Washington Holiday
AUTOR: Evi
RATING: PG
DISCLAIMER: Alle JAG-Charaktere sowie die Serie „JAG“ selbst gehören Donald P. Bellisario, CBS und PARAMOUNT.
Den Titel der FF hab ich mir bei Stephen Zito, dem Autor der Folge „Washington Holiday“, geliehen... *LOL*
Es ist ein schöner und heißer Sommertag. Commander Harmon Rabb Jr. hat Urlaub und „spielt“ Tourist in Washington... (erzählt aus Harms POV)
Zu danken hab ich mal wieder meinem Beta-Kuscheltier! *Tuusig Dank*
***
11. August, 17:40 Ortszeit
Lincoln-Memorial, Washington, DC
Mein Gott, so viele Touristen. Wo kommen die bloß alle her? Hat denn die ganze Welt Urlaub? Hier zwischen Lincoln-Memorial und Washington Monument laufen derart viele Leute rum, dass man den Wald nicht vor Bäumen sieht. Okay, vielleicht nicht den Wald vor Bäumen, aber der Blick zum Obelisken lässt sich zurzeit von hier aus nicht wirklich genießen. Statt grünem Rasen und imposanter Ehrenmäler wie die meiste Zeit im Jahr nur lauter bunte, wogende Massen. Und wenn ich mich so umhöre, herrscht hier ein sprichwörtlich babylonisches Sprachgewirr.
Ausgerechnet zu dieser Jahreszeit muss ich auch noch meinen Urlaub nehmen. Aber sonst wäre er verfallen, wie mir Chegwidden letzte Woche ziemlich deutlich klargemacht hat. Und als Folge liegen nun zwei freie Wochen vor mir. Na ja... eine davon ist schon fast wieder rum.
Ich lasse doch keinen Urlaub verfallen! Nichts gegen die Navy, aber alles kann sie auch von mir nicht verlangen. Ich liebe meinen Job und mein Land; ich diene wirklich gern. Muss wohl an den Rabb-Genen liegen. Dad war in der Navy, Grandpa war in der Navy... und Sergej... tja, der fliegt Hubschrauber. Allerdings nicht für die Navy.
Hey, ist das da etwa...? Oh shit, da kommt Bobbi Latham. Das da bei ihr sind wohl Kollegen von welchem Untersuchungsausschuss auch immer. Die hat mir gerade noch gefehlt. Vielleicht sieht sie mich nicht, wenn ich mich ein bisschen kleiner mache. Ist zwar ein wenig schwierig bei meiner Größe, aber in Shorts und Tank-Top erkennt sie mich vielleicht nicht. Meine Uniformen hängen zufrieden und sauber bei mir zu Hause im Schrank und machen ebenfalls Urlaub. Bei der Hitze und Schwüle hält man es auch anders kaum aus. Ich kann mich natürlich auch hinter der Sonnenbrille verstecken, selbst wenn das hier im Schatten vielleicht etwas dämlich aussieht. Aber hey, es ist ein cooles Gefühl, zu beobachten, aber selbst nicht gesehen zu werden.
„Hi.“
Was ist denn DAS? Klingt nicht gerade erwachsen. Weiblich, soviel ist klar. Aber wo ist die? Bloß nicht zu auffällig umsehen. Ah... da ist sie... hinter mir. Und sie ist nicht allein. Mist! Ich bräuchte wirklich einen Spiegel, um zu sehen, was sich da in meinem Rücken tut. Blöde Idee, Rabb. Mit einem Spiegel auf den Stufen des Lincoln-Memorial sitzen.
Na ja... hübsch sind sie ja. Lange braune Haare die eine, lange blonde die andere. Fragt sich nur, was die von mir wollen. Ich wette, das sind Teenager auf ihrer „wir-haben-die-Schule-fertig-und-wollen-Spaß-Reise“, gesponsert von Daddy.
„Wie geht’s?“
Definitiv KEINE Amerikanerin. Meint die etwa mich? Mir geht’s gut. Aber es ginge mir noch besser, wenn die sich verziehen würden. Ich hab keinen Bock auf gepflegte Konversation. Schließlich bin ich im Urlaub. Es reicht ja schon, wenn ich vor Gericht alle in Grund und Boden und/oder nach/aus Leavenworth quatschen muss. Soll ich da etwa jetzt auch noch höflich sein? Nope, keine Chance. Sorry, Mädels.
„Ana, du kannst den doch nicht so einfach anquatschen.“
So, so, das Blondchen heißt also „Ana“.
„Lena, Liebes... ich kann und ich werde. So einen Traumtyp lässt man nicht einfach laufen.“
<Aaah... Spanierinnen...> Hi, hi, euer Pech, dass meine Mom darauf bestanden hat, dass ich diese Sprache lerne, wo doch Mexiko quasi um die Ecke von La Jolla/San Diego liegt. Danke, Mom!
„Ich bin Ana.“
Schön für dich.
„Das hier ist meine Freundin Elena.“
Flirten die etwa mit mir? Ich riskier mal einen weiteren Blick. Oh, oh... sie sind drei Stufen runtergerutscht. Harmon Rabb Sr., ich glaub, dein Sohn wird gerade angebaggert. Vielleicht sollte ich rasch bei Dad hinten an der Wall um seelischen Beistand bitten? Dann wäre ich sie vermutlich auch los.
Bin ich eigentlich völlig bescheuert? Ich bin ein erwachsener Mann – auch wenn da einige Bedenken bei haben – und zweifellos in der Lage, diese abenteuerlustigen Touristinnen abzuwimmeln.
„Wir kommen aus Spanien.“
Und ich aus Kalifornien, ha, ha. Aber nun sitzen sie auf der Stufe direkt neben mir. Nichts gegen die Gesellschaft von schönen Frauen, aber ich ziehe es vor, mir die selbst auszusuchen.
„Genauer gesagt aus Barcelona.“
Hmmm... Barcelona. Maria Elena... DAS war eine Frau... hui! Wir haben uns vielleicht nicht oft gesehen, aaaber... aaah, was hatten wir für einen Spaß miteinander. Gott, jetzt wird’s mir aber warm hier! Und das hat garantiert nix mit dem Wetter zu tun...
„Schönes Wetter heute.“
Fällt denen nix besseres ein? Klar ist heute schönes Wetter. Aber um diese Jahreszeit ist in DC IMMER schönes Wetter. Schön heiß und schön schwül. Schließlich wurde die Stadt in einem Sumpfgebiet angelegt.
„Verstehst du uns?“
DU??? Seit wann duzen wir uns? Und verstehen tu ich mehr als ihr vermutet. Gebt euch keine Mühe, ich weiß, wo der Hase lang läuft. Auf der anderen Seite... ein bisschen Fun darf ich doch auch haben, oder?
„Jupp.“ So, da könnt ihr jetzt drüber nachdenken.
„Ana, er versteht uns doch. Hab ich dir ja gleich gesagt.“
Aha, untereinander reden sie Spanisch. Ist ja auch logisch, wenn sie aus Spanien kommen.
„Warum hat er dann bisher nichts gesagt?“
Weil ich nicht wollte, liebste Ana.
„Was weiß ich? Vielleicht hatte er keine Lust oder so was...“
Elena, du bist ein kluges Kind. Aus dir wird bestimmt noch mal was.
„Wow, Lena, schau dir dieses Lächeln an. Gott, was für ein Mann!“
Was denn nun? Gott oder Mann? Spaß beiseite, ich bin ein Mann. Ehrlich.



