Mission Winterpalais von Julia Bergamin

#1 von elli , 22.11.2009 22:41

Mission Winterpalais Fanfiction zu J.A.G

Autor : Julia Bergamin

Folge 84 Staffel XY

Der Massao-Tempel

Harm und Mac erhalten den Auftrag in Matombo , einem kleinen Wüstendorf in der Sahara, einen Ex-Terroristen gefangen zu nehmen. Der Iraker soll nach Matoambo geflüchtet sein und sich dort versteckt haben. Nach wenigen Tagen schein die Mission beendet zu sein: Mac und Harm haben den Iraker gefunden und ihn dazu gebracht, sich zu stellen. Siegessicher beschliessen die beiden am nächsten Tag mit dem Gefangenen zu J.A.G zurück zu kehren.

Doch dieser scheint gerissener zu sein, als bisher gedacht: Mac und Harm finden sich am nächsten Tag irgendwo in der Wüste wieder. Mit Schrecken stellen sie fest, dass ihre Austrüstung und jegliche Spur des Iraker fehlt. Nach einigem überlegen, kommt den beiden in den Sinn, dass der Iraker ihren Tee mit Schlafmittel bereichert haben muss und er so erneut entkommen konnte.

Nach drei Tagen in der Wüste, scheinen Harm und Mac am Ende ihrer Kräfte zu sein, doch gerade als die beiden aufgeben wollen, taucht wie aus dem nichts ein Tempel auf. Es ist der bekannte Massao Tempel. Mit scheinbar letzter Kraft schaffen sie es bis an dessen Tore. Dort angekommen werden sie von den Tempelbrüdern freundlich aufgenommen und können sich erst einmal von ihren Strapazen erholen. Doch plötzlich müssen sie feststellen, das der Iraker ihnen mehr den jeh auf den Fersen ist und dieses mal will er sie endgültig beseitigen. Fur Mac und Harm beginnt ein Spiel auf Leben und Tod.


Tempel Massoa, Sahara 18:50 Z-Zeit

Mac glaubte von einer Fatamorgana befallen zu sein. Vor ihr lagen unheimlich saftige Früchte auf einem goldenen Teller. Ungläubig starrte sie darauf, dann blinzelte sie zu Harm . Dieser schein ebenfalls völlig erstarrt zu sein. Er machte einen Schritt nach vorne : " Mac, sind wir vielleicht endlich im Paradies angekommen?", fragte er und strich sich den Schweiss von der Stirn. Mac wollte antworten, ihr Gesicht war trotz der Bräunung die sie in den letzten Tagen erhalten hatte bleich, doch sie brachte kein Wort heraus.

"Na kommen Sie schon. Essen Sie, wir werden inzwischen ein Bad vorbereiten und saubere Kleidung bereitstellen." Der Tempelbruder sprach in gebrochenem Englisch, aber Mac und Harm konnten ihn mühelos verstehen. Er führte sie an den reich gedeckten Tisch und verliess den Raum augenblicklich." Danke sehr!", konnte ihm Mac knapp hinterherrufen, als der Bruder schon fast ausser Sichtweite war. Dieser blickte kurz zurück und lächelte. Mac und Harm setzten sich auf die weichen Kissen, die neben dem Tisch lagen und sahen sich zufrieden an. Sie waren beidem im Moment zu geschockt, um auch nur ein Wort miteinander zu sprechen. Drei Tage waren sie durch die Wüste geirrt. Am Tag war es brandheiss gewesen, in der Nacht eisigkalt.

Die wenigen Nahrungsmittel die ihnen der Iraker beigelegt hatten, hätten zwar für mindestens 6 Tage gerreicht, aber was nützte einen das harte Fladenbrot und Wasser, wenn man absolut keine Ahnung hatte, wo man sich gerade befand? Die Wüste schien unendlich weit zu sein, genau so wie die Sterne, die am kalten, aber klaren Nachthimmel so hell erstrahlten.

"Mac, geht's ihnen gut?", fragte Harm während er in eine Orange biss. Besorgt sah er sie an.

Mac zuckte zusammen: " Ja. äh, nein. Es geht mir gut. Ich musste nur gerade an den Iraker denken. Ich habe wirklich ernsthaft geglaubt, er hätte seinen Fehler nun doch eingesehen und würde ohne weitere Probleme mit uns kommen. Wie leicht ich mich doch immer täuschen lasse, erstaunt mich manchmal schon sehr . " Mac fröstelte es, trotz den warmen Temperaturen die auch aus dem Innern des Tempels nicht ganz verbannt werden konnten. Harm runzelte seine Stirne und redete dann beruhigend auf Mac ein: " Hey, Sie vergessen. Dass er auch mich getäuscht hat. Und damit im Endeffekt auch J.A.G. Nur zu gern verdrängt man eben , dass es nicht nur gute Menschen auf der Welt gibt. "

Nachdenklich sah er sie an. Mac schüttelte den Kopf und schnappte sich gierig eine Frucht, in welche sie dann genüsslich hineinbiss. " Ich hätte mir nie zu träumen gewagt, dass wir diesen Tempel oder auch nur irgend eine kleine Oase finden würden. Bei mir reichen drei Tage vollkommen aus, um jegliche Hoffnung zu verlieren!". Harm stand kurz auf und lief zum grossen, mit Mosaiksteinen verzierten Fenster. Er liess seinen Blick über die karge Wüstenlandschaft gleiten: " Die Hoffnung sollte man nie aufgeben, Mac. Aber ich gebe zu, dass ich so langsam auch an ihr gezweifelt habe.

Auf der anderen Seite, währe es doch zu leicht gewesen einfach so in der Wüste zu sterben." Er blinzelte, da der ganze Himmel in ein leuchtendes rot getaucht war, die Sonne war dabei unterzugehen. " Ich meine, bei den Aufträgen die wir schon gemeistert haben. Wir sind schon oft in Gefahr gewesen, da konnte die Wüste doch unmöglich das Ende sein. " Er lief wieder zum Tisch zurück und setzte sich. Mac nickte: " Ja, Sie haben recht. So leicht wird man uns nicht los, was? " .

Dann herschte einige Minuten wieder vollkommene Stille, bis Mac plötzlich seufzte: " Oh, hm, Harm. Ich habe völlig vergessen , wie gut doch Essen schmeckt. Kosten sie doch einmal diese Frucht, sie ist einfach köstlich." Mac reichte Harm ein Stück der fremden Frucht.

Neugierig biss Harm hinein, schliesslich fragte er: " Und, um was für eine Frucht handelt es sich dabei?". Mac's Antwort liess nicht lange auf sich warten: " Es ist eine Sternfrucht. Diese ist hier sehr weit verbreitet. Vor allem die Kamele essen sie gerne!". Harm lachte, ihn erstaunte die riesige Früchteauswahl auf dem goldenen Teller. Die Häfte der Früchte hatte er noch niemals gesehen, geschweige denn gegesen. " Fast besser als meine süssesten Träume", sagte Harm leise als er das kleine Stück verspeist hatte. Sein Blick traf auf die neugierigen Augen Mac's.

Sie zog eine Braue hoch und fragte sanft: " Wollen Sie mir nicht verraten, wovon sie denn so süss träumen?". Mac sah ihn jetzt direkt an, doch dann wurde sie plötzlich verlegen. Sie hatte ihre Frage sachlich stellen wollen, aber ihre Stimme war plötzlich weich geworden. Viel weicher, als sie das beabsichtigt hatte, zu weich! Wieder sagte keiner von ihnen ein Wort, doch bevor Harm antworten konnte, platze Mac schon die nächste Frage heraus: " Wenn wir gerade beim Süssen sind. Wie geht es eigentlich Jorden?". Mac schlug sich die Hand vor den Mund, doch die Frage lag jetzt genau wie die vorige offen im Tempelraum.

Harm reagierte dieses mal schneller: " Nun, es geht ihr gut. Aber da gibt es etwas was Sie noch nicht wissen Mac. Ich wollte es ihnen in einem ruhigen Moment einmal erzählen, ich denke dieser ist nun endlich da. " Er brach ab und lächelte unsicher , gespannt sah ihn Mac an: " Jorden und Ich..wir ..äh. nun, wir sind nicht mehr zusammen. Es ging einfach nicht mehr, mir ist klar geworten, dass ich ihr meine Liebe niemals ganz geben kann. " Mac wusste genau, wie schwer es ihm fiel über derartige Gefühle zu sprechen. Umso mehr überraschte es sie, dass er ihr in diesem Momen seine tiefsten Gefühle mitteilte. Was konnte sie ihm denn Antworten, es gab so viele Fragen, die ihr auf der Zunge brannten. Doch sie wagte sich nicht, auch nur eine davon auszusprechen. Verlegen starrte sie den kunstvoll gewebten Teppich auf dem Boden an und spielte nervös mit ihren Händen.

" Und, wie siehts bei ihnen aus Mac?", fragte Harm nach einer weile plötzlich.

" Oh, bei mir ist es wie immer. Es gibt niemanden, ich glaube ich habe abgeschlossen mit der Liebe ",

versuchte sie möglichst sachlich zu erklären, obwohl sie glaubte an den Worten ersticken zu müssen. Mac konnte sich selber nicht verstehen, als sie sogar noch humorvoll weiterfuhr: " Vielleicht haben sie ja noch einen Platz bei den Tempelbrüder frei?". Dann mussten beide lachen, welches Mac unheimlich erleichterte. Es war schon sehr seltsam, solch tiefe Gespräche mit Harm zu führen. Natürlich, auf ihren gemeinsamen Missionen hatte es manchmal schon solche Momente gegeben, an denen sie sich tief in die Augen geschaut oder zufällig berührt hatten.

Aber meistens sprachen sie dabei nicht über solch private Dinge. Harm's Bauch schmerzte, er wusste nicht warum , aber die Situation war plötzlich sehr komisch geworden, er hatte schon lange nicht mehr so laut gelacht, ausserdem sah Mac einfach zum schiessen aus. Ihr kurzen, braunen Haare standen in alle Richtungen ab, obwohl sie diese immer wieder unauffällig zu glätten versuchte. Rund um ihren roten Mund glänzten noch die Spurten, der gegessenen Früchte. Doch bevor er Sie weiter ansehen konnte, waren plötzlich Schritte zu hören.


Massao-Tempel, Sahara, 21:00 Z-Zeit

Die Schritte hallten laut auf dem steinernen Boden. Ein Tempelbruder erschien mit einem schwarzen Tablett auf dem hölzerne Schalen standen. " Und was bringt er uns jetzt, Nutella vielleicht?", fragte Mac hofnungsvoll und fuhr sich mit der Zunge über den Mund. Harm stand auf und spähte neugierig in die Schalen. " Nein, Mac. Ich sehe kein Nutella. Ausserdem glaube ich, dass Früchte ihre einzige Nahrungsmittel sind ,welche auf dem Speiseplan stehen. Es gibt eben doch noch Menschen, die sich gesund ernähren", neckte er Sie. Mac sah ihn nur böse an. Der Tempelbruder verneigte sich vor ihnen und sagte mit tiefer Stimme: " Ich hoffe Sie haben gut gespeist.

In der Zwischenzeit haben wir ein Bad vorbereitet, bitte folgen Sie mir." Mit schnellen Schritten lief er voraus, Mac und Harm folgten ihm durch ein Labyrinth aus Gängen, Türen und Korridoren. " Uh, da möcht' ich nicht Verstecken spielen", murmelte Harm als der Tempelbruder erneut in einem dunklen Gang verschwunden war. Keuchend hielt er einen Moment inne, durch die ungeplante Pause schlug er seinen Kopf an der kalten Steindecke an. " Autsch!", schrie er auf. Mac konnte sich gerade noch an Harm festhalten und entkam so einer unsanften Landung auf dem Boden. " Verstecken spielen ginge ja noch, aber ob uns hier auch jemand finden würde, ist fraglich. Ich hoffe wir sind bald da, mir gefällt es hier ganz und gar nicht!". Sie realisierte plötzlich, dass sie Harm immer noch festhielt und liess ihn verlegen los. Dann lief sie vor ihm los.

" Passen Sie auf, der Boden ist sehr feucht, Sie könnten ausrutschen!", war von weit die Stimme des Tempelbrüders zu hören. " Na toll! Das hätte er uns wirklich ein weinig früher sagen können!", brummte Mac .

Nach einem gut zehnminütigen Fussmarsch in den dunklen Gängen, hielt der Tempelbruder endlich an und öffnete mit einem grossen, rostigen Schlüssel eine Tür. " Ich weiss nicht ob ich mich darauf freuen soll, was uns dahinter erwartet!", flüssterte Mac mit belegter Stimme Harm zu. Als die beiden dann aber den grossen, luxuriösen Raum sahen, der sich hinter der Tür befand, waren sie beide mehr als nur leicht überrascht.

"Woe!", machte Mac und bemerkte dass der ganze Raum wunderbar nach Kräutern duftete. Vanille, Thymian und Rosmarin, konnte Mac entziffern. Der Rest der geheimnisvollen Düfte konnten ihre Sinne nirgendwo einordnen.

" Sie sollten zwei Stunden in der heilenden Flüssigkeit baden. Diese besteht aus unterschiedlichen Kräuter die nach uraltem Rezept verarbeitet werden. " Gebannt hörten Mac und Harm dem Tempelbruder zu, während beide in die rauchende Flüssigkeit sahen. Der Boden des Raumes war aus purem, schwarzem Marmor. Harm dachte fasziniert daran, wie viele unglaublich schöne Reichtümer doch in diesem Tempel versteckt sein mussten.

Der Tempelbruder stellte die Schalen auf den goldenen Rand des riesigen Bades und erklärte: " Hier drinnen befindet sich Honig, Lavendel und andere aromatische Düfte. Sie müssen diese tief in ihre Haut einreiben, danach werden Sie sich wie neu geboren fühlen. Dass verspreche ich ihnen!"

Mac konnte sich nicht mehr daran erinnern, wann sie das letzte Mal die Zeit gehabt hatte, ein Bad zu nehmen. Und bestimmt war dieses hier tausend mal besser. Der Tempelbruder versprach den beiden, in zwei Stunden wieder zu kommen. " Nun denn, geniessen sie das Bad und entspannen sie sich. Die Kleider sollten sie ganz ablegen, damit die heilende Wirkung mit jeder Faser ihres Körpers aufgenommen wird. Ich werde ihnen frische Sachen bringen." Mit einem Lächeln liess er sie alleine.

Harm wusste nicht, ob es an dem dampfenden Bad lag, dass ihn plötzlich so eine Hitze durchfuhr. Oder lag es vielleicht doch an den letzten Worten des Tempelbruders? Er warf einen flüchtigen Blick zu Mac, sie schien ebenfalls leicht verunsichert zu sein. Beide verharrten eine weile. Schliesslich lief Mac zum Bad, zog ihre Schuhe, T-Shirt und Hose aus. Verwirrt und freudig zugleich sah Harm ihr dabei zu. " Nun, ich denke wir sollten uns besser nicht ganz entkleiden. Nur so zur Sicherheit. Aber ich springe lieber so schnell wie möglich ins Wasser, wenn wir noch länger einfach herumstehen, entpuppt sich das ganze vielleicht nur als ein süsser Traum."

Harm war erleichtet über die einfachen Wort Mac's. Er wäre im Begriff gewesen alles auf die komplizierte Art zu lösen. Doch Mac's Reaktion war genau die, welche er sich erhofft hatte: Freundlich, einfach und klar.

Einige Minuten später dann, als die beiden ganz in die wohlriechende Flüssigkeit eingetaucht waren, fragte Mac: " Was denken Sie, haben die Tempelbrüder vielleicht auch eine art Telefon? Oder sonstige moderne Kommunikationsmttel?". Harm öffnete seine geschlossenen Augen einen spalt und antwortete: " Telefon? Warum meinen Sie?". Mac atmete tief durch: " Nun, damit wir mit J.A.G kontakt aufnehemen können. Wir sollten den Admiral über alles informieren. Ausserdem..."

" Mac!", unterbrach Sie Harm . " Wie können Sie jetzt nur an die Arbeit denken? Sie scheinen das entspannen verlernt zu haben. Aber keine Sorge, ich werde ihnen zeigen wie das geht!". Er griff nach einer Schüssel die mit goldener Flüssigkeit gefüllt war. " Ach, und wie entspannt man sich denn richtig, Mister?", neckte Mac und sah in seine tiefblauen Augen. " Drehen Sie sich um!", befahl Harm sanft. "Was, Warum?", fragte Mac. " Umdrehen und Augen schliessen, ich bringe Sie schon nicht um, versprochen!", antwortete Harm. Er griff in die Schale und verteilte den süssen Honig auf ihrem Rücken. Mit sanftem Händedruck rieb er die goldenen Masse in ihren Rücken ein. " Hm, ich habe nicht gewusst, dass Entspannen sich so gut anfühlt! Das lächeln der beiden hallte durch den marmornen Raum und verklang dann einige Sekunden später in den exotischen Düften.

 
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zuletzt bearbeitet 22.11.2009 | Top

   

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