Fan Fiction unserer Autoren

Looked in Luxury von Mara_Jade

 von Petra , 02.05.2007 16:38

Looked in Luxury (Eingeschlossen im Luxus)

Hey Leute!

Ich habe mich auch mal vor den Computer gesetzt und auf den Tasten herumgehämmert.
Herausgekommen ist eine H&M Fanfiction.

Bitte verzeiht mir allfällige Rechtschreibe/Grammatikfehler.

Viel Spass beim Lesen



Inhalt:

Ein seltsames Folter-Spiel unter Jugendlichen breitet sich von Dänemark, über die Schweiz bis in die U.S.A aus. Als auch auf dem US-U-Boot „Watertown“ ein grausam verstümmelter Leichnam gefunden wird, schickt Admiral Chegwidden seine beiden Anwälte an Bord. Mac und Harm sollen den Fall untersuchen und herausfinden ob es sich bei dem Toten um ein Opfer des Folter-Spieles handelt. Durch einen unglücklichen Zwischenfall landen die beiden
(Einen Abend vor ihrem Auftrag) in einem geschlossenen Einkaufscenter. Mac und Harm müssen sich mit der Situation abfinden, die Nacht in dem dunklen Gebäude zu verbringen. Anfangs sind die beiden völlig frustriert, doch schon bald erkennen sie, dass sich nun endlich die Gelegenheit bietet über ihr bizarres „Verhältnis“ miteinander zu reden und Klarheit hineinzubringen. Allerdings ist die Aussprache nicht das einzige was man in einem geschlossenen Center tun kann.

Prolog:

Eine Gruppe aus fünf Jugendlichen zwischen 14-17 Jahren, sitzen in einem grossen Kreis und spielen mit Jass-Karten. Mit den Karten jassen sie jedoch nicht, ihr Spiel funktioniert anders, wie man schon nach kurzer Zeit feststellen muss. Der Gesichtsausdruck der Jugendlichen verändert sich, während 4 Personen böse grinsen, verdunkelt sich die Mimik eines hageren Jungen. Er lässt die Karten fallen und sieht seine Mitspieler ängstlich an. Es werden einige Worte gewechselt, doch wer nicht niederländisch spricht, versteht wenig von der Konversation.

Dann verstummen die Gespräche und es wird wieder still. Ein älterer Junge greift in seine Tasche und zieht ein Messer hervor. Alle stehen auf und umkreisen den ängstlichen Jungen. Er ist der Verlierer.

Die Fernsehübertragung flimmert einige Sekunden, fällt kurz aus und stabilisiert sich dann aber wieder. Das gleiche Bild wie zu Beginn zeigt sich:

Die Jugendlichen spielen weiter Karten. Doch halt, fehlt da nicht jemand? Waren es nicht fünf Jugendliche, die gespielt haben?! Wenn man vom Kreis der Jungen und Mädchen wegsieht und einige Meter weiter in Richtung der Bäume schaut, ist dort etwas zu sehen: Eine verkrümmte Gestalt, die sich mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden herumwälzt. Nur mit Mühe, da es recht dunkel ist, erkennt man, dass der Junge blutet. Hat man das einmal festgestellt, ist es schwer herauszufinden wo sich die Wunde befindet, denn plötzlich scheint das Blut von überall heraus zu strömen. Der Junge blutet aus Ohr, Nase und Mund. Soviel ist ersichtlich. Der Blick der Betrachter schweift zu den Spielenden zurück, welche den Verwundeten völlig ignorieren.

Kein Einziger sieht auch nur einmal zum Verletzten herüber und niemand von ihnen würde auf die Idee kommen aufzustehen und ihm zu helfen.

Das Bild flimmert erneut, fällt aus und die Übertragung ist endgültig abgebrochen.

WEiter gehts:-)


Das Bild flimmert erneut, fällt aus und die Übertragung ist endgültig abgebrochen.


Eine unangenehme Stille lag im Büro von Admiral Chegwidden. Zu hören war nur das gleichmässige Ticken einer Uhr und das herannahende Sommergewitter. Der Admiral schaltete den Fernseher aus, faltete seine Hände und sah die beiden Anwälte ernst an: „ Nun, was sagen sie dazu?“, fragte er und unterbrach somit die Stille.

Commander Harmon Rabb starrte noch einige Sekunden auf den schwarzen Bildschirm. Er hatte schon viel Gewalt gesehen und auch am eigenen Leib erfahren, aber es traf ihn immer noch, wenn er Gewalt sah. Besonders derart brutale Gewalt, welche von Minderjährigen ausgeübt wurde. Er war seiner Arbeitspartnerin einen kurzen Blick zu und sah dann seinen Vorgesetzten an, ohne jedoch ein Wort zu sprechen.

Lt.Colonel Sarah MacKenzie richtete sich im schwarzen Ledersessel gerade auf und antwortete: „ Admiral, diese Bilder sind nichts neues. Wie Sie sicher auch mitverfolgt haben, kursieren sie schon seit Wochen durch die Medien. Wir haben uns in letzter Zeit auch hier im Büro darüber unterhalten. Es scheint sich ein schrecklicher, neuer Spieltrend zu entwickeln.“ Mac presste ihre Lippen zusammen und sah Harm an, als dieser wieder gefasst antwortete: „ Der Colonel hat recht, Admiral. Ich habe gestern bei CNN gehört, dass solche Fälle erst in Dänemark dann in Norwegen, Schweden, Finnland, Schweiz und sogar in den U.S.A aufgetreten sind. Untersuchungen haben ergeben, dass das Spiel überall gleich praktizier wird. Es besteht aus mindestens vier Personen und einem Satz Jass-Karten. Opfer..“. „ Gibt es immer nur eines“, unterbrach ihn der Admiral. Mac und Harm nickten. „ Offensichtlich sind Sie beide schon gut über diese Fälle informiert. Vielleicht sogar noch besser als ich.“ Der Admiral machte eine Pause. „ Sir was genau wollten Sie uns mit diesem Band mitteilen?“, fragte Mac stirnrunzelnd. Sie sah keine Verbindung zwischen den Vorfällen und J.A.G. „ Dazu wollte ich als nächstens kommen. Ich kann aus ihren Gesichtern lesen, dass Sei sich fragen, was J.A.G damit zu tun hat.“ Er sah erwartungsvoll in die Runde. „ Nun, Sir?“, hackte Harm nach und fühlte sich plötzlich wie ein kleines Kind, dass begierig einer Geschichte lauschte. „ Vor wenigen Stunden hat mir der Captain der US-Watertown angerufen. Gestern Nacht ist ein Navy-Soldat in seiner Kajüte tot aufgefunden worden. Er weisst extreme Verstümmelungen auf.

„Abgerissene Nägel, zerschlagener Schädel und zerquetschte Gliedermassen?“, fragte Harm schaudernd, doch es klang mehr nach einer Feststellung. „ Ja, und das sind bei weitem noch die harmlosesten Dinge, die Sie da gerade aufgezählt haben.“ Mac schüttelte ungläubig den Kopf: „ Hat man den Fall schon eingehend Untersucht?“. „ Ja, es war eindeutig Mord, Colonel. Sie haben Fingerabdrücke sowie Haare auf dem Leichnam gefunden. Ausserdem wies er eine hohe Drogenkonsistenz auf.“ Erst langsam dämmerte Harm, wovon der Admiral gerade sprach. „ Admiral, wollen Sie damit sagen, dass auf der US-Watertown dasselbe Spiel praktiziert worden ist, wie in der Viedeoaufzeichnung?“. Der Amiral stand auf, lief zum Fenster und verschränkte seine Arme vor der Brust: „ Man weiss es noch nicht. Ich allerdings bin mir ziemlich sicher, dass das Spiel irgendwie darin verwickelt ist.“ „ Haben Sie schon die Gelegenheit gehabt mit der Mannschaft in Kontakt zu treten?“, fragte Mac nachdenklich. „ Nein, aber der Captain hat angeordnet jeden einzelnen der 100 Man vernehmen zu lassen. Ohne Erfolg, die Mannschaft hält zusammen wie Pech und Schwefel. Alle geben vor von nichts zu wissen, verdammtes Pack!“

Harm nickte. „ Das Gefühlt hatte ich auch, als wir damals auf dem U-Boot stationiert waren. „ Ein Navy-Soldat würde lieber sterben als einer seiner Freunde zu verraten!“, bestätigte Mac leise. Harm nickte: „ Anhand der Fingerabdrücke und Haaren, dürft es nicht sehr schwer sein die wahren Mörder zu ermitteln. „ In der Tat. Es ist eine Frage der Zeit. Ich werde Sie beide aber dennoch auf die Watertown schicken. Ich möchte, dass Sie und der Colonel zusammen ermitteln. Inspizieren Sie die Kajüten, sprechen Sie mit dem Captain und der Besatzung.

Harm streckte seine langen Beine aus, da sie infolge des lagen Sitzens, plötzlich zu schmerzen begannen.“ Wann und welche Zeit?“, fragte er und knirschte danach mit seinen Zähnen. Der Admiral griff nach einem grossen, dicken Dossier und drückte es in Mac’s Hände. „ Morgen um 7:00 Uhr, holt sie ein Militärtransporter hier ab. Sie fliegen dann von der Militär Basis per Hubschrauber auf die US-Watertown. “ Er warf Ham einen mahnenden Blick zu und fuhr weiter: „ Sehen Sie zu dass Sie pünktlich hier auftauchen. Commander, Colonel: Ich erwarte ihre volle Aufmerksamkeit, eine präzise Inspizierung und messerscharfe Fragen. Löchern Sie die Besatzung, fragen Sei alles was ihnen einfällt. Ich verlange einen umfangreichen Bericht und vorweisbare Ergebnisse! Ihnen ist hoffentlich klar, wie ernst diese Sache ist. Es ist ein hirnverbranntes Spiel, welches sich irgendwelche Dummköpfe ausgedacht haben und wenn wir nicht aufpassen, wird sich dieses Spiel weiterhin wie ein Buschfeuer ausbreiten. “

Mac nickte: „ Der Commander und ich“, sie warf Harm einen Blick zu „ werden pünktlich erscheinen, Wir werden jeden einzelnen Navy-Soldat vernehmen und zwar so lange, bis wir ein Geständnis haben. Das versichere ich ihnen, Sir!“ Entschlossen sah sie den Admiral an.“ Sie hatten schon immer mehr Biss, als die meisten anderen in ihrem Rang, Colonel“, sagte er lächelnd und fuhr dann weiter: „ Gut, das wäre vorerst einmal alles. Tut mir leid, dass das alles so lange gedauert hat, aber dieser Fall weist oberste Priorität auf. Also dann: Viel Glück morgen!“. Die beiden Anwälte standen auf und salutierten: „ Aye, Aye, Sir!“.

Mac seufzte laut auf als die Türe des Admirals hinter ihnen ins Schloss viel. „Alles in Ordnung?“, fragte Harm und nahm ihr das schwere Dossier ab. „ Ja, ich bin nur müde. Der Fall ist einfach schrecklich und ich hab’ noch ne menge anderer Fälle, die auch zu lösen sind. Es kommt mir vor, als wäre ich heute keinen Schritt weiter gekommen.“ Harm nickte verständnisvoll und lief zu seinem Büro. „ Mir geht es auch so. Diese Art von Fälle, zerren einfach an den Nerven.“ Er sah zum Fenster hinaus. Der Himmel war von einer pechschwarzen Farbe getränkt und von weit her hörte man ein Donnern und Blitzen. „ Hm, das Dossier muss heute noch durchgearbeitet werden, da wir morgen so früh raus gehen. Ich denke nicht, dass wir gross Zeit haben werden, um uns mit dem ganzen Papierkram zu befassen. A popro früh: Wie spät ist es denn eigentlich?“, fragte er gähnend. „ Es ist 19:44 Uhr“, antwortete sie wie aus der Pistole geschossen. Harm lächelte: „ Warum trägst du eigentlich noch eine Armbanduhr? Du brauchst ja doch nie darauf zu schauen.“

Mac zuckte mit den Schultern: „ Keine Ahnung, ist wohl einfach so eine Angewohnheit.“ Harm trat näher zu ihr: „ Ist sie schon jemals ausgefallen oder stehen geblieben, deine biologische Uhr?“. Mac zuckte kurz zusammen beim Erwähnen des Wortes “biologisch“, unter diesem Begriff verstand sie etwas ganz anderes. „Nein“, antwortete sie schliesslich. „ Bist du ganz sicher?“, forschte er nach.“ Warum willst du das wissen?“. „ Ach, nur so. Vergiss die Frage“, schloss Harm. „ Was hältst du davon, wenn ich uns einen Kaffee mache und wir dann den Fall durcharbeiten, welcher uns morgen erwartet?“. „ Hm, es bleibt uns wohl keine andere Wahl, was? Aber du musst mir einen Kaffee mit ganz viel Zucker und Milch machen.“ Harm verzog angewidert den Mund: „ Mac, zu viel Zucker kann einen umbringen! Das weisst du schon, oder?“. Mac lächelte: „ Und ein zu niedriger Konsum verwandelt nette Flyboys in griesgrämige Anwälte.“ Harm musste grinsen. Es war ihm ein Rätsel wie Mac so viel Süsses konsumieren konnte. Sie gehörte zu der Sorte Frau, die dabei kein Gramm zunahm und deren Gesundheit nicht darunter litt. „ Na ja, noch nicht!“, überlegte er sich.

Als Mac in ihr Büro eintrat, läutete das Telefon. „Ja, hier Sarah MacKenzie“. Sie nahm den Hörer mit dem vollen Namen ab, obwohl sie eigentlich schon wusste, wer am anderen Ende war. „ Hey Mic!“, begrüsste sie ihren Verlobten einen Moment später. „ Hi, mein Schatz! Du bist also noch im Büro?“. „ Ich wollte eigentlich schon vor einer weile gehen, aber dann ist ein wichtiger Fall dazwischen gekommen.“ Mic antwortete nach einer kurzen Pause.“ Bitte sag mir jetzt nicht, dass er etwas mit diesem gefährlichen Jass-Spiel zu tun hat?!“. Mac seufzte, ehe sie ihm bestätigte:“ Doch hat es. Auf der US-Watertown hat sich gestern auf diese Weise wahrscheinlich ein Mord zugetragen.“ Es knackte kurz in der Leitung, dann war Mic’s tiefe Stimme wieder zu hören:“ Wie könnte es auch anders sein? Hat euch der Admiral schon hingeschickt?“. Mac sank tiefer in ihren Sessel und spielte nervös mit dem Kugelschreiber.

“ Nein, wir werden den Fall morgen untersuchen. Das wird ein harter Tag!“. „ Nicht viel härter als die vergangenen Tage auch, mein Schatz. Ich krieg’ dich ja kaum noch zu Gesicht!“. Mit einem leisen Seufzen antwortete sie ihrem zukünftigen Mann: „ Ja, ich weiss. Tut mir wirklich leid. In den letzten Tagen gab es bei uns eine wahre Flut von Fällen und jeder scheint wichtiger zu sein, als der andere. Ausserdem, kommt es mir nur so vor, oder steckst du auch noch im Büro?“ Am anderen Ende des Telefons war ein lautes Lachen zu hören:“ Jetzt hast du mich aber erwischt! Ich bin aber gerade am zusammenräumen. Was hältst du davon, wenn ich uns zuhause etwas Leckeres koche?“ Mac rieb sich den Bauch: „ Hm, das wäre wirklich klasse. Ich habe einen riesen Hunger.“ „ Okay, dann bis sagen wir 22:00 Uhr?“. Mac wollte gerade bejahen, doch da kam ihr in den Sinn, dass der Kühlschrank zu hause völlig leer sein musste. Keiner der beiden war in letzter Zeit einkaufen gegangen. „Hör mal, du wirst wohl nichts rechtes zum Kochen finden. Im Kühlschrank herrscht Ebbe. Ich werde mich hier ein wenig spurten, und dann noch schnell beim „Goldpoint“ was kaufen gehen. Es liegt ja sowieso auf dem Weg, dann kochen wir uns was zusammen, ja?“. Mic willigte ein.“ Also dann bis später und Mic: Brauchst du noch irgendwas aus dem Einkaufscenter?“, erkundigte sich Mac. Sie schreckte auf, als sich die Tür öffnete und ein grosser J.A.G-Anwalt mit einem Tablett hineinspaziert kam. „ Schon mal was von anklopfen gehört?“, flüsterte Sie in Harm’s Richtung. Dieser kniff seine Augen zusammen und stellte das Tablett vor ihrer Nase ab. „ Mac, für solche Situationen gibt es Schlüssel.“ Sie murmelte etwas Unverständliches und realisierte dann, das Mic immer noch in der Leitung war.“ Äh? Ja ja, ich bin noch da. Was? Nein, es geht mir gut, Danke.“ Sie drückte den Hörer näher an ihr Ohr und empfand es plötzlich als besser, das Gespräch zu beenden. „ Also, wir sehen uns später.“ Mic verabschiedete sich mit den drei magischen Wörtern.

Doch Mac war in Harm’s Gegenwart nicht in der Lage, diese an ihren Verlobten zurückzugeben. Stattdessen sagte sie nur: „ Ich dich auch.“ Etwas verwirrt legte sie den Hörer auf die Gabel und fragte sich, ob diese Reaktion normal war. Harm trank von seinem heisse Kaffee und musterte sie aufmerksam, er liess den Blick nicht von ihr ab. Mac war auf einmal nicht mehr so wohl in ihrer Haut. Sie hasste diesen Blick. Er hatte so eine Art sie anzusehen, bei der sie augenblicklich in Verlegenheit geriet und einfach nicht mehr sich selber war. Um Harm’s Lippen kräuselte sich ein Lächeln. Er beschloss sie noch ein wenig in ihrer offensichtlichen Verlegenheit sein zu lassen. Es gab diese Momente einfach viel zu selten, in denen Colonel Sarah MacKenzie schwach wurde. Ihre Gesichtszüge waren dann sanft, beinahe kindlich. Ihre Wangen gerötet und die Augen noch viel grösser und strahlender als sie sonst waren. Harm hätte sie noch stundenlang einfach nur so ansehen können. „ Ich hoffe du hast das Gespräch nicht wegen mir beendet?“, fragte er. Mac hatte sich wieder gefasst und sah in spöttisch an: „ Nein, wegen dir beende ich nichts. Schon gar nicht einen Anruf von meinem Verlobten.“ Spitzbübisch fuhr sie weiter:“ Ich dachte nur, dass ich besser noch einen halbwegs klaren Kopf behalte, damit wir uns einen Überblick vom Fall morgen verschaffen können.“

Sie griff nach einer Kaffeetasse und nahm einen grossen Schluck. „Hmm, süss…dieser Kaffee!“. „ 3 Stück Würfelzucker Madame und Milch, so wie du ihn gewünscht hast“. Harm sah ihr zu, wie sie mit geschlossenen Augen genüsslich trank und ihm dann ein süffisantes Lächeln schenkte. Jetzt war er es, der auf der Stelle das vor ihm liegende Dossier durchlesen musste, bevor seine Gedanken abschweifen würden. Was an und für sich, nicht sonderlich schlimm wäre, wenn sie nicht dauernd zu einer wunderschönen Frau hinübersegeln würden. Und Harm hatte überrascht feststellen müssen, dass seine Gedanken nicht ausschliesslich Renee galten. „ Also Mac, wir sollten besser loslegen. Es ist schon nach 20:00 Uhr, der Fall ist keine leichte Kost.“ Mac schlug das Dossier auf und schüttelte den Kopf:“ Nein, das ist er in der tat nicht. Ich schlage vor, dass wir die Dokumente kurz überfliegen und dann das wichtigste besprechen.“

Eine Stunde später sassen die beiden immer noch in Mac’s Büro. Allerdings nicht mehr in den schwarzen Sesseln, sondern auf dem Boden, da es auf dem Schreibtisch vor lauter Papieren einfach zu eng geworden war. „ Harm, ich glaube wir können gleich hier übernachten. Dieser Fall ist viel komplexer als ich gedacht habe. Hast du dir dieses Blatt hier schon durchgelesen? Der Leichnam wies grosse mengen der PMA-Droge auf.“ Harm, der bäuchlings auf dem Boden lag und in ein Dokument vertieft gewesen war, horchte auf: „ Und was genau ist das für eine Droge?“. Mac suchte nach den entsprechenden Zeilen und erklärte:“ PMA mit dem langen Namen Paramethoxyamphetamin. Es ist eine illegale Droge, eingenommen wird sie oral durch Tabletten.“ Harm hob eine Braue:“ Was ist mit den Folgen?“. „ Hm, hier steht: Blutdrucksteigung, Körpertemperaturanstieg und Halluzinationen.“ Harm setzte sich neben sie und las weiter:“ Bei höherer Dosierung kommt es zu Blutungen im Magen, Dünndarm und Gehirn. Der Konsument fällt ins Komma und stirbt dann nach durchschnittlich sechs Stunden an Organversagen und inneren Blutungen.“ Mac atmete etwas tiefer. „ Mac, genau die Droge wurden wahrscheinlich auch auf der US-Watertown eingesetzt, um das Opfer lahm zu legen. Bei allen Fällen mit diesem Kartenspiel, werden die Opfer unter diese starke Droge gesetzt!“, frustriert liess er die Papiere sinken und schüttelte den Kopf:“ Warum um Himmelswillen kann jemand nur so etwas derart bescheuertes erfinden?“, fragte Mac leise. „ Ich habe absolut keine Ahnung, aber wir werden es herausfinden!“, meinte Harm.

Beide liessen die Dokumente fallen und starrten eine Weile wortlos ins leere. Sie hatten beide genug gelesen. „ Ich weiss nicht wie es dir geht, aber ich bin nicht mehr imstande noch mehr solcher schlimmer Informationen aufzunehmen!“, sagte Harm müde. Mac nickte: „ Ja, du hast recht. Ich kann auch nicht mehr. Wir haben morgen einen harten Tag vor uns. Lass uns zusammenräumen.“ Sie sammelten gemeinsam die Dokumente ein und legten sie ins Dossier zurück. „ Verflucht, wir haben länger gebraucht, als ich gedacht habe. Es ist schon 21:30 Uhr. Und ich wollte doch noch einkaufen gehen!“ Harm stand einige Minuten still und schlug sich dann mit der flachen Hand auf die Stirne:“ Oh, nein! Verdammt, ich habe vergessen Robin anzurufen.“ Mac zog ihre Brauen zusammen: „ Deine neue Freundin?“. Harm knirschte mit den Zähnen: „ Nein, dann schon eher mein neuer Freund. Er arbeitet neuerdings auch in der Stadt. Ich habe vollkommen vergessen, dass er mich heute Morgen abgeholt hat. Meine Corvette ist momentan nicht fahrfähig.“

Mac räumte ihren Schreibtisch auf und fragte neugierig:“ Was hast du denn mit dem Wagen gemacht?“. Er winkte ab:“ Es ist nichts passiert. Ich nehme nur gerade ein paar Änderungen und Erneuerungen vor.“ „ Wie kleine Jungs!“, murmelte Mac leise, so dass sie Harm unmöglich verstehen konnte. Harm sah zum Fenster hinaus. Der Himmel war pechschwarz, es regnete in strömen und in der ferne zuckten rote und gelbe Blitze umher. „ Na dann, ich will dich nicht noch länger aufhalten.“ Er wollte zur Türe laufen, doch Mac hielt ihn am Arm fest.“ Hey, warte mal. Ich kann dich doch nicht in dieses Unwetter da draussen schicken. Du kannst natürlich mit mir Fahren.“ Harm musterte sie:“ Danke Mac, ich weiss das zu schätzen, aber das wäre ein zu grosser Umweg für dich...“. „ Ach, quatsch! Das mach’ ich doch gerne. Ausserdem: Wir haben heute praktisch den ganzen Tag miteinander verbracht, da kommt es auf ein paar Stunden mehr oder weniger auch nicht mehr drauf an.“ „ Oh, wie nett von dir!“, scherzte Harm.


Mac griff nach ihrer Aktentasche und schubste ihn mit sich aus dem Büro.“ Nein, wirklich. Das ist kein Problem. Wenn du magst, kannst du bei uns auch mitessen. Mic würde sich sicher freuen, dich wieder einmal zu sehen!“ Harm sah sie nur schräg an, sagte aber nichts. „Würde er sich auch freuen, wenn er wüsste. Dass ich die ganze Zeit mit seiner Verlobten in einem dunklen Raum gewesen bin? Dass ich mit ihr Kaffee getrunken und ein wenig geflirtet habe? Und dass ich mir, als ich Mac’s Milchschnauz gesehen habe, vorstellte wie süss es schmecken würde, diesen wegzuküssen? Nein, das würde Mic mit Sicherheit nicht freuen! , überlegte sich Harm. Sie liefen zum Lift und Mac sagte:“ Du bist schon viel zu lange nicht mehr bei uns gewesen. Es hat sich einiges verändert in meinem Appartement. Ich habe ein paar neue Möble. Ausserdem haben wir die Wände gelb gestrichen.“ Sie dachte an die Zeit, wo Harm öfters bei ihr vorbeigeschaut hatte. Sie hatten damals viel mehr geredet, gelacht, zusammen gegessen und sich Filme angesehen. Ohne dass je mehr passiert ist, es war ein Gefühl totaler Vertrautheit und keiner der beiden hatte das zerstören wollen. Auf diese Zeit, folgten einige Monate, in denen sie sich wieder miteinander gestritten hatten und kaum ein Wort gewechselt hatten.

Ihre Beziehung stabilisierte sich wieder, als jeder der beiden einen festen Partner hatte. Mac verlobte sich mit Mic und Harm hatte Renee. „Ja, momentan sind wir wieder sehr gute Freunde!“, überlegte sich Mac. Allerdings waren plötzlich seltsame Spannungen da. Natürlich hatte es diese auch schon früher gegeben, aber Mac hatte irgendwie das Gefühl, dass sie diese neuerdings noch stärker wahrnahm als sonst. Oder war es vielleicht doch nur Einbildung? Nein, Mac hatte bemerkt, welche Blicke er ihr zuwarf, seine Anspielungen aus denen sich meistens kleine Flirts entwickelten. Sein Verhalten irritierte Mac oft. Sie hatte nächtelang überlegt ob die Hochzeit mit Mic das war, was sie wollte. Ob sie ihn genau so stark liebte wie er sie liebte. Doch vor einigen Wochen hatte sie solchen und ähnlichen Überlegungen ein Ende gesetzt. Sie hatte sich entschieden, endgültig und sie war sich sicher dass richtige zu tun. Wenn sie aber in Harm’s Nähe war und er sie mit seinen unergründlich tiefen, blauen Augen lange ansah, wusste sie, dass ihr Herz niemals ganz Brumby gehören würde. Ein Teil würde immer Harm gehören, ganz gleich wie die Situation war. Dieses eigene Geständnis erschreckte Mac . Sie würde niemals aufhören können, Gefühle für diesen gross gewachsenen Mann zu hegen. In den Jahren, in welchen sie zusammen gearbeitet hatten, war eine tiefe Freundschaft entstanden, Zuneigung und vielleicht sogar Liebe? Vielleicht war Liebe ein zu grosses Wort. Es hatte oft Minuten gegeben, in denen sich beide verloren hatten, doch jedes mal wenn Mac bereit gewesen wäre, ihren Gefühlen nachzugeben, hatte er sich zurückgezogen. Mac hatte dies nie verstanden. Sie wusste noch heute nicht, was er genau fürchtete. Sie würde ihn aber auch nie danach fragen.

„Ähm, Mac, wir sollten fahren. Wenn du schon jetzt träumst. Kommen wir heute Abend unmöglich bei Bugme an.“ „ Ja, gehen wir!“, antwortete Mac verlegen.

Einige Minuten später fuhr Mac mit ihrer roten Corvette durch die nassen, glitschigen Strassen. Harm sass auf dem Beifahrersitz, seine Hände lagen gefaltet in seinem Schoss und die Augen hatte er geschlossen. Mac musste bei diesem Anblick grinsen. „ Und wer befindet sich jetzt in der Traumwelt?“. Harm antwortete ihr ohne jedoch die Augen zu öffnen:“ Ich konnte nicht anders. Diese Sitze sind ja so was von bequem. Ausserdem bin ich total erledigt!“. „ Kannst du den was schönes Träumen nach solchen schlimmen Fällen?“.

Um seine Mundwinkel spielte ein Lächeln:“ Nicht immer, aber in deiner Gegenwart kann man ja wohl schlecht Alpträume haben, oder?“ Mac sagte nichts, sie hoffte dass er seine Augen geschlossen behalten würde. Aber er öffnete sie natürlich. Mac wusste dass er sie ansah, doch ihr Blick war auf die Strasse gerichtet als sie ihn fragte: „Was macht eigentlich Renee?“. Harm war etwas überrascht als Harm auf seine Freundin zu sprechen kam. „ Sie ist gerade für ein paar Tage in New York und dreht einen neuen Film. Mac entging nicht mit welcher Gleichgültigkeit Harm von ihr sprach. Sie sah von der Strasse weg um einen Blick auf Harm zu erhaschen. „Habt ihr euch gestritten?!“, fragte sie besorgt. Harm sagte eine weile nichts und sah aus dem Fenster:“ Ja, kurz vor ihrer Abreise. Unsere Beziehung war in letzter Zeit nicht besonders gut. Erst war sie ständig unterwegs, dann ich…irgendwann haben wir angefangen aneinander vorbeizureden.“ Harm’s Offenheit erstaunte Mac. Ihr war aufgefallen, dass er in den letzten Wochen oft etwas abwesend schien. Als Mac ihn damals gefragt hatte, meinte er nur es läge am Stress. Und dann war da noch dieser kurze Zwischenfall in der J.A.G-Küche gewesen. Wie viele Wochen war das jetzt her? Drei oder doch schon fünf? Mac wurde immer noch ganz flau in der Magengegend, wenn sie daran zurück dachte. „ Harm, hat der Streit mit Renee etwas mit unserer Sache in der Küche zu tun?“. Er sah sie erst etwas verwirrt an, dann durchfuhr in die Erinnerung an diesen Tag wie ein Blitz.

Es hatte sich vor einem Monat ereignet. Sie hatten beide einen schwierigen Fall gelöst und waren bester Laune wenn nicht sogar euphorisch. „Magst du auch einen Eistee?“
hatte er sie gefragt. Sie waren zusammen in die kleine J.A.G-Küche gelaufen und hatten sich zwei Becher von dem köstlichen, kühlen Früchteeistee gemacht. Er hatte ihr eine Hand auf die Schultern gelegt. Da es sehr warm gewesen war, hatte Mac eine weisse Bluse getragen. Er hatte ihre geschmeidige Haut unter dem dünnen Stoff gespürt. „ Mac, ich möchte dir danken! Es tut mir leid, dass ich zuerst nicht an deine Vorschläge geglaubt habe. Du hast wieder einmal mehr recht gehabt!“. Mac hatte gegrinst und nach ihrem Becher gegriffen:“ Tja ohne deine Hilfe, wäre ich aber auch nicht weit gekommen. Das war doch die perfekte Team-Arbeit.“

Harm schluckte als er diesen Tag noch einmal wie ein Film vor sich durchziehen sah. Mac hatte sich wieder dem Steuer und der Strasse zugewendet und Harm’s Gedanken verloren sich noch einmal in der kleinen Küche. Er wusste nicht, was oder besser wer dafür verantwortlich gewesen war, dass sie beide plötzlich die Kontrolle verloren hatten. Hatte es an ihm gelegen? War er zunahe bei ihr gestanden? Hätte er sie nicht an der Taille umfassen sollen? Oder war doch sie die schuldige? Ihre Hände waren es nämlich gewesen, die ihm sanft über den Rücken gestrichen hatten. Ihr Haar hatte so wunderbar nach frischen Aprikosen geduftet. Und es war sie gewesen, die sich auf die zehenspitzen gestellt hatte und so ihre vollen Lippen gefährlich nahe in seine Kinngegend gebracht hatte.

Und dann war es einfach passiert. Er hatte sich zu ihr hinunter gebeugt und sie geküsst. Er hatte ihr nur einen kurzen aber sehr sanften Kuss geben wollen. Doch als seine Lippen auf die ihrigen trafen, hatte sich sein Gehirn komplett ausgeschaltet. Es war so wunderbar gewesen, ihren warmen Mund zu spüren, den Druck ihrer Lippen auf den seinen und ihre Zunge die forschend nach der seinen Tastete. Er hatte erst wieder einigermassen klar denken können, als Mac’s Becher mit einem dumpfen schlag auf dem Boden landete und der Eistee über den ganzen Boden spritzte. Aus einem inneren Reflex, liess er sie los und machte einen grossen Schritt rückwärts. Kaum hatte er das getan, war seine Freundin Renke frisch-fröhlich in die J.A.G-Küche spaziert. Die beiden Anwälte hatten sie völlig verdattert angesehen. „ Hallo allerseits. Ist etwas? Habe ich irgendwas zwischen den Zähnen?“, hatte sie gefragt. „Äh,nein. Natürlich nicht. Mir ist nur mein Becher aus der Hand gerutscht, wie ungeschickt!“, hatte Mac schwach gestottert. Harm war die ganze Situation dann plötzlich sehr surreal vorgekommen. Vor ihm hatte seine Blonde Freundin gestanden, welche ihn neugierig ansah. Hinter ihm Mac, deren Mund immer no gefährlich glänzte.

„Harm, wir sind da!“, riss ihn Mac aus den Gedanken. Er sah sie verwirrt an, und stieg dann aus. Sein Nachdenken hatte ihn so durcheinander gebracht, dass er auf einmal nicht mehr wusste, was er bei Mac im Auto eigentlich machte. Mac zog eine Braue hoch und musterte Harm, der verunsichert und mit einem glasigen Blick nach links über den Parkplatz schlenderte. „ Um Himmelswillen, hatte ihn diese Frage im Auto etwa so durcheinander gebracht? Oder ist er einfach nur müde?“, fragte sich Mac. Sie wusste es nicht, tendierte aber instinktiv zur ersten Variante. „ Äh Harm, hier geht’s zum Eingang!“, sagte Sie und deutete auf ein Schild. Auf diesem stand in grossen, sandgelben Leuchtbuchstaben:“ Goldpoint“.

Um genau 22:00 Uhr, traten die beiden Anwälte mit einem Einkaufswagen (den Harm fuhr), durch den Eingang. Es herrschte zum Glück kein Menschenrummel mehr. „ Nicht gerade viel los hier, was?“, stellte Harm fest als er den Blick durch die Regale gleiten liess. „Nee, da haste recht. Aber wer geht auch so spät noch Abendessen einkaufen?“, entgegnete sie. Harm nickte und schob den Wagen weiter. „ Was brauchst du eigentlich alles, Mac?“. Sei deutete auf ein Glas Erdnussbutter und begann aufzuzählen:“ Also als erstes ein Glas von dem hier, dann Schokolade, Kekse, Eis...“. Harm warf ihr einen schockierten Blick zu. „Mac, ich dachte du brauchst Zutaten für unser Abendessen?“. Mac lächelte. Sie wusste genau, dass in Harm’s Kühlschrank nie und nimmer solch ungesunden Sachen kommen würden. Ausserdem hatte sie auch noch nicht erlebt, dass er freiwillig etwas von dem kalorienhaltigen Zeugs ass. Es machte ihr Spass, sein entsetzter Blick zu sehen. Mac beschloss das Spiel noch ein wenig weiter zu treiben: “Harm diese Zutaten sind für das Abendessen! Es gibt Nutellaschnitten, Kakao und als Dessert ein Eisbecher. Kling das nicht nach einem Perfekten Essen?“ „ Du willst mir jetzt nicht weismache, dass Bugme auch von dem Zeugs isst oder?“. Mac’s Gesichtsausdruck verfinsterte sich. Es war gerade schön gewesen, ihn auf die Palme zu treiben. In solchen Momenten existierten nur sie beide. Wie konnte er jetzt nur nach Mic fragen? Mic Brumby den Mann, welchen sie bald heiraten würde und liebte. „ Ja, liebst du ihn wirklich, kleiner Marine?“, schlich sich ihre innere Stimme wieder ein. Mac schüttelte ihre Gedanken ab, wenn sie so weiter dachte, würde sie noch einmal verrückt werden.

„ Du hättest mich damals nicht küssen dürfen!“, murmelte Mac halblaut, doch Harm verstand jede Silbe messerscharf. „ Mac..Ich...“, begann er, aber sie liess ihn nicht ausreden. Ihr war klar, dass sie dringend über ihr Verhältnis reden mussten um endlich Klarheit zu haben. Vorher würde sie niemals mit reinem Gewissen heiraten können. Sie würde es nicht ertragen, verheiratet zu sein und ständig eine solche Spannung zu fühlen, sobald Harmon Rabb in der Nähe war. Aber nicht heute, morgen war ja auch noch ein Tag. Morgen. Mac’s Gedanken kehrten zu dem schrecklichen Fall zurück, den sie untersuchen mussten. Nein morgen war kein guter Zeitpunkt um darüber zu reden. Sie durfte nicht zulassen, dass wegen ihren persönlichen Problemen die Arbeit darunter litt. Dies war schon einmal passiert. Mac realisierte plötzlich, dass sie wohl nie den richtigen Zeitpunkt finden würden. Dieser Gedanke machte ihr angst. Harm war Mac’s Verschwiegenheit nicht entgangen. Er wusste nicht genau, worüber sie brütete, aber etwas beschäftigte sie und er hätte wetten können, dass es etwas mit ihm zu tun hatte. „ Mac, wenn es etwas gibt, worüber du reden möchtest…“, begann Harm erneut. Doch Mac schüttelte den Kopf. „ Es gibt mehr als nur etwas vorüber wir reden müssen, Harm und das weißt du! Ich bin momentan aber viel zu müde um lange und komplizierte Dialoge zu führen. Lass uns einfach nur einkaufen gehen, wie zwei ganz normale Arbeitskollegen, okay?“, bat sie. Harm nickte, er sah Mac’s Müdigkeit. Aber da war auch noch etwas anderes in ihren Augen. Verletzbarkeit? Fürchtete sie, er könne sie verletzen? Oder hatte er das vielleicht unbewusst schon längst getan? Harm’s Kopf schwirrte, sein Gehirn war eindeutig überlastet. Er drehte sich zu Mac um und bemerkte, dass sie ein ziemliches Stück weiter gegangen war.

20 Minuten später standen sie in einer kleinen Kolonne an der Kasse an. Der Einkaufswagen war randgefüllt mit Sachen, die Harm nicht einmal ansehen würde. Sie hatten beide nicht mehr viel miteinander gesprochen. Beide fühlten sich ziemlich ausgebrannt. Harm half ihr die Nahrungsmittel auf das schwarze Fliessband zu legen. Einige Sekunden darauf, rollten: Kekse, Schokoladenaufstrich Chips, Tiefkühlpizza und einige Limonadenliter über das Fliessband. Während Mac bezahlte und Harm die Nahrungsmittel in Tüten verstaute, ertönte eine Lautsprecherstimme: Sehr geehrte Goldpoint-Besucher, wir möchten Sie darauf hinweisen, dass wir in 15 Minuten schliessen. Harm hörte nur mit einem halben Ohr zu, es war schon die 4 Durchsage innert kurzer Zeit. „ Danke fürs Einpacken, Harm. Kannst du die Tüten schnell halten, ich muss etwas essen!“. Sie drückte ihm die grossen Tüten in die Hände und riss eine Chips-Packung auf. Harm sah ihr lächelnd zu. Mac stopfte sich eine Hand voll Paprikachips in den Mund, leckte sich dann genüsslich die Finger und fragte: „Die sind einfach köstlich, willst du nicht wenigstens mal probieren?“. Ehe Harm etwas entgegnen konnte, hatte sie sich auf die Zehenspitzen gestellt und ihm ein Chips in den Mund gesteckt. Ihr Finger streiften seine Lippen und verweilten einige Sekunden auf seiner vollen Unterlippe, ehe ihr bewusst wurde, was sie soeben getan hatte. Harm begann langsam zu kauen, schluckte das Chips hinunter und beugte sich dann leicht zu ihr: „ Hmm…gut sind sie wirklich. Da muss ich dir Recht geben...“. Mac nahm ihm die Tüten ab und murmelte verlegen:“ Äh, lass uns fahren!“.

Sie hatten gerade die letzte Tüte im Auto verstaut, als Mac plötzlich bemerkte, dass ihre Geldbörse weg war. Hektisch kramte sie in ihrer braunen Manteltasche, dann begann sie die Tüten zu durchsuchen. „ Mac, was suchst du denn?“. Mac hörte ihn erst, als er sie am Arm fasste:“ Was? Ich glaube meine Geldbörse ist weg! Harm, meine Kreditkarten und…“. Er drückte ihren Arm etwas fester und versuchte sie zu besänftigen, doch Mac suchte panisch das ganze Auto ab. „ So ein verdammter Mist! Erst dieser schreckliche Fall und dann auch noch das! So langsam dreh ich noch durch!“. „ Hey, ruhig Blut! Dich bringt doch sonst nichts aus der Fassung?“. Mac’s Augen wurden feucht, als sie ihn ansah. Ja, er hatte Recht. Mac konnte selber nicht verstehen, dass sie wegen einer verschwundenen Geldbörse beinahe weinte. Aber sie war unglaublich müde, ihre Nerven lagen blank. Die Sache mit dem verschwundenen Portemonnaie hatte ihr einfach noch den Rest gegeben. „ Mac, hey! Die liegt sicher noch irgendwo. Komm wir gehen noch mal rein!“. Mac schloss kurz ihre Augen, atmete einmal tief ein und nickte schliesslich.

Eigentlich hätte den beiden schon beim zurücklaufen etwas auffallen müssen: Die Parkplätze waren leer, bis auf die rote Corvette, die völlig verloren aussah. Weit und breit waren keine anderen Kunden mehr zusehen. Als die beiden J.A.G-Anwälte durch die grosse Eingangstür traten, war kurz ein metallisches Klicken gehören zu wesen, keiner der beiden schenkte ihm aber gehör. Kaum waren sie bei den Kassen angelangt, ertönte wieder ein seltsames Summen und Klicken. „ Was zum…?“, begann Mac, führte ihre Frage aber nicht zu ende, denn plötzlich erloschen alle Lichter. Es war augenblicklich Dunkel, man konnte kaum noch die eigenen Hand vor den Augen sehen. Verwirrt blieben die beiden einen Moment stehen. Harm tastete nach ihrer Hand: „ Verflucht! Das Center wurde soeben geschlossen!“, wetterte Harm. Tatsächlich hörte man kurz darauf ein ziemlich lautes Geräusch und es war nicht schwer, sich dabei vorzustellen wie das ganze Center von A-Z abgeriegelt wurde. „ Oh nein! Nicht mit mir, komm mit, wir müssen hier sofort raus!“. Jetzt war es Mac die nach seiner warmen Hand griff und ihn mit sich zog. Hand in Hand sprangen die beiden zur Eingangstüre. Dort angekommen mussten sie aber feststellen, dass ein schweres Eisengitter die Sicht nach draussen versperrte. Nach dem sie an verschiedenen Ecken des Centers Türen mit diversen Notausgängen gesucht hatten, die sie jedoch alle verschlossen vorfanden, liessen sie sich erschöpft nebeneinander fallen. Mac senkte ihren Kopf und brummte aufgebracht: „ Ich glaub’s einfach nicht, Harm. Ich meine: Wir stecken in einem Einkaufscenter mit Notausgängen fest! Für solche Situationen sind doch die gemacht worden!!“. Harm befeuchtete seine Lippen: „ Na ja, Mac. Diese Notausgänge sind wohl eher dafür konstruiert worden, wenn mal irgendwo ein Feuer ausbrechen würde und nicht als Notausgänge für gestrandete J.A.G-Anwälte.“ „ Oh mann, wie konnte ich nur so blöd sein! Tut mir echt leid Harm, wenn ich meine Geldbörse nicht liegen gelassen hätte…“. Harm winkte ab und versuchte sie zu besänftigen:“Mach dir deswegen keinen Kopf. Es bringt doch nichts, wenn wir uns deswegen in eine Depression stürzen. Spätestens morgen früh, werden wir werden wir hier rauskommen.“ Mac sah ihn ungläubig an:“ Ist das dein Ernst?! Willst du einfach so aufgeben? Was ist mit Telefonen, es muss doch irgendwo welche geben.

Harm zuckte mit den Schultern:“ Natürlich gibt es hier welche. Aber die befinden sich alle in den personal Büros hinter verschlossenen Türen.“. Mac stand auf:“ Na dann suchen wir eben nach einer anderen Möglichkeit.“ „ Mac, wir haben jetzt etwa 30 Minuten nach einer Möglichkeit gesucht, das Center zu verlassen. Die Türen sind alle verschlossen.“ „ Na, und?! Dann schlagen wir eben eine Scheibe ein!“. Sie lief ein paar Schritte voraus. „ Mac, was glaubst du, welche Art von Glas die hier haben?. Ich denke nicht, dass die so einfach kaputt gehen.“ Sie hörte nur mit halbem Ohr zu und verschwand in der Dunkelheit. Harm seufzte tief und laut. Mac hatte schon immer einen Dickschädel gehabt, was ja durchaus auch sein Gutes hatte. Aber in Situationen wie diesen, trieb Ihn Ihr Verhalten beinahe in den Wahnsinn. Er hoffte nur, dass sie sich bald wieder abregte und sie dann entspannter wäre. Harm war natürlich auch nicht gerade scharf darauf, die Nacht in einem grossen, kalkten Einkaufscenter zu verbringen. Doch es gab schlimmeres. „ Autsch, verflucht noch mal!“. Mac’s Aufschrei hallte laut aus der Dunkelheit. Besorgt sprang Harm auf und versuchte in der Schwärze etwas zu erkennen. „ Mac, wo steckst du denn`? Lebst du noch?“. Er lief einige Schritte gerade aus und sah dann ihren schlanken Umrisse. Sie sass stöhnend auf dem Boden: „Alles in Ordnung, ich bin nur über etwas gestolpert.“ Harm tastete sich vorsichtig an sie heran und murmelte: „ Pass bitte auf dich auf, Mac. Ich will nicht dass dir aus lauter Frust noch etwas zustösst.“ Mac rutschte von ihm weg und antwortete scharf:“ Keine Sorge Harm. Ich werde schon nicht labil. Aber bitte behandle mich nicht, als sei ich ein kleines unvernünftiges Kind.“ Harm stand erneut auf und seufzte:“ Lass uns nicht streiten, okay?“. Er lief davon und liess eine verunsicherte Mac sitzen. „Äh, Harm. Wo willst du denn hin?“. „ Sieh einer mal an, wer macht sich den jetzt um wen sorgen?“, dachte er schmunzelnd bei sich. Er drehte sich nicht um, als er ihr zurief:“ Bin gleich zurück, ich schaue mal ob ich irgendwo eine Taschenlampe auftreiben kann.“ Mac wollte aufstehen und ihm nachlaufen, überlegte es sich dann aber doch anders. Nein, sie würde doch wohl noch alleine warten können ohne gleich Angst zu bekommen. Obwohl, wenn sie darüber nachdachte, ganz geheuer war es ihr wirklich nicht. Sie sass noch einige Minuten auf dem kalten Boden, erst als sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, stand sie auf und sah sich um. Sei befand sich inmitten einer Einkaufspassage.

Links und rechts vor ihr waren verschiedene Shops.

Mac trat näher an einen heran und stellte mit Entzücken fest, dass es sich um den Designerladen „Spell Clothes“ handelte. Die Kleiderkollektionen waren in jeder Frauenzeitschrift zu finden. Nicht dass sie solche Magazine las, aber die Kleider waren allgemein bekannt und einfach traumhaft. Sei spähte in den Laden hinein und war freudig überrascht, als sie feststellte dass sich ihre Augen fast vollständig an die Dunkelheit angepasst hatten. Und dann sah Mac auch die wunderbare Kollektion: Kleider und Robben, gemacht aus sündhaft teuren Stoffen wie Seide, Kaschmir u.s.w. Kleider in cremigen Farben bestickt mit funkelnden Pailletten. Mac stellte sich vor, wie unbeschreiblich gut sich ein solches Kleid auf ihrer Haut anfühlen würde. Sie befand sich in einer solchen Ekstase, dass ihr erst einige Sekunden später auffiel, dass man den Laden ohne weiteres betreten konnte. Keine Eisentüren und (war das wirklich möglich?) auch keine Alarmanlage. Ohne lange zu überlegen, betrat Mac den Laden. Sie stand einige Minuten still, das sie erwartete jeden Moment die Alarmsirene heulen zu hören. Doch dies war nicht der Fall. Also lief Mac durch die Regale und kam aus dem staunen nicht mehr hinaus. Sei fuhr mit ihren Fingern durch die langen Roben und kämpfte gegen das Verlangen , eines der Kleider anzuprobieren.

Plötzlich musste sie doch kapitulieren, als sie ein rotes mit Paillettenmuster beschmücktes Abendkleid sah. Kaum hatte sie es gesehen griff sie auch schon danach. Langsam begann sie ihre Uniform abzustreifen. Sie sah kurz auf das Preisschild und unterdrückte einen Schrei. 2 Du bist gerade dabei ein 2000-Dollar teures Kleid anzuziehen, meine liebe!“, murmelte sie und drehte das Schild wieder um. Als sie ihre Uniform ausgezogen hatte, stand sie nur noch in ihrer weissen Baumwolle Unterwäsche da und ihr stach erneut etwas ins Auge. An einem Ständer vor ihr hing die neue Kollektion der Victoria-Secret’s Unterwäsche. „ Na ja, es anzuprobieren ist ja nicht verboten, ich will nur mal kurz hineinschlüpfen und dann zieh ich es gleich wieder aus“, beruhigte sie ihr schlechtes Gewissen.

Harm hatte unterdessen ein paar Taschenlampen inklusive Batterien gefunden. Ausserdem hatte er sonst noch einige nützliche Dinge gesehen, die er unbedingt Mac zeigen musste. Er schaltete eine grosse Taschenlampe an und lief zu der Stelle zurück, wo er seine Arbeitskollegin zurückgelassen hatte. „ Na super, war ja klar, dass man Mac keinen Augenblick lang aus den Augen lassen kann!“, murmelte er halblaut als er feststellte, dass der Platz vor ihm leer und keine Mac zu sehen war. Er zündete mit der Taschenlampe nach links und rechts und sah plötzlich etwas funkeln. Verwirrt kniff er seine Augen zusammen um besser sehen zu können. Mein Gott, was war das nur? Als er sich dem Glasschaufenster näherte, sah er eine schlanke Gestalt. Diese war von einem funkelnden roten Kleid umhüllt und ihre Haut schimmerte weiss. Harm stand mit offenem Mund da und hätte beinahe seine Taschenlampe fallen gelassen. Selten in seinem Leben hatte er so etwas Schönes gesehen. Leise fragte er sich, ob all die Märchen von Elfen vielleicht doch war sein konnten. Aber das war doch schlicht unmöglich! Ausserdem: Waren Elfen nicht viel kleiner? Harm wusste es nicht, er hatte sich schon als kleines Kind nie sonderlich für Märchen und Sagen interessiert. „ Hey, bist du zu Stein erstarrt? Wem bist du den über den Weg gelaufen?“.

Harm liess die Taschenlampe fallen und macht einen grossen Schritt rückwärts. Das Elefending stand jetzt plötzlich direkt vor ihm. Oder halt, war die Gestalt vielleicht doch real? Harm realisierte plötzlich, dass Mac vor ihm stand: „ Mac? Was um himmelswillen hast du da drinnen gemacht?“, fragte er fassungslos. Mac kicherte vergnügt und flüsterte: „ Gefällt es dir?“. Sie drehte sich einmal um sich selber und lächelte immer noch. Harm war sprachlos . Sicher, Mac war schon immer eine wunderschöne Frag gewesen, dessen war er sich absolut sicher. Sie musste keine speziellen Kleider tragen, damit einen das auffiel. Dieses rote Kleid jedoch, brachte ihre weiblichen Formen noch mehr zur Geltung. Sie wirkte jung, gefährlich und verführerisch. Harm’s Kopf schwirrte von seinen eigenen Gedanken, irgendwie fühlte er sich etwas wackelig. Augenblicklich wurde ihm bewusst, dass diese hübsche, intelligente Frau vor ihm demnächst heiraten würde. Sie würde heiraten ohne je gewusst zu haben, wie sehr er sie liebte. „ Harm, ist mit dir alles in Ordnung?“, fragte Mac leise. Sein Blick war ihr nicht entgangen und ihr war bewusst, dass er mit seinen Ozean-blauen Augen bis tief in Ihre Seele geblickt hatte. „ Du bist wunderschön, Sarah.“, flüsterte Harm und zog sie plötzlich an sich. Mac spürte seine warmen Hände, die sich um ihre Tallie schlossen. Seine Umarmung war wie ein grosser, warmer Sog, welchem sie unmöglich entkommen konnte. In solchen intimen Momenten vergass Mac alles. Sie vergass, dass Harm eigentlich nur ihr bester Freund war und sie bald einen anderen Mann heiraten würde. Sein Atem streifte ihre Haut und die Lippen kamen den ihrigen gefährlich nahe. Doch so plötzlich er sie berührt hatte, so schnell liess er sie auch wieder los. „ Hey, Mac. Ich habe was gefunden, dass musst du dir unbedingt ansehen.“, sagte er mit zittriger Stimme und drückte ihr eine Taschenlampe in die Hände. Er drehte sich um und lief voraus. Warum tust du das nur Harmon? Warum tust du ihr das nur an?, schlich sich eine Stimme in Harm’s Gedanken. Er hatte einfach nicht anders können, sie hatte so verdammt verführerisch ausgesehen, dass es beinahe wehgetan hätte. Er hatte sie einfach berühren müssen und er hätte sie auch gerne geküsst. Aber er wusste auch, dass es dann kein zurückgegeben hätte. Und das konnte er ihr unmöglich antun. Er wollte ihr nicht wehtun.

Mac presste ihre Lippen zusammen und blieb traurig stehen. Das Herz schlug ihr bis zum Hals. In ihren Augen bildeten sich ein paar Tränen. „ Du verdammter Idiot!, Warum kannst du mir nie sagen was du wirklich für mich empfindest?, „ dachte sei zornig bei sich. Aber eigentlich war das bei Harm nichts Neues. Er hatte sie schon so oft um den Verstand gebracht, doch dabei hatte er ihr ne gesagt was genau er für sie empfand. „ Was nützt es mir, wenn er sagt ich sei wunderschön und begehrenswert? Was nützen mir all seine verflucht schönen Worte, wenn er mich immer wieder fallen lässt und sich mir gegenüber nie ganz öffnet?“. Mac’s Gedanken schweiften zu ihrem Verlobten. Brumby hatte immer über seine Gefühle ihr gegenüber reden könne. Er hatte ihr schon unzählige male gesagt, dass er sei liebte. Natürlich hatte Mac das glücklich gemacht, doch irgendwie fehlte ihr dennoch etwas. Sie musste wirklich verrückt sein, da lag ihr ein sehr attraktiver Mann zu Füssen und sie konnte dennoch nicht aufhören an Harm zu denken. Sie hatte sich immer schon auf eine gewisse Art und Weise von Harm angezogen gefühlt und diese Anziehung war bis heute präsent geblieben, wahrscheinlich würde sie das selbst, wenn sie mit Brumby verheiratet wäre. Mac schüttelte sich kurz, wischte ihre Tränen fort und folgte ihm.

Gemeinsam geisterten sie etwa zehn Minuten durch die dunklen Passagen, dann deutete Harm ins innere eines Shops:“ Camping &Co“, war undeutlich mithilfe der Taschenlampe zu lesen. Mac zog eine Braue hoch:“ Und was bitte schön weltbewegendes hast du hier entdeckt?“. Harm griff nach ihrer Hand und führe sie hinein. Nur der Schein ihrer Taschenlampe war zu sehen, doch nach kurzer Zeit fiel Mac auf, dass da noch was leuchtete. Einen Bruchteil später erkannte sie die grossen Ausstellungszelte und die platzierten Taschenlampen rund herum. Mac lies ihren Blick überrascht weitergleiten: „ Hey, das ganze hier sieht aus wie ein Pfadfinderdorf!“, meinte sie. Harm lachte:“ Ja, das habe ich mir auch gedacht. Und das Beste kommt erst noch!“. Er deutete auf etwas Blaues. Mac trat näher zu ihm heran. „ Hä? Ist das etwas ein See in Poolformat?“, fragte sie und kniete nieder um ihre Hände in das kühle Nass zu stecken. Der Schwimmteich, Pool..oder wie auch immer man es benennen wollte, war randgefüllt mit kaltem Wasser.

„ Hey, Mac. Die haben hier sogar einen Grill. Was hältst du davon wenn wir uns was Leckeres zum Dinner grillieren?“. Mac zog ihre Hand aus dem Wasser und sah ihn endgeistert an: „ Das ist nicht dein ernst oder? Du hast nicht vor in einem geschlossenen Center mitten in der Nacht zu grillieren?“. Er zuckte nur mit den Schultern und amüsierte sich köstlich über ihre Entrüstung: „Ach komm schon, hast du vielleicht ne bessere Idee? Ausserdem bist du, so wie ich dich kenne, wahnsinnig hungrig!“. Ja, er hatte Recht. Sie war hungrig, verdammt Hungrig sogar. Und so verrückt war sein Vorschlag ja gar nicht, immerhin war sie es die 2000-Dollar auf ihrem Leib trug. „ Na gut, überredet. Mein Loch im Bauch bringt mich sonst noch um. Am besten teilen wir uns auf und ziehen getrennte Wege los. Ich besorge die Getränke, Limonade, Chips-Eiscrém….und all die Süssen Sachen, um welche du immer einen grossen Bogen machst.“ Harm kräuselte seine Lippen: „ Okay, ich besorge aus Ausgleich und um dich vor einer Überzuckerung zu bewahren gesundes Gründzeug und Fisch.“ Die zwei Anwälte zogen also alleine los , jeder ausgestattet mit einer grossen Taschenlampe.


Es war weit nach Mitternacht, als Mac wieder beim „Pfadfinderdorf“ wie sie es scherzhaft bezeichnete, ankam. Sie liess ihre Taschen fallen und begann die Lebensmittelauszupacken. Eine viertel Stunde später tauchte Harm auf, auch er schleppte so einiges mit sich.


„Hm, der Fisch schmeckt einfach toll!“, seufzte Harm und biss noch einmal herzhaft in seinen selbst gemachten Meerestier-Spiess. Mac hingegen bevorzugte die salzigen Chips und ihre Bratwurst. „ Es ist schon eine weile her, seit ich das letzte Mal gegrillt haben. Irgendwie hat mir die Zeit dazu gefehlt“, meinte sie. „ Und jetzt sitze ich eingeschlossen in einem Einkaufscenter und schlage mir den Bauch voll! Schon komisch…“. Harm nickte und blickte seine Partnerin an. Sie sass dicht neben ihm. Ihr braunen Haare glänzten rötlich im schein der Lampen, sie trug ihr Designer-Kleid immer noch. „ Hey, ich habe noch ne Packung Schokoladen-Eis gefunden. Willst du auch was davon haben?“. Harm sah sie entsetzt an: „ Dass meinst du jetzt nicht dein ernst oder?“. Mac zuckte mit den Schultern, öffnete die Packung und fragte:“ Warum meinst du?“. Harm schluckte den letzen Bissen seines Fisches hinunter und deutete auf ihre Robbe: „ Du weißt, dass ich niemals freiwillig etwas so fetthaltiges Essen würde..ausserdem..“. Fasziniert sah er zu, wie Mac ihre Finger in den Eisbecher tauchte. Sie leckte ihre Finger ab und seufze dann wohlig. Sie bemerkte Harm’s blick und wusste dass ihm gefiel was er sah. Mac tauchte ihre Finger noch mal in den Becher und wiederholte ihr Manöver, dieses Mal jedoch schenkte sie Harm eines ihrer süffisanten Lächeln. „Mein Gott, kleine Marine. Versuchst du etwa Harm anzumachen?“, schlich sich ihre innere Stimme langsam in ihr Bewusstsein.

Na und wenn sie das täte, sie war noch nicht verheiratet. Und ausserdem war es nur ein kleiner Flirt, da war doch nichts dabei. Mac wusste dennoch, dass sie mit dem Feuer spielte, denn sie wollte weit mehr als nur mit Harm zu flirten. Seine tiefe Stimme riss sie aus ihren sündigen Gedanken. „Was? Oh shit..“, murmelte Mac als eine ihr eine grosse Portion Eis aus den Fingern rutschte und das rote Kleid beschmierte. „ Genau davor wollte ich dich warnen, Mac. Hast du nicht gelernt, dass man nicht mit dem Essen spielen sollte?“, meinte Harm und lächelte schurkisch. Mac stand geschockt auf: „ Harm, das ist ein 2000-Dollar Kleid aus der „Spell-Clothes“ Kollektion! Und ich habe es soeben ruiniert, oh Gott!“. Er stand auf, tauchte eine Serviette ins Wasser und ging damit auf sie zu:“ Ach, warte mal. Das kriegen wir sicher wieder hin.“ Er wusch mit der nassen Serviette die Eisflecken weg und sagte: „ Na bitte, die gehen wie von selbst weg.“ Mac versuchte sich auf ihre Atmung zu konzentrieren, da Harm’s Berührungen sie erneut elektrisierten. „ Warum tust du das?“, fragte sie leise. Harm liess die Serviette fallen und fragte: „ Was meinst du?“. Mac drehte sich weg: „ Ich werde in 3 Wochen heiraten Harm, wenn du mir etwas zu sagen hast, dann solltest du das bald tun. Nach der Hochzeit wird es zu spät sein.“ Einig Minuten herrschte Stille, dann griff er nach ihrer Hand und drehte sie wieder so um, dass sie ihn ansehen musste:“ Sarah, du weißt was ich für dich empfinde. Es ist an dir zu reden.“ Mac machte sich los:“ Was?! Harm ich habe dir gesagt, dass du mir sehr viel bedeutest. Wir haben uns geküsst, und zwar nicht nur einmal. Ich war schon oft so weit, einen Schritt vorwärts zu gehen…doch jedes Mal wenn ich dachte, du würdest mit mir kommen, hast du mich fallen gelassen. Ich weiss nie woran ich bei dir bin!“. Harm sah ihr tief in die Augen: Und bei Brumby weißt du es?“ Mac nickte. „ Aber du liebst ihn nicht. Nicht so wie er dich liebt.“ In Mac stieg Zorn hoch. „ Warum sagst du das? Du kennst mich nicht, Harm. Sonst würdest du mir nicht so wehtun.“ Harm war perplex. Er wusste nicht was er ihr antworten sollte. Ihm war nicht bewusst gewesen, dass er sie verletzt hatte. Er wusste einfach nicht, wie er das was er für sie fühlte in Worte fassen sollte. Jedes mal wenn er es versuchte, hatte sie ihn nicht verstanden und letzten Endes hatten sie streit gehabt. Diese Diskussion würde genau so enden, wenn nicht sogar noch schlimmer.

„Mac, ich wollte dir nie irgendwelches leid zu fügen. Ganz sicher nicht, dass musst du mir einfach glauben!“.

Mac nickte bestätigend. So viel also zu seinen Gefühlen, es hatte keinen Sinn mit ihm darüber zu reden. Mac würde nie wissen, was er in solchen Situationen dachte. Sie unterdrückte die Tränen, welche sich erneut bildeten. Sie hatte keine Nerven mehr, das Gespräch weiter zu führen, denn sie sah keine Lösung. Je mehr Harm versuchte ihr näher zu kommen, desto mehr misslang es ihm. Zurück blieb nur ein dumpfes Gefühl und den Schmerz, den sie immer empfand, wenn er sich ihr wieder entzog.

„ Hey, Hör mal. Unsere Lage ist schon genug schlimm, wir sollten versuchen uns nicht auch noch gegenseitig hinunter zu ziehen. Mac, lassen wir dass.“


Mac lachte laut auf: „ Oh toll. Du hast Recht. Tun wir so, als wären wir nur zwei ganz normale Menschen die in einem verfluchten Einkaufscenter eingeschlossen sind. Verhalten wir uns wie zwei alte Arbeitskollegen die eine Friede-Freude-Eierkuchen Beziehung zu einander führen. Vergessen wir all unsere Gefühle, unsere geteilten Küsse…und die Leidenschaft. Denn das hat ja alles gar nie existiert oder?“, wütend fuchtelte Mac mit ihren Händen umher und ging immer näher auf Harm zu. Überrascht von ihrem Ausbruch, entfernte er sich rückwärts von ihr und bemerkte nicht, dass er dem „Pfadfindersee“ immer näher kam. Mac war so zornig, dass ihre Stimme immer lauter wurde und sie mit energischen Schritten weiter auf Harm zuging. „ Weißt du was, es ist mir so was von egal. Was du denkst, was du fühlst. Du bist nichts weiter als ein grosser, egoistischer Idiot. Ich brauche dich nicht..von mir aus..“, weiter kam Mac nicht, denn plötzlich geriet Harm ins wanken. Er ruderte mit den Armen um sein Gleichgewicht wieder zu finden, doch sein Versuch misslang ihm und er landete rückwärts im Pool. Mit offenen Mund und total irritiert sah Mac dem Geschehen zu.

Es war so schnell gegangen, dass sie erst gar nicht realisierte was passiert war. Nach wenigen Sekunden tauchte Harm pustend an der Oberfläche auf und schnappte nach Luft. Augenblicklich trat Mac an den Poolrand und rief ihm zu:“ Harm! Geht’s dir gut?“. Er war ein rechtes Stücken weg von ihr , sie konnte ihn nur mit zusammengekniffenen Augen erkennen. „Jaha…ich glaube ich bin noch ganz!“, er ruderte zum Poolrand und sah zu ihr auf. „ Tut mit leid, dass ist keine Absicht gewesen!“, entschuldigte sich Mac verlegen. „ Nein? Na ja, dass aber schon…“, gab Harm zurück und machte die Anstalt aus dem Pool zu steigen. Mac streckte ihm die Hand entgegen und wollte ihn hinaufziehen, doch Harm zog sie unerwartet mit sich. So klatschte Mac etwas später selber ins Wasser und tauchte unter. „ Was zum, sag mal geht es dir nicht mehr gut?“, fuhr in Mac an, als sie schliesslich wieder auftauchte. Harm konnte nicht antworten, er brach in schallendes Gelächter aus. Mac sah einfach zu köstlich aus! Ihre braunen Haare waren völlig durchnässt, das teure Kleid hatte sich mit Wasser voll gesogen und war jetzt dunkelrot. „ Mac, du hast gerade ein 2000-Dollar-teures Kleid ruiniert! Ich kann für dich nur hoffen, dass du vor hast das Kleid zu kaufen!“, sagte er feixend. „ Ha ha, sehr lustig, Commander. Echt!“. Mac sah ihm in die Augen und musste plötzlich selber lachen, die Situation war einfach zu komisch. „ Weißt du wann ich das letzte mal in den Pool gefallen bin?“, begann Mac. „ Es ist am 15. Geburtstag einer Freundin gewesen, ich war so betrunken, dass ich nicht mehr gerade laufen konnte und beim Aufs-Klo-gehen bin ich voll in das Schwimmbecken gestolpert. Vor allen anderen, sie haben mich noch Monate danach damit aufgezogen!“. Harm grinste und schwamm näher zu ihr:“ Weißt du, es ist viel schöner wenn du lächelst. Du strahlst dann immer so.“ „ Harm, ich bin völlig durchnässt, da kann ich wohl kaum strahlen. Ausserdem ist das blöde Kleid echt schwer, ich habe das Gefühl als würde es mich jeden Moment mit sich in die Tiefe ziehen.“ „ Dann zieh es aus“ forderte sie Harm auf. Verwunderte sah sie ihn an und zögerte dann:“ Ich weiss nicht ob das so eine gute Idee wäre Harm. Dieser Abend, oder besser morgen ist schon genug verwirrend für mich. Erst werden wir in einem Einkaufscenter eingeschlossen, dann grillieren wir, Streiten uns…und landen beide in einem Pool.“ Harm schwamm zum Poolrand und stemmte sich hoch:“ Ach komm schon Mac, vielleicht werden wir nie wieder so einen verrückten Tag erleben. Wie wär' s wenn wir deine Junggesellen-Party schon etwas vorfeiern?“. Sie sah ihm verwundert zu, wie er seine Uniform abstreifte und schluckte:“ Harm, eine Junggesellenparty feiert man nicht in einem Ausstellungspool im geschlossenen Gold-point Center. Ausserdem : Was tust du da?“. Harm grinste nur und knöpfte sein Hemd auf, er zog es aus und begann dann seinen Gürtel zu öffnen. Mac spürte wie sich ihre Glieder versteiften und schwamm ebenfalls zum Rand, da sie befürchtete zu einer Salzsäule zu erstarren und dann unter zu gehen. Geschmeidig sprang sie aus dem Pool und stand nun direkt vor Harm. Er sah sie erwartungsvoll an.“ Du willst also nicht reden, sondern spielen? Na gut, Sailor das Spiel kannst du haben, aber gewinnen werde ICH!“, dachte sie bei sich. Mac streifte ihre Träger ab und wusste, dass sie nun endgültig zu weit gehen würde. Ganz langsam liess sie ihr Kleid zu Boden gleiten und stand nur noch in der blauen Victoria-Secrets –Wäsche vor ihm.

Sie konnte plötzlich fast greifbar fühlen, wie eine elektrische Spannung sie umhüllte. Harm schien sie ebenfalls eingehüllt zu haben, denn seine blauen Augen liessen die ihrigen nicht los. Er sah ihr fest in die Augen und versuchte sie nicht über ihren makellosen Körper gleiten zu lassen. Dessen weibliche Formen ihm nun zum grössten Teil offenbart worden waren. „Auf was habe ich mich da nur eingelassen? Sie ist so bezaubernd schön, wie soll ich da nur ruhig stehen können? Wenn jede Faser meines Körper und Geistes sich danach sehnt sie zu berühren? Ihre milchige, warme Haut zu spüren und ihren Duft einzuatmen. Ich sollte es ihr einfach sagen, was ich für sie empfinde. Aber damit würde ich ihr nur noch mehr weh tun, und dass habe ich schon zu oft getan.“ Harm bot seine letzte Kraft auf, um seinen Gefühle nicht nachzugeben und auf sie zu zugehen. Er sprang wieder ins Wasser zurück und empfing das kühle Nass freudig, obschon er feststellen musst, dass die Wärme die er in ihrer Gegenwart empfand, um keinen Grad abgekühlt war.

Mac stand immer noch vor dem Pfadfindersee und war sich unschlüssig , ob sie den nächsten Schritt wagen sollte. „Nun ja, ich werde wieder ins Wasser gehen und eine Runde mit Harm schwimmen. Es ist nicht das erste Mal, das wir zusammen schwimmen. Früher haben wir viel zusammen trainiert und sind ab und zu schwimmen gegangen. Okay, wir haben einen Badeanzug angehabt, jetzt ist es halt unsere Unterwäsche. Es ist ja fast dasselbe“. Mac holte Anlauf und sprang in den Pool. Okay, jetzt waren sie wieder gleich weit wie vor einigen Minuten, mit der Ausnahme, dass sie ihre lästigen Kleider abgelegt hatten.

Liebe Grüsse Petra

Kalorien sind kleine Tierchen, die nachts die Kleidung enger nähen.

Petra
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Looked in Luxury von Mara_Jade Petra 02.05.2007
RE: Looked in Luxury von Mara_Jade Petra 02.05.2007
 

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