FF von Evi

Weihnachtsfreuden (re-post)

 von Evi , 17.03.2009 10:56

Zur Erinnerung und Einstimmung auf die „Bescherungs-FF“ poste ich hier noch mal die Weihnachts-FF aus dem Adventskalender 2008.

***

Weihnachtsfreuden


AUTOR: Evi
RATING: PG
DISCLAIMER: Alle JAG-Charaktere sowie die Serie „JAG“ selbst gehören Donald P. Bellisario, CBS und PARAMOUNT.

Diese FF ist ein Nachfolger meiner Nikolaus-Geschichte vom letzten Jahr (AN: von 2007). Sie spielt nur ein paar Jahre später.

Bei der Sache mit dem Captain bzw. Kapitän hab ich mir ein bisschen künstlerische Freiheit erlaubt.

Den Titel hab ich mir von den Machern der deutschen Folgen-Titel geliehen... *zwinkert*


Ein großes Dankeschön auch an mein Beta-Kuscheltier! *Tuusig Dank*

***

13:40 Ortszeit
La Jolla, Kalifornien

Captain Harmon Rabb Jr. betrat nach einem plötzlich angesetzten Meeting im Büro wieder sein Haus. Mit einem satten Klick fiel die Haustür hinter ihm ins Schloss.

Sofort ertönte eine helle Kinderstimme. „Daddy, Daddy, Santa Claus kommt heute!“ Ein etwa fünfjähriges Mädchen mit goldbraunen Locken kam um die Ecke gerannt, die Wangen voller Mehlstaub und die Hände teigverschmiert.

Bevor Harm jedoch reagieren und seine Tochter begrüßen konnte, tauchte ein blonder Junge gleichen Alters hinter ihr auf.

„Frannie, du bist doof. Santa Claus schläft doch jetzt.“ meinte er altklug. „Hi Daddy.“

„Mommy hat aber gesagt, er kommt heute.“

Harm verschränkte die Arme vor der Brust und lehnte sich gegen die Tür. Amüsiert betrachtete er seine Sprösslinge.

Francine-Harmony oder „Frannie“, wie sie von allen genannt wurde, hatte seine Augenfarbe geerbt, während ihr Bruder Matthew-Patrick oder „Pat“ die braunen Augen seiner Mutter hatte. Patricks hellblondes Haar deutete eher auf die Familie seiner Großmutter – Harms Mutter – Patricia hin.

„Santa Claus kommt sowieso nicht zu dir. Du warst nicht brav genug. Er kommt nur zu braven Kindern.“ Der Junge grinste breit.

„Blödmann!“ Die Kleine stampfte mit dem Fuß auf und streckte ihrem Bruder die Zunge raus. „ICH war immer brav! Du aber nicht! Du aber nicht!“ Ihre Augen schienen Funken zu sprühen.

Harm fand es an der Zeit, einzuschreiten. „Francine...“ meinte er mahnend und löste sich von der Tür.

„DADDY!“ Frannie drehte sich zu ihrem Vater. „Pat ärgert mich immer.“

Der große Offizier grinste milde und hockte sich hin. „Wollt ihr beiden mich eigentlich nicht begrüßen?“ Er war die Streitereien und Auseinandersetzungen seiner Kinder gewöhnt.

„Sorry, Daddy.“ Francine rannte die paar Schritte auf ihren Vater zu, umarmte ihn stürmisch und gab ihm einen feuchten Kuss auf die Wange. Dabei ließ es sich nicht vermeiden, dass Harms dunkle Uniform einige Mehl- und Teigspuren abbekam.

Patrick folgte seiner Schwester. Sein Kuss fiel hingegen wesentlich nüchterner aus, was ihm einen verwunderten Blick von Harm einbrachte. Sein Sohn war im Allgemeinen ein extremer Schmuser.

„Wo ist Mommy?“ fragte Harm, als er sich erhob und beiden durch die Haare wuschelte.

„In der Küche.“ meinte Pat. „Wir backen Plätzchen.“

„Okay, dann will ich sie mal begrüßen.“ Harm machte sich auf in Richtung Küche. Unterwegs drehte er sich noch einmal um. „Eins weiß ich aber: Santa Claus kommt wirklich heute, aber erst spät in der Nacht, wenn wir alle schon schlafen.“ Er grinste breit. „Und ich denke, ihr wart brav genug und bekommt beide etwas.“

Frannies Augen leuchteten auf. „Ehrlich?“

„Ich glaub schon.“ nickte er.

Frannie legte den Kopf schief und betrachtete nachdenklich ihren Vater. „Kriegst du eigentlich auch etwas, Daddy?“

„Natürlich bekommt Daddy auch etwas, meine Lieben.“ ertönte da plötzlich eine weibliche Stimme.

Harm fuhr herum. In der Küchentür stand seine Frau und lächelte ihn an. „Na, Captain, wie war das Meeting?“

„Gut, auf jeden Fall erfolgreich.“ Mit einem breiten Rabb-Grinsen im Gesicht trat er auf sie zu. Sie trug ihre Schürze in Marine-Tarnfarbe und hatte einen Teigklecks auf der Wange sowie Mehl im Haar. „Tut mir leid, dass ich noch mal weg musste.“

„Jetzt bist du ja wieder da.“ Mac musterte ihn von oben bis unten. „Die ist nun reif für die Reinigung.“ grinste sie und deutete auf seine Uniform.

Er blickte an sich herab und sah jetzt erst die Spuren, die seine Kinder auf seiner Kleidung hinterlassen hatten.

„Ups.“ meinte er verlegen, wohl wissend, dass das einen Extra-Gang für Mac bedeutete. „Ich bring sie morgen in die Reinigung.“

Sie schmunzelte verschmitzt. „Ja klar, mach das nur.“ kam ihre trockene Antwort. „Ich öffne derweil mit den Kindern die Geschenke.“

„Maaac...“ Gespielt beleidigt sah er sie an. „Ich weiß, dass morgen Weihnachten ist.“

„Na, dann ist es ja gut. Außerdem muss ich nächste Woche sowieso da hin, dann nehme ich sie mit.“

Er zuckte mit den Schultern und knöpfte das Jackett auf. „Gut.“

„Sag mal, geliebter Gatte, bekomme ich keinen Kuss?“ Mit zur Seite geneigtem Kopf blickte sie ihn fragend an.

Harm riss die Augen auf. Sollte er tatsächlich vergessen haben, seine Frau angemessen zu begrüßen? Er griff nach ihr und wollte sie küssen.

Sie drehte jedoch den Kopf weg. „Harm, auch ich bin voller Mehl!“ protestierte sie lachend. „Deine Uniform...“

„... ist eh schon schmutzig. Komm her, Weib.“ Er packte fester zu und küsste sie. „Süß siehst du aus. Wie ein leckeres Weihnachtsplätzchen.“

„Charmeur.“ kicherte sie. Früher hätte sie es ihm übel genommen, wenn er sie „Weib“ genannt hätte. Heutzutage mochte sie aber ab und zu sein Alpha-Männchen-Gehabe.

Er löste sich ein wenig von ihr und sah sie neugierig an. „Wie war überhaupt dein Tag, Sweetheart?“

Sie lachte. „Wenn man von den ständigen Fragen deiner Kinder nach Santa Claus absieht, hätte er nicht besser sein können.“ Seit Beginn der Vorweihnachtszeit kamen diese Fragen mit schöner Regelmäßigkeit bestimmt drei Mal pro Tag.

„Hey, das sind ebenso deine Kinder, Marine.“ Er vergrub sein Gesicht in ihren Haaren. Sie roch nach einer Mischung aus Vanille und Jasmin und Weihnachtsgewürzen.

„EX-Marine, bitte schön.“ Macs Lachen wurde lauter.

Mit hochgezogener Braue sah er sie an. „Ich dachte immer, es gibt keine Ex-Marines.“

„Ex bedeutet in diesem Fall inaktiv, Navy.“ Nach der Geburt der Zwillinge hatte sie sich in den inaktiven Dienst versetzen lassen.

Prüfend blickte er sie an. „Du bereust es doch nicht, oder?“

„Nope.“ Sie bereute es wirklich nicht, im Gegenteil: Sie genoss es, Hausfrau und vor allem Mutter zu sein. Obwohl die Kinder jetzt in den Kindergarten gingen, wollte sie dennoch die verbleibende Zeit mit ihnen genießen, bevor sie in die Schule kamen.
Außerdem diskutierte Harm hin und wieder mit ihr über seine Fälle, so verlor sie nicht völlig den Kontakt zur Juristerei. Und er wiederum profitierte des Öfteren von ihrer Sichtweise.

Er küsste sie erneut. „Ich liebe dich, Sarah MacKenzie-Rabb.“ flüsterte er in ihr Ohr.

Bevor Mac antworten konnte, unterbrach eine ungeduldige Kinderstimme die traute Zweisamkeit. „Mommy!“

Sie sah ihre Tochter an. „Ja?“

„Ich will weiterbacken!“

Ihr Bruder stimmte ein. „Ich auch! Ich auch!“ Er klatschte in seine Mehlhände. „Ja, Mommy?“

„Ruhig, Kinder, ruhig.“ meinte Mac gedehnt. Manchmal konnten die Zwillinge ganz schön anstrengend sein. „Wir backen ja gleich weiter.“ Sie wandte sich wieder Harm zu. „Sorry.“ wisperte sie.

„Mommy!“ rief die Kleine. „Santa Claus kommt doch heute, oder? Das hast du gesagt.“ Herausfordernd schürzte das Mädchen die Unterlippe.

Mac verdrehte die Augen. „Jaaa, Frannie, er kommt heute. Aber erst in der Nacht. Das hab ich euch doch schon erklärt. Habt ihr eure Socken aufgehängt?“

Jeder in der Familie hatte eine große Weihnachtssocke mit aufgesticktem Namen, in die ein ganz spezielles Geschenk kam. Die Socke kam außen an die Türklinke des jeweiligen Zimmers, während der Hauptteil der Geschenke dann unter dem Weihnachtsbaum lag.

„MOMMY!“ kam es entrüstet im Chor. Beide Kinder sahen ihre Mutter an, als wäre allein die Frage schon ein Verbrechen.

Mac schmiegte sich enger an ihren Ehemann. „Was haben wir da nur für eine Brut?“ kicherte sie in sein Hemd hinein.

„Eine liebenswerte und gesunde Bande.“ flüsterte er. „Du möchtest sie doch auch nicht mehr missen.“

Sie schüttelte den Kopf. „Hm-hm.“

„Was backt ihr eigentlich?“

„Grandmas „Last-Minute-Kekse“. Die Kinder wollten unbedingt noch ein paar Plätzchen haben. Davor haben wir das Knusperhäuschen dekoriert.“

„Hmmm...“ Er schnupperte an ihr. „Knusperhäuschen... klingt verlockend...“

„Haaarm...“ meinte sie mahnend. Nun war wirklich nicht der richtige Zeitpunkt für das, was er anscheinend im Sinn hatte.

„Später?“ hauchte er.

„Vielleicht...“ meinte sie leise.

Ihre traute Zweisamkeit wurde von einem quengelnden kleinen Jungen unterbrochen. „Mommy...“

„Ich komme...“ Mac seufzte und löste sich von Harm.

Dieser ließ sie widerstrebend los. „Und ich bekomme auch was von Santa Claus?“ fragte er mit großen Augen.

Sie tätschelte seine Brust und schmunzelte. „Ja, Santa hat auch an dich gedacht.“

Etwas in ihrem Tonfall ließ ihn aufhorchen. Neugierig hob er ihr Kinn und musterte sie. Irgendetwas hatte sie im Sinn. Ihre Augen leuchteten so seltsam. Er beschloss jedoch, seine Ungeduld bis zum späteren Abend zurückzustellen, wenn sie sich ihre ganz persönlichen Geschenke überreichen würden. Seit die Kinder groß genug für die Bescherung waren, warteten sie damit nicht bis zum nächsten Morgen. Der Weihnachtsmorgen mit dem Auspacken aller Geschenke galt in erster Linie ihren Kindern.

„Was meint ihr? Ich zieh mich schnell um und leiste euch dann beim Backen Gesellschaft.“ Sein Blick schweifte von Mac zu den Kindern und zurück.

Die Zwillinge strahlten um die Wette und hüpften auf und ab. „Au ja!“

„Geht schon mal zurück in die Küche.“ forderte Mac.

„Ich will Dinosaurier-Kekse!“

„Mommy hat gesagt, Daddy macht mir Tomcat-Kekse.“

Die Stimmen der beiden wurden leiser, als sie in der Küche verschwanden.

Harm zog eine Braue in die Höhe und starrte seine Frau an. „TOMCAT-Kekse?“

„Na ja...“ Eine leichte Röte überzog ihre Wangen. „Sie bestanden auf Keksen mit ganz besonderen Formen. Von Sternen oder Tannenbäumen wollten sie gar nichts wissen. Irgendwie musste ich sie ja beruhigen.“ Sie grinste entschuldigend.

„Tse... Tomcat-Kekse...“ Amüsiert schüttelte er den Kopf. „Aber ich zieh mich jetzt um, und dann wollen wir mal sehen, was wir in Sachen „Tomcat-Keksen“ zaubern können.“

„Lass die Uniform gleich draußen.“

„Aye, Ma’am.“ Er gab ihr noch einen Kuss auf die Nase, bevor er Richtung Schlafzimmer verschwand.

***

Nachdem Harm sich umgezogen hatte, gesellte er sich wieder zum Rest der Familie in der Küche. „So, da bin ich wieder.“

„Daddy, machst du mir jetzt Tomcat-Kekse?“ rief Frannie.

Mac lachte. „Deine Tochter hat definitiv Flugbenzin in den Adern.“

„Sag nichts gegen Flieger.“ Harm trat hinter sie und legte seine Arme um sie. „Schließlich bist du mit einem verheiratet.“

„Mhm.“ murmelte sie und lehnte sich zurück in seine Umarmung. „Und das sehr glücklich.“

Er küsste sie auf den Hals. „Ich liebe dich.“

„Ich dich...“

„DADDY!!!“ rief Frannie ungeduldig. „Die Kekse!“

Der Ex-Pilot löste sich von seiner Frau. „Ja, meine Kleine, wir machen jetzt die Plätzchen.“ Er begab sich zum Tisch, wo das Mädchen erwartungsvoll vor einem Teigklumpen saß.

Kaum hatte er sich gesetzt, tauchte Patrick neben ihm auf. „Machst du mir auch meine Dinosaurier-Kekse?“

Harm stöhnte stumm. Dann grinste er jedoch und warf Mac einen listigen Blick zu. „Pat, für tote Tiere aller Art ist deine Mutter zuständig.“



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Ich habe keine Macken! Das sind Special Effects!!!

Evi
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