Heart Of The Ocean von Katja

#1 von Petra , 14.05.2007 23:23

Heart Of The Ocean

von Katja 09


21.07.2000
Drei Monate nach der Katastrophe

Mac sah sich in einem Raum, in dem sie auf einer Liege lag, um.
Alles war weiß, nur einige Stellen an der Wand waren mit bunten Bildern behangen.
Sie hasste solche Räume – besonders wenn sie zu Praxen von Ärzten gehörten.

Sie spürte, wie ihr Begleiter ihre Hand drückte.
Sie drehte ihren Kopf in seine Richtung und schaute in seine wunderschönen Augen.
„Ich will mich nicht erinnern.“ sagte sie verzweifelt und mit Tränen in den Augen.
„Ich will nicht alles noch einmal durchleben Harm.“

Harm beugte sich langsam zu ihr herunter und gab ihr einen intensiven Kuss.
„Prinzessin, dass schaffst du. Du musst es tun, sonst wirst du diese Albträume nicht mehr los.“
„Aber… ich schaffe das nicht…!“
Nun rollten ihre Tränen hemmungslos über ihre Wangen.
Harm setzte sich hinter sie und legte ihren Kopf auf seine Schenkel, um ihr besser
über die Haare streichen zu können.

In dem Moment kam ein älterer Mann durch die Tür.
Er hatte ein spitzes Gesicht, eine Brille auf der Nase und sah nicht gerade freundlich aus.
Als er Mac anblickte, fiel sein Gesicht noch ein wenig weiter in sich hinein.
„Na na… sie als Marine, werden doch wohl nicht etwa Angst haben.“
Mac blickte nur weg und drückte Harms Hand.

Der Arzt schüttelte nur den Kopf.
„Sie wissen ja, wie alles ablaufen wird, nicht wahr?“
Harm und Mac nickten beide, während der Arzt irgendetwas in seinen Schränken suchte.
„Übrigens, mein Name ist Dr. Miller. Falls sie es vergessen haben sollten.“
Er drehte sich zu den beiden um, in der einen Hand eine Spritze haltend und in der anderen
ein Gefäß auf dem etwas stand, was Harm nicht lesen konnte.

„Ich gebe ihnen jetzt ein spezielles Schlafmittel, damit sie gut schlafen, aber mich weiterhin hören. Währenddessen werden sie, wie ich hoffe, die ganze Katastrophe noch einmal erleben.
Sie werden es für real halten, aber sie müssen sich immer sagen, dass es das nicht ist.“

„Werden ich die Schmerzen spüren?“ fragte Mac ängstlich.
„Höchstwahrscheinlich. Es wird etwa so, wie bei einer Hypnose, nur ohne das Pendel.“
Anscheinend meinte Dr. Miller einen Witz gemacht zu haben,
da er ein freudigen Gluckser von sich gab.

Mac bekam dagegen noch mehr Angst.
Sie konnte sich, vor weinen, kaum noch einkriegen und drückte sich immer dichter an Harm.
„Ganz ruhig Mac. Ich bin bei dir… es kann dir nichts passieren!“
Mac nickte und entspannte sich etwas.

Dr. Miller hatte währenddessen die Spritze mit dem Schlafmittel gefüllt und kam auf die Liege zu.
„Jetzt geht’s los, Ms. MacKenzie.“
„Machen sie bitte schnell, ich will es endlich hinter mir haben.“
Dr. Miller griff nach Mac’s Arm und schob den Ärmel ihres Pullovers nach oben.
„Machen sie bitte eine Faust.“

Mac tat, was er sagte und erwartete den Stich, der ihr den Schlaf bringen sollte.
Nach nur wenigen Sekunden spürte sie den Stich und sofort entspannte sie sich merklich.
„Ich schaffe das nicht Harm.“ murmelte sie, schon halb schlafend.
„Doch du schaffst es Mac. Du bist doch mein Jarhead.“ flüsterte Harm ihr ins Ohr.

Mac spürte seinen warmen Atem an ihrer Haut und wurde ruhiger.
Langsam fühlte sie wie der Schlaf sie übermahnte.
Sie fing an ein dumpfes Geräusch in den Ohren zu hören, dass klang wie Motoren und Wasserrauschen.

Als sie langsam die Augen schloss und einschlief, war sie wieder da.
Da wo alles angefangen hatte.


Kapitel 1

19.03.2000
Zwei Tage vor der Katastrophe

Es war ein schöner Frühlingstag, die Sonne schien kräftig und überall hörte man Vögel zwitschern.
In dem Kreuzfahrthafen Alexandria, im Bundesstaat Virginia, stand ein Passagierschiff, dass darauf wartete endlich seine ersten Gäste aufzunehmen.

Das Schiff hatte vier große Schornsteine, war unten Schwarz, oben Weiß, hatte einen spitzen Bug und sah, alles in einem, elegant, aber trotzdem mächtig aus.

Große Menschenmengen tummelten sich bereits am Hafen, obwohl die Abfahrt erst in zwei Stunden sein sollte.
An den Hafenkneipen wimmelte es nur so von Reportern, die sich ihre letzten Drinks gönnten, bevor sie zu Interviews mit der Besatzung des Schiffes mussten.

Im Laufe der nächsten halben Stunden, trafen immer mehr Menschen am Hafen ein.
Auch eine Gruppe JAG – Anwälte schlenderte langsam zum Schiff.

„Ich freue mich so für sie Sir. Ich würde auch liebend gerne meinen Urlaub auf einer Kreuzfahrt verbringen!“ ereiferte sich Harriet.
„Ja, ich finde es auch nicht schlecht. Und lassen sie bitte das Sir weg. Wir sind nicht im Dienst!“
Harriet schaute an sich und den anderen herunter.
„Ehm.. aber wir haben unsere Uniformen an Sir…“

Harm rollte mit den Augen und ließ das Thema fallen, da er sich auf verlorenen Posten sah.
Neben ihm ging Mac, die die ganze Zeit schweigend zuhörte.
Bud, der hinter der Gruppe gegangen war, schloss zu ihnen auf und gesellte sich zu ihr.
„Colonel? Warum so trübsinnig? Sie werden eine Woche auf einer Kreuzfahrt, nach England verbringen. Freuen sie sich nicht?“

Bei seinen Worten drehte sich nun auch Harm zu ihr um.
„Was hab ich da gehört? Du freust dich nicht darauf, eine Woche mit mir auf einem Schiff zu verbringen?“
Mac schielte zu Harm herüber.
"Ich bin dir wirklich dankbar, dass du mich mitnimmst Harm.“ Etwas leiser fügte sie hinzu:
„Aber denkst du, das ist eine gute Idee?“

Harm blieb stehen und zog Mac an der Hand zu sich.
„Ich bin mir vollkommen sicher. Es wird nichts passieren, was wir BEIDE nicht wollen… und jetzt tust du mir ein Gefallen und lächelst ein wenig und versuchst deinen …ehm… unseren Urlaub zu genießen, ja?“

Auf Mac’s Lippen erschien ein schüchternes Lächeln.
„So gefällst du mir schon gleich besser.“ sagte er fröhlich und zog sie wieder mit zu den anderen.
Dort war bereits auch der Admiral angekommen.
„Guten Morgen Rabb, MacKenzie.“
„Guten Morgen Sir.“
„Sie werden es wohl nie lernen, sie beiden? Es heißt A.J., wenn wir nicht im Dienst sind.“

„Aber wir tragen unsere Uniformen!“ wiederholte Harm, Harriets Argument von vorhin.
Chegwidden schaute sich um.
„Ich glauben sie sollten jetzt an Bord gehen. Wo ist ihr Gepäck?“
„Das haben wir schon abgegeben.“ antwortet Mac, die sich nun auch umschaute.
„Ich denke wir sollten wirklich los Harm.“
Harm nickte und trat ein Schritt auf Bud zu.

„Halten sie die Stellung so lange ich nicht da bin Bud“
Mac und Harriet umarmten sich freundschaftlich, während Harriet ihr noch einige Tipps, was Männer auf Kreuzfahrtschiffen anging, mit auf den Weg gab.
Schließlich war auch der Admiral an der Reihe.

Aus einem Gefühlsimpuls heraus, zog er seine beiden Offiziere in eine feste Umarmung.
Die Zeit der Abfahrt rückte immer näher, also entließ er Harm und Mac aus seiner Umarmung.
Die beiden stellten sich militärisch genau vor ihm auf und salutierten.
A.J. salutierte zurück.
„Wegtreten!“

Harm und Mac stellten sich wieder locker hin, wechselten die letzten Worte, drehten sich um und gingen auf das Schiff zu.
Der Admiral griff noch einmal schnell nach Harms Arm.
Dieser blickte ihn fragend an und wunderte sich nicht schlecht, als er die Erklärung hörte.
„Passe sie gut auf Mac auf!“ mit diesen Worten ließ er Harms Ärmel los und schaute weg.
Nach einem Blick zu Harm, ging Mac zielsicher auf die Rampe zu.
Entschlossen gingen sie die Rampe hoch, bis sie bei der Eingangslucke ankamen und ihre Tickets vorzeigten. Sie wurden ohne Probleme durchgelassen.

„Lass uns nach oben gehen und den anderen noch mal zuwinken.“ bat Mac.
„Klar, lass uns gehen.“
Als sie an Deck standen und sich über die Reling lehnten, winkten sie den anderen freudig zu.

Nach wenigen Sekunden lehnte sich Mac etwas weiter zu Harm herüber.
„Sag mal, was hat der Admiral dir da ins Ohr geflüstert?“
Harm trat unsicher von einem Bein aufs andere und versuchte fieberhaft eine Ausrede zu finden.
Schließlich murmelte er etwas, dass Mac bei dem Lärm der um sie herum herrschte, unmöglich verstehen konnte.

„Was hast du gesagt?“
Harm seufzte und drehte sich nun vollends zu ihr um.
„Ich habe gesagt, dass er mir Tipps gegeben hat, was die Frauen hier an Bord betrifft.“
„Oh!“
Mac wusste, dass er sie angeschwindelt hatte. Das sah sie ihm immer an.
> Ich kriege es schon raus. < dachte sie und wusste schon, wie sie Harm die Reise über ärgern konnte.

Gerade als sie den Gedanken zu Ende gebrachte hatte, setzte sich das riesige Schiff in Bewegung.
Und sofort brach allgemeines Gejubel aus.
Langsam bahnte sich das Schiff, mit seinen etwa 1.300 Passagieren an Bord, den Weg durch den engen Kanal, der zum offenem Meer führte.

Harriet und die anderen winkten so lange, bis sie Harm und Mac aus den Augen verloren.
„Ich hoffe dass die beiden es in der Woche schaffen sich zu sagen was sie für den anderen fühlen!“ sprach Bud das aus, was die anderen dachten.


21.07.2000
Gegenwart

Harm schaute von Mac’s Gesicht auf, direkt ins das von Dr. Miller.
„Sie scheint ganz ruhig zu schlafen.“ stellte er beruhigt fest.
„Ja, noch.“ hemmte Dr. Miller seine Freude.


Kapitel 2

19.03.1999
Zwei Tage vor der Katastrophe

„Das Schiff ist echt atemberaubend. Hast du schon den Speisesaal gesehen? Und den Kristallkronleuchter über der Treppe, die dort hinführt?“ fragte Mac Harm aufgeregt, während sie auf dem Weg zum Abendessen waren.
Sie hatte ein langes rotes Kleid mit V – Ausschnitt an. Dazu rote etwas längere Ohrringe und eine rote Kette.

Harm, in einem Anzug steckend, sah sich Mac genauer an und bekam nur ein:
„Wirklich atemberaubend!“ heraus.
Mac schaute ihn kurz verwirrt an, sagte aber nichts weiter zu seinem Kommentar.
Harm selbst trug ein Sakko mit einem weißen Hemd darunter.
Auf dem Weg zum Speisesaal, fand Mac immer wieder Sachen, die sie Harm unbedingt zeigen musste und ihn deswegen an der Hand dort hinzerrte.

Nach einem sehr langen Weg, waren sie dann endlich im Speisesaal angekommen. Mac hatte wirklich nicht übertrieben.
Alles war aus edlem Holz gemacht, das so stark glänzte, dass einem die Augen darauf ausrutschten, und aus grauen Marmor, das ebenfalls auf Hochglanz poliert war.
In der Mitte der Decke, hing ein riesiger Kristallkronleuchter und um ihn herum hingen mehrere kleine.
Überall standen Tische, die festlich gedeckt waren und an jedem stand ein Kellner, der die Gäste erwartete.
Alles in einem, war alles sehr prunkvoll eingerichtet.

Harm legte eine Hand auf Mac’s Rücken und beugte sich zu ihr runter.
„Wollen wir uns an den Gemeinschaftstisch setzen oder ist dir ein Einzeltisch lieber?“
„Für heute würde ich den Einzeltisch vorziehen.“
Harm nickte und führte sie dort hin.
Ganz Gentelmanlike, schob er ihr den Stuhl zu recht und bestellte für sie beide das Abendmenü.
Das alles kommentierte Mac mit einem scheuen: „Dankeschön!“

Sie war es nicht gewohnt, dass ein Mann sich so um sie sorgte und sie bediente.
Das war es, was sie schon immer an Harm geliebt hatte – vom ersten Augenblick.
Auch wenn sie es damals noch nicht einfach so hinnehmen konnte, hatte sie sich immer
darüber gefreut.

Während sie auf den Kellner und ihr Essen warteten, hing jeder der beiden seinen Gedanken nach, die gar nicht so verschieden waren, wie sie dachten.
Der Kellner war zehn Minuten später mit dem Essen da und wünschte ihnen einen guten Appetit.

Sie aßen stillschweigend, nur ab und zu lobte Mac das Essen.
Eine halbe Stunde später waren sie fertig und beschlossen wieder auf ihre Zimmer zu gehen.
Seit sie ihre Koffer dort abgestellt hatten und sich fürs Abendessen umgezogen hatten, waren sie nicht mehr dort gewesen.

Als sie vor Mac’s Tür ankamen, blieben sie stehen und schauten schweigend einander an.
„Sehen wir uns heute noch mal?“ fragte Mac.
„Ich denke wir brauchen unseren Schlaf. Aber wir sehen uns ja morgen früh!“
„Ja. Gute Nacht Harm.“
„Gute Nacht Mac. Und träum was Schönes!“
Mac lächelte und schloss ihre Tür auf.
Harm blieb vor ihrer Tür stehen, bis er hörte dass sie abgeschlossen hatte.
Dann drehte er sich um und ging in sein Zimmer, das neben Mac’s lag.


21.07.2000
Gegenwart

„Wir sitze hier schon drei Stunden und sie rührt sich noch immer nicht.
Ist das normal Dr. Miller?“
Miller saß mittlerweile auf einem Stuhl neben der Liege und schaute Mac die ganze Zeit an.
„Ich hatte Fälle da hat es 48 Stunden gedauert.“
Entnervt seufzte Harm auf und strich Mac weiter übers Haar.

Langsam ging es ihm auf die Nerven, dass Dr. Miller, Mac so anstarrte.
Seit sie zusammen waren, konnte er es ganz und gar nicht haben, wenn Männer sie so anstarrten.
Zugegeben, davor hatte er es auch nicht gerne gesehen, aber jetzt konnte er etwas dagegen tun.
Natürlich verprügelte er nicht jeden, der mit Mac sprach, aber wenn Mac ihm sagte dass sie es störte wie ein Mann sie ansah, dann schritt er mehr als gerne ein – und er gab zu, dass er die Ehrlichkeit von Mac genoss. Damals hätte sie versucht selber mit diesen Männern zurechtzukommen. Jetzt konnte er für sie da seine.

Und im Moment war er sich sicher, dass dieser Mann sie genau so ansah, wie Mac es nicht wollte.
Aber er konnte jetzt nichts tun. Er musste sich erst einmal um Mac kümmern und dafür sorgen, dass sie spürte, dass er bei ihr war.


Kapitel 3

20.03.2000
Ein Tag vor Katastrophe

Harm schlug langsam die Augen auf und schaute sich im Zimmer um.
Er brauchte einige Sekunden, um zu realisieren, wo er war.
Die Sonne schien durch das Bullauge auf die Holzkommode mit Spiegel.
Alles im Zimmer war aus Holz gemacht, hatte sein eigenes kleines Bad mit Dusche und viele Möglichkeiten seine Sachen zu verstauen.
Und wie Harm feststellte, war das Bett ungemein gemütlich.

Er wäre gerne noch mal eingeschlafen, als ihn plötzlich ein lautes Klopfen aus der Ruhe brachte.
„Harm? Mach auf, ich bins!“
Er erkannte sofort Mac’s Stimme.
Harm fragte sich, wie sie schon auf sein konnte. Ihr Zimmer sah doch sicher so aus wie seins und demzufolge musste auch das Bett so schlafeinladend sein.

„Nun mach schon Flyboy! Das ist Wetter ist wunderschön und ich möchte an Deck gehen und mich ein bisschen umschauen!“
Harm drehte sich auf die Seite und mummelte sich noch tiefer in die Decke.
„Dann tu das Mac, wie treffen uns dann später!“

Mac klopfte noch etwas stärker an die Tür.
„Ich bleib hier so lange stehen und nerve dich, bis du aufstehst!“ ertönte wieder ihre muntere Stimme. Harm konnte ihr Grinsen sogar durch die Tür heraushören.
Stöhnend kämpfte er sich aus seiner Bettdecke und krabbelte aus dem Bett.
Nur mit Boxershorts bekleidet ging er Mac die Tür öffnen.

Als Mac den Schlüssel hörte, der sich im Schloss drehte, breitete sich ihr Grinsen noch weiter aus.
Doch das machte gleich Platz für einen bewunderten und erstaunten Ausdruck, als sie Harm halb nackt vor sich stehen sah.
Das Einzige woran sie denken konnte war:
> Oh mein Gott, ich brauche diesen Mann! <

Um ihre Verwirrung zu verbergen, drückte sie sich schnell an Harm vorbei in sein Zimmer.
Die Berührung ihrer Schulter an seiner Brust, bescherte beiden Hitzewallungen.
„Schön… hast du es… hier!“ stotterte Mac hervor, um ein Thema zu eröffnen und von dem Vorgefallenen wegzukommen.
Harm hatte sich gefasst und wollte Mac etwas ärgern.
„Ich denke dein Zimmer müsste genauso aussehen, oder?“
Mac blieben die Worte im Hals stecken.
„Ehm.. ja… schon… nur… nicht so ordentlich!“

Harm nickte und hackte nicht weiter auf ihr rum.
„Willst du joggen gehen?“ fragte er sie, als er ihre Jogginghose und ihr eng anliegendes, sportliches T – Shirt sah.
„Sehr witzig! Nein, ich will nicht joggen gehen, ich will einfach nur gemütlich angezogen sein.“
„Wollen wir erst frühstücken gehen?“ fragte Harm, während er im Schrank kramte.

Als Mac ihm nicht antwortete, sah er sie fragend an.
Amüsiert schaute sie ihn an.
„Es ist zwölf Uhr, 23 Minuten und … 50 Sekunden. Du hast das Frühstück leider verpasst!“
„Du hast mir nichts mitgebracht?“ fragte er spielend – fassungslos.

„Ooops… vergessen!“
„Das kriegst du zurück.“ Versprach er mit dem Zeigefinger drohend.
„Schön… und jetzt beeil dich.“
Mir diesen Worten drehte sie sich um und ging aus seinem Zimmer.

Innerhalb von fünf Minuten war Harm fertig und trat vor die Tür.
„Wir können.“
Zufrieden nickte Mac und ging los, Harm im Schlepptau.

Nachdem sie in unzähligen Gängen rumgeirrt waren, traten sie endlich auf das Deck.
Eine leichte Brise zerwuschelte Mac’s Haare.
Der salzig Geruch vom Meer, kitzelte ihre Nasen und die Sonnenstrahlen wärmten ihre Haut.
„Traumhaft.“ Stellte Mac fest.
Sie ging zur Reling und schaute übers Meer.

Weißt du was mir hier am besten gefällt?“ fragte sie Harm.
Dieser schüttelte schweigend den Kopf, während er sich neben sie stellte.
„Die Freiheit.“
Harm bemerkte Mac’s verträumten Ausdruck in den Augen.
Langsam legte er seinen Arm um Mac’s Schulter und zog sie in eine liebevolle Umarmung.

Voller Vertrauen legte sich Mac in seine Umarmung und hielt ihn fest.
„Und du gehörst auch dazu. Zu meiner Freiheit.“
Harm war so gerührt von ihren Worten, wie noch nie in seinem Leben
von sonst irgendwelchen – diese Worte bedeuteten ihm die Welt.

Er hätte ihr am liebsten gesagt, was er für sie fühlte, aber es war noch nicht die Zeit dafür – noch nicht, aber sicherlich bald.
Nach langer Zeit lösten sie sich voneinander, um sich in die Augen zu schauen und ein Stummes Gespräche zu führen.

„Lass uns ein paar Runden ums Deck gehen.“ schlug Mac schließlich vor.
Das taten sie dann auch.
Da das Schiff groß war, dauerte es eine ganze Weile, bis sie alles angesehen hatten.
„Ich denke, wenn ich solch ein Rettungsboot steigen müsste, würde ich eher freiwillig ins Wasser springen.“ scherzte Harm.
„Mit so was scherzt man nicht.“

„Ah komm Mac. Du glaubst doch nicht, dass es wirklich dazu kommt! Oder?“
Mac zuckte nur mit den Achseln und ging weiter.
Harm ging ihr kopfschüttelnd hinterher.

Sie waren am hinteren Teil des Schiffes stehen geblieben.
Dort standen ein Dutzend weißer Liegestühle, die nur so dazu einluden sich auf sie zu
setzen und zu sonnen.

Bittend schaute Mac Harm an.
„Würde es dir etwas ausmachen, wenn wir uns eine Weile in die Sonne setzen würden?“
„Nein, natürlich nicht!“

Gesagt, getan. Wenige Augenblicke später saßen sie, jeder auf einer Liege, und sonnten sich.
Harm schielte immer wieder zu Mac herüber und beobachtete sie, wie sie mit geschlossenen Augen dalag und die warmen Sonnenstrahlen genoss.
„Schön hier oder?“ fragte er in die Stille hinein.

„Ja… ich denke es war tatsächlich eine gute Idee von dir.“
„Ich habe immer gute Ideen.“ antwortete er mit einer Prise aroganz.
„Einbildung ist auch eine Bildung…“ kommentierte Mac trocken und schloss wieder ihre Augen.
Harm genoss jedes Mal ihre kleinen Gefechte.

Nach einer Stunde stand Harm auf und stellte sich vor Mac.
„Hey! Du stehst mir im Licht!“ beschwerte sich diese lauthals.
„Du hast doch schon lange genug in der Sonne gelegen. Du wirst sonst noch schwarz. Lass uns lieber in den Fitnessraum gehen und uns etwas bewegen.“
Mac zog einen flutsch und bewegte sich nicht von der Stelle.

„Na gut… dann… machen wir eben eine Wette. Wer länger es auf einem Sportgerät aushält.
Der Verlierer muss das Abendessen bezahlen.“
Mac schaute ihn verwirrt an, aber Harm konnte ein gewisses Interesse erkennen, dass sie versuchte zu verstecken.
„Bezahlen? Hier ist doch alles ’All inclusive’ !?“
„Ich meine auch, wenn wir von Bord kommen sind.“
„Du meinst so eine Art Date?“
„Wieso nicht…?“

Nach kurzem überlegen willigte Mac schließlich ein.
Sie musste zugeben, dass sie gar nicht abgeneigt war, mit Harm ein Date zu haben – egal wer bezahlte. Sie war sich nur unsicher, ob Harm es auch so sah, oder ob er es aus Spaß machte.

Mit langen Schritten machte sie sich auf den Weg zu ihrer Suite, um sich umzuziehen.
15 Minuten später stand sie vor dem großen Fitnessraum, in dem alle möglichen Geräte drinstanden, und wartete auf Harm.
Dieser ließ aber auf sich warten und kam erst zehn Minuten später.
„Was hast du so lange gemachte? Musstest du dich erst einmal aufwärmen, oder was?“
Verblüfft schaute er sie an.
„Hast du dich den nicht aufgewärmt?“
„ So etwas brauchen Marines nicht!“ mit diesen Worten ging sie durch die Glastür und ließ Harm mit offenem Mund stehen.
Schnell lief er ihr nach, um sie mit wenigen Schritten einzuholen.

„Maaac…. Du weißt genau so gut wie ich, dass es nicht gut ist wenn man sich nicht aufwärmt!“ warnte er sie mit Besorgnis in der Stimme.
„Marines sind IMMER aufgewärmt …“ bestand Mac und suchte sich ein Gerät, das frei war.
„Aber Marines sind auch Menschen… also bitte!“

Abrupt blieb Mac stehen und drehte sich zu Harm um.
„Hör zu Flyboy, kümmern sich um deinen eigenen Körper… ich weiß, was gut für mich ist!“
Achselzuckend drehte sich Harm von ihr weg, rief ihr aber über die Schulter zu:
„Sag aber später nicht, ich hätte dich nicht gewarnt!“

Mac setzte sich auf ein Gerät, das die Arme trainieren sollte und murmelte:
„Ja…ja… ich sag schon nichts.“
Nach zwei Minuten an dem Gerät fing ihr Handgelenk an, schmerzhaft zu ziehen.
>Oh bitte lass es nicht wahr sein.<
Da es immer mehr weh tat, hörte Mac schließlich doch auf und stand auf um sich ein anderes Gerät zu suchen, das man nicht mit der Hand bedienen musst.

„Schon genug vom Sport Marine?“ spottete Harm, der an einem Laufband stand, und gerade dabei war, darauf zu steigen.
Mac ging lächelnd zu ihm herüber und stellte sich auf das Laufband neben Harm.
„Wie wärs wenn wir unsere Wette auf diesem Gerät vollführen?“
„Keine einwende, Frau Anwältin.“

Gleichzeitig fingen sie an zu laufen.
Die Zeit zog sich hin und aus einigen Minuten wurde eine halbe Stunde.
Mac’s Handgelenk schmerzte wie wild, aber sie ließ sich nichts anmerken.
Während dieser Zeit hatte Mac das seltsame Gefühl beobachtet zu werden.
Nach weiteren 45 Minuten, achtete sie aber nicht mehr darauf. Außerdem waren beide dann doch ziemlich außer Puste und Harm schlug ein Unentschieden vor. Mac ging erleichtert darauf ein.

„Ich brauche jetzt erst einmal eine Dusche!“ sagte Harm und rang noch nach Luft.
„Ich auch.“ pflichtete ihm Mac bei, während sie sich das Handgelenk rieb.
Harm war zu sehr damit beschäftigt, wieder zu Atem zu kommen, um zu bemerken, wie Mac ihr Gesicht vor Schmerzen verzog.
„Wollen wir jetzt los?“
„Ja klar!“


Zwei Stunden später

Mac saß in ihrem Zimmer auf ihrem Bett und langweilte sich.
Was sollte man auch auf einem Schiff machen, wenn der Partner in der Nebensuite lag und schlief.
Sie hatte sich eine Salbe auf die Hand geschmiert. Es hatte auch etwas geholfen… aber dick war die Hand trotzdem geworden.

Warum musste Harm immer recht behalten?
Sie wusste jetzt schon, dass sie es Harm nicht sagen würde.
Diese Genugtuung wollte sie ihm nicht verschaffen.
Umbringen würde sie die Hand ja nicht und in einigen Tagen würde sie aufhören weh zu tun und abschwellen, dann würde er nie etwas davon erfahren.
>Ich muss sie nur etwas schonen.<

Bei diesem Gedanken, klopfte es an ihrer Tür.
Langsam schlenderte sie dort hin und öffnete diese.
„Harm? Du schläfst nicht mehr?“
„Nein. Es ist ja auch schon fast sechs Uhr abends. Wollen wir essen gehen?“
Mac nickte, griff schnell nach ihrem Mantel und schloss die Tür hinter sicher.


21.07.2000
Gegenwart

„War ein Anflug von einem Lächeln?“ fragte Dr. Miller lächelnd.
Harm, der dadurch aus seinen Gedanken gerissen wurde, schaute verwirrt zu Mac runter.
„Das könnte sein Dr.!“
Er strich ihr einige Haare aus der Stirn und legte seine Hand wieder zurück auf ihre Hüfte, wo er sie schon die ganze Zeit festhielt, damit sie seine Anwesenheit spürte.
Mittlerweile lag Mac schon fast ganz auf Harm, der sich an der Wand anlehnte und Mac’s Kopf auf seiner Brust positioniert hatte.

Dr. Miller wurde wieder ernst und lehnte sich wieder zurück.
„Bald dürfte es soweit sein.“


Kapitel 4

20.03.2000
Tag der Katastrophe

Mac dachte darüber nach was für ein Feigling sie war, während sie in ihrem Bett lag und an die Decke starrte.
Harm und sie hatte gestern einen wunderschönen Abend gehabt.
Harm war die ganze Zeit zuvorkommend gewesen und hatte sich schrecklich bemüht alles richtig zu machen – und was hatte Mac gemacht? Sie hatte danke gesagt und war ins Zimmer gegangen.
Jetzt könnte sie sich selbst in den Hintern treten.
>Warum habe ich bloß nicht gesagt, wie ich für ihn empfinde?<
Wütend schmiss sie ihr Kopfkissen gegen die Wand und vergrub sich unter ihrer Decke.

Was sie nicht wusste war, dass Harm ein Zimmer weiter auch im Bett lag und sich selbst die Schuld dafür gab, dass gestern nichts weiter passiert war.
>Warum habe ich Depp sie so bemuttert. Sie mag das doch ganz und gar nicht – sie ist doch ein Marine! <
Harm erklärte sich Mac’s Verhalten damit, dass er sie gestern zu sehr bedrängt hatte.
Er kannte seine Partnerin und wusste, dass sie das hasste wie die Pest.
> Das muss ich wieder gut machen!< beschloss er und stand auf, um duschen zu gehen.


Eine Stunde später…

„Hey Mac!“ grüßte Harm seine Partnerin, als er sie an der Reling, am Bug, stehen sah.
Sie trug ein weißes Sommerkleid, dass fast bis zum Boden reichte und etwas höhere Schuhe.
„Hi Harm.“ Grüßte sie zurück, schaute aber weiter aufs Meer hinaus.
In Harm’s Kopf arbeitete es.
>Ist sie sauer auf mich? Sollte ich mich entschuldigen?<
„Ähm… Mac… ich wollte… wegen gestern Abend.“ Sofort sah er, dass Mac die Röte ins Gesicht schoss. Sie drehte sich um und unterbrach ihn.

„Es tut mir leid Harm. Ich wollte dich nicht so abfertigen. Ich war nur müde und … ich danke dir auf jeden Fall, dass du so nett zu mir warst gestern und dich so um mich gekümmert hast. Dass hat schon lange keiner für mich gemacht!“ leise flüsternd, damit Harm es nicht hört, fügte sie noch hinzu:
„Nach dem gestrigen Abend, wird es wohl wirklich Keiner mehr für mich machen.“
Doch Harm hatte es gehört und war einerseits erleichtert, dass er keinen Fehler gemacht hatte, aber andererseits, war er von Mac’s Worten erstaunt und auch etwas entsetzt.

>Wie kann das sein, dass sie keiner so behandelte? Dass ist genau das was sie verdient. Was für Männer sucht sie sich bloß immer aus?<
Er nahm ihre Hände in seine und schaute sie liebevoll an.
„Mac? Du hörst mir jetzt ganz genau zu. Ich werde dich immer so behandeln – wenn du es möchtest – und nichts in der Welt wird mich davon abbringen. Ich werde immer für dich da sein.“

Als er geendet hatte, ließ Mac sich gegen ihn sinken und legte ihren Kopf an seine Brust.
„Danke Harm!“
Harm hielt sie umarmt und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
„Immer doch!“
„Bist du mir wirklich nicht böse, dass…“ weiter kam sie gar nicht, da Harm sie mit einem
Dass – Ist – Nicht – Dein – Ernst – Blick anschaute.
„Ich bin dir wirklich, wirklich nicht böse.“ Antwortete Harm und hielt sie noch etwas fester fest.

Nach unendlich vielen Minuten, regte Mac sich in Harms Armen.
„Ich denke wir sollten zum Frühstück gehen. Ich habe nämlich einen ziemlichen Hunger.“ sagte Mac, löste sich aber immer noch nicht aus Harms Umarmung.
„Dann lass uns mal los gehen Marine…“


21.07.2000
Gegenwart

> Sie ist immer noch ziemlich entspannt. Hoffentlich bleibt das auch so….. < dachte sich Harm, dem schon langsam der Rücken weh tat, vom Sitzen.
Aber er nahm es gerne in kauf, solange es nur seiner Mac half.

Schon seit Monaten konnte er sehen, dass es ihr immer schlechter ging und sie immer schlechter schlief, aber seit einigen Wochen wurde es so schlimm, dass er es sich nicht mehr mit ansehen konnte. Es war für ihn auch nicht einfach gewesen, die Ereignisse zu verarbeiten, aber irgendwann hatte er es geschafft – Mac hatte es leider nicht geschafft.

Einerseits machte Harm sich Vorwürfe, dass er nicht früher versucht hatte Mac zu helfen, aber andererseits, wusste er, dass Mac sich geweigert hätte, Hilfe anzunehmen – auch wenn sie jetzt glücklich zusammen waren.
Irgendwie hatte Mac anscheinend das Gefühl sich nach den Ereignissen, als besonders stark zu geben.

Nach der Katastrophe war sie hilflos und schwach gewesen und das wusste sie. Vielleicht wollte sie es jetzt wieder gut machen, indem sie besonders stark war.

Harm wusste es nicht, aber es war ihm jetzt egal.
Er wollte nur, dass es Mac endlich besser ging und sie wieder ein einigermaßen normales Leben führen konnte.


20.03.2000
Tag der Katastrophe

Seit fast drei Stunden saß Mac in Harms Zimmer und unterhielt sich mit ihm über alles Mögliche.
Mac fühlt immer deutlicher, dass sie Harm in ihrem Leben brauchte.
Nicht nur als besten Freund, sonder auch als etwas mehr als das…
Er war der Einzige, mit dem sie sich so lange unterhalten konnte, ohne ihn zu langweilen.

Er war immer für sie da und respektierte sie als Marine, aber auch als Frau.
Sie fühlte sich in seiner Gegenwart immer – naja… fast immer, es gibt schließlich immer ausnahmen – wohl und sicher.
Kein anderer Mann hatte ihr das bisher geben können.
Das Einzige was er ihr nicht geben konnte, waren diese drei kleinen Worte….

„Mac? Bist du noch bei mir?“
Aus den Gedanken gerissen, musste Mac erst einmal blinzeln.
Verwirrt schaute sie Harm an.
„Was?“
Harm seufzte und lehnte sich etwas zu ihr vor.
„Ich habe dich drei Mal angesprochen und du hast nicht reagiert. Wo warst du mit deinen Gedanken“ fragte Harm interessiert.

„Ehm… weiß ich selbst nicht so genau!“ antwortete Mac und wurde leicht rot.
„Aja….“kommentierte Harm und lehnte sich wieder zurück.
„Wo waren wir den stehen geblieben?“
„Das klein A.J. bald seinen fünften Geburtstag feiert.“
„Oh…!“
> Auch das noch…. Sicher kommt dann gleich das Thema auf DEN Deal< dachte sich Mac stöhnend.

Plötzlich stand Harm auf und machte einige Schritte auf Mac zu, um sich vor sie zu knien.
„Also Mac, sag mir jetzt, was los ist.“
„Was… was soll denn los sein?“
„Du hörst mir nicht zu, wirst plötzlich rot, was du nie wirst und seufzt vor dich hin.“
Langsam wurde Mac nervös. Was sollte sie den jetzt sagen?
> Das ist genau so eine Situation, in der ich mich in Harms Anwesenheit nicht gerade toll fühle<

„Ich … ehm…. Eigentlich…“ so sehr sie sich anstrengte, ihr wollte keine Ausrede einfallen.
„Siehst du? Genau das meinte ich! Seit wann stotterst du?“
Während des Gesprächs war Mac, im Sessel immer tiefer in sich gesunken.
Als sie jetzt ihre Arme benutzen wollte, um sich wieder aufzurichten, durchfuhr sie ein stechender Schmerz im Handgelenk und sie stöhnte leise auf-

Jetzt war Harm vollkommen besorgt.
„MAC! SAG MIR SOFORT WAS LOS IST!“ fragte er jetzt mit härterer Stimme, die keine Widerrede duldete.
„Es ist wirklich nichts, ich habe nur meine Hand etwas zu über anstrengt.“
„Lass mich raten. Beim Sport gestern?“

Als Mac nichts erwiderte, wusste Harm, dass er ins Schwarze getroffen hatte.
„Warum hast du nichts gesagt? Zeig mal deine Hand her.“
Mac zog ihre Hand schnell weg und sagte:
„Nein, es ist schon alles wieder gut, ich habe sie nur gerade falsch bewegt.“

„Sei nicht albern Mac. Zeig mir deine Hand.“
Mit diesen Worten schnappte er sich Macs Hand, wobei Mac die Zähne zusammenbeißen musste, um nicht vor Schmerz laut loszuschreien.
„Das ist ja ganz dick.“ Stellte Harm mit großen und besorgten Augen fest.
„Das ist wirklich nichts, ich…“
„Shhh….“ Unterbrach sie Harm.
„Ich werde dir einen Verband machen. Und ich werde auch nicht sagen: ich habs dir doch gesagt!“
Grinsen schaute er in Macs Gesicht. Diese grinste zurück und gab ihm einen leichten Klaps auf den Oberarm.
„Das will ich auch hoffen Flyboy!“


Drei Stunden später…

Harm hatte Mac die Hand verbunden und sie hatte sich noch weiter unterhalten.
Mittlerweile fing die Sonne an immer tiefer zu sinken und es kündigte sich ein wunderschöner Sonnenuntergang an.
Das hatte auch Harm bemerkt.

„Sag mal Mac, möchtest du dir den Sonnenuntergang anschauen?“
Überrascht schaute Mac durch das Fenster.
„Gern.“

Somit machten sich beide auf den Weg nach draußen.
Automatisch gingen sie zu ihrem Lieblingsplatz, hinten auf dem Schiff, wo die Liegestühle standen.
Mac lehnte sich an die Reling und schaute zur Sonne.
Harm stellte sich so dicht hinter sie, sodass Mac seine angenehme Wärme auf der Haut spüren konnte. Sie hatte Schwierigkeiten sich jetzt auf den Sonnenuntergang zu konzentrieren.
Diese fast – Berührung machte sie wahnsinnig.
Sie wusste nur eine Möglichkeit, was sie dagegen tun konnte.

Langsam ließ sie sich nach hinten gleiten und lehnte sich leicht gegen Harms Brust.
> Es fühlt sich so verdammt richtig an. < dachte sie.
Überrascht durch Mac’s Aktion, blieb Harm erst Mal unbeweglich stehen.

Schon wollte Mac sich zurückziehen, weil sie dachte, dass es Harm unangenehm war, da griff Harm mit den Armen um ihre Taille und hielt sie fest.
„Bleib so, es ist angenehm so.“ flüsterte er ihr leise ins Ohr.
Lächelnd und erleichtert kuschelte sie sich noch etwas mehr in Harms Umarmung.
Gemeinsam schauten sie auf Meer hinaus und genossen den Augenblick.


Eine Stunde später…

Mittlerweile hatten sich Harm und Mac auf eine der Liegestühle gesetzt.
Da die Liegestühle breit genug waren, hatten beide genug Platz.
Harm lag lang ausgestreckt da und Mac stützte ihren Kopf mit der Hand ab um Harm ins Gesicht schauen zu können, während sie redeten.
Es war schon eine längere Zeit dunkel, die Sterne leuchteten schon hell am Himmel und die beiden konnten nur die Umrisse vom Gesicht des jeweils anderen sehen. Doch das reichte ihnen vollkommen.

Als ihnen der Gesprächsstoff scheinbar ausgegangen war, schauten sie sich einfach nur an.
Sie schauten sich tief in die Augen und konnten nichts anderes sehen, als die Liebe und das Verlangen nach einander.
Es war als wären sie und die ganze Umgebung in einen magischen Bann gezogen worden.
Alles passte zusammen und war mit ihrer Liebe füreinander gefüllt.

Ihre Gesichter näherten sich immer mehr zu einander.
Als Mac seinen warmen Atem an ihrer Wange spüren konnte, machte sie eine kurze Pause und lächelte Harm an.
Dieser lächelte zurück beide dachten gleichzeitig genau dasselbe.
> Endlich! Wir haben es geschafft!<

Mac überbrückte die paar Millimeter, die ihre Lippen von einander trennten, langsam und als sich ihre Lippen berührten, war es als wenn ein Feuer bei ihnen entflammt wurde.
Sie konnten nicht genug bekommen von dem, was sie gerade fühlten.


Liebe Grüsse Petra

Kalorien sind kleine Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen.

 
Petra
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RE: Heart Of The Ocean von Katja

#2 von Petra , 14.05.2007 23:24

21.07.2000
Gegenwart

„Sie scheint etwas sehr Angenehmes zu erleben.“ Meldete sich Dr. Miller zu Wort, als er sah, wie Mac zufrieden lächelte.
Harm schaute ebenfalls zu ihr und konnte sich vorstellen, wo sie gerade in ihren Gedanken war.
Das bedeutete aber auch, dass es gleich ein Albtraum werden würde.

„Dr. Miller, ich denke gleich wird es etwas turbulent.“


Kapitel 5

20.03.2000
Tag der Katastrophe

Alles schien perfekt zu sein.
Sie hatten endlich zueinander gefunden.
Was sie nicht wussten war, dass das Schiff auf etwas zusteuert, dass die nächsten Stunden zu einem Überlebenskampf machen würde.

Langsam, ganz langsam näherte sich das Schiff dem Unheilvollen etwas, dass noch von niemanden bemerkt wurde.

Plötzlich ging ein starker Ruck durch das Schiff, sodass Mac die Balance verlor, sich mit ihrer kaputten Hand in der Lehne verfing, von der Liege fiel und somit brutal von Harm getrennt wurde.
Dieser versuchte sie sofort aufzufangen, schaffte es aber nicht.
„MAC!“
Mac saß auf dem Boden und schaute sich etwas benebelt um.

Das ganze Deck war nun voll von Menschen, die durcheinander liefen und über die Reling schauten.
Mac spürte das Harm sich neben sie kniete und irgendetwas zu ihr sagte.
Sie bekam es aber nicht mit. Sie war im Moment viel zu geschockt von dem Gefühl, dass sich in ihr aufbaute. Genau wie bei ihren Visionen. Etwas Schlimmes war passiert – ohne Zweifel.

Harm versuchte immer noch Mac anzusprechen.
„Mac, Prinzessin schau mich an.“
Diese Worte holten Mac nun doch in die Gegenwart zurück.
Langsam schaute sie zu Harm hoch.
„Ist alle in Ordnung?“ fragte Harm besorgt und strich ihr über die Wange.

„Meine Hand tut weh. Können wir an die Reling gehen und gucken, was passiert ist? Bitte!“
Harm schaute sich nun auch um.
Durch seine Sorge um Mac hatte er gar nicht bemerkt, was um ihn herum geschah.
„Aber Mac du musst ….!“
„Bitte Harm. Ich habe so ein ganz schlechtes Gefühl.“
Harm holte tief Luft und reicht Mac seine Hand.

„Meinetwegen. Aber nur kurz.“
Mac reichte ihm ihre unverletzte Hand und ließ sich von ihm hochziehen.
Zusammen drängten sie sich durch die Mengen, bis sie an der Reling angekommen waren.
Mac und Harm schauten in die Richtung, in die alle anderen auch schauten.
Was sie da sahen, nahm ihnen den Atem.

Ein riesiger Eisberg ragte direkt vor dem Schiff aus dem Wasser.
Der Ruck den Harm und Mac gespürt hatten, war der Versuch gewesen, das Schiff zu wenden.
Aber so wie es jetzt schien, würden sie mit dem Eisberg kollidieren.

„Mac wir müssen hier weg.“ schrie Harm schließlich, da es so laut war.
Da Mac sich nicht vom Fleck bewegte, nahm er sie bei den Armen und zog sie von der Reling weg.
Gerade als sie einige Meter von der Reling entfernt waren, brach das Chaos aus.
Alle liefen schreiend durcheinander und rempelten sich an. Das ließ nun auch Harm und Mac aufschauen.

Der Eisberg war nur noch wenige Zentimeter von dem Schiff entfernt und einige Sekunden später kollidierte das Schiff mit ihm.
Mac hätte durch den Aufprall, beinah schon wieder das Gleichgewicht verloren, doch Harm fing sie gerade noch auf und drückte sie an sich.
„Wir sollten weg Harm.“ rief Mac.

Harm nickte und versuchte für sich und Mac den Weg freizumachen.
An der Hand schleppte er Mac hinter sich her.
Durch die Mengen, die um sie herumliefen, war es schwer für sie zusammenzubleiben.

Als sie schon fast an der Tür waren, wurden sie voneinander getrennt, durch einen Mann, der gegen Mac prallte.
Er und Mac gingen zu Boden.
Mac war die Erste, die wieder auf die Beine kam.
Als sie sah, wer sie dort angerempelt hatte, wich sie einige Schritte zurück.
„Mic? Was machst du hier?“

Der Angesprochene ging auf sie zu und sah sie wütend an.
„Ich habe dich und Harm gesehen.“
Mac blieben die Worte im Hals stecken und sie machte einige große Schritte nach hinten, bis sie spürte das sie die Reling im Rücken hatte.
Ein Blick nach links zeigte ihr, dass das Schiff noch immer an dem Eisberg vorbeischrammte.
In wenigen Augenblicken würde der Eisberg bei ihr angekommen sein.

Mic war ihr hinterhergegangen und stand nun dicht vor ihr.
„Das wirst du bezahlen, du Miststück!“
Er konnte in Mac’s Augen die pure Panik sehen und er musste sich eingestehen, dass es ihm gefiel.

Mit einem einzigen schups beförderte er Mac auf die andere Seite der Reling.
So schnell er konnte, entfernte er sich.

Mac hatte sich gerade noch an der Reling festhalten können, doch sie spürte, wie ihr, durch ihre verletzte Hand, bald die Kraft ausgehen würde.
Sie sah wieder nach links und sie sah, wie der Eisberg immer näher kam.

Sie tat das Einzige, was sie gerade im Gedanken hatte.
„HARM!!!“


21.07.2000
Gegenwart

Mac lag noch immer an Harm angelehnt da, aber war nun nicht mehr ganz so entspannt, wie noch vor ein paar Stunden.
Sie bewegte ihren Kopf unruhig hin und her und hatte einen leicht gequälten Gesichtsausdruck.
„Was denken sie Commander? Wird es noch schlimmer werden?“
Harm zuckte mit den Schultern und blickte kurz von Mac weg.
„Wenn sie gerade da ist, wo ich es vermute, wird es noch viel schlimmer.“


20.03.2000
Tag der Katastrophe / 21.35 Uhr

Mac konnte sehen, wie quälend langsam der Eisberg auf sie zukam.
Ihre Kräfte drohten sie jeden Augenblick zu verlassen.
Ihre Kehle war wie zugeschnürt.
Auch wenn sie noch einmal nach Harm hätte rufen wollen, es wäre kein Ton über ihre Lippen gekommen.
Noch dazu zerrte der starke und kalte Fahrtwind an ihr, als wenn er nicht erwarten könnte zu sehen, wie sie in das kalte Nass fiel.

Auf einmal spürte sie zwei warme Hände, die sich um ihre Handgelenke legten und sie versuchten nach oben zu ziehen.
Als sie nach oben schaute, konnte sie Harms Gesicht sehen.
Sie hatte das Gefühl, als wenn es das schönste war, was sie jemals gesehen hatte.

„Mac…komm schon, hilf mir etwas! Versuch dich hochzuziehen!“ rief er ihr zu.
Harm hatte die Befürchtung, dass er sie selbst nicht rechtzeitig hochziehen konnte.
Er würde sich das niemals verzeihen können.

Mac strampelte wie wild mit den Füßen gegen die Wand des Schiffs um sich hochzuziehen.
Quälend langsam ging es hoch.
Endlich konnte Harm sie an den Armen packen und sie über die Reling ziehen, kurz bevor der Eisberg an ihnen vorbeischrammte.

Harm und Mac gingen beide zu Boden und Harm zog sie ganz dicht an die Wand und hielt sie ganz fest an sich gedrückt.
Über ihnen lösten sich einige Eisbrocken und vielen nur wenige Zentimeter von ihnen entfernt aufs Deck.

Als das Schiff einige Momente später, an dem Eisberg vorbei war, löste sich Harm von Mac und schaute ihr besorgt ins Gesicht.
„Bist du in Ordnung Mac? Tut dir etwas weh?“
Mac öffnete den Mund um etwas zu sagen, aber der Schreck saß ihr noch zu tief in den Knochen.
Harm strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und nahm sie fest in den Arm.
„Gott Mac… ich hatte solche Angst!“

Mac hatte Harm noch nie gehört, wie er zugab, dass er Angst hatte.
Doch im Moment konnte sie nur an eines denken- Mic!
„Harm… Mic… er war es!“ stotterte sie letztendlich hervor.
„Mic? Was war er?“
Harm konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, was Mac ihm sagen wollte.
Was sollte Mic hier machen und was hatte er getan?

„ER hat mich da runtergeschupst…“ sagte Mac, wild mit den Händen gestikulierend.
Harm’s Kinn fiel ihm fast auf den Boden.
„Was redest du da? Mic? Wie sollte er hierher gekommen sein?“

„Glaub mir, er war es. Ich habe mit ihm gesprochen.“
„Was hat er gesagt?“
Mac löste sich aus Harms Umarmung und schaute ihm ernst in die Augen.
„Er meinte, dass er uns gesehen hätte und dass ich dafür bezahlen werde.“

Während Harm noch mit offenem Mund nachdachte, versuchte Mac sich an der Reling hochzuziehen, da es ihr langsam doch zu kalt wurde, auf dem Boden.
Das ging aber gründlich in die Hose, da sie sich auf ihre lädierte Hand gestützt hatte und ließ sich stöhnend wieder auf den Boden plumpsen.

Das holte Harm sofort wieder in die Wirklichkeit zurück.
„Mac, du musst auf die Krankenstation.“
Nach einer kurzen Pause fügte er noch hinzu:
„Und wir sollten uns informieren, wie schwer das Schiff beschädigt wurde.“

Mac nickte zustimmend und das flaue Gefühl im Magen, wollte sie auf Teufel komm raus nicht verlassen.


21.01.2000
Gegenwart

Harm hatte während der letzten halben Stunde Schwierigkeiten gehabt, Mac ruhig zu halten.
Sie hatte wild mit den Beinen gestrampelt und einmal seinen Namen geschrieen.

„Ich denke, dass wir jetzt das Schlimmste hinter uns haben Commander.“ Sagte Dr. Miller seufzend, während er sich in seinen Sessel setzte und die Schweißperlen von seiner Stirn wischte.

Ohne ihn anzuschauen, antwortete Harm ihm.
„Wenn sie denken, dass es so endet, dann täuschen sie sich. Wenn ich mich nicht irre, dürfte sie gerade mal am Anfang der Katastrophe sein.“


Kapitel 6

20.03.2000
Tag der Katastrophe / 22.56 Uhr

„Also ist nichts gebrochen Dr.?“ fragte Mac, die auf der Liege lag und ihren Arm ausgestreckt hielt, damit der Arzt ihre Hand verbinden konnte.
„Nein. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ihre Hand ist jetzt angeschlagen und ich würde versuchen, so wenig wie möglich mit ihr zu machen.“
„Ich werde ein Auge darauf haben.“ Warf Harm ein, der hinter dem Kopfende der Liege stand und alles mit Argusaugen beobachtete.

„Sagen sie,“ fing Mac plötzlich an den Arzt gerichtet an, zu fragen.
„Wissen sie vielleicht, wie schwer das Schiff beschädigt ist?“
„Nein Ma’am. Aber ich habe kein gutes Gefühl.“
„Danke.“ Antwortete Mac, da der Arzt jetzt mit dem Verbinden ihrer Hand fertig war.

„Ich hoffe ich werde sie nicht so schnell wieder sehen!“ rief der Arzt Mac mit einem grinsen nach, als diese mit Harm schon fast draußen war. Sie lächelte zurück und ließ sich von Harm hinausgeleiten.
„Und nun?“ fragte sie, als sie und Harm draußen waren.

Um sie herum herrschte immer noch heller Aufruhr.
Zwar liefen jetzt nicht mehr alle schreiend umher, aber dafür füllte sich das Deck nun mit Offizieren, die der Bordcrew angehörten.
Man konnte vereinzeltes rufen von Passagieren hören, die wissen wollten, was passiert war – aber eine Antwort bekamen sie nicht.
Das Einzige was im Moment sicher war, war das es einen etwas größeren Schaden geben musste, da die Maschinen gestoppt hatten und die Crew des Schiffs, sichtlich angespannt war.

„Ich denke wir sollten in unsere Kabinen gehen. Das ist glaube ich am sichersten!“ schlug Harm vor, und nahm Mac bei der Hand.
Diese folgte ihm und als sie endlich an ihren Suiten angekommen waren, drückte Mac sich dicht an Harm, um von den vorbeistürmenden Menschen, nicht wieder zu Boden geschickt zu werden.

„Kann ich mit in dein Zimmer? Ich möchte nicht alleine sein.“ Fragte Mac schon fast verlegen.
Auf Harms Gesicht breitete sich ein großes Flyboy – Lächeln aus, dass nur für seine Mac bestimmt war.
„Du musst doch nicht fragen, Prinzessin.“
>Sie sieht einfach zu süß aus, wenn sie rot wird. Schade, dass es nicht gerade oft vorkommt.<
Mac antwortete, indem sie ihn leidenschaftlich küsste und ihm ein Lächeln schenkte, dass ihn in den Himmel beförderte.

Eng umschlungen, traten sie in Harms Zimmer ein.
Harm schloss die Tür und schloss sie ab.
Er wollte nicht so gerne ungebeten Besuch bekommen.
Er drehte sich zu Mac um, die es sich auf seinem Bett gemütlich gemacht hatte.
„Was denkst du, was Brumby will?“
„Mich.“

Harm setzte sich zu ihr und ließ sein Gesicht nur wenige Zentimeter über ihrem hängen.
„Du weißt doch aber hoffentlich, dass ich dich nicht mehr hergebe, oder?“
„Mhhmm.. lass mal nachdenken …“ ärgerte Mac ihn.
Harm lachte los und fing an sie zu kitzeln.

„Nein… Harm… Bitte…. Ich kann nicht mehr…!“ jappste sie schließlich nach einigen Minuten.
„Naja. Gut… ich bin dann mal gnädig.“
„Oh danke..“
Plötzlich wurde Mac aber ernst und Harm konnte einen Schimmer Angst in ihren Augen erkennen.
„Ich habe ein wirklich schlechtes Gefühl, was die Sache mit dem Schiff angeht.“

Harm ließ seinen Kopf, neben den von Mac sinken und drückte sie an sich.
„Ich auch. Aber wir können nichts tun. Diesmal nicht.“
„Ich hasse es, wenn ich weiß dass etwas passiert, ich aber nichts dagegen machen kann.“
„Ich kenne dieses Gefühl Mac. Aber es hat dieses Mal nichts mit uns zu tun. Wir können nichts tun. Wir müssen abwarten und dann versuchen das Beste daraus zu machen.“
„So lange du bei mir bist. Versprich mir nur, dass du bei mir bleibst!“ sagte Mac, mit gärigen Augen und eine Hand auf Harms Brust legend.
„Versprochen.“

Innerhalb weniger Minuten, waren beide in einen leichten Schlaf gefallen.


Kapitel 7

20.03.2000
Tag der Katastrophe / 23.39 Uhr

Ihr Schlaf wurde aber zwanzig Minuten später von einem stürmischen Klopfen an der Tür gestört.
Harm war der Erste, der aus dem Bett sprang und zur Tür rannte.
Als sie aufriss, sah er einen Pagen dort stehen, der ein Dutzend Rettungswesten im Arm hielt.

„Sir, sie müssen eine Schwimmweste überziehen. Wie viele Personen außer ihnen, sind noch hier?“ fragte er aufgeregt.
„E… eine.“ Antwortete Harm verdutzt.
>Jetzt wird es ernst!<
Der Page drückte Harm zwei Rettungswesten in die Hand und wollte schon weiter rennen, doch Harm hielt ihn am Arm fest.
„Was ist los?“

Harm konnte sehen, dass der Mann vor ihm schwer schlucken musste.
„Das Schiff… es geht unter. Der Kapitän hat schon Hilfe angefordert, aber sie kann nicht rechtzeitig hier sein Sie müssen sofort zu den Rettungsbooten, bevor keine mehr da sind.
Entschuldigen sie mich, ich muss weiter!“

Wie paralysiert schloss Harm die Tür und ging zurück zu Mac.
Diese hatte von allem nichts mitbekommen und schlief noch friedlich.
Einige Sekunden, blickte Harm sie an und stellte zum tausendsten Mal fest, dass er diese Frau mehr als alles andere liebte.
Ohne sie konnte er sich ein Leben nicht mehr vorstellen.

„Prinzessin?“ flüsterte er ihr sanft ins Ohr und küsste ihre Nasenspitze.
Es drang immer lauteres Geschrei von draußen hinein und Harm wusste, dass er sich beeilen musste.
Er gab Mac einen Kuss auf die Wange und versuchte es nun etwas lauter.
„Mac?! Wach auf… wir müssen los.“

Langsam fing Mac an sich zu bewegen und die Augen zu öffnen.
Immer noch schläfrig fragte sie:
„Los? Wohin? Warum?“
Leichte Panik stieg in ihr auf. Sie konnte sich denken was los war, wollte es aber noch nicht wahrhaben.
Augenblicklich wurde sie wach.

Harm schluckte nun genau so schwer, wie vorhin der Page.
Er strich Mac sanft über die Wange und gab ihr noch einen Kuss.
Während er zu ihr sprach, schaute Mac mit großen, angsterfüllten Augen in seine.
„Das Schiff sinkt. Wir müssen zu einem Rettungsboot bevor alle weg sind. Wir müssen uns beeilen. Zieh die Rettungsweste an.“ Erklärte er ruhig und hielt ihr die Weste hin.
> Den Rest behalte ich lieber fürs erste für mich. <

Wie in Trance nahm sie diese und setzte sich auf.
„Wir werden es doch überleben, oder Harm?“
„Ja, ganz sicher.“
Mit diesen Worten zog er seine Rettungsweste über und bewegte Mac somit auch dazu sich endlich fertig zu machen.

„Fertig!“ verkündete Mac einige Augenblicke später.
„Okay. Dann lass uns mal rausgehen und ein Boot suchen.“
Mac griff nach Harms Hand und nickte.

Als sie die Tür öffneten, prallten sie auch schon gleich gegen eine Menschenmasse, die zum Ausgang stürmte und panisch schrie.
Instinktiv drückte sich Mac schutzsuchend an Harm.
> Seit wann suche ich denn freiwillig Schutz bei jemanden? < fragte sie sich, über sich selbst überrascht. Aber eigentlich wusste sie genau warum. Sie hatte bei Harm immer so sein können, wie sie war. Bei ihm musste sie nicht ein Marine sein.

„Wir sollten uns den Leuten anschließen.“ Schlug Harm vor und schob Mac mit sich.
Sie wurden mit der Menge mitgerissen und Richtung Ausgang geführt.
Als sie endlich an Deck ankamen, herrschte dort die pure Panik.
Auf der Seite des Schiffes, an der sie standen, waren schon die Hälfte der Boote zu Wasser gelassen worden und anscheinend hielt sich die Regel: „Frauen zuerst“ immer noch, da in den Booten nur Frauen saßen

Harm hoffte nur, dass Mac es noch nicht bemerkt hatte und sie sich nicht gleich wieder quer stellen würde, nur um bei ihm zu bleiben.
Mac hatte ihrerseits sehr wohl bemerkt, dass nur Frauen in den Booten saßen und drehte sich zu Harm.
„Harm… ich gehe nicht ohne dich…. (ich weiß… ich weiß, aber es musste sein!)

Harm nahm sie bei den Schultern und schaute ihr fest in die Augen.
„Du hörst mir jetzt ganz genau zu Marine. Du wirst da jetzt rüber gehen, dich brav in die Schlange stellen und in das Boot gehen. Dann wirst du zu Wasser gelassen mit den anderen und begibst dich in Sicherheit. Ich werde einige Zeit später nachkommen!“ Harm hatte alles ganz langsam und deutlich gesprochen, damit Mac bloß nichts überhörte.

Er konnte in Mac’s Augen ein gewisses leuchten sehen, dass er immer vor Gericht sah.
„Wo du schon mich als Marine ansprichst. Kennst du ganz zufällig das Sprichwort Semper Fi? Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich es dir mittlerweile beigebracht hatte, dass ich mich immer daran halten werde.“

Harm schüttelte nur seinen Kopf und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.
„Marines! Starrköpfig wie kein anderer.“
„Also ich bleibe….!“
„NEIN! Mac, ich habe dich als Frau angesprochen und ich könnte mir nie verzeihen, wenn dir etwas passieren würde. Bitte tu doch wenigstens einmal, was ich dir sage.“

Mac blinzelte einige Tränen weg und schluckte den Klos in ihrer Kehle runter.
Sie wollte ihn nicht alleine lassen. Sie wollte bei ihm bleiben, wie bei jedem ihrer Abenteuer.
Aber sie wollte ihn nicht belasten.
Langsam nickte sie.
Dieses Mal konnte sie ihre Tränen nicht mehr aufhalten.

„O Mac…!“ schnell nahm er sie in den Arm und drückte ihr einen Kuss auf die Lippen.
„Gott Harm. Ich kann dich jetzt nicht verlieren, gerade wo wir…“
Bevor sie aussprechen konnte, legte Harm ihr seinen Zeigefinger auf die Lippen.
„Ich verspreche dir, dass du mich nicht verlierst. Aber versprich du mir das gleiche.“
„Versprochen.“ Flüsterte Mac und küsste ihn.

Mitten im Kuss, wurden sie durch einen Mann unterbrochen, der sie anrempelte.
Harm fing Mac auf, bevor sie zu Boden gehen konnte.
„Danke!“
„Immer wieder gerne!“
Sie blickten sich um und sahen nichts als Menschen, die schreiend umherliefen.
Irgendwo, auf der anderen Seite des Schiffes, hörten sie die Kapelle spielen.
Wahrscheinlich sollte es die Mengen beruhigen, aber Harm und Mac merkten nichts davon.

„Ich sollte dich zu Boot bringen.“ Beschloss Harm und ging voraus.
Sich an Harms Hand festhaltend, folgte sie ihm.
An den Booten angekommen, wurden sie von drei Offizieren in die Schlange gewiesen und warteten.

Nach fünf Minuten stand schließlich nur noch eine Person vor Mac.
Als diese dann eingestiegen war, hieß es Abschied nehmen.
Zu Mac’s Entsetzten, blieb dafür kaum Zeit. Sie schaffte es gerade Mal, Harm noch einen Kuss zu geben und seine Hand zu drücken.

Kaum dass sie im Boot saß, bereute sie es schon wieder.
Es lief ihr kalt den Rücken runter.
Die letzten Stunden hatte sie die ganze Zeit Harm neben sich gehabt und hatte seine schützende Wärme gefühlt…. Aber jetzt? Jetzt fühlte sie sich verlassen.
Und so wie sie Harm da, an der Reling so stehen sah, fühlte sie sich, als wenn sie ihn verlassen hätte.

Langsam wurde das Boot runtergelassen.
Ein Ruck ging durch die Insassen und es ging langsam in die Tiefe.
Mac sah die ganze Zeit in Harms Augen.
> Und wenn ich ihn jetzt zum letzten Mal sehen?< fragte sie sich.

Plötzlich überrollte sie die Angst.
Tränen liefen ihre Wangen herunter.
>Ich kann ihn jetzt nicht aufgeben. Das geht nicht…. Nicht JETZT und auch NIEMALS!<
Mit einem festen Entschluss, stand sie in dem wackeligen Boot auf und fing an sich nach vorne zu arbeiten, ohne auf die Rufe, der Offiziere und der anderen Menschen zu achten.
Das Einzige was sie dachte war:
>So schnell es geht raus hier!<


21.07.00
Gegenwart

Mac bewegte ihren Kopf unruhig auf Harms Brust hin und her, während ihr die Tränen die Wangen runterliefen.
Harm strich diese mit seinem Daumen sanft weg – so wie er es schon oft gemacht hatte.
Er platzierte einen Kuss auf Mac’s Lippen, worauf sie sich etwas beruhigte.
„Es wird alles gut Prinzessin.“ Sprach er in ihre Haare, während er ihr mit der Hand über den Arm strich.


20.03.2000
Tag der Katastrophe / 23.59 Uhr

>So schnell es geht raus hier!<
Mit diesem Gedanken, erhob sich Mac mit einem Ruck von ihrem Platz.
Sofort fingen die Offiziere und Passagiere in dem Boot nach ihr zu rufen und versuchten sie aufzuhalten, als sie sich einen Weg zum Rand des Bootes bahnte.

„MAC! NICHT!!!!“ hörte sie Harm schreien, als sie sprang, immer die Reling des Schiffes vor Augen.

Nach einigen Sekunden in der Luft, in denen sie sich wie schwerelos fühlte, prallte sie gegen die Reling des Schiffes und klammerte sich an dieser fest.
Irgendwelche Menschen griffen sie an den Armen und zogen sie zurück auf das sinkende Schiff.


Kapitel 8

21.03.2000
Tag der Katastrophe / 00.03 Uhr

>Was macht sie da? Ist sie verrückt geworden?< fragte sich Harm panisch.
Er stand an der Reling und versuchte sich so tief es ging nach unten zu beugen.
Als Mac gesprungen war, war ihm fast das Herz stehen geblieben.
Alle Schreie waren verstummt und er konnte kaum noch atmen.
Jetzt konnte er sehen, dass sie über die Reling wieder auf das Schiff gezogen wurde.

Sofort sprintete er los, um zu ihr zu kommen.
Er rannte gegen unzählige Leute, ohne sich zu entschuldigen.
Endlich, nach einigen Sekunden, war er an der Treppe zum Speisesaal angekommen und rannte diese, völlig außer Atem runter.

Da sah er sie auch schon.
Mac kam um die Ecke gerannt und schaute sich verzweifelt nach ihm um.
Harm blieb einen Sekundenbruchteil stehen und schaute sie einfach nur an.
Sie sah so verletzlich aus, so verzweifelt.
Gar nicht mehr wie sein Marine… einfach nur, wie die Frau die er liebte.

Als er seinen Gedanken zu Ende gedacht hatte, fing er an Mac entgegen zu laufen, die mittlerweile etwas an Schnelligkeit verloren hatte.
Als sie ihn erblickte, fing sie wieder an zu rennen und warf sich verzweifelt in seine Umarmung.
„Harm… ich konnte nicht gehen… ich habe dich da so stehen gesehen und…“ sie wurde durch einen langen und tiefen Kuss unterbrochen

Als sie sich trennten, schaute Harm ihr tief in die Augen und lächelte sie an.
„Macht nichts Prinzessin … wir schaffen das!“
Mit diesen Worten drückte er sie noch einmal fest an sich.

Während sie da so standen und von den Menschen, die um sie herum liefen und versuchten sich zu retten, nichts mehr wahrnahmen, beobachtete sie ein Mann von der Treppe aus.
>So leicht kommst du mir nicht davon Kumpel<
An diesem Gedanken festhaltend zog er seine Waffe aus einer Tasche und führte sie langsam nach oben.

Währenddessen hatte Mac sich wieder beruhigt und Harm schaute sich um, um eine Möglichkeit zu finden sie hier rauszubringen.
Dabei fiel sein Blick auf die Treppe, auf der er zu seinem Entsetzen Mic sah, der eine Waffe in der Hand hielt.

Sofort löste Harm sich von Mac und nahm ihre Hand.
„Wie müssen weg Mac.“ Rief er durch den Lärm und zog sie mit sich.
Mac schaute sich verwirrt um und auch ihr Blick fiel auf die Treppe und Mic.
Sie wurde um eine Nuance blasser und beeilte sich durch das Gedränge, Harm hinterherzukommen, als sie auch schon die ersten Schüsse hörten.

„Harm!“
Mac konnte nicht anders als Harms Namen zu rufen.
Sie hatte Angst… kalte, abgrundtiefe Angst.
Sie wusste, dass Mic in solchen Situationen unberechenbar war. Sie hatte ihn schließlich besser kennen gelernt und seine Eifersucht und seine Reaktionen darauf waren einer der Gründe, warum sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte.
„Renn Mac!“ schrie Harm panisch, während er Mac hinter sich herzerrte.

Brumby war ihnen schon dicht auf den Fersen.
Er konnte es nicht ausstehen Mac mit anderen Männern zu sehen – besonders DIESEM Mann.
Wenn er sie nicht haben konnte… dann keiner!

Harm und Mac waren irgendwelche Treppen hochgerannt, nachdem sie zahlreiche Gänge entlanggerannt waren.
Sie hörten noch immer, die lauten Schritte hinter ihnen.

Mac klammerte sich so fest es nur ging an Harms Hand.
Sie wollte hier weg… mit Harm…. Auf der Stelle.
Nach sehr vielen Treppen, waren sie an einer Tür angekommen, von der sie überhaupt nicht wussten, wohin sie führte.
Mac klammerte sich nun an Harms Arm und drückte es sich so gut es ging an ihn.

„Er kommt näher…“ schrie sie und zupfte an seinem Ärmel.
Harm legte seinen Arm um ihre Taille und zog die Tür auf.
Er ließ Mac als erste hindurch, ließ dafür ihre Hand los und drehte sich für einen Sekundenbruchteil um.

Als er Macs Schrei hörte, gefror ihm das Blut in den Adern.
Er drehte sich sofort um und erhaschte gerade noch einen Blick auf Mac, wie sie am Rand der Fläche stand und versuchte ihr Gleichgewicht wieder zu erlangen.

Harm sprintete zu ihr und versuchte nach ihrer Hand zu greifen, verfehlte sie um eine Haaresbreite und musste geschockt mit zu sehen, wie Mac ca. 8 Meter in die tiefe stürzte und leblos am Boden liegen blieb.

Harm konnte ihr Gesicht nur zur Hälfte sehen, da sie auf der Seite lag.
Er hörte Brumby näher kommen und sprang die 8 Meter hinunter.

Als er sich nach einigen Sekunden wieder auf die Beine kämpfte, rannte er sofort zu Mac.
„Mac? Mac kannst du mich hören?“
Harm hatte zwar Angst Mac zu bewegen und sie zu verletzen, aber nachdem er keine Antwort von ihr erhielt, fasste er sich nun doch ans Herz und drehte sie auf den Rücken.

Mac schien einen ziemlich blauen Fleck auf ihrem Wangenknochen zu bekommen und sie hatte einen Kratzer auf der Wange.
Sonst konnte Harm keine weiteren Verletzungen erkennen – bis er ihren Körper entlang schaute.
Ihr linkes Bein stand in einem sehr ungesund aussehendem Winkel ab und, wie er durch das nach oben gerutschte Kleid feststellen konnte, fing auch Macs knie an Blau anzulaufen.

Das andere Bein schien so weit in Ordnung zu sein, hatte aber auch eine ungesunde Färbung am Knöchel bekommen.
Er überlegte einen Moment lang, ob er den Knochen richten sollte, entschied sich dann aber dagegen, da er sich nicht sicher war, ob er es wirklich richtig machen würde.

Stattdessen, nahm er Macs Oberkörper hoch und legte ihren Kopf auf seine Schenkel.
Sanft strich er ihr über die unverletzte Wange und hauchte ihr einen Kuss auf den Mund.
„Mac… wach bitte auf, wir müssen hier weg.“

Doch egal was er versuchte, Mac wachte einfach nicht auf.
Er schaute sich um, da fiel ihm Brumby wieder ein.
Er schaute nach oben und blickte direkt in Brumbys geschocktes Gesicht.
Wenn Harm nicht Mac gerade in seinen Armen gehalten hätte und sie nicht bewusstlos gewesen wäre, hätte Harm sich dort hochgeseilt und hätte ihn windelweich geprügelt.

Mic war sich erst jetzt im Klaren, was passiert war.
Ja, er wollte ihnen wehtun, aber er wollte es nicht auf diese Weise.
Er wollte es schnell und schmerzlos über die Bühne bringen, bevor ihn der Mut verlassen würde.
Aber jetzt?
Er hätte sie noch immer erschießen können und keiner hätte in dem Chaos darauf geachtet, aber jetzt konnte er nicht mehr.
Langsam zog er sich von dem Rand zurück und ging wieder zurück zu den Treppen.
Er wollte nur noch weg.
Von der gespielten Musik der Band begleitet, die mittlerweile auf dem Deck stand und spielte um die Menschen zu beruhigen, verschwand er durch die Tür und seine Umrisse verloren sich in dem Schatten des dunklen Treppenhauses.

Unterdessen saß Harm noch immer bei Mac, die sich noch immer nicht gerührt hatte.
Das Wasser war gestiegen.
Das Schiff schien mit dem Bug zuerst zu versinken.
Harm sah, wie das Wasser bedrohlich langsam, auf sie zukam.
Er musste Mac hier wegbringen.

Noch ein letztes Mal versuchte er sie zu wecken – und er schaffte es.
„Harm?“
Erleichtert atmete Harm auf und griff unter Macs Knie und Rücken.
„Was tust du?“ fragte sie ihn verwirrt, während er sie in seine Arme nahm und aufstand.
„Ich bringe uns in Sicherheit. Das Wasser ist schon ziemlich nahe und ich möchte im Moment noch nicht nass werden.“

Mac versuchte sich aber aus Harms Griff zu befreien.
„Lass mich runter, ich kann selber gehen.“ Schnappte sie und schaute ihn böse an.
Harm wusste nicht, was los war, hoffte aber, dass ihre Reaktion vom Schock ausgelöst wurde.
>Manche Leute sollen dann ja aggressiv werden<

„Hör auf zu zappeln. Dein Bein ist gebrochen und du kannst auf gar keinen Fall darauf stehen, geschweige denn gehen. Also lass mich dich tragen – Bitte?“
Auch wenn es Mac schwer fiel sich helfen zu lassen, plötzlich wurde ihr klar, in wessen Armen sie da lag.
Sie wusste, dass Harm sie nicht für schwach hielt und ihr helfen wollte.
Also hörte sie auf sich dagegen zu währen.
Und wenn sie ehrlich sein sollte, musste sie zugeben, dass sie ihr Bein gar nicht spürte.
>Das kann doch nicht sein< redete sie sich ein.
Doch bewegen konnte sie es auch nicht.

Harm hatte sie schon etliche Meter vom Wasser weg gebracht, allerdings wurde es immer schwerer zu laufen, da das Schiff immer tiefer mit dem Bug sank und dadurch immer Senkrechter stand.

Nach einigen weiteren Metern, hatte Harm ernsthafte Schwierigkeiten sich noch aufrecht zu halten, durch den Winkel, den das Schiff angenommen hatte.
Mac merkte das natürlich und versuchte sich wieder aus seinem Griff zu befreien.
„Lass mich runter Harm. Du kannst hier kaum noch laufen und wir sind nicht mehr weit entfernt, also kann ich es selbst schaffen.“

Harm blieb stehen und überlegte kurz.
Er war total außer Atem und wollte Mac eigentlich nicht gehen lassen, aber er war sich nicht sicher, ob er ihr helfen konnte wenn etwas passierte, wenn er selbst total down war.
„Ok Mac. Sei aber vorsichtig und ich werde dich stützen.“
Mac nickte und spürte wie Harm sie langsam nach unten ließ.

Als sie mit ihrem gebrochenem Bein den Boden berührte, stiegen ihr Tränen in die Augen.
Schnell, versuchte sie sich von Harm zu drehen, damit er nicht sah, dass sie Schmerzen hatte.
Harm bemerkte es natürlich, beschloss aber nichts zu sagen.
Die Menschen um sie herum, rannten nach oben und erinnerten Harm wieder daran, dass er Mac hier weg bringen musste.

Er griff ihr beschützend um ihre Taille und zog sie mit sich.
Er trug sie eigentlich noch immer mehr, als dass er sie nur stützte, aber er war wieder bei Atem und es gab ihm schon einmal Hoffnung, da er die Reling vom hinteren Teil des Schiffes sehen konnte.
„Komm Mac, wir sind gleich da….“

Sie wurden auf ihrem Weg dort hin, von zahlreichen, panischen Menschen geschubst und angeschrieen, sie sollten doch etwas schneller gehen.
Harm dachte aber gar nicht daran.

Wenige Meter vor der rettenden Reling, entließ Harm hörbar den Atem und zog Mac noch etwas fester an sich.
Er führte Mac, so schnell es ging zur Reling und drückte sie mit seinem Körper daran, sodass sie nicht nach hinten fallen konnte.

Mac klammerte sich mit einer Hand an das kühle Metall der Reling und mit der anderen
an Harms Arm.
Ihr Bein, ihr Kopf und ihr Handgelenk schmerzten und sie hatte das Verlangen sich irgendwo anzulehnen und einfach einzuschlafen.
>Vielleicht eine Gehirnerschütterung?< fragte sie sich, während sie sich immer mehr an Harm lehnte und ihre Augen schloss.

Plötzlich dröhnte ein lautes Summen an ihr Ohr, dass sie dazu veranlasste ihre Augen nun doch zu öffnen.
Einige Sekunden später, gingen alle Lichter aus und sofort ging ein panisches Geschrei durch die Menschenmassen.
Harm trat noch etwas näher an Mac und legte seine Arme, an die Reling, so dass Mac völlig von Harms Wärme umgeben wurde.
„Es wird alles gut!“ flüsterte er ihr ins Ohr.


21.07.2000
Gegenwart

„Können sie ihr nicht irgendwelche Beruhigungstropfen, oder sonst etwas geben?“ flehte Harm den Arzt an. Er konnte nicht mehr mit ansehen, wie Mac sich quälte.

Seit einer halben Stunde warf sie sich von einer Seite auf die andere.
Erst hatte sie stumm geweint und es hatte den Anschein, als wenn sie vor etwas Angst hätte.
Dann plötzlich, hatte sie einige Minuten nur dagelegen und es war totenstill im Zimmer.
Doch dann hatte sie angefangen, leise zu stöhnen, als wenn sie schreckliche Schmerzen hätte.

Harm wollte ihr so gerne helfen, konnte aber nichts weiter tun als da sitzen und
sie in seinen Armen halten.
Dr. Miller schaute auch etwas hilflos drein, schüttelte aber den Kopf.
„Ich kann ihr keine Tropfen geben…. Da muss sie durch. Deswegen macht sie es doch!“
Keiner von ihnen hatte mit einer so heftigen Reaktion von Mac gerechnet.


Kapitel 9

21.03.2000
Tag der Katastrophe/ 01.30 Uhr

>Jetzt wird es ernst!< dachte sich Harm.
Die Lichter blieben aus und das einzige Licht, war das, das der Mond und die Sterne ihnen spendeten.
Man hörte das Unheimliche quietschen von Metall, dass verbogen wurde, die Schreie der Menschen, die um ihr Leben kämpften, meistens aber verloren und das dröhnen des Wassers, dass sich seinen Weg immer weiter durch das Schiff bahnte.

Mac war ganz still und versuchte nur das Geschrei der Kinder und den Schmerz in ihrem Körper zu verdrängen.
Sie konzentrierte sich auf Harm, der an ihrem Rücken stand.
Sie presste ihre Augen zusammen und wollte sie nie wieder aufmachen.

Nach wenigen Minuten musste sie zugeben, dass sie ihr Bein nicht mal ein wenig spürte.
Einerseits fand sie das gar nicht Mal so schlecht, da sie keine Schmerzen hatte, aber andererseits, jagte es ihr doch ein wenig Angst ein.
Nicht zuletzt deswegen, weil ihr anderes Bein auch etwas mitgenommen zu sein schien und sie nicht so recht ihrem Knöchel trauen konnte, sie zu tragen.

Sie merkte immer mehr, wie dass Schiff sich Zentimeter für Zentimeter Senkrechter stellte und es immer schwerer wurde sich an der Reling festzuhalten und zu stehen.
Sie konnte sich nicht vorstellen, wie sich Harm gerade fühlte.

Mit einem kurzen Blick auf ihn sah sie, dass er schon praktisch an der Reling hing, an die er sich verzweifelt klammerte.
„Harm? ... Wir müssen hier weg. Wir fallen sonst runter.“

Harm schaute sich um und konnte ihr nur zustimmen.
Er zog sich vorsichtig an dem Metall hoch und versuchte auf die andere Seite zu klettern.
Als er mit, viel Mühe, dort angekommen war, griff er nach Macs Arm und zog sie zu sich hoch.
Sofort legte er seine Arme um sie und hielt sie fest.

Mittlerweile stand das Schiff schon fast senkrecht im Wasser.
Hunderte Menschen versuchten sich noch mit letzter Kraft an irgendetwas festzuhalten, versagten aber kläglich und vielen einer nach dem anderen ins Wasser.
Die meisten aber versuchten ihr Glück sich zu retten, indem sie ins Wasser sprangen, was aber ebenfalls öfter tödlich als rettend endete.

Harm und Mac lagen jetzt schon auf der Reling und schauten nach unten ins Wasser.
Plötzlich wurde es ruhig und das riesige Schiff, schwamm wie ein Korken auf dem Wasser.

Mac drückte sich immer fester an Harm und lauschte wieder den Schreien.
Sie wollte sie nicht hören, aber wie hätte sie weghören können?
Es war überall um sie herum und sie selbst, hätte am liebsten auch geschrieen und geweint.
Aber sie wusste, dass Harm bei ihr war und er alles tun würde, um sie zu retten- und sie würde das gleiche tun.
Dieser Gedanke gab ihr Kraft noch etwas länger durchzuhalten.

Harm blickte sich langsam um.
Außer ihm und Mac, waren noch drei andere Personen auf die andere Seite des Schiffes geklettert und warteten nun schweigend, was passieren würde.

Plötzlich viel ihm die Band ein die er vorhin noch gehört hatte.
Als er Mac getragen hatte, waren sie an ihnen vorbei gegangen.
Sie hatten Nearer, My God, to Thee gespielt.
Irgendwann waren die lieblichen Klänge aber verstummt.
>Ob sie sich retten konnten? Fragte sich Harm.
Er hoffte es.


21.07.2000
Gegenwart

Mac lag jetzt seit zehn Minuten still da und gab keinen Mucks von sich.
Allerdings rannen ihr stumme Tränen unaufhörlich die Wangen hinab.

Harm wischte sie ihr immer zärtlich mit dem Daumen weg, es kamen aber immer neue wieder.
Harm konnte sich nicht erinnern, dass Mac geweint hatte als sie auf dem Schiff waren.
>Wahrscheinlich lässt sie ihren Gefühlen JETZT freien lauf.<

Dr. Miller war in der Zwischenzeit aufgestanden und hatte Harm und sich einen Kaffee gemacht.
Schließlich war es schon Nacht geworden und beide waren erschöpft und müde und Kaffee sollte ja Wunder wirken bei Müdigkeit.
Leise reichte er die Tasse an Harm, der nur einen Schluck daraus nahm und sie sofort wegstellte, um sich wieder Mac zuzuwenden.

Dr. Miller hatte noch nie so ein Pärchen wie die beiden gesehen.
Solch eine starke Liebe, wie sie von den beiden ausgestrahlt wurde, gab es selten in den heutigen Zeiten.
Aber er musste zugeben, dass er sich auch Sorgen um Sarah MacKenzie machte.
Sie schien wirklich viel aufgestaut zu haben.
>Hat sie den gar nicht mit dem Commander geredet?<
Er beschloss die beiden später danach zu fragen.


Kapitel 10

21.03.2000
Tag der Katastrophe/ 01.45 Uhr

Nach einigen Minuten, in denen Harm und Mac auch unten, auf das Wasser gestarrt hatten, fing das Schiff an sich langsam zu bewegen.
Erst ging ein leichter Ruck durch den Koloss und dann ging es Abwärts.
Die Wassermassen spritzten nach Oben und es dröhnte so laut, dass man am anderen Ende des Schiffes, kaum etwas verstehen konnte.

Harm griff nach Macs Hand und verflocht seine Finger mit ihren.
„Lass meine Hand nicht los! Egal was passiert, verstanden?“
Mac nickte nur panisch und schaute ihm tief in die Augen.
Sie war vollkommen durchgefroren und ihre Hände zitterten unaufhörlich.

Beide sahen, wie sie der Wasseroberfläche näher kamen und die Menschen die nach unten gesogen wurden und versuchten sich noch nach oben zu kämpfen.
„Gott, Harm! schrie Mac plötzlich.
Sie wollte ihn nicht verlieren – nicht so!

Es waren nur noch wenige Meter bis zu Oberfläche und die Anspannung war bis ins unermessliche gestiegen.

Das Wasser das hoch gespritzt wurde, erreichte schon Mac und Harm, die zusammengekauert da saßen und auf den Moment warteten, in dem sie auf das Wasser treffen würden.

Mac klammerte sich an Harms Hand und starrte in die kalte Brühe unter ihr.
Ein Meter bevor sie das Wasser berührten rief Harm ihr zu:
„Hol tief Luft Sarah!“
Sie tat was er ihr sagte und in einem Sekundenbruchteil, waren sie unter der Wasseroberfläche verschwunden.


21.07.2000
Gegenwart

Als Harm hörte wie Mac nach Luft schnappte, wusste er sofort, dass sie bei dem Untergang war.
„Dr. Miller, sie ist jetzt beim Untergang….“
„Das ist gut. Wie lange könnte es jetzt noch dauern?“

Sie saßen jetzt schon vierzehn Stunden da und Dr. Miller, wollte endlich seinen Feierabend genießen, der schon vor drei Stunden angefangen hat.
Das sollte natürlich nicht heißen, dass er sich nicht um seine Patienten sorgte, aber solch einen schwierigen Fall hatte er schon lange nicht gehabt.

Sarah bewegte sich nun etwas hin und her und versuchte anscheinend nach Harms Hand zu greifen.
Dieser verwehrte sie ihr natürlich nicht und drückte ihre leicht.
Augenblicklich beruhigte Mac sich etwas, drehte sich aber immer noch etwas unruhig.

„Sie schafft das Commander!“ sagte Dr. Miller, als er den gequälten Ausdruck auf
Harms Gesicht an.

Harm nickte und wendete sich wieder Mac zu.
>Komm schon Sarah… du musst es schaffen und dann wird es dir wieder gut gehen!<


Liebe Grüsse Petra

Kalorien sind kleine Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen.

 
Petra
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RE: Heart Of The Ocean von Katja

#3 von Petra , 14.05.2007 23:25

Kapitel 11

21.03.2000
Minuten nach der Katastrophe/ 02.23 Uhr

Wasser!
Überall Wasser!
Harm konnte nicht Atmen… er versuchte Luft zu holen, seine Lunge brannte wie Feuer, aber er konnte keine Luft holen.
Seine Welt fing an sich zu drehen, alles wurde Schwarz.
Es war wie ein Flashback zu seinem Absturz, an dem Tag als er zu Mac Hochzeitsessen wollte um sein Versprechen nicht zu brechen.

Überall Wasser.
Verzweiflung!

Plötzlich kreuzte ein Gedanke und ein Bild seine Gedanken – Mac!
Seine Sarah.
Wo war sie? Ging es ihr gut?
Er musste sie finden – sie war doch.. er wusste wie sehr sie das Meer hasste.
Jedenfalls wenn sie unerwartet darin landete.
Besonders nach seinem Absturz.

Wild durchs Wasser wedelnd, versuchte er Macs Hand zu greifen.
Schließlich ergriff er irgendeinen Körper und zerrte ihn an die Oberfläche, ohne zu wissen ob es wirklich Mac war.

An der Oberfläche angekommen, schaute er auf die Person die er da mit sich nach oben gezogen hatte und tatsächlich… es war Mac.
Sie schien bewusstlos zu sein, aber als Harm ihren Puls kontrollierte, war er stetig und kräftig da.
Atmen tat sie auch ganz normal.

Harm spürte wie die Kälte sich ihren Weg durch seine Hosen bahnte und anfing an seiner
Haut zu nagen.

Plötzlich öffnete Mac die Augen und zupfte Harm am Arm.
„Hey Sweetie! Du musst wach bleiben, hörst du?“
Mac schaute sich langsam um und die Erinnerungen der letzten Stunden kamen zu ihr zurück.
„Harm? Bist du verletzt?“ war ihre erste Frage.

Harm schüttelte lächelnd den Kopf.
„Nein. Aber du Mac!“
Auch er blickte sich um und erspähte, zwischen den hunderten von Menschen, die ums nackte Überleben kämpften, ein paar Überreste des Schiffes.
Unter anderem eine große Tür.

„Mac, siehst du die Tür dort hinten?“
„Eine Tür?“ fragte Mac zweifelnd, ohne in die, von Harm gezeigte Richtung, zu schauen.
„Schau erst mal hin, bevor du mich für Verrückt hältst!“

Mac drehte den Kopf nach hinten und erblickte ebenfalls die Tür, die dort im Wasser trieb.
„Du bist genial Harm!“
Harm lächelte und konnte sich einen Scherz nicht verkneifen.
„Bin ich immer, du hörst mir nur nicht zu.“

Langsam bahnten sich Mac und Harm ihren weg durch die Menschenmenge.
Viele bewegten sich nicht mehr und trieben mit dem Gesicht im Wasser herum.

Mac versuchte sich nur auf ihr Ziel zu konzentrieren, wobei sie selbst nicht wirklich schwimmen konnte.
Ihre Beine spürte sie nicht mehr und alles andere fühlte sich auch schon taub an.

Nach wenigen Minuten waren sie an der Tür angekommen.
Unter gewaltiger Kraftanstrengung, schaffte Harm es Mac auf die Tür zu legen und sich selbst neben sie zu legen.

Es war so verdammt kalt!

„Harm?“
„Ja?“
„Ich spüre meinen Körper nicht mehr!“
Harm sagte nichts, sondern nahm Mac fest in seine Arme und versuchte sie aufzuwärmen.
„Schlaf nur nicht ein Mac!“
„Ich werde es versuchen.“ murmelte Mac an Harms Brust.

Mit jeder Minute die verstrich, wurden auch die Hilfe – und Klageschreie leiser.
Aber immer noch waren genug da, um sich in Macs Erinnerungen zu brennen.


22.07.2000
Gegenwart

„Bringen sie mir bitte noch eine Decke Dr!“ bat Harm leise, während er versuchte Mac mit einer Wärmflasche zu wärmen.
Ihre Körpertemperatur war in der letzten Stunde auf 35,2°C gefallen.
Was bei einer, nur psychischen Auswirkung, viel zu wenig ist.

Fünf Minuten später, kam Dr. Miller mit einer dicken Steppdecke angerannt.
Harm nahm sie ihm ab und wickelte, die zitternde Mac fest darin ein.
Ihre Hautfarbe änderte sich auch leicht in ein gräuliches weiß.

>Das sieht nicht gut aus!< stellte Dr. Miller besorgt fest.


Kapitel 12

21.03.2000
Stunden nach der Katastrophe/ 04.02 Uhr

Harm lag ganz still auf der treibenden Tür und hielt Mac fest in seinen Armen.
Seit einer halben Stunde, waren fast alle Schrei verstummt und die Rettungsbote waren nicht zurückgekommen.

Die Sterne glitzerten noch immer am Himmel und der Mond schien immer noch stark herab.
Sachte bewegte sich das Wasser und hob die Tür leicht an.

Als Harm sich umschaute, sah er dass das Wasser mit toten Menschen gepflastert war.
Die Boote konnte er nirgendwo sehen.
Er konnte nicht weiter auf die ganzen Leichen schauen.
Es war einfach zu grässlich.

Er richtete seinen Blick auf Mac, die in den Himmel starrte und sich schon seit längerer Zeit nicht bewegt hatte.
Harm spürte dass seine eigenen Knochen leicht steif geworden waren und die Kälte, alles ganz taub machte.

„Mac?“ flüsterte er.
Seine Stimme schien zu mehr nicht fähig zu sein durch die Kälte.
Mac richtete ihre Augen langsam auf Harm, sagte aber nichts.
„Du musst dich ein wenig bewegen.“
Mac blinzelte ein paar mal und versuchte was zu sagen.
„I…Ich kann… nicht. Ich… spüre.. meinen Körper nicht mehr.“

Harms Herz schien zusammengedrückt zu werden.
Er konnte es nicht ertragen seine Mac so leiden zu sehen.
„Sarah… bitte! Wenn du dich etwas bewegst, dann geht das wieder. Versprochen!“
Mac schüttelte nur langsam den Kopf.

Ihre Augenlieder fühlten sich so schwer an. Und die Stille hatte eine beruhigende Wirkung.
Und sie war so müde… so schrecklich müde…
„MAC! Du darfst jetzt nicht einschlafen!“
Panik ergriff Harm.
Was sollte er tun? Er hatte keine Möglichkeit, sie hier rauszuholen oder ihr zu helfen.

Kurzzeitig öffnete Mac ihre Augen und starrte wieder zum dunklen Himmel hoch.
„Harm… ich werde so müde…“
„Nein, das wirst du nicht! Du musst mich jetzt anschauen und dich auf mich konzentrieren!“
Doch Mac driftete wieder in einen Halbschlaf über.

„MAC!“
Harm rüttelte sie an den Schulter und es gelang ihm sie noch einmal wach zu kriegen.
Schläfrig schaute sie ihn an.
„Harm… ich liebe dich!“
„Ich liebe dich auch Mac. Aber du musst jetzt wach bleiben!“
„Es… tut… mir so leid Harm.“ stammelte Mac hervor und ihre Augen schlossen sich wieder.

Harm wollte gerade wieder anfangen sie wachzurütteln, wurde aber durch ein grelles Licht gestört, dass ihm direkt ins Gesicht schien und ihn blendete.
Er sah auf und blickte auf zwei weiße Rettungsboote, die nur halbbesetzt mit Passagieren waren.


22.07.2000
Gegenwart

Dr. Miller ging im Zimmer auf und ab und fuhr sich ständig durch seinschütteres Haar.
„Ich schlage vor, dass wir noch eine halbe Stunde warten und wenn ihre Temperatur auch nur einen Grad runter geht, wir sie sofort ins Krankenhaus bringen.“
Harm wurde immer wütender.
>Dieser aufgeblasene, nichtsnutzige Hirnklempner! Ich hätte Mac niemals her bringen dürfen!<
„Wecken sie sie auf, verdammt noch mal!“
„Das kann ich nicht Commander!“
„Was reden sie da? Man kann Leute immer aus einer Hypnose aufwecken!“

Dr. Miller strich sich die Schweißfeuchte Stirn trocken und schaute Harm in die Augen.
„Aber nicht, wenn die Patienten in einen Schockzustand gefallen sind.
Außerdem, Mr. Rabb, das ist keine Hypnose!
Und ich habe ihnen die Gefahren vorher erklärt.
Ich kann Sarah nicht aufwecken, wenn sie gerade, in der sie prägenden Phase, ist!“

>Klasse!< dachte Harm nur und widmete sich wieder ganz Mac,
die zitternd und mit blau angelaufenen Lippen, mit dem Kopf in seinem Schoss lag.


Kapitel 13

21.03.2000
Stunden nach der Katastrophe/ 04.30 Uhr

Harm dachte, dass Salzwasser wäre ihm zu Kopf gestiegen.
Rettungsboote? Jetzt? Wo es schon fast zu spät war??
>Das muss ein Wunder sein<

Er setzte sich leicht auf und versuchte sich von Mac zu trennen.
Ihre Kleider warn durch die Kälte zusammengefroren.
Harm wusste, dass er sich irgendwie bemerkbar machen musste, sonst würden ihn die Männer im Boot, bei der Dunkelheit und dem Nebel der aufzog, nicht bemerken.

Während er noch überlegte was er tun sollte, hörte er Stimmen.
„Hier lebt keiner mehr… wir fahren zurück!“ rief einer der Männer auf dem Boot.
Harm geriet in Panik.
Das konnte er nicht zulassen.
Wild schlug er mit den Armen ins Wasser.

Durch das laute platschen wurden die Männer im Boot auf die Stelle,
wo Harm und Mac waren aufmerksam
„ZURÜCK!!! DA IST NOCH JEMAND!!! SOFORT WIEDER UMDREHEN!!!“

Als Harm den Ruf hörte, hatte er das Gefühl, als würde ihm ein Steinbrocken vom Herzen fallen.
Das Licht das ihn vorhin geblendet hatte, drehte sich wieder in deren Richtung und kam näher.
Harm beugte sich zu Mac runter und fühlte nach ihrem Puls.
Er fand ihn, aber er war sehr schwach.
Als das Boot nur noch wenige Meter von ihnen entfernt war, schlug Mac plötzlich die Augen auf.

„Harm?“
Harm rannen mittlerweile Tränen die Wangen herunter.
„Hi Süße. Die Boote sind zurückgekommen, wir werden hier rauskommen!“
Als er das gesagt hatte, schloss Mac wieder die Augen und viel wieder in die alles umschließende Leere zurück, wo es keinen Schmerz und keine Kälte gab-
aber auch keinen Harm und keine Geborgenheit.

Harm strich ihr unterdessen die Haare aus dem Gesicht, die alle kleine Eisklumpen an sich hatten.
Er spürte wie sich das Wasser, durch die Boote stärker bewegte und ein leicht flaues Gefühl in seinem Magen hervorrief.
>Mensch Harm, jetzt reiß dich zusammen, du bist doch ein Squid, da darf dir doch auf hoher See nicht schlecht werden!<

Plötzlich griffen ihn zwei starke Hände an den Schulter und versuchten ihn von der Tür ins Boot zu ziehen.
Aber Harm wollte Mac nicht los lassen und hielt sich mit aller Kraft an ihr fest.
„Lassen sie los Sir, wir werden sie gleich auch ins Boot holen.“
Widerwillig ließ Harm Mac los und ließ sich aufs Boot ziehen.
Er wurde ganz nach hinten verfrachtete, in die Ecke gesetzt und mit einer Decke zugedeckt.

Einige Minuten später wurde Mac neben ihn gelegt und auch sie wurde mit einer Decke bedeckt.
Harm schob sie etwas nach oben und kroch unter sie, sodass er Mac im Arm halten konnte.
„Es wird alles gut Mac!“ flüsterte er ihr die ganze Zeit ins Ohr, bis er irgendwann vor Erschöpfung einschlief.


22.07.2000
Gegenwart

Harm hatte sich vor einer halben Stunde von Mac gelöst und war jetzt dabei seine Jacke anzuziehen und kurz davor sich Mac zu greifen und sie ins Krankenhaus zu bringen.
Dr. Miller war gerade noch dabei, ihre Temperatur zu messen.

„Und?“ fragte Harm hoffnungsvoll. „Wie sieht’s aus?“
„Ein Moment noch!“

Wenige Minuten später drehte er sich zu Harm und hielt ihm das Thermometer vor die Nase.
„Gott sei dank! 35,8°C! Ihre Temperatur steigt wieder.“
„Ja. Ich denke sie können ihre Jacke dann wieder ausziehen, aber wir sollten trotzdem noch aufpassen. Man kann ja nie wissen. Vielleicht bekommt sie noch einen Rückfall.“

Erleichtert zog Harm seine Jacke aus, legte sie auf einen der Lederstühle und ging zurück zu Mac.
Langsam ließ er ihren Kopf wieder in seinen Schoß sinken und streichelte ihr wieder über den Kopf.
>Jetzt kommt der schwierigste teil Prinzessin. Du musst dass schaffen! Bitte!<


21.03.2000
Stunden nach der Katastrophe/05.15 Uhr

Harm wurde durch ein helles Licht aufgeweckt, dass direkt auf ihn schien.
Er spürte seine Gliedermaßen, wie sie steif geworden waren und fühlte den Druck, den Mac’s Körper auf seinem Arm und seiner Brust verursachte.

Langsam, aber entschlossen, öffnete Harm die Augen und sah sich einem riesigen Schiff gegenüber, dass die Rettungsboote alle mit einem Lichtstrahl beschien.
>Die Rettung!< dachte Harm erleichtert.

Es dauerte noch mindestens eine halbe Stunde, bis das Schiff Seile runterließ, um die Rettungsboot hochzuziehen.
Harm kam diese halbe Stunde wie Jahre vor.
Als endlich das Boot von Harm und Mac dran war, konnte Harm endlich erkennen, um welches Schiff es sich handelte.
Es war die Grand Princess.

Durch Zufall, kannte Harm dieses Schiff.
Seine Eltern hatte schon einmal eine Kreuzfahrt damit unternommen.
Das Schiff wurde in Italien um das Jahr 1998 gebaut.

Aber um ehrlich zu sein, war Harm im Moment egal, welches Schiff er unter den Füßen hatte.
Wichtig war nur, dass er überhaupt eins hatte.

Gerade als er den Gedanken zu Ende gebracht hatte, war das Rettungsboot an der Reling angekommen und wurde jetzt von fünf Männern an Bord gezogen.
„Wir haben hier eine Verletzte!!!“ schrie einer der Insassen des Rettungsbootes.
„Nur eine?“ fragte der, anscheinend, oberste Offizier.
„Ja… die anderen sind bloß unterkühlt, einige stehen noch unter Schock oder haben ein paar Kratzer.“
Der Offizier an Deck nickte und entfernte sich.

„Sie da!“ rief der eine Mann zu Harm.
„Helfen sie mir ihre Freundin hier raus zu bringen!“
Harm setzte sich schnell auf und umfasste Mac’s Schultern und Beine.
„Ich schaffe das schon alleine!“ antwortete er.
Er konnte es im Moment noch nicht ertragen, dass jemand anderes seine Hand an Mac legte.

Mühsam richtete sich Harm mit Mac auf.
Seine Knochen knackten und er hatte das verlangen sich mal ausgiebig zu strecken und in eine warmes Bad zu tauchen.

Leicht taumelnd und mit schmerzen in allen Muskeln seines Körpers, brachte Harm Mac auf das Schiff.
Wenige Sekunden nachdem er auf dem Schiff stand, wurde ihm Mac aus den Armen gerissen und auf eine Liege gelegt, wo ein Arzt und etwa drei Schwestern um sie herum wirbelten.
Harm bekam nur einige rufe mit die er nicht verstand, da sie irgendwelche Medizinischen Ausdrücke waren.
Das einzige was er verstand war:
„Sie ist ins Koma gefallen!“

Was sollte das heißen?
>Ich habe doch vorhin noch mit ihr geredet. Sie kann nicht einfach so ins Koma fallen.<
Harm war vollkommen verwirrt.
Er machte einige Schritte auf den Arzt zu, der mittlerweile dabei war Mac’s Kleider auszuziehen.

„Hey!!!“ rief Harm erschüttert. „Lassen sie die Finger von ihr!“
Der Arzt und die Schwestern drehten sich um und schauten Harm verständnislos an.
„Wir müssen ihr die nassen Kleider ausziehen. Sonst wird sich ihr Zustand noch verschlechtern!“
Harm schüttelte den Kopf und trat wieder einige Schritte näher.

„ICH mache das. Und KEIN anderer. Ich mache es ALLEINE!“ bestand er.
Der Arzt schaute sich zu den Krankenschwestern um.
Diese schauten ihn nur abwartend an.
In seinem Kopf ratterte es.
Einerseits wollte er seine Patientin nicht unnötigen Risiken aussetzen, aber andererseits konnte er sich nicht vorstellen, dass dieser junge Mann der vor ihm stand ihr weh tun konnte.
Er hatte sehr wohl bemerkt, mit welchem Blick dieser Mann die hübsche Frau anschaute.

„Na schön. Aber versuchen sie sich zu beeilen und wickeln sie sie fest in die Wärmedecken ein.
Wenn sie fertig sind, dann rufen sie mich. Ich werde ihnen dann mehr zu ihrem Zustand sagen.“
Mit diesen Worten machte sich der Arzt mit den Schwestern auf den Weg zu den anderen Überlebenden der Schiffskatastrophe.

Unterdessen stand Harm nun neben Mac und ließ seinen Blick über ihren Körper wandern.
Es tat ihm richtig weh, ihr bleiches Gesicht und ihre blauen Lippen zu sehen.
Sie sah verwundbar aus und das war er nicht von seinem Marine gewöhnt.

Er beugte sich langsam über sie und gab ihr einen Federleichten Kuss auf die Lippen und wisperte:
„Ich muss dir jetzt die Sachen ausziehen Prinzessin. Keine Angst, gleich wird dir wieder warm.“
Auch wenn Harm wusste, dass Mac eigentlich nichts mitbekam was passierte, hatte er das Verlangen ihr irgendwie zu erklären warum er sich jetzt an ihren Kleidern zu schaffen machte.

Nach zehn Minuten hatte Harm Mac in warme Decken gewickelt und ihr noch einen Kuss gegeben und machte sich jetzt auf den Weg zum Arzt.
Dieser stand gerade bei einem Patienten, der einen Arm verloren hatte und nun bewusstlos da lag.

„Doktor? Ich habe sie jetzt in die Decken gewickelt. Könnten sie mir jetzt erzählen wie es um sie steht bitte?“
Der Arzt schaute noch ein letztes mal zu seinem Patienten runter, drehte sich zu Harm um und zog ihn zurück zu Mac.

„Soll ich sie nicht erst einmal untersuchen? Sie sehen selbst nicht gerade wie das blühende Leben aus. Und wissen sie, ich mag es nicht Verletzte einfach so weitergehen zu lassen.“
Harm musste zugeben, dass es ihm wirklich nicht so besonders ging.
Sein Kopf dröhnte und ihm war verdammt kalt.
Aber er musste jetzt wissen was mit Mac war.
Er schüttelte den Kopf und schaute den Arzt erwartungsvoll an.

„Ok. Ehm… Sie hat anscheinend eine sehr starke Unterkühlung.
Ihr Körper funktionierte anscheinend schon seit einigen Stunden auf Reserve.
Das war wohl etwas zu viel.
Jetzt funktioniert es WIRKLICH nur noch auf ganz großen Sparbetrieb.
Sie liegt im Koma um nur so wenig Energie zu verbrauchen wie möglich.
Verstehen sie das?“
„Wird sie aufwachen?“
„Wenn ihre Körpertemperatur wieder steigt… wahrscheinlich.“

Harm war ehrleichter, aber etwas im Blick des Arztes ließ ihn stutzig werden.
„Was ist Doktor? Da ist doch noch was, nicht ?“
„Ja Sir. Aber ich finde wir kümmern uns darum wenn sie wieder wach ist.“
Er wollte gerade schon gehen, als Harm ihn am Ärmel packte und ihn zurück zog.
„Was ist es Doktor. Ich muss es wissen.“

Nach ein paar tiefen Atemzügen, schaute der Arzt auf Mac hinab und zurück in Harms Augen.
„Der Bruch, den sie sich am Bein zugezogen hat. Es gibt da ein Problem.
Der Knochen ist gesplittert und hat eine Vene verletzt.
Wenn sie nicht früh genug aufwacht um mit der Reha anzufangen, wird das Bein womöglich nie wieder einsatztauglich sein können. Oder eben nur gering belastbar.“

Harm konnte nicht glauben was er hörte.
Ihm wurde heiß und kalt gleichzeitig.
Ihm war schlecht.
Er hatte dröhnende Kopfschmerzen und ein lautes rauschen in den Ohren.

Das letzte was er mitbekam war, dass ihm Schwarz vor Augen wurde und er im freien Fall zu Boden ging.
Danach herrschte nur noch erholsame Dunkelheit.


Kapitel 14

22.07.2000
Gegenwart

Harm wurde durch ein leises Stöhnen wach.
In den ersten Sekunden konnte er nicht genau zuordnen wo er genau war und was ihn da geweckt hatte, aber dann kam alles wieder zurück.
Mac und die Hypnose.

Er öffnete langsam die Augen und schaute auf Mac runter, die noch immer in seinen Armen lag.
Sie schien ganz friedlich zu schlafen, aber was hatte ihn dann geweckt?
Harm schaute sich im Zimmer um und entdeckte Dr. Miller auf einem Stuhl zusammengesunken und schlafend. Anscheinend hatte auch ihn das ganze ziemlich mitgenommen.

Harm bemerkte, dass sich seine Arme und Beine vom vielen liegen taub anfühlten und er beschloss ein wenig im Zimmer herum zu gehen.
Mittlerweile Dämmerte es draußen schon. Also musste es gegen vier oder fünf Uhr Morgens sein.
Langsam ließ Harm Mac auf die liege gleiten, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und streckte sich als erstes ausgiebig. Er konnte alle Muskeln in seinem Körper spüren.

Nach einem letzten prüfendem Blick auf Mac, machte er sich auf den Weg zum Fenster.
Von dieser Seite des Gebäudes aus, konnte man den Sonnenaufgang beobachten.
Noch war die Sonne nicht da, aber in etwa einer halben Stunde, würde der ganze Park, der vor dem Gebäude lag, in ein warmes rötliches Licht getaucht werden.

Irgendwie beruhigte die Vorstellung an den Sonnenaufgang Harms Gedanken, die seit vielen Stunden fast ausschließlich um Mac und den Untergang des Schiffes gekreist haben.
Die letzten Wochen waren einfach nur der Horror gewesen.


Rückblende

Die ersten Wochen, nachdem er und Mac nach Hause gekommen waren, hatten sie sich erst einmal komplett ausgesprochen und über ihre Beziehung geredet.
Sie waren die nächsten Tage ausgegangen, hatten sich gemütliche Abende vor dem Fernseher gemacht und hatten letztendlich nach einer Woche, auch den intimen Kontakt gewagt.
Es war für beide eine Art Gefühlsexplosion gewesen.
Harm hatte noch niemals eine so leidenschaftliche Nacht erlebt.
Beide waren so glücklich gewesen, wie noch nie in ihrem Leben.

In der darauf folgenden Woche hatte Harm aber bemerkt, dass Mac immer weniger gegessen hatte – was nun wirklich nicht normal für seinen Marien war.
Als er sie darauf ansprach, bekam er nur ausweichende Antworten, wie:
„Ich habe halt keinen Hunger!“ oder „Ich habe schon gegessen!“
Harm hatte ihr zwar nicht geglaubt, aber bedrängen wollte er sie auch nicht.
Also ließ er sie mit ihrem Verhalten gewähren.

Als Mac dann aber eine Woche später. Mitten in der Nacht und im strömenden Regen, bei ihm auf der Türschwelle stand, war ihm klar, dass irgendetwas nicht stimmte.
Mac hatte sich damit rausgeredet, dass bei ihr der Strom ausgefallen sei.
Aber welcher Marine hat den schon Angst vor der Dunkelheit?

Da Mac aber in dieser Nacht durch den Regen total durchgenässt war und am ganzen Körper zitterte, stellte Harm keine weiteren Fragen.
Er zog sie einfach nur in die Wohnung, verfrachtete sie als erstes in die Dusche, machte ihr einen heißen Kakao und brachte sie ins Bett.
Trotz dessen, dass sie völlig übermüdet schien, konnte sie nicht einschlafen.
Sie drehte sich hin und her und konnte einfach nicht zur Ruhe kommen.
Schließlich hatte Harm sie auf sich gezogen und sie ganz fest an sich gedrückt.
Nach einer weiteren Stunde war sie dann endlich eingeschlafen.

Die nächsten Tage war Mac dann bei Harm in der Wohnung geblieben, weil ihr Strom angeblich noch immer abgestellt war.
Nach drei Tagen sollte sie dann wieder zu sich nach Hause gehen, war aber am Abend des gleichen Tages wieder bei Harm vor der Tür.
Diesmal hatte sie gesagt, dass sie Sehnsucht nach ihm gehabt hatte.

Zwei Wochen später hatten sich beide entschlossen, dass Mac bei Harm einziehen sollte.
Natürlich nur vorübergehend!

Die zwei Wochen war alles vollkommen normal, aber dann eines Nachts…

Mac war vor Harm ins Bett gegangen, weil sie die letzten zwei Tage in Norfolk bei einer Ermittlung war. Harm hatte sich nichts dabei gedacht und saß noch etwas im Wohnzimmer und las ein Buch über die neusten Kampfjets.

Um ein Uhr Nachts wurde er durch einen lauten Schrei geweckt.
Wie von einer Wespe gestochen, lies er das Buch fallen und rannte ins Schlafzimmer.
Mac saß aufrecht im Bett und war vollkommen nassgeschwitzt.
Sie schaute sich panisch im Raum um und als sie Harm sah, der auf sie zugerannt kam, hielt sie ihre Arme von sich gestreckt und wartete darauf das Harm sie in den Arm nahm.
Das machte er auch, ohne mit der Wimper zu zucken.
So saßen sie dann eine halbe Stunde da, bis Mac endlich einschlief.

In den nächsten Wochen wurde Harm immer öfters durch Mac`s Schreie wach, aber Mac wollte ihm nicht erzählen wovon sie träumte.

Endlich, eine Woche bevor sie den ersten Termin bei Dr. Miller machten, erzählte Mac ihm ein paar Einzelheiten von dem was sie träumte.
Sie erzählte ihm, dass sie immer wieder Wasser sah und wie Harm ertrank.
Sie selbst war irgendwo anders.
Das war das einzige was sie preisgegeben hatte.
Harm hatte gewusst dass Mac sich nach dem sie aus dem Koma aufgewacht war kaum an etwas erinnern konnte, was nach dem versinken des Schiffes passiert war.
Das letzte was sie gewusst hatte war, dass Harm ihr gesagt hatte, dass sie tief Luft holen sollte und sie dann untergegangen waren.

Aber die Einzelheiten die Mac in ihren Träumen sah, wenn er ertrank, passten genau zur Realität.
Die Tür auf die sie geklettert waren kam jedes mal in ihrem Traum vor.

Als Harm das hörte, vereinbarte er sofort einen Termin mit Dr. Miller.
Seine Mutter hatte ihn empfohlen.
Sie war nach dem Tod von Harmon Rabb Sr. zu ihm gegangen.

Mac hatte sich zuerst dagegen gesträubt aber dann hatte sie schließlich eingewilligt – nicht zuletzt dank der Überredungskunst von Harms Mutter, die sich mindestens genauso um Mac sorgte wie Harm.


Gegenwart

Harm stand noch immer am Fenster und schaute gedankenverloren nach draußen.
Als er sich jetzt so alle Situationen in den letzten Monaten durch den Kopf gehen ließ, machte er sich jetzt noch mehr vorwürfe als schon vorher.
>Ich hätte es schon am Anfang bemerken müssen! Es war so offensichtlich …besonders weil ich sie so gut kenne wie kein anderer. Ich hätte es sehen müssen! Ich hätte ihr viel früher helfen können. Sie hätte diese ganzen Albträume nicht durchmachen müssen.<

„Machen sie sich keine Vorwürfe Sir. Sie können nichts dafür!“
Harm drehte sich um und sah direkt in das Gesicht von Dr. Miller.
„Was?“ fragte er ungläubig. Woher wollte dieser Mann wissen was er dachte.
„Hören sie Commander. Ich arbeite schon lange in diesem Beruf und ich weiß wie die Angehörigen meiner Patienten sind. Besonders wenn es Männer sind die zuschauen müssen was mit der Frau geschieht die sie lieben.“

Harm drehte sich zu Mac und dann wieder zum Arzt.
„Warum sagen sie dass es nicht meine Schuld ist?“
„Wenn man eine Person liebt möchte man nicht sehen, wie es ihr schlecht geht.
Man versucht alle Andeutungen darauf anders zu erklären. Die beliebteste Erklärung ist wohl, dass man sich sagt dass alles vollkommen normal ist und das es vollkommen normal ist dass sich die Person anders verhält. Aus welchen Gründen auch immer. Manchmal sagt man sich es ist der Stress auf der Arbeit, oder die Hormone.“
Dabei mussten beide lächeln.

Tatsächlich hatte Harm sich immer wieder gesagt, dass ihr Verhalten wohl normal wäre und er selbst in den übereifrigen Beschützer – Modus gefallen wäre.
Dabei hatte er die Augen vor dem eigentlichen Problem verschlossen.

„Sie brauchen sich wirklich keine Vorwürfe zu machen. Es ist gut dass sie überhaupt gekommen sind. Ich meine, einige warten so lange bis es, im schlimmsten Fall, sogar zu Suizid kommt.
DANN sollten sich die Angehörigen wirklich Vorwürfe machen.“
Harm lächelte den Arzt an und legte ihm seine Hand auf die Schulter.
„Danke Dr. Miller!“
Dr. Miller lächelte zurück und ging wieder zurück zu seinem Sessel.

Harm lächelte noch einige Augenblicke und drehte sich wieder zum Fenster.
Die Sonne war gerade aufgegangen und tauchte alles in ihr beruhigendes Licht.


Kapitel 15

22.03.2000
Ein Tag nach der Katastrophe

Langsam versuchte Harm die Augen zu öffnen.
Alles war hell um ihn herum.
Seine Augen schmerzten von der Helligkeit und seine Muskeln krampften
sich einer nach dem anderen zusammen.

Schließlich, nach 10 Minuten, in denen er über die Ereignisse der letzten Stunden nachgedacht hatte, öffnete er die Augen und schaute direkt zu blauen Himmel hoch.
>Was ist den jetzt los?> fragte er sich.
>Müsste ich nicht im Krankenhaus oder so sein? Und wo ist Mac<
Unter stechenden Schmerzen im Nacken, drehte Harm seinen Kopf zur linken Seite,
entdeckte aber nur die Reling des Schiffes,
dass die Überlenden der Katastrophe aufgenommen hatte.

>Gut. Dann eben die rechte Seite.<
Von den gleichen schmerzen geplagt, drehte Harm den Kopf nun zu rechten Seite.
Dort sah er unendlich viel Liegen, auf denen Verletzte Menschen lagen.
>Das sieht nicht gut aus.< stellte er fest und versuchte sich aufzusetzen.

"Nein, nein Sir! Bleiben sie liegen."
Hörte er eine Stimme hinter sich rufen.
Einige Sekunden später tauchte auch schon eine etwas rundlichere und ältere Schwester neben ihm auf, um ihn wieder auf die Lege zurück zu drücken.

"Bitte…" brachte Harm mit heiserer Stimme hervor.
"Meine … meine Freundin. Sie muss hier irgendwo sein. Wie geht es ihr?"
Harm war schon wieder halb beim aufstehen, doch wurde er abermals von der Schwester runter gedrückt. Leicht lächelnd schaute sie sich auf dem Deck um.

"Ihre Freundin liegt drei Liegen weiter hinter ihnen."
Ihr Lächeln verließ langsam ihre Züge und sie schaute ernst auf Harm herunter.
"Wissen sie Sir. Es… ich fürchte es geht ihrer Freundin nicht so gut."
Harms Augen weiteten sich vor Angst.
"Was soll das heißen?"

"Wir hatten einige Probleme sie stabil zu halten. Sie war sehr stark unterkühlt und stand unter Schock. Jetzt ist sie wieder stabil, aber wir machen uns sorgen um ihr Bein und darum, dass sie noch nicht aufgewacht ist. Wir dachten erst mal es handelt sich nur um einen Schockzustand, der zu dem Koma führte, aber dieser hätte schon längst weg sein müssen.

Harm hörte alles wie durch ein Glas.
Es war nicht so, dass er nicht verstand was die Frau vor ihm sagte.
Er wollte es nur nicht wahrhaben.
Mac war für ihn immer der Fels in der Brandung gewesen, der immer da war und ihm immer Trost spendete und selbst, meistens, unverwundbar war, was sein "körperliches" anging.

Aber jetzt war Mac hilflos.
Jetzt brauchte sie ihn und eigentlich war er froh darüber dass er ihr jetzt etwas von der Aufmerksamkeit, die sie ihm in solchen Situationen immer aufbrachte, zurück geben konnte.
Aber er war nicht darauf vorbereitet gewesen, dass es so schlimm um sie stand.
Es zerriss ihm förmlich das Herz wenn er darüber nachdachte wie sie leiden musste und wie sie erst leiden würde wenn sie aufwachen würde und erfuhr was mit ihrem Bein war.
Sie bestand immer darauf alles eigenständig zu machen.
Ihre eigene Hilflosigkeit war für sie schon fast wie eine Schandtat.
Harm hoffte nur, dass sie wenigsten ihn als sich heran lassen würde.


22.07.2000
Gegenwart

Seit quälenden drei Stunden lag Mac da und bewegte sich nicht.
Harm war schon fast am verrückt werden.
Er rannt wie ein Kopfloses Huhn durch das Zimmer und versuchte sich mit allem möglichen abzulenken. Ihm war klar dass er Mac im Moment nicht helfen konnte,
Aber er war daran gewöhnt eine Lebensfrohe und gesprächige Mac neben sich zu haben,
die immer wieder einen Spruch auf Lager hatte.

Dr. Miller seinerseits, wurde durch Harm fast in den Wahnsinn getrieben.
Alle fünf Minuten musste er die Frage beantworten, warum denn alles so lange dauern würde.
Was sollte er dem Commander sagen? Die Wahrheit? Das er es nicht wusste und einfach nur hoffte und betete, dass bald alles sein Ende haben würde? Unmöglich!
Das konnte er dem armen Mann nicht antun.
Also beschränkte er sich einfach auf ein "Es wird bald so weit sein." und ein
"Es wird schon gut gehen, Commander!".


Kapitel 16

25.03.2000
Vier Tage nach der Katastrophe

Harm stand auf dem großen Balkon von der "Accident & Back Injury Clinic", der besten Rehabilitationsklinik in Virginia.
Seit zwei Tagen waren Mac und er hier und es hatte sich keine Verbesserung bei Mac gezeigt.
Sie lag immer noch im Koma und die Ärzte wussten nicht mehr was sie noch tun konnten.

Harm musste zugeben, dass er die Hoffnung schon langsam aber sicher verlor, Mac jemals wieder wach zu erleben. Die Ärzte gaben ihr gerade mal eine Chance von 10 Prozent.

Harm atmete tief ein und genoss die frische Luft.
Er hatte zu viel Zeit in geschlossenen Räumen verbracht.
Deswegen war er froh, dass die Ärzte eingewilligt hatten, Macs Bett auf die große Terrasse zu schieben, die zu ihrem Zimmer gehörte
. Da Mac keine Lebenserhaltenen Geräte brauchte war das sogar eine gute Gelegenheit für ihren Körper sich etwas zu Entspannen.

Harm drehte sich um und ging zurück zu Mac.
Er setzte sich auf die Bettkante und zog ihre Decke etwas höher,
die der Wind anscheinend runter geweht hatte.
Langsam strich er seiner Sarah durch die braunen Strähnen und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.

"Komm schon Mac. Bitte wach wieder auf. Du fehlst mir so schrecklich." flüsterte er ihr ins Ohr,
erhielt aber keinerlei Reaktion.
Leicht enttäuscht griff er nach ihrer Hand und schaute in den Himmel.

Als er aber plötzlich eine leichte Bewegung an seiner Hand spürte,
schaute er ruckartig wieder nach unten.
"Mac? Hörst du mich?"
Er erhielt zwar keine Antwort, aber er konnte spüren wie sich Mac Hand in seiner Bewegte.


Liebe Grüsse Petra

Kalorien sind kleine Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen.

 
Petra
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Registriert am: 16.04.2007


RE: Heart Of The Ocean von Katja

#4 von PhoebeSis ( gelöscht ) , 24.08.2007 17:55

"Komm schon Mac…komm zurück zu mir!"
Er wartete eine Zeit lang und Harm war sich sicher an Macs Gesicht zu sehen,
wie sie sich zurück ins Leben kämpfte.
Und da hatte er auch recht.

Mac hörte eine Stimme wie aus weiter ferne.
Sie erkannte die Stimme nicht, aber sie war sich sicher dass die Stimme ihr nicht böses wollte.
Sie wollte eigentlich gar nicht aus ihrem warmen, gemütlichen und friedlichen Raum heraus, in dem sie dachte sich seit Jahren zu befinden. Doch die Stimme gab einfach nicht auf sie zu rufen und Mac konnte nicht anders, als sich in ihre Richtung zu bewegen.
Teils aus mangel an Kraft um sich zu wehren, aber Teils auch aus Neugier.
Als sie anfing ein helles Licht zu sehen wollte sie ihre Augen aufmachen.
Aber sie waren wie zugeklebt.

"Mac. Du schaffst das."ermunterte die Stimm sie weiterhin.
Harm hatte das leichte Flackern ihrer Lider bemerkt und war sich sicher,
dass Mac kurz davor war zurück ins Leben zu kommen.

Nach einigen Sekunden des inneren Kampfes, schaffte Mac es endlich ihre Augen wenigstens einen Spalt breit aufzumachen.
Ihr Kopf fühlte sich wie Watte an und seltsame Gedanken schwirrten darin herum.
Sie bildete sich ein Harms Stimme zu hören, war sich aber sicher sie wäre zu Hause in ihrem Bett, und was sollte Harm denn da machen?
Aber so sehr sie versuchte aufzuwachen und wieder klar zu sehen, seltsamerweise konnte sie Harms Gesicht und Stimme nicht verschwinden lassen.

Harm bemerkte den verschwommenen Blick von Mac und dass sie anscheinend keinen klaren Gedanken fassen konnte.
Langsam stand er auf und ließ Macs Hand aufs Bett gleiten.
"Komm schon Marine kämpf dich zurück ins Leben und zu mir."

Mac spürte sofort den Verlust der wärmenden und schützenden
Hand und wurde noch ein Stück wacher.
Ein leises Stöhnen des Protestes entwich ihr und sie versuchte mit ihrer Hand nach der Wärmequelle zu suchen.

"Mach die Augen auf Mac!"

TBC...
_________________________________________________
Hey Leutz!!! Ich hätte echt nicht gedacht dass ich diese FF noch mal weiterschreiben werde...
Ich bin etwas aus der Übung geraten, aber ich hoffe es gefällt euch trotzdem:)
lg
Sweet Abby(Katja)

PhoebeSis

FB zu Heart Of The Ocean von Katja

#5 von AnnA , 25.08.2007 17:23

Siehst Du, es geht noch. Ich freue mich, dass Du weiter schreibst.


 
AnnA
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Beiträge: 141
Registriert am: 09.05.2007


RE: FB zu Heart Of The Ocean von Katja

#6 von PhoebeSis ( gelöscht ) , 26.08.2007 00:04

Soooooooooooooo....wir kommen mit schnellen Schritten dem Ende näher....viele Teile werden da nicht mehr kommen!!!
Aber hier erst mal weiter.... viel Spass!!! Fb ist natürlich gerne gesehen:)
--------------------------------------------------------------
Mac versuchte ihre Augen aufzuschlagen, was ihr auch schließlich, nach einer halben Ewigkeit gelang. Sie blinzelte und schloss sofort die Augen wieder, da sie das Licht blendete.
Sofort wünschte sie sich wieder zurück an den angenehmen Ort zurück zu kehren
"Kann ..nicht." zwängte sie aus ihrer verengten und trockenen Kehle heraus.

Harm musste dem Drang widerstehen zu ihr hin zu rennen und sie in die Arme zu schließen, aber er musste sich sicher sein, dass sie wach war und es auch wollte.
"Natürlich kannst du Sarah! Du bist ein Marine!"


22.07.2000
Gegenwart

"Du kannst es Sarah! Du bist ein Marine!"
Flüsterte Harm Mac ins Ohr. Vor einigen Minuten hatten er und der Doktor eine Bewegung Bemerkt, die darauf schließen ließ, dass Mac aufwachen wollte.
Nur irgendwie war es ihr bis jetzt nicht gelungen.

Mac suchte mit ihrer Hand nach Harms und dieser erinnerte sich and en Tag zurück, als Mac aus ihrem Koma erwacht war. Da hatte er ihr seine Nähe verwehren müssen, um sie zurück zu holen.
Er wusste nicht wirklich, ob es dieses mal klappen würde und er hatte ein mulmiges Gefühl, aber er wollte seine Sarah zurück.

Er stand auf und stellte sich einige Meter vom Bett entfernt hin.
"Mac! Glaub an dich! Du kannst es alleine schaffen wenn du willst!"

25.03.2000
Vier Tage nach der Katastrophe

"Mac! Glaub an dich! Du kannst es alleine, ohne mich, schaffen wenn du willst!"
Mac erkannte nun eindeutig Harms Stimme und war sich sicher, dass er in der Nähe sein musste.
Nun kämpfte sie sich mit aller Macht aus der Dunkelheit und öffnete die Augen - und ließ sie auch geöffnet.
"Harm?"
Kaum hatte Harm seinen Namen von ihren Lippen gehört, stürmte er zu ihr.
Vorsichtig hob er ihren Oberkörper an und umarmte sie.
"Harm? Was…ist den los?" fragte Mac verwundert.
Sie war orientierungslos und wusste überhaupt nicht was los war.
Harm rückte einige Millimeter von ihr weg und schaute ihr in die Augen.
"Gott, Mac! Du warst vier Tage im Koma. Ich dachte du würdest nicht mehr aufwachen!"
Mac schaute ihn bloß verwirrt an und hielt seine Hand in einem Todesgriff.
"Ich hole die Ärzte, ich bin gleich wieder da!"

TBC...

PhoebeSis

   

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