Freud und Leid von Karitschna

#1 von Petra , 14.05.2007 23:11

Freud und Leid

von Karitschna
Karitschna@web.de


22.00h
Harms Wohnung

Seit Stunde schon saß Mac alleine auf der Couch und grübelte. Hätte sie es sich nicht selbst verboten, würde sie jetzt weinen. Aber selbst als sie so alleine dasaß, wollte sie sich diese Schwäche nicht erlauben. Sie konnte sie sich nicht erlauben; schon des Kindes wegen, das in ihrem Bauch langsam heranwuchs, musste sie stark sein.
Es war dunkel in der Wohnung. Als sie nach Hause gekommen war, hatte sie sich tief in Gedanken auf der Couch niedergelassen und gar nicht bemerkt wie es um sie herum langsam dämmerte und schließlich stockdunkel war. Das einzige Geräusch war das des Verkehrs, das von draußen hereindrang, aber auch das nahm sie nicht wahr.
Warum nur? Wie hatte das passieren können? Bis vor 5 Tagen war doch noch alles in Ordnung gewesen, warum schien also jetzt ihre ganze Welt um sie einzustürzen? Die letzten 4 Monate waren die schönsten ihres Lebens gewesen, war das jetzt die Strafe dafür, dass sie einmal glücklich war?
Diese Fragen beschäftigten sie seit dem Gespräch mit dem Admiral heute Mittag, in dem er ihr mitgeteilt hatte, dass Harm im Iraq vermisst wird. Sie quälten sie, ließen sie nicht los und ließen sich auch nicht verdrängen. Sie liefen immer wieder in ihrem Geist ab wie eine Endlosschleife, die von ihrem Unterbewusstsein erschaffen wurde, um sie langsam aber sicher in den Wahnsinn zu treiben.


- 4 MONATE FRÜHER-

11.20h
J.A.G. Hauptquartier
Falls Church
Mac`s Büro

Harm stand schon einige Minuten in der Tür zu Mac`s Büro und betrachtete sie einfach nur wie sie total in ihre Arbeit versunken über ihrem Schreibtisch gebeugt saß und sich ununterbrochen Notizen zu einem Fall machte. Einige ihrer braunen Strähnen fielen ihr dabei in die Stirn und wurden sofort unwirsch von ihr zurückgeschoben. Er liebte es, ihr in solche Situationen zuzuschauen. Sie strahlte dann soviel Konzentration, Energie und Engargement aus, dass er mehr als stolz darauf war, sie als Partnerin zu haben. Gott, wie sehr er diese Frau liebte und wie viel mehr er sich wünschte, es ihr auch sagen und zeigen zu können.
"Commander Rabb!" unsanft holte Mac ihn aus seinen Gedanken.
"Äh, was?" irritiert sah er sie an und ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, hatte sie ihn schon mehrmals angesprochen. "Hast du viel zu tun? Dein Schreibtisch sieht zumindest danach aus."
Mittlerwile war er an ihren Schriebtisch getreten, auf dem sich alles mögliche Stapelte und fing sich einen misstrauischen Blick aus diesen geliebten Bambiaugen ein.
"Ja, ich habe seeeehr viel zu tun. Aber was machst du eigentlich hier? Du wolltest doch bestimmt nicht mur andren beim Arbeiten zugucken, oder?"
"Nein, wollte ich nicht! Ich wollte dich fragen, ob du mit mir zu mIttag essen würdest? Ich wollte mir mal eine kleine Pause gönnen und hätte gegen ein wenig angenehme Gesellschaft nichts einzuwenden."
"Rotes Licht, Commander! Aber ich kann dich leider trotzdem nicht begleiten. Der Admiral möchte diese Akte heute noch bis Dienstschluss bearbeitet haben und wenn ich diese Deadline einhalten will, muss ich mich ganz schön ranhalten und das Mittagessen wohl ausfallen lassen!"
Sie sah ihn entschuldigend an und in ihren Augen meinte er auch Bedauern lesen zu könen. *Schluss jetzt, Rabb! Nur weil du so empfindest, heißt das nicht, dass es ihr genauso geht. Hör endlich auf, Dinge zu sehen, die gar nicht da sind!*
Er überlegte noch einen Moment, setzte dann sein schönstes Flyboy-Lächeln auf und sagte zu ihr:"Dann komm doch heute Abend zu mir und ich koche uns was schönes!" Er sah, dass sie etwas erwidern wollte, kam ihr jedoch zuvor:"Komm schon, Mac! Du hattest dann kein Mittagessen und hast bestimmt keine Lust noch kochen zu müssen. Außerdem möchte ich morgen früh nicht in der Zeitung lesen müssen,dass ein gewisser Colonel der Marines einer Lebensmittelvergiftung erlegen ist,die sie sich durch ihr eigenes Essen zugezogen hat!"
"Das würde nur passieren, wenn ich mich an dein Rezept für fleischlosen Hackbraten halten würde!" schoss Mac sofort zurück, konnte sich das Grinsen jedoch nicht verkneifen.
Harm fasste sich theatralisch ans Herz und begann übertrieben durch den Raum zu taumeln. Mit wehleidigster Stimme klagte er:"Damit hast du mich jetzt wirklich schwer getroffen!"
"Oje, du armer Sailor! Was kann man da nur tun?" belustigt ging Mac auf das Spiel ein.
"Zuerst kannst du heute Abend zu mir kommen." Langsam stahl sich ein diebisches Glitzern in seine Augen."Naja, und ich wollte schon immer mal sehen wie dir ein Saubsauger steht!"
"Du Schuft! Raus hier!" Mac drohte ihm mit den Locher und Harm trat lachend den Rückzug an.
Auch Mach konnte sich das Lachen kaum nochr verkneifen. Er schaffte es doch immer wieder!
An der Tür drehte sich Harm noch einmal um. "Heißt das jetzt, du kommst heute Abend?"
"Ja,aber nur, wenn du mich jezt endlich arbeiten lässt, die Tür schließt und die Sache mit dem Staubsauger zurücknimmst!"
"Aye,aye, Ma'am!" Harm schloss die Tür und ging lachend und zufrieden in seine Mittagspause. Er würde noch einkaufen müssen.

Unabhängig voneinander hatten 2 Peronen das Schauspiel in mac's Büro miterlebt.
Die eine war Harriet, die sich freute, dass die Paten ihres Sohnes sich schon so lange niocht mehr gestritten hatten. Vielleicht gab es ja doch noch Hoffnung für die beiden.
Die andere war der Admiral, der sich innerlich schon einmal darauf vorbereitete ein Gespräch mit dem SecNav führen zu müssen. Außerdem nahm er sich vor, die beiden in nächster Zeit etwas genauer zu beobachten. Einem Seal macht man halt so schnell nichts vor!


17.00h
J.A.G. Hauptquartier
Falls Church

Harm machte heute früher Schluss. Er hatte nicht so übermäßig viel zu tun gehabt, was auch daran lag, dass die Akte, die Mach momentan bearbeitete, gerade eben noch an ihm vorübergegangen war, weil er heute Morgen wie üblich zu spät zum Meeting gekommen war und diese Akte war wirklich überaus wichtig. Glück gehabt!
Weniger Glück hatte er allerdings in dem darauffolgenden Gespräch mit dem Admiral gehabt. Wenn er daran dachte, lief es ihm immernoch eiskalt den Rücken runter und wenn es ganz ruhig war, meinte er noch immer das Klingeln in den Ohren zu haben. Heute Morgen war die Laune des Admirals wirklich extrem schlecht gewesen. *Wahrscheinlich hatte er vorher wiedereinmal ein nicht ganz freiwilliges Gespräch mit dem SecNav odr Webb.* Harm konnte es einfach nicht lassen. Immer wenn er an Clayton Webbs gebrochene Nase dachte musste er lachen.
Diesmal stand er jedoch mit einem leicht verträumten Gesichtsausdruck im Bullpen, denn als er den Admiral verlassen hatte, hate er von diesem das Wort Russland aufgeschnappt. Russland würde er auf immer und ewig mit einem ganz bestimmten Seidennachthemd und vor allem mit der Frau darin verbinden.

So stand er nun mitten im Bullpen und man konnte ihm ansehen, dass er mit seinen Gedanken ganz woanders war, als Mac auf ihn zukam. Sie hatte sich nur kurz einen Kaffee geholt und wollte wieder in ihr Büro, um möglichst noch an diesem Abend mit dieser verdammten Akte fertig zu werden. Als sie Harm bemerkte wurde sie langsamer und ging auf ihn zu. *Warum muss er nur so verdammt attraktiv und liebenswürdig sein? Liebenswürdig! Ja, das trifft es genau. Ich liebe ihn mehr als ich je jemanden geliebt habe! Mein Flyboy! Halt marine, dafür müsstest du erst wissen, dass es ihm genauso geht und ihr zwei eine Chance habt.*
"Na, machst du schon Feierabend?" Sie sah ihn über den Rand ihrer Tasse an und nippte an ihrem Kaffee. Augenblicklich verzog sie das Gesicht. "Igitt, den muss Tiner gemacht haben!"
"So schlimm?" mitfühlend sah er sie an.
"Du hast ja keine Ahnung! Willst du mal probieren?"
Sie reichte ihm die Tasse und für einen kurzen Augenblick berührten sich ihre Hände. Beiden war es als hätte sie ein Stromschlag getroffen. Mac sah auf und blickte genau in seine grauen Augen. Was sie da sah, irritierte sie zutiefst. War das etwa Leidenschaft und Verlangen, was sie in seinen Augen entdeckte? Nein, das konnte nicht sein. Harm war schließlich nur ein Freund, auch wenn sie sich noch so sehr wünschte, dass es anders, dass es mehr wäre. Obwohl sie diese Situation erschreckte, war sie unfähig sich von diesen vertrauten Augen loszureißen. Diese Augen, die ihr so viel sagen konnten, ohne dass Harm wirklich sprach. So vertraut sie ihr sonst waren, konnte sie diesen Ausdruck doch nicht deuten.
Harm ging es unterdessen nicht anders. Er hatte das Gefühl durch ihre Augen in eine ganz andere Welt einzutauchen und vergaß alles um sich herum. Was jetzt noch zählte, waren diese Augen und die Frau, zu der sie gehörten. Automatisch hob er eine Hand und wollte ihr eine Strähne aus der Stirn streichen, wollte ihr seidenweiches Haar und ihr zarte Haut fühlen. Unglücklicherweise war das genau die Hand, die auch die Tasse gehalten hatte. Diese fiehl nun zu Boden, da auch Mach ihren Griff gelockert hatte und zersprang in tausend Scherben.
Der Aufprall holte die beiden wieder in die Wirklichkeit zurück und lockte auch den Admiral an, der gerade aus seinem Büro gekommen war.

"Was ist denn hier passiert?" Augenblicklich schossen die Köpfe der beiden Anwälte hoch bei seiner Stimme.
"Admiral!" kam es gleichzeitig. Beide sprangen auf, ließen die Scherben, die sie soeben eingesammelt hatten, wieder fallen und nahmen Haltung an.
"Rühren! Colonel, haben sie wiedereinmal eine unserer ohnehin schon begrenzten Kaffeetassen fallen lassen?"
Bevor Mac etwas sagen konnte, mischte Harm sich ein:"Mit Verlaub, Sir. Die kaputte Tasse ist meine Schuld! Der Colonel hat mir ihre Tasse gereicht, damit ich mich von Tiners miserablen Kaffee selber überzeugen konnte und da habe ich wohl neben die Tasse gegriffen. Ich mache diese Sauerei auch gleich weg."
"Der Kaffee war also miserabel, Colonel?"
"Für diesen Kaffe hätte mein Drill-Sergeant mich die Küche eine Woche lang mit der Zahnbürste putzen lassen, Sir!" bestätigte Mac.
"Colonel, diesen Kaffee habe ich gekocht und sie können froh sein, dass ich sie mit dieser Akte für gestraft genug ansehe. Rabb, Sie machen diesen Saustall wieder sauber und MacKenzie, Sie gehen wieder an ihren Schreibtisch!" Damit drehte der Admiral um und stapfte in sein Büro zurück.
Jetzt konnte Harm sich gar nicht mehr zurückhalten und fing laut an zu lachen, während Mac ganz schön geknickt dastand und ihrem CO hinterherstarrte.
"Marine, das kann auch wirklich nur dir passieren, obwohl eigentlich hätte das auch gut eine Szene mit Bud in der Hauptrolle sein können!"
"Zumindest durchlöchere ich nicht die Decke des Gerichtssaals!" gab Mac giftiger als gewollt zurück.
"Hey Mac, das war doch nicht böse gemeint!"
"Ich weiß, aber ich war in Gedanken schon wieder bei meiner Akte.! Das stimmte nicht ganz. Ja, sie war in Gedanken woanders gewesen, aber eigentlich war sie wieder bei der Szene von vor ein paar Minuten angelangt. Harms Gesichtsausdruck beschäftigte sie noch immer. *Was, wenn er mich doch liebt? Vielleicht ergibt sich ja heute Abend eine Gelegenheit, über das zu sprechen, was eben passiert ist.*
"Wann soll ich eigentlich heute Abend bei dir sein?"
"Wäre 20.30h in Ordnung für dich?"
"Das dürfte ich schaffen, wenn ich jetzt fleißig weiterarbeite. Bis später dann, Harm!"
Damit ging sie wieder in ihr Büro und schloss die Tür, um mehr Ruhe zu haben.
Harm stand noch eine Weile da und schaute ihr einfach nur hinterher. Dann machte er sich daran die Scherben einzusammeln und den Kaffee aufzuwischen. Darauf nahm er seinen Aktenkoffer und verließ das Gebäude. Er würde sich beeilen müssen, denn er musste ja noch lochen und bei dem Gespräch mit Mac heute Morgen war ihm eingefallen, dass er seine Wohnung mal wieder gründlich staubsaugen musste. Im Stillen nahm er sich vor, heute endlich mit Mac über seine Gefühle zu sprechen.



20.25h
Harms Wohnung

Mac wusste, dass sie etwas zu früh war, aber besser zu früh als zu späte wie gewisse Navy-Offiziere!
Nachdem sie ihren Bericht mit den Admiral durchgegangen war und sich noch einmal für den Kaffee entschuldigt hatte, war sie nach Hause gefahren, hatte geduscht und sich umgezogen und war dann zu Harm gefahren. Mittlerweile hatte sie das Gefühl, dass ihr ihr Magen schon in den Zehen hängen musste. Sie merkte jetzt nur allzu deutlich, dass sie kein Mittagessen gehabt hatte.
Das erste, das ihr ins Auge fiel, als Harm die Tür öffnete, war der Staubsauger in seiner Hand.
"Ich dachte, wir hätten das Thema geklärt!?"
"Der ist nicht für dich, Ninjagirl! Ich habe noch eben schnell aufgeräumt und gesaugt. Du darfst ihn aber gerne mal halten!"
"Danke, ich verzichte! Wenn du schon so begeistert dabei bist, kannst du gerne in meiner Wohnung weitermachen!"
"Danke, nein! Dafür würde mein ganzer Jahresurlaub nicht reichen!"
"Sind wir heute wieder charmant! Darf ich jetzt reinkommen oder muss ich hier draußen verhungern?"
"Sorry, Mac! Komm rein und fühl dich ganz wie zu Hause! Das Essen ist sofort fertig und der Tisch ist auch schon gedeckt. Ich habe vegetarische Lasagne gemacht. Du hast doch hoffentlich nichts dagegen, auf dein halbes Schwein auf Toast zu verzichten, oder?"
"Nein, kein Problem! In meinem momentanem Hungerstadium würde ich fast alles essen!"
In dem Moment wehte ihr aus der Küche ein mehr als nur verlockender Duft entgegen, auf den ihr Magen auch prompt mit lautem Knurren reagierte. Beide sahen sich an und lachten. Mittlerweile hatte Harm den Staubsauger wieder an seinen Platz gebracht und ging an Mac vorbei in die Küche.
"Na, dann wollen wir mal! Ich will ja schließlich nicht den Hungertod eines Marines verschulden. Der Prozess wäre für meine Karriere doch zu schädlich, um ihn zu riskieren."
"Ja und da es mich dann ja auch nicht mehr gäbe, würdest du dafür auf immer und ewig hinter Gittern landen, weil du meine außerordentlich gute Verteidigung nicht mehr genießen könntest. Obwohl, bei einem derartigen Prozess müsste ich eigentlich die Anklage haben. Man lässt seine Kameraden einfach nicht verhungern!"
"Wer sagt eigentlich, dass ich dich gebeten hätte, mich zu verteidigen?" frech grinste er sie an und für einen Moment waren beide so vertieft in ihr Rumgealber, dass sie das Essen ganz vergessen hatten.
"Tja, ich wäre wahrscheinlich die Einzige, die bereit gewesen wäre, dich in diesem Fall zu verteidigen. Schließlich handelt es sich bei dem Opfer um eine allseits geliebte und hochgeschätzte Kollegin!"
Harm fiel vor ihr auf die Knie, faltete die Hände und sah sie aus dackelähnlichen Augen an.
"Gnade, Mac, bitte! Ich bin noch nicht bereit dazu so jung in einer Zelle zu verschimmeln!"
In diesem Moment knurrte Mac's Magen noch lauter als beim ersten mal.
"Na gut, diesmal kommst du noch damit durch, aber nur, wenn ich innerhalb von einer Minute mein Essen bekomme, sonst tritt dieser eher unwahrscheinliche Fall doch noch ein."
"Bin schon unterwegs!" Damit sprang Harm auf und sprintete, so schnell wie noch nie in seinem Leben, in die Küche, um die Lasagne zu holen, die mittlerweile eine etwas dunklere Färbung aufwies als die sonst übliche gold-gelbe der Käseschicht.

Mac grinste noch immer als sie sich an den Tisch setzte. Schon wieder gewonnen. *Lass das bloß nicht zu Gewohnheit werden, Sarah MacKenzie, Männer reagieren empfindlich auf sowas!* Aber wofür hatte Harm schließlich den Gerichtssaal? Sie versuchtelediglich außerhalb das Gleichgewicht wieder herzustellen.

Harm war unterdessen aus der Küche zurückgekommen, stellte die Auflaufform vor Mac ab und häufte ihr augenblicklich einen großen Teil davon auf den Teller. Diese wartete noch bis er sich selbst auch genommen hatte und begann dann zu essen.
"Dasch wa ekschtrem knapp, Schailor!" nuschelte sie nach einiger Zeit noch immer zwischen zwei Bissen.
"Bitte was, Mac? Ich kann dich nicht verstehen, wenn du die halbe Lasagne im Mund hast."
Mac kaute noch schnell zu Ende und schluckte, bevor sie antwortete:"Ich sagte, das wäre extrem knapp gewesen, Sailor! Noch 2 Sekunden und ich hätte mich demonstrativ vom Stuhl fallen lassen; dann wäre deine Minute nämlich rumgewesen!"
"Achso! Jetzt habe ich dich verstanden!"
Der Rest des Essens verlief schweigend, da Mac nun merkte, dass der Tag doch ganz schön anstrengend gewesen war und sprechen zu diesem Zeitpunkt einfach viel zu mühsam gewesen wäre.


"Mach's dir doch ein bisschen auf der Couch bequem, ich spüle nur schnell das Geschirr weg."
"Ich kann dir doch helfen, dann geht's schneller."
"Lass mal! Du hast den ganzen Tag gearbeitet. Ruh dich ruhig mal aus. Ich schaff das schon!"
"Okay!" damit setzte sie sich auf die Couch, zog die Beine an und dachte an gar nichts. Sie war wirklich k.o.!

Unterdesen brachte Harm das schmutzige Geschirr in die Küche und ließ heißes Wasser in die Spüle laufen. Dabei ließ er immer wieder den Blick ungläubig zur Auflaufform schweifen. Er hatte extra eine 4 Personen Portion gemacht. Selbst bei Mac's normalen Appetit, hätte eigentlich noch noch eine Portion übrigbleiben müssen, die er sich am nächsten Tag hatte aufwärmen wollen. Aber die Form war leer! Bis auf den letzten Krümel! Erstaunlich wieviel ein einzelner Mensch essen konnte. Gut, sie hatte schließlich auf ihr Mittagessen verzichten müssen. Aber er musste aich auch ganz ehrlich eingestehen, dass er, wenn er die Wahl gehabt hätte zwischen einer Portion aufgewärmter, vegetarischer Lasagne und einem Abend in Mac's Gesellschaft, doch immer die 2. Variante genommen hätte. So hing er während dem Spülen seinen Gedanken nach, denn eigentlich hatte er das Gespräch, dass er an diesem Abend mit Mac führen wollte, noch vor sich.
Diese hatte währenddessen immer mehr Probleme damit, die Augen aufzuhalten und fragte sich, ob es nicht besser wäre, nach Hause zu fahren, zu ernsten Unterhaltungen sah sie sich momentan so wie so nicht mehr fähig.
Mittlerweilehatte Harm auch abgetrocknet und kam wieder ins Wohnzimmer. Unterwegs ging er noch zur Anlage und machte leise das Album 'Back to Bedlam' von James Blunt an. Hoffentlich würde die leise Musik helfen, die Atmosphäre entspannt zu halten.
Dann setzte er sich neben Mac auf die Couch.
"Hey!"
"Hey!"
"Harm, vielleicht wäre es besser, wenn ich jetzt nach Hause fahre. Ich bin stehen k.o. und wäre wahrscheinlich keine so prickelnde Unterhaltung mehr heute Abend. Danke, dass du dir mit dem Essen so viel Mühe gegeben hast, du hast dich mal wieder selbst übertroffen!"
"Nein!"
"Häah!? Wie soll ich das denn jetzt verstehen?"
"Nein! Ich lasse dich so nicht nach Hause fahren. Du kannst ja kaum noch die Augen offenhalten. In dem Zustand wickelst du dich eher um den nächsten Baum, als heil zu Hause anzukommen!"
"Wie kommt es eigentlich, dass du immer direkt das Schlimmste befürchtest? Alter Pessimist!"
"Wieso das denn?"
"Innerhalb eines tages bin ich schon 3 mal gestorben. Erst die Lebensmittelvergiftung, dann der Hungertod und schließlich wickel ich mich um den nächsten Baum!"
"Dafür rette ich dich auch jedesmal!"
"Ja, nachdem du mich erst in diese Situationen gebracht hast."
"Ich will doch nur, dass dir nichts passiert!"
"Hey, das weiß ich doch! Ich weiß auch, dass du niemals ulassen würdest, dass es soweit kommt!" beruhigend legte sie ihm eine Hand auf den Arm und lächelte ihn an. Dieses Lächeln verfehlte seine Wirkung nicht und in ihren Augen konnte er ihre Dankbarkeit sehen. Dankbarkeit dafür, dass er immer für sie da war. Ja, er würde niemals zulassen, dass ihr etwas passiert, das würde er nicht überleben.

"Gib mir deine Autoschlüssel, dann hole ich deine Tasche aus dem Auto. Du bleibst heute Nacht einfach hier!"
"Da gibt's nur ein kleines Problem. Ich habe keine Sachen dabei. Ich habe vor ein paar Tagen etwas in meiner Notfalltasche gesucht und dann vergessen,sie zurück ins Auteo zu legen."
"Du enttäuschst mich, Marine! Du bist doch immer auf alles vorbereitet. Aber das macht gar nichts. Du kannst ein T-Shirt von mir haben und deine Uniform brauchst du ja eh nicht, weil morgen Samstag ist."
"Du könntest mich auch einfach nach Hause fahren!"
"Natürlich könnte ich das, aber wenn du hierbleibst können wir morgen früh gemütlich zusammen frühstücken und uns über alles mögliche unterhalten. Das haben wir schon lange nich mehr gemacht!"
"Ja, weil wir beide wissen, wie das immer geendet hat!"
"Wer ist jetzt hier der Pessimist? Bitte, Mac!" Er sah sie aus seinen grauen Augen gewinnend an und Mac' Widerstand schmolz allmählich dahin.
Immerhin besser als zu Hause alleine zu sein. "Na gut, aber ich schlafe auf der Couch!" und als sie sah, dass er ansetzte, um etwas zu erwidern, fuhr sie schnell fort:"Keine Diskussion! Ich nutze dich eh schon schamlos aus. Außerdem bin ich ein Marine, die schreien förmlich nach Couchen!"
"Okay, ich geh dir dann mal ein T-Shirt holen." Als er wiederkam, hielt er grinsend eines seiner "Navy"-Shirts hoch.
"Ich wusste doch, dass da ein Argument gegen die ganze Aktion war!" damit schnappte sie sich das Shirt und verschwand im Badezimmer, um sich umzuziehen. Währenddessen richtete Harm die Couch her. Als er sich umdreht, kam Mac gerade in seinem T-Shirt und auf Socken aus dem Badezimmer getappt, die Augen schon halb geschlossen. Einen Augenblick wagte Harm es nicht, sich zu bewegen. Selbst in diesem Zustand wirkte sie auf ihn wie eine Märchenfee. Das viel zu große T-Shirt trug seinen Teil dazu bei. Sie hätte wohl ohne Probleme 2 1/2 Mal hineingepasst und wirkte darin so zerbrechlich und verloren, dass sich Harm's Beschützerinstinkt wieder meldete.
"Sicher, dass du auf der Couch schlafen willst? Du kannst auch gerne mein Bett haben und ich bleibe auf der Couch!"
"Hast du schonmal überlegt, wo du deine 1,93m lassen willst, mh? Das ist schon in Ordnung wie es ist!" Nun konnte Mac das Gähnen gar nicht mehr zurückhalten und ließ sich auf der Couch nieder.
"Sorry!"
"Hey, kein Problem! Leg dich hin und deck dich zu, ich singe dir auch noch ein Schlaflied."
Mac saß einfach nur da und starrte ihn an, als ob er nicht mehr alle beisammen hätte.
"Brauchst mich gar nicht so anzugucken! Ich habe doch gesagt, dass ich aufpasse, dass dir nichts passiert, dazu gehören auch Albträume!"
Mac sah ihn immernoch irritiert an, schüttelte dann den Kopf und legte sich schließlich hin. Sie war definitif zu müde, um noch zu diskutieren.
"Na, dann lass mal hören, Sinatra!"
Harm griff nach seiner Gitarren, während Mac sich hinlegte und die Decke nach oben zog. Als er sah, dass sie sich richtig hingelegt und auch schon die Augen geschlossen hatte, begann er 'Somewhere over the Rainbow' zu singen. Tatsächlich entspannten seine Stimme und der Klang seiner Gitarre Mac so sehr, dass sie fast augenblicklich einschlief.

Harm hatte es auch bemerkt und als er 5 Minuten später aufhörte, zu spielen, stellte er die Gitarre wieder weg und wollte nun selbst schlafen gehen. Er ging noch einmal zurück, um nach Mac zu sehen und bemerkte, dass ihr die Decke ein Stück runtergerutscht war. Mit einem Lächeln ging er auf sie zu, um die Decke wieder hochzuziehen, da es langsam kühl wurde. *Sie sieht einfach niedlich aus, wenn sie so friedlich schläft!* Vorsichtig, ohne sie zu wecken, streichelte er ihr über die Wange und bemerkte, wie sie zufrieden seufzte und sich noch tiefer ins Kissen kuschelte. Als er sich schließlich von ihr lösen und seine Hand wegnehmen wollte, umfasste ihre Hand, die neben ihrem Gesicht auf dem Kissen geruht hatte, seine.
"Nicht gehen!"
Einen Moment war er zu überrascht, um reagieren zu können. Dann wollte er seine Hand ganz vorsichtig aus ihrer nehmen, aber Mac machte keine Anstalten, ihn loszulassen. Auch wenn sie schlief, sie ließ ihn nicht los.
"Nicht gehen!" Einen Augenblick überlegte Harm, was er tun sollte. Er konnte ja schließlich schlecht die ganze Nacht hier knien und darauf warten, dass sie seine Hand loßließ. Auch wenn er nicht wollte, dass sie ihn loßließ.
Dennoch zog er seine Hand aus ihrer und hob sie dann kurzentschlossen hoch, um sie in sein Bett zu tragen. Das war schließlich auch eine Lösung.
Behutsam legte er sie dort ab und deckte sie zu. Dann zog zog er sich bis auf seine Shorts aus und legte sich zu ihr unter die Decke.
Ganz kurz nur dämmerte Mac aus ihrem Tiefschlaf, wurde aber nicht ganz wach. Sie drehte sich zu Harm, kuschelte sich ganz eng an ihn und umarmte ihn mit einem Arm. Harm hingegen schlang beide Arme um sie und hielt sie fest.
"Nacht, Harm! Liebe dich!" nuschelte Mac gegen seine Brust.
Harm wurde es ganz warm, aber er versteifte sich dennoch kurz in der Umarmung, unsicher, ob er sich nicht doch verhört hatte. Wie er so dalag, ihren Atemzügen lauschte und ihre Wärme spürte, entspannte er sich doch zusehends. Es hatte ja doch keinen Sinn jetzt zu grübeln, vor morgen früh würde er eh keine Antworten bekommen, da Mac wieder tief und fest schlief. So glitt auch Harm langsam aber sicher ins Reich der Träume über und was er träumte, spiegelte seine wirren gedanken wieder.

6.13h
Harms Wohnung

Ganz langsam wachte Mac auf. Die Augen ließ sie noch geschlossen und genos das warme und sichere Gefühl gehalten zu werden und nicht alleine zu sein. Halt! Sie war nicht alleine! Irgendetwas war hier ganz und gar nicht, wie es sein sollte!
Mac riss die Augen auf und blickte in Harms schlafendes Gesicht. Wie kam Harm auf die Couch? Hier war doch gar nicht genug Platz. Couch? Das hier fühlte sich irgendwie nicht so richtig wie die Couch an. Mac hob den Blick und sah sich im Raum um. Das war Harms Schlafzimmer. *Was, zum Teufel, mache ich in Harms............Bett!?" Ruckartig setzte sie sich auf. *Ganz ruhig! Immer mit der Ruhe! Ich war zwar todmüde und habe keine Ahnung, was passiert ist, nachdem er mir das Schlaflied vorgesungen hat, aber wenn DAS passiert wäre, würde ich mich doch daran erinnern, oder?*

Während Mac sich noch versuchte zu beruhigen und zu überlegen, was als nächstes zu tun war, wachte auch Harm langsam auf, da ihn diese plötzliche Unruhe in seinem Bett an einem Samstagmorgen störte. Allerdings dauerte das bei ihm etwas länger, da ihm immerwieder Traumfetzen durch den Kopf rasten, die er versuchte, zu ordnen.
Er steht mit Mac in einer Kaffeetasse.... Der Admiral fliegt auf einem Staubsauger um sie herum und ruft ihnen zu:"Auch Kaffe hat Gefühle, Colonel!".... In der Tasse wird umgerührt und er verliert Mac aus den Augen. .... Harriet schwimmt an ihm vorbei:"Sind wir nicht alle ein bisschen Kaffee?" .... Aus der Ferne hört er:"Liebe dich!" .... Harriet kommt wieder an ihm vorbei, spricht aber jetzt mit Macs Stimme:"Wie lange wollen wir noch warten?" .... Dann wird es dunkel um ihn herum.
Alles in allem ziemlich absurd, aber bei seiner ,momentanen Gefühlslage durchaus verständlich.
"Harm, was mache ich hier?"
"Du hast hier übernachtet!"
"Ja, auf der Couch! Wie komme ich auf einmal in dein Bet?" Harm öffnete die Augen und fing Macs irritierten Blick auf.
"An wie viel erinnerst du dich noch von gestern Abend?"
Macs Blick wurde immer misstrauischer und langsam begann sie wirklich an ihrem Gedächtnis zu zweifeln. "Ich kann mich noch an das Essen erinnern, daran, dass du gespült hast und ich auf der Couch gesessen habe, dass du mich überredet hast hierzubleiben, dass ich mich umgezogen habe und dass du mir 'Somewhere over the Rainbow' vorgesungen hast, als ich schon auf der COUCH gelegen habe. Dann habe ich wohl geschlafen. Zumindest glaube ich das:" verunsichert sah sie ihn an und hoffte, er würde das bestätigen, auch wenn das immer noch nicht erklären würde, wie sie in sein Bett kam


"Du kannst dich also nicht daran erinnern, mich im Schlaf gebeten zu haben, nicht zu gehen?"
Eigentlich brauchte er ihre Antwort gar nicht, denn ihre ungläubig aufgerissenen Augen sprachen Bände. Etwas zurückhaltender fuhr er dann fort:"Naja, du hattest meine Hand umklammert und wolltest nicht loslassen und da habe ich dich einfach mit hierhin genommen, weil die Couch wohl doch ein bisschen eng ist." *Oh man, sie erinnert sich wirklich nicht. Dann weiß ich ja jetzt auch, was ich von dem Rest zu halten habe. Wahrscheinlich hat sie von jemand anders geträumt.*
Mac sah ihn noch immer total überrascht an und fragte sich wohl zum tausendsten Mal, wie sie es immer schaffte, sich in solche Situationen zu bringen.
"Ich habe im sSchlaf geredet!?"
"Ja!"
"Habe ich sonst noch irgendetwas gesagt?" Sie versuchte zu grinsen, was ihr aber nicht so ganz gelingen wollte. *Bitte, bitte, sag 'Nein!'! Bitte!*
Harm überlegte einen Moment, ob er ihr den Rest auch erzählen sollte. Einerseits wollte er ihre Antwort gar nicht hören, andererseits wäre das die Möglichkeit alles zu klären. Allerdings war der Ort ja wohl nicht der beste. Sie hatten beide kaum etwas an und saßen in seinem Bett, aber wann gab es jemals den richtigen Ort für die beiden?
Harm fühlte sich nun sichtlich unwohl in seiner haut, entschloss sich aber dennoch, ihr auch den Rest zu erzählen. *Augen zu und durch!*
"Ja, also da war noch was, nachdem ich dich hier rübergetragen hatte........Tja, als ich uns beide zugedeckt hatte, hast du dich zu mir umgedreht und gesagt:'Nacht, Harm! Liebe dich!' " Von dem Ankuscheln erzählte er ihr vorerst lieber noch nichts.
Mac saß ohnehin nur neben ihm und starrte ihn an. Zu diesem Zeitpunkt war sie sowieso unfähig einen vernünftigen satz zu formulieren. Sie hatte es ihm wirklich gesagt! Dann hatte sie es also doch nicht nur geträumt! Aber was jetzt?
Plötzlich sprang sie aus dem Bett, lief ins Badezimmer und schlug die Tür hinter sich zu. da stand sie nun und wusste nicht, was sie tun sollte.
Langsam liefen ihr die Tränen über die Wangen. *Ganz toll gemacht, Sarah, wirklich! Jetzt hast du's endgültig vermasselt! Du hast gerade deinen besten Freund abgeschreckt! Scheiße!*
Jetzt liefen nicht mehr nur einzelne Tränen, sondern wahre Sturzbäche. Mac setzte sich auf den Toilettendeckel, umschlang die Beine mit den Armen und legte den kopf auf die Knie.

So fand Harm sie eine Viertelstunde später. Von ihrer Reaktion völlig irritiert, hatte er im Bett gesessen und überlegt, ob er ihr folgen sollte, sich dann aber doch dafür entschieden, sie einen Augenblick alleine zu lassen. Als aus dem Augenblick allerdings 15 Minuten wurden, fing er an, sich Sorgen zu machen und stand auf.
Was er da sah, zeriss ihn fast. Auf der Toilette hockte eine völlig aufgelöste Mac und schluchzte noch immer in sich hinein. Er ging auf sie zu, ging neben ihr in die Hocke und nahm sie in die Arme. Zuerst versteifte sie sich ein wenig, ließ es aber schließlich zu, dass er sie umarmte und lehnte sich gegen ihn.
Nach und nach beruhigte sie sich wieder, trotzdem hörte er nicht auf, ihr besänftigend über den Rücken zu streicheln.
"Du hast dir für deinen Samstagmorgen doch bestimmt was abderes vorgestellt, als einen völlig hysterischen Marine zu trösten, oder?" fragte sie ihn nach einer Weile und sah ihn das erste Mal aus ihren völlig verweinten Augen an.
"Ich tröste keinen völlig hysterischen Marine. Ich halte eine etwas verwirrte, aber absolut wunderschöne Frau in meinen Armen!" dabei sah er ihr tief in die Augen, beugte den Kopf zu ihrem herunter und küsste sie. Zuerst ganz vorsichtig, dann immer fordernder, als er merkte, dass sie seinen Kuss erwiderte. Ihre ganze Reaktion hatte ihn davon überzeugt, dass sie ihre Worte vielleicht doch ernst gemeint haben könnte, also entschied er sich für die Flucht nach vorn.
Schließlich trennten sie sich atemlos.
"Ich liebe dich, Sarah MacKenzie!" Mac sah ihm in die Augen und schenkte ihm ihr schönstes Lächeln.
"Ich liebe dich auch, Harmon Rabb, jr. Aber ich glaube, das weißt du schon!"
"Trotzdem schön, es zu hören,wenn du wach und bei vollem Bewusstsein bist." Er sah ihr in die Augen und lächelte nun auch. In diesem Moment war sie für ihn die schönste Frau auf der Welt, auch mit ihren verheulten Augen.
Mac zog seinen Kopf zu sich herunter und murmelte noch:"Ich werde dir zeigen, wie wach ich bin, Sailor!", bevor sie ihn küsste, dass ihm Hören und Sehen verging.
"Mmh, Sarah, es ist noch früh, hättest du was dagegen wieder mit ins Bett zu kommen?"
"Ich wusste es, du denkst nur ans Schlafen!"
"Wer sagt denn, dass ich schlafen will?" Er zog sie hoch und schlang seine Arme von hinten um ihre Taille. Sanft schob er sie aus dem Badezimmer und legte seinen Kopf an ihren Hals, um sie dort immerwider zu küssen. "Man kann dort auch ganz andere Sachen machen!"
"Mmh, na dann sollten wir uns vielleicht beeilen, bevor du nichts mehr von mir übrig lässt!"


Liebe Grüsse Petra

Kalorien sind kleine Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen.

 
Petra
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RE: Freud und Leid von Karitschna

#2 von Petra , 14.05.2007 23:11

3 Stunden später

Mac lag noch immer in Harms Umarmung, hatte den Kopf an seine Schulter gebettet und genoss einfach nur das Gefühl von ihm gehalten zu werden. Beide hatten die letzten Stunden sehr genossen. Nach all den Jahren hatten sie es endlich geschafft, sich gegenseitig ihre Gefühle zu gestehen und das zu tun, wovon sie die ganze Zeit geträumt hatten. Mac hätte niemals gedacht, dass Harm sich einem Menschen so öffnen konnte.
Seine Worte, die er ihr gesagt hatte, nachdem sie sich das erste Mal geliebt hatten, hatten sie tief berührt.
"Ich liebe dich, Sarah! Ich liebe dich mehr, als ich jemals einen Menschen geliebt habe! Ich habe es all die Jahre gespührt und hatte zu viel Angst, dich zu verlieren. Ich will dich niemals verlieren, Sarah.Das würde ich nicht überleben, denn dann würde ich einen Teil von mir selbst verlieren. Dir gehört mein Herz!"
Dabei hatte er ihr tief in die Augen gesehen und gar keine Antwort erwartet. Ihre Augen hatten ihm alles gesagt, was er wissen wollte und ganz tief in sich schon wusste. Mac fühlte genauso wie er.

-Heute-

Als sie an diesen Moment zurückdachte, begannen die Tränen doch zu laufen. Sie war in diesem Moment so glücklich gewesen. Ihre Gefühle waren eine Mischung aus Glück, Liebe und Vertrauen, alles personifiziert durch den Mann, der mit ihr im Bett gelegen und seine Arme um sie geschlossen hatte.Sie war einfach zu überwältigt gewesen, um etwas sagen zu können, aber er wusste auch so, was sie ihm hatte sagen wollen. Er wusste immer wie es ihr ging und was sie brauchte. Und jetzt war er nicht da! Das einzige, was sie jetzt brauchte war Harm! Harm, wie er sie anlächelt, sie aus seinen grauen Augen liebevoll anblickt und ihr sagt, dass alles gut wird, während er sie in die Arme nimmt und einfach festhält.
Sie wollte ihm seine Worte so gerne zurückgeben, denn sie spiegelten exakt ihr Gefühle wieder, Aber er war nicht da und konnte sie auch nicht hören.
Warum nur? Wie hatte es so weit kommen können? Immerwieder die gleichen Fragen.

-Rückblende-

10.30h
Harms Wohnung

"Harm, ich will ja wirklich nicht ungemütlich werden, aber du hast mich gestern Abend mit einem gaaaaaaaaaanz gemütlichen Frühstück geködert und so langsam bekomme ich Hunger!"
"Du hast immer Hunger, Marine!"
Empört sah Mac Harm an und wollte sich aus seiner Umarmung winden, aber zog sie nur noch fester an sich.
"Und das ist nur eines der vielen Dinge, die ich so an dir liebe!" flüsterte er ihr ins Ohr, bevor er sie zu sich umdrehte und zärtlich auf die Lippen küsste. Diese vertiefte den Kuss und verlor sich ganz in Harms Umarmung, bevor sie sich aprupt von ihm löste.
"Wenn ich nicht bald was zu essen bekomme, wirst du mich bestimmt nicht ,mehr lieben, weil ich dann nämlich zum Tier werde. Ich bin nicht besonders umgänglich, wenn man mir mein Essen vorenthält!" dabei zo Mac ihr grimmigstes Gesicht, stemmte die Hände in die Hüften und starrte Harm einfach nur an.

Der überlegte einen Moment wie er reagieren sollte. Einerseits wollte er nichts mehr als mir seiner Sarah noch etwas im Bett zu bleiben und die neueste Entwicklung ihrer Beziehung genießen. Andererseits war mit einem hungrigen und maulenden Marine nicht zu spaßen, vor allem nicht mit diesem, der neben ihm nackt im Bett saß und ihn noch immer mit Blicken fixiert hatte. Er ließ seinen Blick an Macs schlanker, gut trainierter Gestalt hinabwandern und musste unwillkürlich grinsen bei dem gedanken an das, was sie die letzten Stunden getan hatten und was er noch alles mit ihr tun wollte.



"Hey!" Mac schlug ihn auf den Unterarm, der schonwieder in Richtung ihrer Hüfte gewandert war. "Was grinst du so blöd? Das war mein voller Ernst eben!"
"Ich grinse nicht blöd, ich grinse zufrieden, mein Schatz! Das ist ein Unterschied!"
"Hah!?"
Unschuldig sah er sie an. "Nun ja, ich musste an unsere Aktivitäten der letzten Stunden denken, wenn ich dich so unbekleidet in meinem Bett sitzen sehe!" Dabei schlich sich wieder dieses Grinsen in sein Gesicht, als er sah, dass Macs Gesichtsfarbe zu einer etwas dunkleren Schattierung wechselte und sie das Laken hochriss.
"Harmon Rabb, jr!" tadelnd blickte sie ihn an. *Was denn? Jetzt wirst du sogar rot. Reiß dich zusammen, Marine, er wird dich noch öfter so sehen!*
"Was denn? Ich habe so lange darauf gewartet, dass das mit uns beiden endlich funktioniert. Für mich waren die letzten Stunden wunderschön und ich glaube für dich auch. Ich liebe dich über alles und du bist einfach wunderschön, vor allem wenn du so verlegen bist!" damit nahm er ihr vorsichtig das Laken ab und küsste sie mit all der Liebe, die er für sie fühlte.
"Ich liebe dich au!" murmelte sie, als sie den Kuss beendeten. "Ich brauche nur noch ein klitzekleines bisschen Zeit, um mich an die neue Situation zwischen uns zu gewöhnen. Nachdem wir die letzten Jahre umeinanderhergetänzelt sind, kommt das schon ein bisschen plötzlich.
Und, Harm? Ich habe wirklich Hunger!"
Diesem bittenden Blick aus ihren Augen konnte er einfach nicht wiederstehen.
"Bin schon unterwegs! Du kannst ja schonmal duschen gehen, während ich das Frühstück mache."
"Klingt gut!"
Nach einem letzten sanften Kuss, stand Harm auf, zog sich seine Shorts und sein T-Shirt an und ging in die Küche.
Mac warf ihm noch einen letzten sehnsuchtsvollen Blick auf sein wohlgeformtes Heck nach und stand dann auch auf, um zu duschen. Das warme Wasser würde ihr helfen, ihre schwirrenden Gedanken ein bisschen zu ordnen.

Währenddessen machte Harm Frühstück und pfiff dabei fröhlich vor sich hin. Wow, seine Sarah war einfach unglaublich! Seine? *Ja, meine Sarah! Wie haben es endlich geschafft! Und gestern habe ich mich noch gefragt, ob ich ihr jemals sagen kann, was sie mir bedeutet. Wir haben soviel Zeit verloren, aber wir werden alles nachholen. Nimm dich in Acht, Sarah MacKenzie! Ich lasse dich niemehr gehen!* Harm war vollkommen zufrieden mit sich und der Welt. Er konnte nicht anders, dieses Lächeln schlich sich einfach wieder auf sein Gesicht. Immernoch pfeiffend schloss er schwungvoll die Kühlschranktüu, um sich wieder seinem Pfannkuchenteig zuzuwenden.
"Du siehst aus wie ein kleiner Junge, der gerade erfahren hat, dass Weihnachten, Ostern und sein Geburtstag auf einen Tag fallen!" meinte Mac neckend, die gerade aus dem Badezimmer kam. Sie hatte die Sachen vom vergangenen Abend wiederangezogen.
Harm drhete sich um und bemerkte, dass sie genauso glücklich lächelte. Dieses Lächeln machte sie noch schöner als sie ohnehin schon war.
"Nicht ganz, aber es kommt dem doch sehr nahe!"
Er ging auf sie zu, schlang seine Arme um sie und drückte ihr einen sanften Kuss auf die Lippen.
"Ich liebe dich, Sarah MacKenzie!"
"Ich liebe dich auch!" Mac legte ihre Arme um seine Hüften und kuschelte sich noch enger in die Umarmung ihres Matrosen. In diesem Moment fühlte sie sich unendlich glücklich und sicher. Sie hatte das Gefühl, alles schaffen zu können, solange Harm nur in ihrer Nähe war. Sie wünschte sich, dieser Augenblick würde ewig dauern, aber dagegen hatte ihr Magen etwas.
"Bitte, sag mir, dass das gerade nur dein Magen war, Marine, und nicht eine tieffliegende Tomcat!"
"Witzig, Flyboy! Ich habe dir doch gesagt, dass ich langsam Hunger bekomme und das war vor genau 27 min und 31 sec. Glaubst du etwa, mein Hunger wäre in der Zeit weniger geworden?" maulte Mac und sah ihn dabei vorwursvoll an.
"Na, dann wollen wir mal frühstücken! Erlauben sie mir, sie zum Tisch zu geleiten, Mylady!" Harm bot ihr galant den Arm und führte sie zu dem füe Mac gedeckten Platz. Mac konnte nicht anders, sie musste bei Harms Verhalten einfach kichern. Manchmal zweifelte sie es stark an, das ihr Matrose schon erwachsen sein sollte.

„Seit wann hast du Nutella da? Ich dachte immer, du wärest davon überzeugt, dass das ‚Zeug’ dein Herzinfarktrisiko enorm in die Höhe schrauben würde!“
„Seitdem ich weiß, dass das ‚Zeug’ zu deinen Grundnahrungsmitteln gehört, habe ich immer ein Glas in Reserve.“ Antwortete Harm vom Herd her, wo er gerade den letzten Pfannkuchen aus der Pfanne holte.
„Et voilà! Was Süßes für meine Süße!“ Er setzte den Teller voller Pfannkuchen vor Mac ab und setzte sich ihr gegenüber.
„Harm, du bist einfach unglaublich!“ seufzte Mac und reduzierte den Berg auf dem Teller um einiges. Sie genoss es, so verwöhnt zu werden.

Lächelnd beobachtete Harm seine Sarah wie sie sich reichlich Nutella auf ihre Pfannkuchen löffelte und diese dann genüsslich verschlang. *Oh man, dein Marine ist schon was ganz besonderes, Rabb!* Im Gegensatz zu Mac begnügte Harm sich mit einem Käsebrötchen und einer Tasse Kaffee. Himmel, Kaffee schien ihn im Moment zu verfolgen!
Der Rest des Frühstücks verlief schweigend. Beide lächelten sich über ihr Essen hinweg an und sahen sich dabei immer wieder tief in die Augen. Worte waren im Moment nicht nötig. Sie kannten sich einfach schon zu lange und zu gut, als dass ihnen das Schweigen unangenehm gewesen wäre.
„Wo ist eigentlich Mattie heute?“ unterbrach Mac schließlich das Schweigen. Bis jetzt war sie zu sehr mit ihren Gefühlen beschäftigt gewesen, um zu bemerken, dass etwas fehlte. Jetzt wusste sie, was es war. Es war schon fast Samstagmittag und Mattie war noch nicht wie ein Wirbelwind in die Wohnung gestürmt, um ihren Ziehvater einen guten Morgen zu wünschen.
„Sie ist gestern mit ihrer Klasse weggefahren. Deswegen war ich auch zu spät; ich wollte sie wenigstens zum Bus bringen und auf dem Weg zurück bin ich in einen Stau geraten.“ Harm versuchte ein halbherziges Lächeln.
„Stimmt, das hattest du letzte Woche mal erwähnt. Du vermisst sie jetzt schon, oder?“
„Ja, und wie!“ meinte Harm kläglich und sah Mac mit dem besten Dackelgesicht an, das er zu bieten hatte. Er hätte selbst nicht gedacht, dass es so schlimm werden würde. Er versuchte sich immer wieder einzureden, dass es schließlich nur für eine Woche war, aber es war so verdammt still, wenn Mattie nicht da war. Er freute sich regelrecht darauf, wenn er abends nach Hause kam, von ihr überfallen zu werden und alles über ihren Tag zu hören. Das meiste hatte sie zwar vorher schon bei Jen abgeladen und sich in der Regel bei ihr schon abgeregt, wenn der Tag zu schlecht gewesen war, aber sie konnte sich immer wieder in Fahrt reden. Wo Mattie war, war immer Leben und Chaos!
„Hey, guck doch nicht so, als wäre die Welt gerade untergegangen, in 6 Tagen kommt sie schon wieder und bis dahin telefoniert ihr sowieso mindestens jeden Abend.“

Mac war zu ihm gegangen, hatte sich auf seinen Schoß gesetzt und streichelte ihm jetzt aufmunternd über den Arm. Dabei sah sie ihn an und schenkte ihm ihr wärmstes Lächeln.
Harm erwiderte ihr Lächeln und in seine Augen war schon wieder ein gefährliches Glitzern getreten. Er schlang seine Arme ganz fest um Mac und hinderte sie somit an jeglicher Bewegung.
„Ich weiß auch schon, wie wir die Zeit nutzen, in der meine Wohnung noch sicher ist.“

Harm beugte sich ein wenig zu ihr herunter und küsste sie mit so viel Verlangen, dass ihr ganz schwindelig wurde und sich ein erwartungsvolles Kribbeln in ihrem Bauch ausbreitete, aber ihr Verstand sagte ihr etwas anderes.
„Harm,“ Mac stemmte ihre Hände gegen seine Brust und löste sich von ihm. Überrascht sah Harm sie an. „So gern ich auch weitermachen würde, Flyboy, aber ich denke, wir sollten reden!“
Seine Überraschung wandelte sich in Entsetzen.
„Bereust du es, Sarah?“ Jetzt war sein Blick beinahe verletzt.
„O Gott, Harm, nein! Das ist genau das, was ich schon seeeeeehr lange wollte, das kannst du mir glauben.“ Versuchte sie Harm zu beruhigen und es schien auch zu wirken, zumindest entspannte er sich ein wenig, auch wenn er sie noch immer äußerst misstrauisch beäugte und nicht ganz zu wissen schien, was er von dem Themenwechsel zu halten hatte.
„Was ist es dann? Bist du an den Nordpol versetzt worden?“ versuchte er zu scherzen.
„Äh, nein! Obwohl das in Zukunft durchaus möglich erscheint, wenn der Admiral von und Wind bekommt. Wir dürften heute Morgen gegen einige Vorschriften verstoßen haben. Womit wir auch schon beim Thema wären: Wie verhalten wir uns ab jetzt?“ fragend schaute sie ihn an.

„Sarah, wenn du nichts dagegen hast, würde ich dieses Gespräch gerne ins Wohnzimmer verlegen. Ich finde, ein nicht abgeräumter Frühstückstisch ist nicht der passende Ort für so ein Thema.“
*Für dieses Thema wird es wahrscheinlich nie den passenden Ort geben. Denkst du etwa ich merke es nicht, dass du das Thema wechselst, Commander?*
Dennoch stand Mac auf und ging vor Harm ins Wohnzimmer. Dort angekommen ließ sie sich auf die Couch fallen und zog Harm neben sich.
„Also?“
„Was ‚also’? Du hast angefangen.“
„Schon, aber ich hatte dir eine Frage gestellt, Sailor!“
„Äh, welche?“ Harm behagte das Thema ganz und gar nicht. Wenn es nach ihm gegangen wäre, wären sie jetzt in seinem Schlafzimmer und würden mit Sicherheit nicht so viel reden. Auch wenn er sich sicher war, dass das hier genau das war, was er wollte und dass Sarah die Frau war, mit der er alt werden wollte, war es ihm noch zu früh, sich so festzulegen. Was wäre, wenn es mit ihnen doch nicht funktionierte?
„Harm, hörst du mir überhaupt zu?“
Ein frustrierter Blick von Mac traf ihn, als er ihr wieder seine ganze Aufmerksamkeit zuwandte.
„Ich kann ja verstehen, dass der Admiral und die Arbeit in dieser Situation nicht unbedingt dein Lieblingsthema ist, Harm, meins auch nicht, aber bevor mir Montag wieder ins Büro müssen, sollten wir darüber gesprochen haben.“
„Ich weiß ja, aber du hast mich eben damit ein bisschen kalt erwischt.“

„Das war nicht meine Absicht.“
„Das weiß ich doch! Können wir trotzdem später darüber reden? Ich habe im Moment einfach noch keine feste Meinung zu dem Thema. Ich weiß, dass ich mit die zusammen sein möchte, aber ich habe Angst, dass wir an den Einflüssen von außen scheitern könnten.“
„Du denkst also, dass wir nicht stark genug sind.“ Enttäuscht wollte Mac ein Stück von ihm wegrutschen, aber Harm war schneller und zog sie wieder zu sich.
„Nein, das denke ich nicht. Nur solange wir nicht genau geklärt haben, was zwischen uns ist, sind wir angreifbar für alles, was von außen kommt.“
„Und was genau ist zwischen uns?“
„Ich weiß es nicht.“
„Weißt du es nicht oder hast du Angst, dass unsere Ansichten da auseinander gehen könnten?“ aufmunternd lächelte sie ihn an, doch ihre Augen blickten weiter ernst.

Das hier war einfach zu wichtig, um das Thema wieder fallen zu lassen. An diesem Punkt waren sie oft genug ausgewichen, sodass es für sie beide Neuland war. Aber heute würde Mac das nicht zulassen, sie musste eine Antwort haben.
„Ich denke, eher letzteres, Sarah! Ich weiß, dass ich dich liebe und mit dir alt werden möchte, aber ich möchte dich zu nichts drängen.“ Unsicher brach Harm ab und sah sie jetzt fast ängstlich an.
Als er jedoch Macs Lächeln sah, verschwand auch der letzte Rest seiner Zweifel.
„Du hast keine Ahnung, wie lange ich mir gewünscht habe, dass du das sagst, Flyboy. Ich liebe dich doch auch, von ganzem Herzen sogar, und ich kann es mir gar nicht anders vorstellen, als mit dir vorm Ofen zu sitzen und unseren Urenkeln beim Spielen zuzugucken.“
„Klingt, als wäre es dir genauso ernst mit uns wie mir!“ lächelnd beugte er sich zu ihr runter und küsste sie ganz zart.
„Was dachtest du denn?“ flüsterte Mac, als sie den Kuss nach einer Weile unterbrachen.

„Bleibt nur noch das andere Problem.“
„Mac, bitte, könnten wir vielleicht später darüber reden?“ vorwurfsvoll blickte Harm sie an, konnte das verführerische Glitzern jedoch nicht aus seinen Augen verbannen.
„Kommt darauf an!“ Mac hatte den Unterton in seiner Stimme sehr wohl verstanden, aber es konnte schließlich nicht schaden, Männer ein wenig zappeln zu lassen.
„Worauf?“
„Na, darauf, was du sonst noch mit mir vorhast. Wenn’s blöd ist, würde ich lieber noch ein bisschen mit dir diskutieren!“
Mac grinste ihn hinterlistig an.
„Du! Du wirst schon sehen, ob es doof ist!“
Harm ließ Mac nach hinten gleiten, bis sie auf der Couch lag und küsste sie mit einem Verlangen, dass sie bei ihm noch nie bemerkt hatte.
„Scheint als hätten wir eine Beschäftigung gefunden, Sailor!“ murmelte Mac noch, bevor sie völlig in den Zärtlichkeiten des anderen versanken. Sie waren so miteinander beschäftigt, dass sie alles um sie herum vergaßen. Im Moment gab es nur sie zwei.

So überhörten sie auch zuerst das Telefon. Mac war die erste, die sich durch das Klingeln gestört fühlte und in die Wirklichkeit zurückkehrte.
„Harm, ich glaube, dein Telefon klingelt.“
„Nicht so wichtig.“ Kam die genuschelte Antwort aus der Region um Macs Bauchnabel, wo Harm zur Zeit sehr beschäftigt war.
Mac kicherte. „Es gibt Personen, denen du das nicht sagen solltest.“
„Ich gebe zu Protokoll, dass ich hier nur höchst ungern unterbreche.“
„Zur Kenntnis genommen. Jetzt geh schon ran!“



Harm seufzte, drehte sich dann aber doch um und nahm ab.
„Rabb.“
(……)
„Oh, hi Mom!“ ein triumphierendes Grinsen seitens Mac traf ihn. Eine Mutter gehörte auf jeden Fall zu der eben von ihr beschriebenen Personengruppe.
(……)
„Nein, mir geht es gut. Sehr gut sogar.“
(……)
„Ja, wirklich! Ich war nur sehr beschäftigt, deswegen hat es so lange gedauert.“ Er warf Mac einen Blick zu, der bewirkte, dass sie errötete und ein Kissen nach ihm warf.
(……)
„Was heißt hier, du wunderst dich, dass ich an einem Samstagmorgen schon so früh auf bin? Ich habe sogar schon gefrühstückt.“
(……)
„Ja, Mattie ist gut weggekommen. Sie hat mich auch schon angerufen, dass alles in Ordnung ist.“
(……)
„Nett, dass du mir bescheid sagst, aber was hat das mit mir zu tun? Sonst rufst du auch nicht an, wenn ihr wegfahrt.“
(……)
„Das tut mir Leid für euch!“
(……)
„Oh, ich denke, da lässt sich was einrichten. Danke, Mom.“
(…...)
„Ja, ich passe auf mich auf. Schöne Grüße an Frank!“
(…...)
„Mom, bitte, würdest du das vielleicht mir überlassen!?“
(…...)
„Mach ich! Bis bald!“ Harm legte das Telefon weg und grinste Mac an.

„Was hälst du von einem Wochenende in New York?“
„Häh!?“
„Meine Mutter hat gerade angerufen.“
„Das habe ich mitbekommen. Wie geht’s Trish?“
„Gut, Naja, Frank und sie hatten Karten für das ‚Phantom der Oper’, sie können aber nicht hin, weil Frank einen dringenden Kongress in Europa hat. Jetzt wollte sie wissen, ob ich vielleicht Verwendung für die Karten hätte.“
„Du meinst, ein Wochenende in New York für uns zwei ganz alleine, ohne das ganze Büro um uns herum und auch noch Karten für das Phantom?“
„Deinem Enthusiasmus entnehme ich, dass die Frage, was du davon hältst überflüssig ist.“ Schmunzelte Harm.

Mac fiel ihm um den Hals und küsste ihn stürmisch.
„Machst du Witze? Wir reden hier vom ‚Phantom der Oper’! Das ist DAS Musical! Und du bist dir sicher, dass du mit mir fahren willst?“ etwas skeptisch sah sie ihn an.
„Nun ja, ich könnte auch meine außerordentlich attraktive und charmante Kollegin einladen, von der meine Mutter eben gesprochen hat.“ neckt er sie.
„Deine Mutter kennt Singer?“
Beide sahen sich einen Moment an und fingen dann an zu lachen. Die Vorstellung, dass jemand so von Lieutenant Singer reden könnte, war einfach zu abwegig.

Harm zog Mac zu sich runter und küsste sie auf die Nasenspitze.
„Eigentlich warst du gemeint.“
„Du redest mit deiner Mutter über mich am Telefon?“ leicht verwundert sah sie ihn an. „Seit wann?“
„Seit wir uns das erste Mal getroffen haben. Und ungefähr genauso lange liegt sie mir damit in den Ohren, mein Heck in Bewegung zu setzen und mit dir auszugehen. Anscheinend konnte sie meinen Erzählungen bestimmte Hinweise entnehmen, dass du die perfekte Frau für mich bist.“
„Und stimmt’s?“
„Auf jeden Fall!“ zärtlich lächelte er sie an.
„Warum hast du dann so lange gebraucht?“ gespielt entnervt boxte Mac ihm gegen die Brust.


Liebe Grüsse Petra

Kalorien sind kleine Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen.

 
Petra
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