzimmer. {hoffentlich ist die tür nicht zugeschlossen.}

Frank trat in das Schlafzimmer und hoffte, dass seine Frau sich beruhigt hatte. Doch da kannte er seine Frau nicht gut genug.
„Liebling, ich habe mir gedacht, vielleicht sollte ich mal mit meinem Sohn ein ernstes Gespräch führen. So kann es nicht weitergehen.“
„Tu was du nicht lassen kannst, aber beschwer dich nachher nicht, wenn Harm dich wieder erinnert, dass er alt genug ist, sein Leben selbst zu meistern.“
„Ach, du hast keine Ahnung.“, meinte eine gereizte Trish noch kurz und dann machte sie das Licht aus. Doch an Schlaf war noch nicht zu denken, sie machte sich große Sorgen {kleine kinder, kleine sorgen und große kinder bereiten große sorgen.} um ihren einzigen Sohn.



Liebe Grüsse Petra

Kalorien sind kleine Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen.

 
Petra
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