FF von Evi

Aftermatch „Lifeline“

 von Evi , 23.09.2019 21:12

Aftermatch „Lifeline“


AUTOR: Evi
RATING: PG (ja, ich kann auch das noch )
DISCLAIMER: Alle JAG-Charaktere sowie die Serie „JAG“ selbst gehören Donald P. Bellisario, CBS und PARAMOUNT.

Summary: Ein etwas anderer Ausgang von Macs Verlobungsfeier.

AN: Eine wiedergefundene und ziemlich kurze FF. Aber ich wollte euch doch mal wieder mit ein bisschen Lesefutter versorgen.

Im Gegensatz zur Folge duzen sie sich hier.

Zudem ist diese FF NICHT betagelesen – und da wisst ihr ja, wie das dann mit den Fehlern ist: Sie gehören mir gaaanz allein!

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Haus von Admiral Chegwidden, McLean, VA
Der Abend von Macs Verlobungsfeier

Commander Harmon Rabb verließ das Haus seines Vorgesetzten, stieg die Stufen der Terrasse hinab und umrundete das Gebäude. Er brauchte dringend frische Luft, auch wenn es empfindlich kühl geworden war draußen. Seine Gedanken fuhren Achterbahn. Mac hatte ihn geküsst – und sich nicht gewehrt, als er den Kuss vertieft hatte.

Es war wie ein Abschied gewesen, soviel war klar. Mac würde in ein paar Tagen heiraten – leider nicht ihn. Er war zu feige gewesen, ihr seine Gefühle zu gestehen. Zwar hatten sie sich vorhin irgendwie ausgesprochen, aber er hatte ihr nicht klar und deutlich gesagt, dass er sie liebte. Sein „Geständnis“, dass er sie immer lieben würde, war eher ein Allgemeinplatz gewesen.

„Jetzt hast du sie endgültig verloren, Rabb.“ murmelte er und starrte in die Dunkelheit. Sein Herz wollte sie nicht gehen lassen, sein Verstand sagte ihm jedoch, dass alles zu spät war und Mac mit dem Australier glücklich sein würde. Bei seinem „Glück“ würde sie Mic sogar nach Australien folgen; dann hätte er sie komplett verloren.

Ein lauter Seufzer entfuhr ihm. Immer noch konnte er ihre Lippen und die Süße des Kusses spüren.

„Harm?“

Er war so in Gedanken versunken, dass er die leise Stimme zuerst gar nicht hörte.

„Harm?“ ertönte es etwas lauter.

„Lass mich bitte allein, Renée.“ erwiderte er ruhig, drehte sich aber nicht um. Er hatte jetzt keine Lust, mit Renée oder sonst wem zu sprechen. Am liebsten hätte er sich aus dem Staub gemacht – allein.

„Harm, ich bin...“

<Sie kapiert es wohl nicht.> „Renée, bitte.“ meinte er mürrischer als gewollt, wusste aber, dass er der blonden Frau damit Unrecht tat. Den ganzen Abend über war sie ziemlich verständnisvoll gewesen. Offenbar hatte sie gespürt, dass er sich von Mac verabschieden wollte, und ihm alle Zeit der Welt dafür gegeben. Dass sie u. von Mic dazu angehalten worden war, konnte er schließlich nicht wissen.

Als keine Erwiderung kam, atmete er tief durch. <Endlich.> Nun war er wieder allein mit sich und seinen Gedanken. Sekunden später bekam er fast einen Herzinfarkt: Federleicht legte sich eine Hand auf seine Schulter.

„Harm...“

Diese Stimme war definitiv NICHT die von Renée. Erschrocken wirbelte er herum – und stand Auge in Auge mit Sarah MacKenzie. „MAC?!“ Er schluckte. „Was... ahm... was machst du hier?“

„Du hast gesagt, dass du mich immer lieben wirst. Stimmt das?“

„Ich lüge nicht, das weißt du.“ Er lächelte sanft, war jedoch äußerst nervös. „Ich werde dich immer lieben, Sarah MacKenzie.“

Der Kuss vorhin hatte alles geändert. Mac hatte in der Zwischenzeit nachgedacht, gute Miene zum „bösen“ Spiel „Verlobung“ gemacht und war sich einiger Dinge klargeworden. Die wichtigste Erkenntnis war: Ihr Herz würde immer Harm gehören – auch wenn sie geglaubt hatte, Mic aufrichtig zu lieben.

„Liebst du mich so, wie ein Mann eine Frau liebt, oder nur als Kollege und bester Freund?“

„Bist du deshalb hier? Um mich DAS zu fragen?“

„Weich mir nicht aus, Harmon Rabb Junior.“

Trotz der Dunkelheit konnte er ihre funkelnden Augen erkennen. „Ich habe dir die Wahrheit gesagt, Sarah. Ich werde dich immer lieben.“

„Oookay.“ machte sie, nicht wirklich zufrieden mit der Antwort. Seit dem Kuss wurde sie den Verdacht nicht los, dass er weit mehr für sie empfand als nur für eine gute Kollegin. <Er mauert mal wieder.> dachte sie resigniert. <Na warte, Bürschchen.> Der Marine in ihr war jetzt fest entschlossen, die Wahrheit aus diesem sturen Seemann herauszubekommen. Vorerst jedoch war anderes wichtiger.

Mit gesenktem Kopf atmete sie ein paarmal tief durch. Dann blickte sie ihn wieder an. „Harm, ich... ich kann ihn nicht heiraten.“ Ihre großen braunen Augen waren verdächtig feucht in den Augenwinkeln. „Ich kann es einfach nicht.“ schniefte sie.

„Hey, ist ja gut, beruhige dich.“ Als er sah, dass sie zitterte, zog er sein Jackett aus und legte es ihr um die Schultern, wie er es vorhin schon einmal getan hatte. „Was ist los?“

„Ich kann ihn nicht heiraten.“ wiederholte sie. „Harm, ich... verfluchter Mist... ich... ich kann es einfach nicht. Nicht, nachdem...“

„Schsch.“ unterbrach er sie, legte einen Arm um ihre Schulter und sah sich um. Als er eine Sitzgruppe auf der hinteren Terrasse entdeckte, schob er beide darauf zu. Zuerst drückte er Mac auf die große Bank, dann setzte er sich neben sie. Zwei kleine Außenlampen spendeten ein wenig Licht. „Jetzt mal von Anfang an: Warum kannst du ihn nicht heiraten?“

„Weil... weil...“ Mac schniefte erneut. Dankbar nahm sie das Taschentuch, das Harm ihr unter die Nase hielt. „Mic ist ein feiner Kerl... und ich mag ihn ja auch sehr, aber... aber... du... ich... Gott, wie soll ich das nur sagen?“ <Er ist nicht du.>

Harm wartete geduldig, dass sie ihre Gedanken sammelte. Allerdings war er froh, dass sie nicht in sein Inneres sehen konnte. Eh schon aufgewühlt durch die lange Unterhaltung mit ihr herrschte nun absolutes Tohuwabohu in ihm. Äußerlich ließ er sich jedoch nichts davon anmerken. Er wollte – nein, MUSSTE – jetzt stark sein für „seinen“ Marine.

„Sag mir einfach, was los ist, Mac.“ schlug er leise vor. „Dann schauen wir mal, was sich da machen lässt. GEMEINSAM. Okay?“

Immer noch schniefend nickte sie. „Okay.“

„Soll ich dir helfen?“

„Helfen?“ Fragend sah sie ihn an. „Wie denn?“ Ihr fiel spontan nur eine Möglichkeit ein, wie er ihr helfen konnte: Sie aus diesem Albtraum hier zu entführen.

Er lächelte sanft. „Auch wenn dir die richtigen Worte fehlen, Antworten wirst du doch bestimmt haben.“

„Nicht wirklich. Sonst wäre ich doch nicht...“

Er packte ihre Hand. „Okay, versuchen wir es.“ An dieses Gespräch würde er herangehen wie bei einem Verhör, nur die Aggressivität eines solchen würde es nicht geben. Vielleicht fiel es ihr leichter, auf Fragen zu antworten als selbst Worte zu finden. Allerdings würden seine Fragen ihn vermutlich an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit bringen – die eh schon fast erreicht war. Vorhin hatte Mac mit ihrer Frage – wer alles in sie verliebt gewesen wäre – fast sein Inneres nach außen gekrempelt. Hätte sie noch eine einzige Frage mehr gestellt, hätte er ihr die Wahrheit gebeichtet.

„Liebst du Mic?“

„Ja, natürlich.“ Mit tränenfeuchten Augen sah sie ihn an. „Ich meine... irgendwie schon.“ Das entsprach sogar der Wahrheit.

Ihr trauriger Blick brach ihm fast das Herz. „Kannst du dir vorstellen, den Rest deines Lebens mit ihm zu verbringen?“

„Bis eben habe ich gedacht, ich könnte es. Schließlich liebe ich ihn ja. Aber ich...“ Mac holte tief Luft. „Mir ist plötzlich klargeworden, dass... na ja... irgendwie fehlt da was.“

„Und dieses „Etwas“ ist so groß, dass du ihn deswegen nicht heiraten kannst?“

„Aha.“ Sie putzte sich die Nase. „Glaube ich zumindest. Außerdem...“

Harm hatte bereits den Mund aufgemacht. „Jede Ehe hat Höhen und Tiefen.“

„Woher willst du das wissen? Du warst doch noch nie verheiratet.“

Er schnaubte amüsiert. „Mac, das ist Allgemeingut.“ Dann wurde er wieder ernst. „Heutzutage ist es doch vielfach so, dass die Partner ihre Schwierigkeiten oder Probleme nicht wirklich aufarbeiten. Viel zu schnell wird sich getrennt.“

„Hört, hört.“ Zum ersten Mal kam ein leises Lachen über Macs Lippen. „Und das ausgerechnet von unserem Beziehungs-Phobiker.“

„Hey, ich bin kein „Beziehungs-Phobiker“!“ protestierte er amüsiert und deutete mit dem Daumen hinter sich. „Meine Beziehung sitzt da im Haus hinter uns.“

„So richtig glücklich scheinst du aber nicht mit Renée.“

„Sie kann äußerst witzig und charmant sein.“

„Würdest du sie heiraten?“



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Ich habe keine Macken! Das sind Special Effects!!!

Evi
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